Da immer wieder Anfragen kommen, hier eine kleine Zusammenstellung, was man gegen lästige Werbeanrufe tun kann.

Wichtige Artikel, die wir Ihnen aus unserem Wiki empfehlen können:
Abwehr von Cold Calls
Fangschaltung
Vorbeugung gegen Cold Calls

Durch sparsame Weitergabe von Daten kann man erreichen, wenig bzw. gar nicht von Werbeanrufen belästigt zu werden.

Doch was macht man, wenn man keine Ruhe mehr hat und mehrfach am Tag belästigt wird?

Entweder man versucht, die Anrufer mit verschiedenen Tricks zu demotivieren und zu entnerven. Siehe oben im verlinkten Artikel.
Oder man legt sich zeitweise eine Fangschaltung zu. Damit fängt man die Störer, die mit unterdrückter oder gefälschter Rufnummernkennung anrufen.
Die Kosten für die Fangschaltung holt der Anwalt dann von den Störern wieder herein, auch seine eigenen Anwaltskosten. Der Anwalt wird vom Störer verlangen, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, dass weitere Anrufe auf die betreffende Rufnummer bei Strafandrohung unterlassen werden. Kommt der Störer dem nicht nach, sollte eine Unterlassungsklage ins Auge gefasst werden. Spätestens diese wird der Störer so gut wie sicher verlieren, dann wird es für ihn jedoch nochmal teurer, es kommen dann die Gerichtskosten noch hinzu. Manche "Unternehmen" brauchen das anscheinend, aber viele unterzeichnen auch vorher schon lieber die Unterlassungserklärung und riskieren erst keinen Prozess.

Nachdem Sie so etwas mal ein/zweimal energisch durchgezogen haben, werden Sie ziemlich sicher auf einer der sogenannten "schwarzen Werbeverweigerer-Listen" landen, die auch unter den Callcenter-Betreibern untereinander weiterverkauft werden. Ihre Daten werden dann aus den Beständen "herausgewaschen", und Sie haben fortan ziemlich sicher Ruhe vor Werbeanrufen.

Sollte jemand Sie trotz unterzeichneter Unterlassungserklärung noch einmal belästigen, dann kann Ihnen das eigentlich nur recht sein, denn dann wird Ihr Anwalt die Strafandrohung fällig stellen, in Höhe i.d.R. eines fünfstelligen Betrags zu Ihren Gunsten.

Welche technischen Möglichkeiten zur Abwehr von Werbeanrufen gibt es?

Man kann sich eine Telefonanlage wie z.B. die Fritz!-Box anschaffen. Die neueren Versionen dieser Anlagen (z.B. WLAN-Router u.a.) können im Konfigurationsmenü so eingestellt werden, dass Anrufe aus bestimmten Bereichen entweder ganz geblockt werden, oder auf einen internen Anrufbeantworter umgeleitet werden. Fortan schellt nicht einmal mehr das Telefon, wenn jemand z.B. mit unterdrückter Rufnummer anruft.

Telefon Konfiguration

Empfehlenswert ist es dabei, eingehende Anrufe folgender Nummernbereiche ganz zu blocken:

090*
0137*

Damit schützen Sie sich vor nervigen Ping-Betrugsanrufen, wie sie gern über 0137- oder 0900-Mehrwertnummern hereinkommen.

Anrufe mit unterdrückter Rufnummer sollten Sie vielleicht lieber nicht ganz blocken, sondern auf den internen Anrufbeantworter umleiten, damit Sie z.B. für Angehörige/Freunde/Geschäftspartner, die aus irgendwelchen Gründen mit unterdrückter Rufnummer anrufen, wenigstens noch auf dem AB erreichbar sind. Wer etwas von Ihnen will, kann dann eine Nachricht hinterlassen. Die Callcenter sprechen jedoch i.d.R. nicht auf den AB, sondern legen gleich auf.

Hier sollten Sie dann also Regeln anlegen, dass Anrufe folgender Gruppen auf den AB umgeleitet werden:

080*
0180*
--- (unbekannt, unterdrückte Rufnummer)

Damit lenken Sie sowohl Callcenteranrufe um, die neuerdings (wegen des Verbots, mit unterdrückter Rufnummer zu Werbezwecken anzurufen) irgendeine obskure 0800-er oder 01805 einblenden, als auch Anrufe von Callcentern, denen das Verbot völlig wurst ist, und die nach wie vor mit unterdrückter Rufnummer anrufen.

Immer wieder gibt es neuerdings auch wiederholte und penetrante Callcenter-Störungen, wo dann irgendeine Ortsnetznummer eingeblendet wird, wo dann aber natürlich beim Rückruf nie jemand zu erreichen ist. Diese Nummern können Sie dann recht einfach im Fritz!-Dialog hinzufügen und eine neue Regel zufügen, mit der Sie die betreffende Nummer dann einfach ganz blocken. Dies ist für maximal 30 Rufnummern möglich. Diese Zahl wird voraussichtlich auch ausreichen, weil nach einiger Zeit schon die Nummern ohnehin gewechselt werden und nicht mehr gelten, bei Bedarf können Sie dann die jeweils ältesten Filtereinträge einfach löschen.

Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen keine Gelegenheit haben, eine Fritz!Box zu installieren, können Sie auch beim Telefonprovider ein sogenanntes "Sicherheitspaket" beantragen. Dies ist kostenpflichtig, es lässt sich damit eine begrenzte Anzahl von Rufnummern oder Gruppen blocken.
Kostenlos ist das Dienstmerkmal "ACR", damit werden alle Anrufe mit unterdrückter Rufnummer ganz geblockt. Sie sollten jedoch bedenken, dass Sie dann für diese Anrufer (das können evtl. auch Angehörige/Bekannte sein...) gar nicht mehr erreichbar sind.

Ich werde immer wieder angerufen, aber beim Abnehmen des Hörers wird sofort wieder aufgelegt. Was ist da los?

Ein möglicher Grund dafür kann ein sogenannter 0137-Ping-Betrugsanruf sein, allerdings erfolgen solche Anrufe nicht wiederholt, sondern in aller Regel nur einmal.
Ping-Anrufe

Meistens stecken aber sogenannte "Predictive Callcenter-Dialer" dahinter. Das sind Anrufmaschinen, die die Ausbeute der Callcenter dadurch steigern, dass ständig mehr Menschen angerufen werden, als überhaupt freie Sprechplätze an Call-Agenten vorhanden sind. Dadurch soll eine andauernde Beschäftigung der Call-Agenten gewährleistet werden - natürlich unter Inkaufnahme einer massiven Belästigung, oft erfolgen dabei 10 und mehr Anrufversuche, bevor überhaupt zu einem Agenten durchgestellt wird.
Dialer

Die Bundesnetzagentur geht zur Zeit massiv gegen Betreiber solcher Anrufmaschinen vor. Wenn also eine Rufnummer übertragen wird oder, noch besser: mit einer Fangschaltung ermittelt werden konnte, sollten Sie sich bei der Bundesnetzagentur beschweren.
http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/16640.pdf

Ansonsten bleibt Ihnen zur Abwehr solcher Belästigungen nur das technische Blocken von Anrufen seitens der übertragenen Rufnummer mittels der Telefonanlage (z.B. Fritz-Box).
Telefon Konfiguration