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Thema: Rechtfertigungsversuche von Cold Callern

  1. #11
    Mittwoch
    Gast

    Standard Die Schuldfrage

    Unweigerlich kommen die Diskussionen auch bei der Frage an, warum man denn überhaupt Kaltanrufe bekommt:
    Zitat Zitat von Rechtfertigungsversuch
    Wer keine Kaltanrufe will, sollte sein Telefon abmelden.
    Zwei Antworten aus dem Forum, sinngemäß wiedergegeben: „Demnächst soll ich auch noch meinen Briefkasten abhängen , nur um keinen Werbemüll zu bekommen?“ und „Diese Argumentation ist in etwa vergleichbar mit: Wenn Du nicht willst, dass ich Dir Dein Auto klau, dann kauf Dir keins.“

    Zitat Zitat von Rechtfertigungsversuch
    Wenn man wiederholt an Gewinnspielen (in Internet, per Postkarte) teilnimmt, muss man sich nicht wundern, wenn man viele Kaltanrufe bekommt. Man ist ja schließlich selbst schuld.
    Über die Wirksamkeit von allgemeinen „Ich lasse Kaltanrufe zu“-Klauseln wurde bereits alles gesagt, die Rechtsprechung ist sich in dieser Hinsicht bis in höchste Instanzen überraschend einig. Solche Urteile kämen nicht zustande, wenn die RichterInnen die Schuld bei den Betroffenen sähen.

    In den Begründungen der Urteile wird häufig ausgeführt, dass ich vorab (!) wohl kaum einen Kausalzusammenhang zwischen der Postkarte, die ich in einen teuren Roadster in der Bahnhofshalle werfe, und den zweiundzwanzig Cold Calls herstellen kann, die ich im darauf folgenden Monat bekomme. Dessen werde ich mir - wenn überhaupt - erst im Nachhinein bewusst. Insofern grenzt es an Hohn, zu argumentieren, man sei selbst schuld.

    Die Schuld muss vielmehr neben den Call Center-Betreibern auch bei den zahllosen Adresshändlern gesucht werden, die munter zum Teil recht umfangreiche Datensätze verkaufen. Leider haben die Betroffenen gegen diesen Handel kaum eine Handhabe.

    Zitat Zitat von Rechtfertigungsversuch
    Wir zwingen ja niemanden zum Kaufen.
    Nein, Ihr ruft nur mit Vorliebe und verstärkt die leicht zu Beeinflussenden (hauptsächlich Senioren) an und bearbeitet sie mit ganz üblen psychologischen Methoden, bis sie einen Kauf/Vertragsabschluss tätigen. Im Gegensatz zu einem Ladengeschäft, das man verlassen kann, ist es nur sehr schwer, sich den Kaltanrufen zu entziehen bzw. sich ihnen zu widersetzen.

    Zitat Zitat von Rechtfertigungsversuch
    Wenn man im Telefonbuch steht, darf man auch angerufen werden. Wenn man auf der eigenen Homepage seine Telefonnummer angibt, ebenso.
    Das ist im Prinzip nicht falsch, das ist schließlich der Sinn dieser Angaben. Aber weder im Telefonbuch noch im Internet sind die passenden Einverständniserklärungen zu finden, nach denen die dort gelisteten AnschlußinhaberInnen Kaltanrufen zustimmen. Speziell bei Telefonbüchern und Nummernauskünften im Internet ist in den Nutzungsbedingungen mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Nutzung der Daten für kommerzielle Zwecke untersagt.

    Davon mal abgesehen sind z.B. Gewerbetreibende zur Angabe Ihrer Telefonnummer auf ihren Internetseiten verpflichtet und auch der Eintrag im Telefonbuch kann für ein Gewerbe sehr sinnvoll sein.

  2. #12
    Mittwoch
    Gast

    Standard Rechtliche Schritte gegen Kaltanrufe

    Wie bereits festgestellt: Kaltanrufe (an Privatpersonen) sind in Deutschland illegal. Als BetroffeneR kann man die Kaltanrufer daher auf dem Wege einer Unterlassungserklärung auffordern, das erneute Anrufen zu unterlassen. Andernfalls droht eine Geldstrafe und/oder im Falle einer fortgesetzten Wiederholung auch ein Prozess. In jedem Fall wird es für den Betreiber eines Call Centers teuer.

    Daher haben Call Center, die Kaltanrufe tätigen, ein Interesse an möglichst weitgehender Anonymität. Auf entsprechende Nachfragen, wer man denn sei und von wo man anrufe, werden mit Falschauskünften (Briefkastenadressen und dergleichen) oder Ausflüchten beantwortet, z.T. wird sogar aufgelegt.

    In dieses Bemühen um Anonymität ist sicherlich auf das für Kaltanrufe typische Charakteristikum der unterdrückten Rufnummer einzuordnen. Trotzdem sei hier eine Begründung angeführt, die hier vereinzelt von KaltanruferInnen vorgebracht wurde:
    Zitat Zitat von Rechtfertigungsversuch
    Wir rufen nur deshalb mit unterdrückter Rufnummer an, um Rückrufe auf dieser Leitung zu vermeiden, denn wir brauchen sie ja für ausgehende Anrufe.
    Zum Glück gibt es Fangschaltungen.

  3. #13
    Mittwoch
    Gast

    Standard Die verzweifelten letzten Versuche

    Zitat Zitat von Rechtfertigungsargument
    Ob Ihr Euch darüber aufregt oder nicht, spielt keine Rolle, wie machen trotzdem weiter.
    Wenn Dich das hier im Forum Diskutierte nicht interessiert, warum hast Du Dich dann angemeldet, nur um Deine Rechtfertigungsargumente loszuwerden?

    Zitat Zitat von Rechtfertigungsargument
    Ich muss mich hier nicht beleidigen lassen.
    Über kurz oder lang taucht in vielen Rechtfertigungsversuchen der mehr oder weniger direkte Vorwurf auf, beleidigt zu werden. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Wortwahl in einigen Postings recht drastisch ist. Das Thema polarisiert nun mal. Beleidigungen werden dabei aber von der Forenleitung nicht geduldet und in der Regel auch mit den entsprechenden Konsequenzen bedacht (Sperrung, Ausschluss).

    Dies ist ein Forum, das sich dem Kampf gegen Spam verschrieben hat. Daher werden Äußerungen pro Spam sehr kritisch beäugt und zum Teil Satz für Satz zerlegt und kommentiert. Das ist hier übliche Diskussionskultur.

    Es spricht wohl für sich, dass der größte Teil der Mitglieder, die Kaltanrufe rechtfertigen, nicht mehr als maximal 30 Beiträge schreibt und dann nie wieder gesehen ward.

  4. #14
    Mittwoch
    Gast

    Standard Zum Schluss: Die Linksammlung zum Weiterlesen

    In vielen Beiträgen dieses Threads ist die Rede davon, das hier im Forum das und das so und so ist. Dabei habe ich ganz bewusst (bis zuletzt) auf Verweise verzichtet in dem Bemühen, die Argumente und deren Widerlege zu allgemein und knapp wie möglich zu halten, was trotzdem schon zu einem Thread beachtlicher Länge geführt hat.

    Nahezu alle Argumente, die hier zusammengetragen wurden, finden sich beim Querlesen durch diesen Thread. Ergänzend würde ich noch diesen Thread empfehlen, bei dem es um das Anrufen von Kunden geht, um mit ihnen Termine zu vereinbaren. In einem anderen Thread geht es um die Häufigkeit von Kaltanrufen.

    Ansonsten kann man die Suchfunktion des Forums bemühen und erhält zu dem Stichwort „Cold Call“ eine lange Reihe von Beiträgen.

  5. #15
    Mittwoch
    Gast

    Standard FERTIG!

    So, das war alles *schweißvonderstirnwisch*. Die Diskussionsschlacht ist hiermit eröffnet!

    Falls es ein Mod bis hierher geschafft hat: Kann bitte im Titel ein s ergänzt werden? Es muss Rechtfertigungsversuche heißen....

    Danke!
    Mittwoch

    [X] done

  6. #16
    weazle
    Gast

    Standard

    Riesenfleißarbeit, hätte ich 2 Tage zu gebraucht. Vielleicht könnte man die Standardausreden, die ja immer kommen, zusammenfassen und verlinken, sodaß man auf den unausbleiblichen..."Ich habe ja nur, Arbeitsplätze schaffen, wir sind ja sooo seriös...usw. den Link als Antwort unterschiebt. Nur ein Vorschlag. Übrigens die grüne Tonne mit dem "Klasse" kam von mir. Habe nur vergessen, den Gruß zu hinterlassen.

  7. #17
    Senior Mitglied Avatar von Solli
    Registriert seit
    20.11.2008
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    Bayern
    Beiträge
    2.071

    Standard

    Sehr gut. Danke, Mittwoch.

    Zitat Zitat von Mittwoch Beitrag anzeigen
    Wenn uns jemand sagt, nicht mehr angerufen werden zu wollen, dann rufen wir sie/ihn nicht mehr an.
    Vom Grundsatz her sicherlich sehr löblich. Wieso geht dann aber die Zahl der Kaltanrufe nicht merklich zurück?
    Nachdem Firmen wie Happywin24 oder Glücksstern49 [Namen frei erfunden] wie die Pilze aus dem Boden sprießen reicht es, wenn jede davon nur einmal bei mir anruft. Oft wird auch einfach ein neues Subunternehmen gegründet, welches dann fröhlich weiterspamt.
    (Und ganz davon abgesehen war ja auch schon der erste Anruf illegal, insofern ist der Rechtfertigungsversuch sowieso für die Tonne.)
    Durchgeknallter Netzindianer und stolz drauf

  8. #18
    mareike26
    Gast

    Standard

    Damit die ganzen CCAs nicht anfangen, hier zu posten, wenn wir auf den Thread verweisen, mache ich mal dicht. Wendet Euch bitte an einen Mod, wenn Ihr posten wollt. Sehr gute Arbeit btw.

  9. #19
    Senior Mitglied Avatar von Solli
    Registriert seit
    20.11.2008
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    Bayern
    Beiträge
    2.071

    Standard

    Dieses Thema wurde in den Threads zum "Sechswochenmärchen" schon mehrfach angesprochen. Ich denke aber durchaus, dass es auch hier rein gehört. Es handelt sich dabei weniger um einen Rechtfertigungsversuch, ist jedoch auch ein von CCA (und anderen Stellen) oft verwendetes Nicht-Argument:

    Ein Bankeinzug ohne Zustimmung des Kontoinhabers ist nicht möglich. Wenn das ginge würde ich vor der Bank Kontoauszüge sammeln und von jedem Konto Geld einziehen.
    oder eine Variation des Themas:
    Wenn ich ein Betrüger wer [sic], würde ich mich vor die Bank stellen, und weggeworfene Kontoauszüge sammeln, das geht sicherlich schneller als am Telefon. Oder allein die Bankverbindung, die im Supermarkt liegenbleibt, wenn man als solventer Bürger mit der EC-Karte zahlt. Wahnsinnig lächerlich: "Geben Sie nie ihre Bankverbindung her".
    Fakt ist: Einzugsermächtigung werden von der abbuchenden Bank nicht (oder nicht immer) einzeln geprüft. So können Firmen, die mit einer Bank einen entsprechenden Rahmenvertrag haben, eigenmächtig von beliebigen Konten Geld einziehen.

    Als Nachweis sind hier im Forum zahlreiche Beispiele zu finden, ich kann auch selber eines liefern.

    Fazit: Man sollte sehr wohl sparsam mit seinen Kontodaten umgehen und den Kontostand regelmäßig prüfen.
    Durchgeknallter Netzindianer und stolz drauf

  10. #20
    erftwalk
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Solli Beitrag anzeigen

    Fakt ist: Einzugsermächtigung werden von der abbuchenden Bank nicht (oder nicht immer) einzeln geprüft. So können Firmen, die mit einer Bank einen entsprechenden Rahmenvertrag haben, eigenmächtig von beliebigen Konten Geld einziehen.

    Als Kassierer eines Vereins habe ich 14 Jahre lang von den Konten von ca. 350 Mitgliedern Beiträge eingezogen. Nicht ein einziges Mal hat mich die Bank nach Einzugsermächtigungen gefragt. Wirklich, nicht ein einziges Mal. Nicht bei kleinen und nicht bei größeren Beträgen.

    Wenn ich davon im Vorstand oder im Freundeskreis erzählte, erntete ich oft Kopfschütteln. Die Banken machen es sich schon sehr leicht.

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