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Thema: Bundesgewinnzentrale

  1. #21
    Mittwoch
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von SEBBI001 Beitrag anzeigen
    Und wenn staatliche Betreiber keine Telefonwerbung mehr machen dürfen, warum erhalte ich dann andauernd Anrufe in denen ich Lose der SKL/NKL kaufen könnte?
    Das Verbot beschränkt sich nicht nur auf staatliche Betreiber.

    Genauer gesagt müssen wir hier trennen: Die eigentliche Lotterie darf nur unter staatlicher Kontrolle stattfinden, Stichwort Glücksspielmonopol. In Deutschland hat das zur Folge, dass (fast) alle Lotterien wie NKL oder SKL sowie alle Casinos vom Staate selber betrieben werden. Die einzige Ausnahme stellen Daddelautomaten und Losverkäufer auf Jahrmärkten dar, aber die unterliegen einer strengen Kontrolle.

    Nun dürfen solche Glücksspiele seit Anfang 2008, als der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten ist, nur noch über Radio beworben werden. Ein ColdCall für Lotterieteilnahme ist also nicht nur als Anruf ohne Zustimmung gemäß UWG illegal, sondern auch wegen des Anrufgegenstands.

    Um nun auf Deine Frage zu antworten: Wenn sich die ColdCaller schon nicht um die Illegalität gemäß UWG scheren, warum sollten sie dann die Regelungen des Glückspielstaatsvertrags befolgen?

    Wenn man bei NKL und SKL nachfragt, reden sie sich gerne damit heraus, dass der Vertrieb von Speilscheinen über externe Firmen erfolgt, die dann für die ColdCalls verantwortlich gemacht werden müssten. Diese Argumentation ist in gewissem Maße nachvollziehbar, denn der Staat - besser gesagt in diesem Fall die Bundesländer - partizipieren über die Glückspielabgaben nicht unerheblich an den Einsätzen. Das ändert allerdings nichts an der Verwerflichkeit von Werbung für Lotterien, gleich in welchem Medium.

    Zitat Zitat von SEBBI001 Beitrag anzeigen
    Meinst du wirklich, dass es bei solch unseriösen Firmen einen Kontrollanruf gibt??
    Diese Kontrollanruf-Masche ist eine relativ neue Entwicklung im Bereich von Abzocke per Telefon und daher ein sehr sicheres Zeichen für selbige.

    Über den Zweck bzw. die Hintergründe kann ich nur mutmaßen. Nach allem, was ich bisher hier im Forum darüber gelesen habe, nehme ich an, dass die Kontrollanrufe eine gewisse Seriosität vortäuschen sollen. So was ähnliches wie das Double-Opt-In-Verfahren bei Newslettern. Wo Letzteres allerdings eine durchaus wünschenswerte Einrichtung ist, die Betreiber rechtlich absichert, wird mit Ersterem eine solche Absicherung nur vorgegaukelt. Es wird unterstellt, dass durch den Rückruf ein Vertragsverhältnis zustande kommt, quasi als Ersatz für eine Unterschrift. Anders jedenfalls als mit dem Zweck einer vermeintlichen Beweissicherung kann ich mir die wiederkehrenden Berichte von Mitschnitten nicht erklären. Über deren Rechtswirksamkeit haben sich meine Vorredner bereits zu genüge ausgelassen.

    Ich ordne die Rückrufe in die gleiche Kategorie ein, wie das juristische Drohungs-Kasperletheather, dass üblicherweise in den Mahnungen von Abzockern gespielt wird. Beides soll die Opfer aus der Reserve locken und zu Schritten veranlassen, die dann tatsächlich als Anerkenntnis eines Vertragsverhältnisses durchgehen und einen Zahlungsanspruch begründen. Und so, wie ich jedem zum weitgehenden Ignorieren des Kasperletheathers rate, würde ich auch bei den Rückrufen sofort wieder auflegen.

    Schönen Gruß
    Mittwoch

  2. #22
    Senior Mitglied
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    Zitat Zitat von Mittwoch Beitrag anzeigen
    Nach allem, was ich bisher hier im Forum darüber gelesen habe, nehme ich an, dass die Kontrollanrufe eine gewisse Seriosität vortäuschen sollen.
    Stimmt. Es sollen allerdings auch tatsächlich Kontrollen durchgeführt werden. Da die CC-Betreiber natürlich wissen, was da je nach Ausgangssituation für Gesetzesvertöße begangen werden und was für Chaoten da zum Teil als CCAs arbeiten, sollen die Kontrollen so weit wie möglich Schaden vom Call Center abhalten.

    So kann man z. B. schon mal feststellen, bei welchem Angerufenen Probleme drohen könnten. (Z.B. bei einem Antispammer ) Wem man am besten erst gar nicht einen Vertrag zuschickt, damit die korrekte Anschrift erst gar nicht bekannt wird. Also generell um festzustellen, ob man ein leichtes Opfer hat oder ein Problem bekommt.
    Mir gefallen 2 Arten von Cold Callern: Die, deren Geschäfte so schlecht gehen, dass sie den Gürtel enger schnallen müssen. Und die, die sich den Gürtel zum Engerschnallen nicht mehr leisten können.

  3. #23
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    Ich könnte mir vorstellen, dass die Rückrufe nicht nur Seriosität oder eine gewisse "Opt-In" Absicherung darstellen sollen, sondern bei so manchem Cold-Call Terroristen auch etwas mit dem Geschäftsmodell zu tun haben:

    Call Center A vermarktet sein Dienstleistungspaket an Personen /andere Firmen, die sich davon die große Kohle erhoffen. Es stellt die gesamte Dienstleistung im Hintergrund (d.h. Datenerfassung /-Verwaltung, Abrechnung, evtl. auch die Webseite mit jeweiligem Pseudo-Logo, etwaigen Kundenservice und womöglich auch noch gleich das Gesprächsskript oder sogar die Lieferung der Kundendaten).

    Natürlich vermarktet es das Zeug dann nicht exklusiv, sondern gleich mehrfach an diverse Merkbefreite, die eigenverantwortlich agieren und deren wesentliche Aufgabe es ist Leute mit ihren Anrufen ihres Pseudo-Gewinnspielservices zu nerven (und sich die Daten entweder selbst beschafft haben oder gleich mitgeliefert bekommen haben). Zappelt der Fisch an der Angel, d.h. hat der freischaffende Anrufterrorist jemanden weichklopfen können, wird die Information an das im Hintergrund agierende Callcenter weitergeleitet, das dann zur Abgleichung der Daten und zur Rückversicherung dass der Angerufene auch wirklich weichgekocht wurde erneut anruft.

    Das Ganze macht die Nachverfolgbarkeit dann gleich auch nochmal etwas schwieriger, weil der "Kunde" -wenn überhaupt- nur Callcenter A zu fassen bekommt, das sich aber recht einfach aus der Affaire ziehen könnte und die Merkbefreiten kaum zu bekommen sind bzw. sich schon längst wieder in Luft aufgelöst haben, während das Produkt munter weiter von anderen Merkbefreiten unter anderen Namen telefonisch angepriesen wird, bis es auch sie irgendwann erwischt.
    Geändert von Aragorn77 (16.05.2009 um 17:03 Uhr)

  4. #24
    Graue Pestilenz Avatar von Fidul
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    Zitat Zitat von SEBBI001 Beitrag anzeigen
    warum erhalte ich dann andauernd Anrufe in denen ich Lose der SKL/NKL kaufen könnte?
    Für welche Lotterieeinnehmer soll das angeblich sein? Es würde mich nicht wundern, wenn das wieder einmal bekannte Namen sind.
    Wir kriegen euch alle!

  5. #25
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    238

    Standard Antwort an SEBBI001

    Hallo SEBBI001,

    wenn wir so tun als wäre der "Vertrag" rechtlich relevant kommt noch folgendes
    dazu:
    In meinem Anruf von der Bundesgewinnzentrale wurde ja als Aufhänger
    der "Garantiegewinn" von 474 EURO aus einer anderen Verlosung genannt.
    Ebenso beim Kontrollanruf der "Informationszentrale der staatlichen Lotterien".

    Die Teilnahmegebühr soll 79 EURO im Monat sein.

    Die Teilnahme wäre mindestens für 3 Monate also 237 EURO.

    Es blieben also 237 EURO Restguthaben nach 3 Monaten

    Nachdem die Teilnahmeregeln wie bei Hugo Egon Balders "Tutti Frutti"
    je nach Callcenter variieren ("machen wir 50:50 "oder "der höhere Betrag wird ausgezahlt",
    d.h. 474 EURO abzüglich der Gebühren oder höherer Gewinn) kann hier von einer
    realen Forderung keine Rede sein

    Die 474 EURO kann man aber in den Wind schreiben, da man sie nur bekommen
    würde, wenn man mit 580 Lottoreihen in 3 Monaten nicht einmal einen 3er
    erhalten würde.
    "Sie erhalten das Geld zurück wenn Sie nichts gewinnen"
    (Also die vom Konto abgebuchten Einsätze und die 474 EURO)
    Geändert von Pikachu (20.05.2009 um 09:22 Uhr)

  6. #26
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    Standard Bundesgewinnzentrale Berlin, Lottoverbund

    Hallo,
    ich weiß nicht, ob ein solcher Threat bereits existiert, aber ich habe ein paar dringende Fragen!
    Ich bin leider gestern "Opfer" der oben genannten Fake-Firma geworden... Ich war während des Anrufs schon höchst skeptisch und habe mir sämtliche Daten des Mitarbeiters und der firma geben lassen- als ich diese im Nachhinein im Inet recherchiert habe, hat sich rausgestellt, dass es diese Firma gar ncith gibt- also, Abzocke.

    Nur, um kurz zu erklären, was einem versprochen wird:
    Man wurde angeblich exklusiv ausgewählt für einen Gewinn von über 400 Euro und man solle dies innerhalb weniger Tage auf dem Konto haben und das einzige, wozu man sich verpflichtet ist eine einmonatige Teilnahme im Lotto in Kostenhöhe von 78 Euro (die einem von dem Gewinn direkt abgezogen wird). Ebenso soll in ein paar Tagen ein Testanruf kommen und Unterlagen, wo das alles nochmal drin bestätigt ist...

    Tja, ich bin da jedenfalls leider drauf reingefallen und daher meine Frage:
    Wer hat schon Erfahrungen mit dieser "Firma" gemacht? Kommt ein solcher Brief/ Anruf überhaupt? Kommt jemals irgendwas an Geld auf dem Konto an, bzw. was buchen die ab?
    Und wenn sie es tun, was soll ich tun? Einfach wieder rückbuchen lassen und sonst ignorieren?
    Bin da rechtlich leider nicht so im Bilde und brauche daher dringend Rat...
    Ich ärger mich selber schon genug über meine eigene Naivität...

    Schonmal danke!
    Gruß, Melina
    Geändert von alariel (21.05.2009 um 14:01 Uhr) Grund: *Tacker wegstell*

  7. #27
    Urinstein Avatar von schara56
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    Hallo StarGeisha,
    willkommen im Forum. Benutze doch einfach die Forensuche, dann findest Du dieses Thema.

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    Sokath! His eyes uncovered!

  8. #28
    Forenbarbar Avatar von alariel
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    Zitat Zitat von schara56 Beitrag anzeigen
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    [X] done
    Klickibunti, zur Dunklen Seite dieser Weg Dich führt!
    Isediatur ignoratia vestra ac stupitiatae causa!
    Barbar - und stolz darauf!! ~***~ Nam et ipsa scientia potestas est!

  9. #29
    Verbalakrobat Avatar von Goofy
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    Insgesamt ist es bei so einem Anruf, wo lediglich eine Falschanschrift sowie eine nicht existierende Firma genannt wird, schon als höchst fraglich zu bewerten, ob selbst bei Zustimmung zu einer Spielteilnahme hier ein wirksamer Vertrag zustandekommt. Mindestens wäre das aber mal anfechtbar wegen Irrtums im Zusammenhang mit arglistiger Täuschung, eher noch von vornherein unwirksam wegen Verletzung wesentlicher Transparenzbestimmungen des BGB.

    Die einfachste Möglichkeit, aus solchen angeblichen "Verträgen" wieder herauszukommen, ist jedoch der Weg über das Widerrufsrecht.
    Info dazu: Widerrufsrecht

    Die Widerrufsfrist von 14 Tagen beginnt erst ab dem Zeitpunkt zu laufen, wo einem eine wirksame Widerrufsbelehrung in Textform zugeht. (Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass selbst solche "Belehrungen", wie sie dann oft in der "Auftragsbestätigung" mit integriert werden, ganz häufig sowieso unwirksam sind.)

    Wenn also das "Unternehmen" jetzt schön mit der Versendung der "Auftragsbestätigung" wartet, bis die Widerrufsfrist um ist, hilft denen das also gar nichts, weil die Frist vorher noch gar nicht zu laufen begonnen hatte.

    Sobald man ein Schreiben bekommt, erklärt man dann die Unwirksamkeit des Vertrags, und hilfsweise erklärt man den Widerruf. S. dazu obigen Link über das Widerrufsrecht, oder auch:
    Widerspruch - Widerruf - Kündigung / Begriffserläuterung

    Wenn abgebucht werden sollte (was ziemlich wahrscheinlich ist), lässt man es von seiner Bank einfach wieder zurückbuchen.

    Man wird dann wahrscheinlich einige Droh- und Mahnschreiben erhalten, auch von Inkassobüros oder Anwälten. Aber alle dort geäußerten Drohungen werden nicht wahrgemacht, weil die Rechtsposition des "Unternehmens" dünner als chinesisches Seidenpapier ist.
    Zahlungsforderung, der Werdegang
    Unrechtmäßige Forderungen
    Inkassobüros
    Goofy
    ______________________________
    Weisheiten des Trullius L. Guficus, 80 v.Chr.:
    "Luscinia, te pedem supplodere audio" - Nachtigall, ick hör dir trapsen
    "Vita praediolum eculeorum non est" - Das Leben ist kein Ponyhof
    "Avia mea in stabulo gallinario rotam automotam vehit" - Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad
    "Sed illi, dicito: me in ano lambere potest" - Jenem aber, sag es ihm: er kann mich am Arsch lecken

  10. #30
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    Zitat Zitat von StarGeisha Beitrag anzeigen
    Nur, um kurz zu erklären, was einem versprochen wird:
    Man wurde angeblich exklusiv ausgewählt für einen Gewinn von über 400 Euro und man solle dies innerhalb weniger Tage auf dem Konto haben und das einzige, wozu man sich verpflichtet ist eine einmonatige Teilnahme im Lotto in Kostenhöhe von 78 Euro (die einem von dem Gewinn direkt abgezogen wird). Ebenso soll in ein paar Tagen ein Testanruf kommen und Unterlagen, wo das alles nochmal drin bestätigt ist...
    Nun, ein Gewinn darf nicht an eine Bedingung gekoppelt sein. Dies wurden schon diversen Verkaufsshops (Versandhandel, Internetshops usw.) untersagt, die gerne Gewinne an Käufe binden wollten.
    Wir vom Verein empfehlen, sich weder auf Gespräche, noch auf Brieffreundschaften mit den Telefonspammern einzulassen.
    Also ich würde bei einem weiteren Anruf einfach auflegen, wenn ich mich schon vorher hab einwickeln lassen.
    Man muss auch mal von sich ausgehen, denk ich
    und nicht immer nur von der eigenen Befindlichkeit

    Matthias Beltz (* 31. Januar 1945 in Wohnfeld/Vogelsberg; + 27. März 2002 in Frankfurt am Main)
    Übers Forum erst mal nicht zu erreichen. Wer was von mir will, bitte hier rüber melden:
    Anonymer Kontakt zu Gaston: https://privacybox.de/gaston.msg | Update: Da es sich um einen anonyme Mailbox handelt, bitte Namen und Mailadresse im Text hinterlassen, wenn man Antwort wünscht.

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