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Antispam e. V. News

Callcenterbetreiberin erbittet Rechtsberatung vom Antispam e.V.

Am 27.10.2015 erhielt der Verein Antispam e.V. auf die vereinseigene Telefonnummer einen Telefonanruf seitens einer Marketingfirma.

Üblicherweise erwarten wir, dass bei einem solchen Anruf wieder einmal - wie üblich - der Unmut über einen unserer angeblich geschäftsschädigenden, verleumderischen, rufmeuchelmordenden Forenbeiträge geäußert wird. Verbunden dann noch mit der Forderung, bis in 10 Minuten die Beiträge zu löschen, nein: am besten doch bitte gleich Google und das ganze Internet, mit Ausnahme der Webseite der Marketingfirma selbst.

Nicht so bei diesem herzerfrischenden Anruf. Obwohl die spezielle "Freundschaft" des Vereins Antispam e.V. mit werbeanrufenden Marketingfirmen sattsam bekannt sein sollte, begehrte die Anruferin ausgerechnet von unserem Verein - ja, nichts weiter als eine Rechtsberatung, wie sie denn ihre Verträge mit den Kunden rechtssicher gestalten könne. Sie habe nämlich soeben einen Prozess verloren, und die Gesprächsdokumentationen mit den Kunden seien seit 2 Jahren leider nicht mehr verfügbar bzw. seien nicht ausreichend gewesen.

Tja. Dieses Ansinnen mussten wir leider unter anderem wegen des Verbots der unerlaubten Rechtsberatung rundheraus ablehnen.

Es verwundert dann aber, dass der Anwalt, den das Herzchen doch wohl hoffentlich mit dem Fall beauftragt hat, ihr offenbar nicht tunlichst bereits vor dem Prozess gesagt hat, was sie da alles falsch gemacht hat. Dessen Aufgabe wäre das nämlich gewesen, aber wohl nicht die eines Vereins aus ehrenamtlichen Mitgliedern. Schließlich hat der Robenträger dafür ja auch sicherlich gutes Geld gesehen.

Wenn der Anwalt das nicht getan haben sollte, dann war er eben einfach nur schlecht, und sie sollte sich kostenpflichtig einen anderen Anwalt suchen, der ihr dann sicherlich erklären wird, wie lang die Regelverjährungsfrist ist, wie lang man folglich Dokumentationen zu Verträgen aufbewahren sollte, wie man mündliche Verträge rechtssicher gestaltet einschließlich der korrekten Information über Vertragskonditionen, Widerrufsrecht bei Verbrauchern, und - nicht zu vergessen: wie man ein Einverständnis in die Gesprächsaufzeichnung einholt, damit diese nicht auch noch strafbar ist, und wie man überhaupt ein Einverständnis in Werbeanrufe einholt, das einem nicht bei der ersten Unterlassungsklage vor dem Landgericht um die Ohren fliegt.

Und dann wünschen wir diesem Herzchen für die Zukunft ein gutes Gelingen.

Sollte ihr das jedoch alles zu komplex und zu teuer sein, dann können wir nur raten: "Lassen Sie es lieber bleiben."
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