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Antwortbrief gegen ungerechtfertigte Inkassoforderung

Dieser Musterbrief zeigt Ihnen, wie Sie sich gegen freche, ungerechtfertigte Inkassoschreiben wehren können.

Einleitung

Wenn Sie solch einen Brief eines Inkassobüros oder Anwalts erhalten, sollten Sie zuerst einmal in Ruhe überprüfen, ob die Forderung ungerechtfertigt ist. Lesen Sie dazu den Artikel Unrechtmäßige Forderungen. Sind Sie sich nicht sicher, holen Sie besser Rechtsberatung ein.

Wenn Sie zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die Forderung ungerechtfertigt ist, können Sie versuchen, mit einer drastischen Antwort an das Inkassobüro zu erreichen, dass weitere Mahnungen unterbleiben. Wenn das Inkassobüro nicht vollends merkresistent sein sollte (leider gibt es auch solche nicht selten...), wird es dann die Forderung an den "Gläubiger" zurückverweisen und auf weitere Mahnungen verzichten. Der ursprüngliche Forderungssteller wäre jetzt am Zug und könnte entweder selbst weitermahnen, oder einen Anwalt beauftragen, oder selbst den Mahnbescheid beantragen (das kann er auch selbst ohne Anwalt), oder gegen Sie klagen. Oder er müsste auf die vermeintlich ihm zustehende Forderung verzichten.

Was ist zu beachten?

Die Zusendung dieses Musterschreibens an ein Inkassobüro, das eine Forderung bei typischer Webseiten-Abzocke beitreibt, hat in aller Regel wenig Sinn. Diese Inkassobüros bzw. Anwälte arbeiten mit dem Instrument einer "Droh- und Mahnspirale" und lassen sich durch Ihren Einspruch i.d.R. nicht beeindrucken. Fangen Sie besser keine "Brieffreundschaft" mit solchen Inkassobüros oder Anwälten an.

Sie können es selbstverständlich versuchen, aber die Inkassobüros, die sich mit diesen Abzockerbanden abgeben, werden höchstwahrscheinlich Ihr Schreiben ignorieren und stur weitermahnen. Das kann Ihnen aber egal sein. Lesen Sie hier, warum: Abzocke - Hilfe! Was kann mir passieren

Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn das Schreiben in diesen Fällen nicht zu dem Erfolg führt, dass dann weitere Mahnungen unterbleiben.

Bei allem Schriftwechsel mit unseriösen Inkassobüros: verwenden Sie bitte ausschließlich die Schriftform (keine e-Mail, kein Fax!), am besten als Einschreiben mit Rückschein. Lesen Sie hier, warum: Zustellmöglichkeiten und Beweiswert elektronischer Kommunikation

Rufen Sie auch niemals bei dem Inkassobüro an! Denn das, was während dieses Gesprächs Ihnen "zugesichert" oder sonstwie gesagt wurde, können Sie hinterher im Streitfall in aller Regel nie beweisen.

Dieses Musterschreiben eignet sich z.B. besonders in den typischen Fällen, wo nach Callcenteranrufen Ihnen irgendein Vertrag unterstellt wird, wo dann evtl. vom Konto abgebucht wird bzw. Sie dann eine Mahnung bekommen, wenn Sie rückbuchen oder die Zahlung verweigern. Denn in diesen Fällen lassen sich die involvierten Inkassobüros (noch...) von so einem Antwortschreiben von weiteren Mahnungen abbringen.

Grundsätzlich ist zu empfehlen, den Brief mit beweisbarer Zustellung zu schicken, d.h. Einschreiben mit Rückschein.

Mustertext Antwortbrief bei ungerechtfertigter Inkassoforderung

[Ihr Name]             [Datum]
[Ihre Anschrift]

[Name des Inkassobüros]
[Anschrift des Inkassobüros]

Betr.: Ihr Mahnschreiben vom [Datum der Mahnung einfügen]

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit teile ich Ihnen mit, dass ich bezüglich Ihres Mahnschreibens sowohl die Hauptforderung als auch Ihren Anspruch auf jegliche Inkassokosten vollumfänglich bestreite.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn nicht einmal angegeben ist, für wen das Inkassobüro die Forderung eintreibt:] Da Sie sich offenkundig nicht einmal in der Lage sehen, in Ihrem Inkassoschreiben den Inhaber der Forderung zu benennen, betrachte ich Ihr Schreiben als gegenstandslos.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn im Inkassoschreiben nicht angegeben wird, für welche Ware/Dienstleistung die Forderung gestellt wird:] Es wird von Ihnen nicht dargelegt, für welche bzw. wann angeblich von mir bei Ihrem Mandanten bestellte Ware/Dienstleistung Ihr Mandant eine Forderung gegen mich erhebt.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn keine Bestellung erfolgt ist und daher kein Vertrag mit dem Forderungssteller existiert:] Eine Auftragsvergabe an Ihren Mandanten zur Bestellung irgendeiner Dienstleistung bzw. Ware ist zu keinem Zeitpunkt erfolgt, es existiert daher kein wirksamer Vertrag zwischen mir und Ihrem Mandanten.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Sie eine unbestellte Ware/Zeitschrift erhalten haben:]Unter Bezug auf § 241a Abs. 1 BGB lehne ich eine Bezahlung für die Lieferung unbestellter Waren/Zeitschriften ab.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Sie etwas bestellt haben im Glauben, es sei gratis gewesen, weil Sie die Preisangabe übersehen haben:][Zutreffendes einfügen:Die Anmeldung/ Die SMS/ Die Bestellung] an Ihren Mandanten erfolgte in Unkenntnis der Kostenpflichtigkeit, weil ich von Ihrem Mandanten unter Verstoß gegen die Preisangabenverordnung sowie gegen wettbewerbsrechtliche Bestimmungen diesbezüglich getäuscht wurde.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Sie bei einer Telefonwerbung nur Ihre Kontonummer rausgegeben, aber einer Bestellung nicht zugestimmt haben:] Ihr Mandant hat sich die Herausgabe meiner Kontoverbindung durch unwahre Angaben erschlichen, es ist weder ein Vertrag zwischen mir und Ihrem Mandanten zustandegekommen, noch wurde die Zustimmung zur Lastschriftabbuchung erteilt.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Sie am Telefon lediglich Info-Material bestellt haben, aber einer Bestellung nicht zugestimmt haben:] Ich habe Ihren Mandanten lediglich um Zusendung von Informationsmaterial gebeten, jedoch keine Dienstleistung bzw. Ware bestellt.

[Den nächsten Absatz einfügen, wenn die Mahnung sich darauf begründet, dass Sie am Telefon angeblich eine 0900-Mehrwertnummer angewählt haben sollen, und dies aber nicht der Fall war:] Die der Forderung zugrundeliegende Mehrwertdienstverbindung ist von mir nicht angewählt worden. Solange nicht mittels eines qualifizierten Prüfprotokolls gemäß § 45i TKG dargelegt wird, wann ich angeblich welche kostenpflichtige Mehrwertdienstverbindung welches Dienstleisters angewählt haben soll, betrachte ich derartige Forderungen als gegenstandslos.

[Den nächsten Absatz einfügen, wenn Sie nach einer Telefonwerbung ein angeblich vorher bestelltes Gewinnspiel durch Rückruf gekündigt haben, und wenn dann Geld über die Telefonrechnung abgebucht wurde:] Ihr Mandant hat sich den Rückruf auf seine Telefonnummer unter der arglistig täuschenden Behauptung erschlichen, dass dabei ein angeblich vorher bestellter kostenpflichtiger Gewinnspieleintraungsdienst gekündigt werden solle. Hierfür hat es niemals einen wirksamen Vertrag gegeben, und auch bei dem Rückruf entstand kein wirksames Vertragsverhältnis.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Ihnen der Forderungssteller bisher völlig unbekannt war:] Der Anspruchssteller war mir bisher völlig unbekannt, irgendeine Geschäftsbeziehung gab es nicht.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn die Bevollmächtigung des Forderungsstellers im Original nicht beigefügt wurde:] Zudem weise ich darauf hin, dass Ihrem Schreiben eine Bevollmächtigung im Original seitens Ihres Mandanten für den Inkassoauftrag gem. § 174 BGB nicht beilag.

[Den nächsten Absatz einfügen, wenn es sich laut Inkassobrief um eine "abgetretene Forderung" handelt, wenn aber die Abtretungserklärung des ursprünglichen Forderungsstellers im Original nicht beigefügt wurde:] Zudem weise ich darauf hin, dass Ihrem Schreiben eine Abtretungsurkunde gem. § 410 BGB im Original nicht beilag.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn eine Rechnungsnummer nicht angegeben war:] Ihr Schreiben enthält nicht einmal die Angabe einer Rechnungsnummer für eine Rechnung, die der Forderungssteller an mich ausgestellt haben müsste.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Sie vom Forderungssteller niemals eine Rechnung erhalten haben:] Überhaupt ist mir seitens des Forderungsstellers eine Rechnung niemals zugegangen.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn ein Rechnungsdatum fehlt:] Weiterhin fehlt eine Angabe des Rechnungsdatums.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn die Forderung verjährt ist (lesen Sie dazu diesen Abschnitt):] Der Forderungsanspruch ist verjährt, und ich mache daher von meinem Recht der Verjährungseinrede Gebrauch.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn Sie korrekt von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht hatten:] Wie aus den beigefügten kopierten Unterlagen hervorgeht, hatte ich korrekt und fristgemäß von meinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn vom Forderungssteller keine Anschrift bekannt gegeben wird:] Eine ladungsfähige Anschrift des Forderungsstellers geht aus Ihrem Schreiben nicht hervor. Solange Sie Ihre Mandantin bzw. den ursprünglichen Forderungssteller nicht gegenüber mir als rechtsfähige, bestimmbare Partei identifizieren, bestreite ich schon Ihre Aktivlegitimation zur Beitreibung der Forderung.

[Den nächsten Absatz einfügen, wenn vom Forderungssteller nur eine obskure Briefkastenadresse bekannt gegeben wird:] Bei der von Ihnen angegebenen Adresse des Forderungsstellers handelt es sich nicht um eine ladungsfähige Anschrift. Solange Sie Ihre Mandantin bzw. den ursprünglichen Forderungssteller nicht gegenüber mir als rechtsfähige, bestimmbare Partei identifizieren, bestreite ich schon Ihre Aktivlegitimation zur Beitreibung der Forderung.

[Den nächsten Satz einfügen, wenn bereits Geld von Ihrem Konto abgebucht wurde:] Den seitens Ihres Mandanten widerrechtlich abgebuchten Geldbetrag habe ich zu seinen Lasten zurückbuchen lassen, und ich warne vor weiteren Abbuchungsversuchen.

[Die nächsten Sätze unverändert übernehmen:] Wie bereits ausgeführt, wird daher die Forderung vollumfänglich bestritten. Dies haben Sie dem Forderungssteller mitzuteilen. Forderungen, die weder qualifiziert dargelegt noch in der Sache begründet sind, und die dem Forderungssteller daher nicht zustehen, werde ich nicht begleichen.

Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich fristgemäß widersprechen. Von weiteren Mahnschreiben an meine Adresse ist Abstand zu nehmen. Die bei unseriösen Inkassobüros übliche Taktik, mit fortwährenden Mahnbelästigungen die Zahlung eines ungerechtfertigten Anspruchs zu erreichen, verfängt bei mir nicht.

Ich warne unter Hinweis auf § 28a BDSG eindringlich vor widerrechtlicher Weitergabe meiner Daten an die SCHUFA oder andere Datenbanken. Eine solche ungerechtfertigte Maßnahme werde ich mit einstweiliger Verfügung sowie ggf. Schadenersatzforderungen aus § 824 BGB sowie mit Beschwerde an den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten beantworten.

Sie haben mir den Zugang des Schreibens sowie die Unterlassung weiterer Mahnschreiben in dieser Sache zu bestätigen. Hierfür habe ich mir eine Frist bis zum [hier Frist von 14 Tagen einsetzen] notiert. Andernfalls erfolgt umgehend Beschwerde bei der für Ihre Zulassung zuständigen Stelle.

[Den nächsten Absatz können Sie übernehmen, wenn das Inkassobüro mit "Hausbesuchen" gedroht hat:] Weiterhin erteile ich Ihnen persönlich sowie Ihren Mitarbeitern ein ausdrückliches Hausverbot. Sie dürfen unter keinen Umständen das Grundstück [hier Adresse einsetzen] betreten. Ebenso besteht ein ausdrückliches Verbot gegenüber Ihrer Firma, mich telefonisch zu kontaktieren. Sollten Sie diese Verbote missachten, werde ich [falls zutreffend] bzw. meine Angehörigen, die im Haus wohnen, unverzüglich die Polizei rufen.

Ich hoffe, mich unmissverständlich ausgedrückt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
[Ihre Unterschrift]




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Diese Seite wurde zuletzt am 1. März 2014 um 13:47 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 124.816-mal abgerufen.
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