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Thema: Firmenverzeichnis mit Radiowerbung sittenwidrig?

  1. #1
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    Standard Firmenverzeichnis mit Radiowerbung sittenwidrig?

    Hallo!

    Wie beurteilt Ihr das:

    Hausierer gehen rum und bieten Einträge ins Firmenverzeichnis an. Tolle Vertragsunterlagen, goldglänzend und auf dicker Pappe. Versprochen werden 100 Klicks pro Jahr, daß man "gefunden wird", Aufkleber für die Tür, eine Urkunde mit Aufschrift "Empfohlen, Ausgezeichnet, nur die besten Betriebe sind hier zu finden, etc", in amtlicher Aufmachung. Dann noch regionale Radiowerbung, allerdings nicht individuell, sondern für das Verzeichnis an sich. Der Verzeichniseintrag unterscheidet sich in nichts von allen anderen Verzeichnissen. Angefragte eingetragene Betriebe sind einhellig der Meinung, über den Tisch gezogen worden zu sein, teilweise mit Täuschung, teilweise mit Druckmitteln wie "jetzt oder nie". Eingetragen sind insgesamt in Deutschland 1700 Firmen, üblicherweise in Randgebieten, Seitenstraßen etc. Also nichts mit den "besten Betrieben".

    Verlangt werden ca. 45 Euro pro Monat, das gilt für den 6-Jahres-Vertrag. Beim 2-Jahres-Vertrag kommen nochmal 500 Euro Einschaltgebühr hinzu, bei 4 Jahren 250, sie entfällt bei 6 Jahren.

    Tatsächlich wird man durch den Eintrag nicht besser gefunden. Die Einträge finden sich ganz weit unten, etwa nach 100 Suchergebnissen (google). Alexa-Rang grob 1.400.000, Woorank gibt geschätzte 0-1500 Besucher pro Monat aus.

    Findet Ihr das betrügerisch? Die eigentliche Frage lautet: Rechtfertigt die Radiowerbung den hohen Preis? Oder ist sie nicht vielmehr ein Mittel des Werbeunternehmens, sich selber zu profilieren? Ein Alibi, um den betrügerischen Charakter etwas einzudämmen? Denn wenn sie nicht existierte, fände ich keinen Grund für die Annahme des Gegenteils. 45 Euro pro Monat für einen Verzeichniseintrag, der nicht gefunden wird, ist normalerweise - mit den Drucksituationen und Täuschungen - sittenwidrig, oder jedenfalls eine mangelhafte Leistung.

    Danke für Ideen!

  2. #2
    Chinchilla
    Gast

    Standard

    Hört sich für mich so an als wollt jemand ein Branchenverzeichnis erst noch aufbauen.

    Radiowerbung ist sehr teuer und für Webseiten nicht unbedingt erste Wahl, da die Effizient zu wünschen übrig läßt. 100 Klicks sind nicht viel, das sind gerade mal 8,3 pro Monat (wer zahlt für sowas 45 Euro pro Monat = 5,4 Euro je Klick?), das sollte erreichbar sein, wobei damit noch kein Kunde und keine Bestellung garantiert ist.

    Am Angebot selber sehe ich an Hand Deiner Beschreibung erstmal nichts was Betrug vermuten läßt. Die Versprechungen sind niedrig, der hohe Preis ist Dir bekannt. Das Angebot ist absolut schlecht, aber das muß man sofort erkennen, wenn man sich das auch nur grob ansieht.

    Die Frage ist aber wie man damit auf Kundenfang geht.

  3. #3
    Neues Mitglied
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    Standard

    danke für die fixe Antwort!

    dass die das erst noch aufbauen wollen, kam mir auch in den Sinn. Auf Kosten der Nutzer, denn von Investitionen durch diese war ja nicht die Rede. Bezahlt wird für ein laufendes, erfolgversprechendes Portal.

    Radiowerbung ist natürlich teuer. Aber ist sie nicht einzig und allein dafür da, die Bekanntheit des Verzeichnisses zu pushen? Und sie stellt doch eigentlich eine "Werbung ums Eck" dar, wenn man so will, da die Benutzer hierdurch nur mittelbar profitieren. Die könnten natürlich sagen, dass es ihre Angelegenheit ist, wie sie ihr Geschäftsmodell aufziehen. Dagegen würde sprechen, dass es auch ihre Angelegenheit ist, dem Verzeichnis eine angemessene Bekanntheit zu verschaffen, und nicht die der Eingetragenen. Kommt man da raus, indem man einfach auf die schlechte bis nicht vorhandene Werbewirkung abstellt? Und wie prüft man die letztlich, wenn nicht nur näherungsweise? Zahlen, die die "fabrizieren", sind ja nicht besonders aufschlußreich oder glaubhaft.

  4. #4
    Mittwoch
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von lurr Beitrag anzeigen
    dass die das erst noch aufbauen wollen, kam mir auch in den Sinn.
    Das, was Du schilderst, klingt für mich nach Branchenbuchabzocke, und damit wären sie nicht die ersten. Praktisch dürften die Gelben Seiten und Das Örtliche Telefonbuch mittlerweile einen derart riesigen Bekanntheitsvorsprung haben, dass sich ein Inserat in anderen Portalen kaum lohnt. Gib mal "Branchenbuch" in eine Suchmaschine ein und zähle die Ergebnisse, die nicht die beiden eben genannten sind. Das dürften mindestens zehn sein. Und Konkurrenz belebt hier sicherlich nicht das Geschäft, im Gegenteil. Branchenbücher sind für die Nutzer kostenlose Angebote, mehr als zwei oder drei verschiedene wird er nicht ausprobieren. Und hinsichtlich Trefferanzahl und weitergehender Services legen die beiden großen Portale die Latte schon extrem hoch.

    Zitat Zitat von lurr Beitrag anzeigen
    Bezahlt wird für ein laufendes, erfolgversprechendes Portal.
    Für ein laufendes Portal wird von allen Abzocker Anbietern immer gesorgt. Liefe es nicht, wären die Betroffenen ganz schnell raus aus den Knebelverträgen wegen Nichterfüllung. Ich würde hier ohne Kenntnis der näheren Umstände und des Anbieters aber fast sicher vorhersagen, dass "erfolgversprechend" ein leeres Versprechen bleiben wird. Die Kosten sind im Vergleich zu den beiden Branchenprimi exorbitant, die Laufzeiten viel zu lang. Man versucht, ein minderwertiges Produkt weit über Wert zu verkaufen, und da passt die Drückermethodik hervorragend ins Bild.

    Zitat Zitat von lurr Beitrag anzeigen
    Radiowerbung ist natürlich teuer. Aber ist sie nicht einzig und allein dafür da, die Bekanntheit des Verzeichnisses zu pushen?
    Ich kenne nur einen einzige Serie von Radiospots, in der ausschließlich eine Webseite beworben wird, und das ist die gut gemachte Serie der Verlage "Das Örtliche", die auf die Webseite dasoertliche.de hinweisen. Alles andere sind produkt- oder markenbezogene Spots, in denen vielleicht hier und da auch mal eine Webseite erwähnt wird. Radio mag zwar verkaufen, aber anscheinend wohl nicht Internetangebote (was auch kaum verwundert, was soll denn an einer kostenlos zugänglichen Webseite auch verkauft werden?).

    Es mag sein, dass der Anbieter, bei dem man den Branchenbucheintrag im entsprechenden Internetportal buchen kann, tatsächlich Werbung im Radio schaltet, um nicht wegen Nichterfüllung seiner Verträge in Regress genommen werden zu können. Ob sich dadurch allerdings die Klickraten auf der Seite nennenswert erhöhen, wage ich sehr deutlich zu bezweifeln. Das Internet lebt werbetechnisch eher von anklickbarer Werbung. Wer tippt schon einen langen Namen eines Branchenbuchs von Hand in die URL-Zeile, nur weil er vor kurzem den Radiospot gehört hat? Viel effektiver und daher auch Mittel der Wahl von Werbung für Internatangebote sind Banner, eben weil diese anklickbar sind.

    Und selbst den Fall annehmend, dass die Radiowerbung tatsächlich mehr Besucher auf die Seite lockt, wer garantiert denn, dass ausgerechnet Du mit Deinem kleinen Betrieb gefunden wirst? Wie viel Prozent der Besucher haben wohl gerade Bedarf ausgerechnet für Deine Dienstleistung? Wenn ich mal utopische 5% voraussetze, so leben diese auf ganz Deutschland verteilt, d.h. Du bekommst von den 5% wiederum maximal 1% ab. Und da Du ja auch noch Mitbewerber hast, die ebenfalls auf dem Portal inserieren, dürften von den 1% wiederum vielleicht utopisch geschätzte 1% überhaupt bei Dir einen Geschäftsabschluss erzielen. Macht also 0,00005% aller Besucher, von denen Du profitierst. Bei 100 Klicks, die Dir im Jahr garantiert werden, gehst Du mit Sicherheit pleite, wenn Du keine andere Werbung schaltest.

    Zitat Zitat von lurr Beitrag anzeigen
    Kommt man da raus, indem man einfach auf die schlechte bis nicht vorhandene Werbewirkung abstellt?
    Wenn man als Gewerbetreibender unterschrieben hat: Fast sicher nicht. Der Vertrag dürfte so schwammig formuliert sein, dass man daraus keinerlei Garantien ableiten kann, die dann wegen Nichterfüllung ein Grund wären, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Das wäre schon bei privaten Verbrauchern schwierig nachweisbar und als Gewerbetreibender hat man ja noch eine besondere Sorgfaltspflicht beim Abschließen von Verträgen, daher nehme ich an, dass der Versuch, mit schlechter Werbewirkung zu argumentieren, kaum einer gerichtlichen Prüfung stand hält.

    Zitat Zitat von lurr Beitrag anzeigen
    Und wie prüft man die letztlich, wenn nicht nur näherungsweise?
    Das hängt entscheidend davon ab, wie der Vertrag formuliert ist, bzw. was dort zugesichert wird. 100 Klicks im Jahr kann man schnell generieren. Und ob sich daraus für Dich ein Geschäft ergibt, dass sich sonst nicht ergeben hätte, kannst Du letztendlich nur dadurch herausfinden, in dem Du Kunden und Interessenten danach befragst, wie Sie auf Deine Firma kamen. Erwarte aber bitte nicht zu viel.

    Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass wir hier von Gesetzes wegen keine juristische Einzelfallberatung machen dürfen. Wenn Du also Betroffener bist, würde ich Dir den Gang zum Anwalt nahe legen. Das ist meist billiger als man gemeinhin annimmt.

    Schönen Gruß
    Mittwoch

  5. #5
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    Zitat Zitat von lurr Beitrag anzeigen
    Hausierer gehen rum und bieten Einträge ins Firmenverzeichnis an.
    Den Ausführungen meiner Verposter kann ich mich nur anschließen.
    Das würde ich zweifelsfrei als Haustür-Spam einstufen.

    So etwa in der dieser Art.

  6. #6
    Neues Mitglied
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    Standard

    Tausend Dank für die ausführlichen und schnellen Antworten! Wenn ich gegen die vorgehe, werde ich weiter berichten...

  7. #7
    Neues Mitglied
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    Standard

    Zitat Zitat von Mittwoch Beitrag anzeigen
    100 Klicks im Jahr kann man schnell generieren.
    Mittwoch
    Falls nicht hilft man nach mit einen Server und einen Automatisierten Programm der die Webseiten besucht.

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