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Thema: Indirekter Fax Spam

  1. #1
    Neues Mitglied KarlDasch schreibt sinnvolle Beiträge
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    Standard Indirekter Fax Spam

    Ich habe am Wochenende eine indirekte Art von Fax-Spam ( große Menge unerwünschter Faxe innerhalb kurzer Zeit ) kennengelernt.

    Ich bzw. mein Sohn erhielt einen Anruf eines Callcenters. Es ging um Gewinnspieleinträge durch gewinn24.de/gewinn24.com/win24.de/win24.com ( habe mir den Firmennamen leider nicht genau gemerkt, und alle URLs sind möglich ). Es wurde auch eine Rufnummer signalisiert.
    Nachdem das Gespräch nach meiner Rückfrage nach dem Urheber des Eintrags in das kostenlose Gewinnspiel einfach beendet wurde ( ist man ja gewohnt ), wollte ich durch Rückruf das Gespräch fortsetzen bzw. komplettieren ( die Hoffnung stirbt zuletzt ).
    Wunder über Wunder auf der anderen Seite klingelte ein Telefon, doch nach einer bestimmten Anzahl Ruftönen meldete sich ein Fax mit dem typischen Pfeifen. Nach zwei weiteren Versuchen, die genauso verliefen, entschloss ich mich, unter der Nummer mit dem kommunikationsbereiten Fax Verbindung auf zu nehmen.
    Ich entwarf als eine Text, in dem ich darauf hinwies, dass ich nie ein Kunde der beworbenen Firma gewesen sei und kein Interessse an weiterer Werbung hätte. Ausserdem bat ich um Bestätigung dieser Datenlöschung. Dieses Fax schickte ich an die signalisierte Rufnummer.
    Soweit so gut. Normalerweise hört man dann ja nichts mehr. Ob das Fax zur Kenntnis genommen wurde, erfährt man ja meist auch nicht.

    Umso mehr war ich erstaunt, als kurze Zeit später ein Anruf von einer ähnlichen Nummer erfolgte. Mein Gesprächspartner teilte mir mit, dass er erstaunt sei über mein Fax. Da in meinem Fax-Kopf auch meine normale Rufnummer enthalten war, konnte er mich wenigstens zurückrufen.
    Er berichtete, dass er schon seit Tagen ständig Anrufe auf sein Fax erhalte. Manchmal auch tatsächlich Faxe, die sich alle auf die beworbene Gewinnspielfirma bezögen.
    Das Callcenter signalisiert also als Rufnummer seine Fax-Nummer ( übrigens nicht mal korrekt, mit einer Ziffer zusätzlich ), was eine Belästigung des Nummern-Inhabers nach sich zieht.

    Daraus ergeben sich Fragen:
    - Wie kann ich solch einem Missbrauch einen Riegel vorschieben?
    - Welche technische Möglichkeiten gibt es, um damit um zu gehen ( ausser Abschalten des Fax )?


    Zum Vorgang an sich ist noch folgendes wichtig. Leider ( für das Callcenter ) ist der Nummern-Inhaber ein Rechtsanwalt, der aktiv dagegen vorgehen will. Deshalb ist er natürlich an weiteren Einzelheiten der Werbeanrufe interessiert. Per PN gebe ich gerne weitere Kontaktinfos.

  2. #2
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    Zitat Zitat von KarlDasch Beitrag anzeigen
    Daraus ergeben sich Fragen:
    - Wie kann ich solch einem Missbrauch einen Riegel vorschieben?
    - Welche technische Möglichkeiten gibt es, um damit um zu gehen ( ausser Abschalten des Fax )?
    Das Fälschen der anrufenden Nummer ist leider technisch einfach durch sogenanntes "VoIP-Spoofing" möglich.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Call_ID_Spoofing
    Verhindern kann man das als Betroffener eigentlich leider nicht.

    Der tatsächliche Verursacher des illegalen Anrufs ist selbst durch eine teure Fangschaltung nicht ermittelbar. Man ermittelt beim VoIP-Spoofing durch die Fangschaltung lediglich den unseriösen "Carrier", das ist ein Schwarzhut-Dienstleister, der gegen einen entsprechenden Obolus dem Telefonspammer die technische Infrastruktur für Spoofing zur Verfügung stellt. (Ohne eine solche technische Infrastruktur, d.h. ohne aktive Mithilfe des technischen TK-Dienstleisters, ist ein Spoofing allerdings nicht möglich.)

    Sofern der betreffende TK-Dienstleister in Deutschland sitzt, wäre es erfolgversprechend, diesen auf Auskunft zu verklagen, vielleicht auch auf Unterlassung im Rahmen der Mitstörerhaftung - wenn das auch m.W. juristisches Neuland ohne mir bekanntes Präzedenzurteil wäre. Dazu würde schon einiger Sportsgeist und Risikobereitschaft gehören, das mal gegen einen Carrier durchzuziehen.

    Der andere Weg wäre eine "Testbestellung", also zum Schein auf das Angebot einzugehen. Man wird hier selbstverständlich von dem "Gewinn"spielbetreiber lediglich eine Postfachadresse bekommen. Diese Herrschaften sind durch und durch lichtscheu und geben so gut wie niemals die ladungsfähige Anschrift ihres "Gewerbebetriebs" bekannt, weil sie (übrigens zu Recht!) die Strafverfolgung sowie die Steuerfahndung fürchten. Schließlich handelt es sich um banden- und gewerbsmäßigen Betrug, und es sind auch bereits etliche zwielichtige Veranstalter festgenommen und verurteilt worden.

    Die Ermittlung der Täter ist regelmäßig wenn überhaupt, dann am ehesten über die Nachverfolgung der Geldbewegungen durch die Ermittlungsbehörden und Steuerfahndung möglich. Hierzu ist unter Nennung der abbuchenden bzw. auf einem Überweisungsträger aufgeführten Kontonummer Strafanzeige wegen des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu erstatten und der weitere Fortgang der Sache mit monate- oder jahrelanger Geduld abzuwarten. Möglicherweise wird man dann später einmal im Rahmen einer Pressemitteilung seitens einer Staatsanwaltschaft ein Erfolgserlebnis haben. Der betroffene Inhaber des mit gefälschter Kennung übermittelten Faxanschlusses kann sich dann auf zivilrechtlichem Weg an den Inhaber des Callcenters hinsichtlich Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen wenden.

    Zur Abwehr unseriöser Werbeanrufe:
    Abwehr von Cold Calls
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  3. #3
    Neues Mitglied KarlDasch schreibt sinnvolle Beiträge
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    Das hatte ich fast befürchtet.
    Eine Fangschaltung bringt ja zuerst mal nichts. Die ermittelt ja nur ( wenn überhaupt ) den Anrufer beim Gewinnspiel"kunden".
    Der zusätzlich Geschädigte, der Inhaber des Fax-Anschlusses hat ja normalerweise gar keinen Kontakt zum Callcenter.
    Hilft also nur der Weg, dass sich genügend Angerufene bei ihm melden und einige Teile zum Puzzle beisteuern können, damit der Verursacher festgestellt werden kann. Über den weiteren zivilrechtlichen Weg mache ich mir da keine Gedanken. Wie gesagt, der Anschlussinhaber ist Rechtsanwalt, wenn auch wohl schon ein älterer Herr.

  4. #4
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    Vielleicht ist der ja irgendwann schon mal so einem "Unternehmen" auf die Füße getreten. Solche "renitenten Werbeverweigerer" werden immer mal ganz gern zur Identitätsfälschung verwendet.

    Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Retourkutsche.
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  5. #5
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    Das ist also praktisch wie Backscatter im E-Mail-Verkehr, nur eben hier per Fax. Die Telefonanrufe könnte man technische Maßnahmen ergreifen, gegen Beschwerdefaxe kann man aber nichts tun so lange man weiterhin auf dieser Nummer gewollte Faxe erhalten will. Elegant wäre natürlich ein Fax-Server, der eingehende Faxe nicht gleich ausdruckt sondern zunächst elektronisch speichert. Dann würde man für den "Backscatter" wenigstens kein Papier und keinen Toner verschwenden.

    Durchgeknallter Netzindianer und stolz drauf


  6. #6
    Neues Mitglied KarlDasch schreibt sinnvolle Beiträge
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    Das mit dem Fax-Server ist eine elegante Idee. Allerdings befürchte ich, dass dies nicht durchführbar ist. Während eines Gespräches mit dem Betroffenen hörte ich im Hintergrund ständig das Fax klingeln. Auch mein Vorschlag, wenigstens einen Teil der Gespräche für das Fax per Telefon anzunehmen, wurde als schwierig betrachtet.
    Ich hatte übrigens heute wieder einen Anruf von diesem Callcenter, zumindest mit dieser signalisierten Nummer. Leider ging auf der anderen Seite niemand wirklich dran. Wäre ja aus "ermittlungstechnischen" Gründen ganz interessant gewesen.

  7. #7
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    Irgendwann wird schon einer dran gehen. Dann kann man ja mal weitersehen, welch illustrer Dienstleister da die Kohle haben will, und Strafanzeige wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs erstatten. Es hat schon diverse Krakenarme des Wiener Gangsterkartells erwischt, die noch verbleibenden Alpenkönige, Schweinestallers und sonstige Mistbratzen haben immer noch nicht den Hals voll und betteln förmlich um staatliche Unterbringung. Können die gerne haben.
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  8. #8
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    Wie schon im ersten Post geschrieben, habe ich mir die beworbene "Dienstleistungsfirma" nicht gemerkt. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt mehr ums Abwimmeln.
    Trotzdem mal die möglichen Verdächtigen:
    - whois:www.gewinn24.de --- PROFIWIN GmbH, Bestensee. Geschäftsführer F. B.
    - whois:www.win24.de / whois:www.win24.com --- Win24 Gewinnspielservice GmbH, Hamburg. Geschäftsführerin: M. W. ( hier würde auch die Telefonnummer am besten passen )
    Geändert von cmds (06.08.2012 um 21:59 Uhr) Grund: Keine Klarnamen - anonymisiert

  9. #9
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    Profiwin fällt aus, die sind bisher nicht durch Anrufe aufgefallen, sondern die betreiben allein eine Kostenfalle auf der Internetseite.

    Ansonsten sind die Namen der "Projekte" Schall und Rauch, die wechseln auch sehr schnell. Typischerweise gibt es bei Gewinnbimmlern auch keine existierenden (eingetragenen) Firmen mit GmbHs und keine ladungsfähigen Anschriften, wenige Ausnahmen bestätigen die Regel. Meistens sind das nur Briefkastenfirmen. Man kann das teilweise einordnen, wenn das Schreiben mit der "Auftragsbestätigung" kommt. Das allein wichtige ist aber die Kontoverbindung.
    Goofy
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  10. #10
    Neues Mitglied KarlDasch schreibt sinnvolle Beiträge
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    Zitat Zitat von Goofy Beitrag anzeigen
    Profiwin fällt aus, die sind bisher nicht durch Anrufe aufgefallen, sondern die betreiben allein eine Kostenfalle auf der Internetseite
    Das hatte ich fast gedacht. War ja nur der Vollständigkeit halber. Man weiss ja nie.

    Ansonsten: Danke für den Hinweis auf die Anonymisierung. Hatte ich glatt vergessen.
    Das kommt davon, wenn man dieses Forum vorrangig zur Informationsgewinnung und nicht zur Informationsbereitstellung nutzt.

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