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Betrügerische Internet-Shops

Dieser Artikel behandelt die zunehmenden Betrügereien über Internet-Shops und ebay.

Inhaltsverzeichnis

Betrug bei Webshops

Es häufen sich Betrugsfälle beim Kauf von Waren im Internet. Dabei ist die Nichtlieferung die bei weiten am häufigsten verwendete Masche.

Nichtlieferung
Am häufigsten kommt es vor, dass eine bestellte und bezahlte Ware nicht geliefert wird.
Der Anbieter reagiert dann z.T. gar nicht auf Mails, geht nicht ans Telefon, oder es wird mit dummen Ausreden beschwichtigt ("nur noch ein paar Tage Geduld...").
Gefälschte Markenware (Plagiate)
Besonders Markenschuhe, aber auch Luxusartikel wie Ledertaschen, auch Elektronikartikel, Medikamente und Luxusuhren werden gern von chinesischen Ramsch-Piraten nachgemacht. Die Qualität ist i.d.R. unterirdisch schlecht, und wenn es ganz dumm läuft, bleibt die Ware noch beim Zoll hängen und wird vernichtet, wenn Sie keine Zollstrafe zahlen. Der Hersteller der Ramschware ist meistens nicht einmal zu ermitteln bzw. sitzt in Fernost. Regressansprüche sind vollkommen illusorisch.

Betrug bei Internet-Auktionen

Bei Internet-Auktionen sind zwei Maschen verbreitet:

Nichtlieferung
Immer wieder kommt es leider vor, dass bestimmte Händler bei ebay eine bestellte und bezahlte Ware nicht liefern.
Nichtzahlung
Umgekehrt kann es ebenfalls passieren, dass ein betrügerischer Käufer sich die Ware aneignet, jedoch von Anfang an nie vorhatte, diese zu bezahlen.

Besonders beliebte Schnäppchen-Angebote bei Shop-Betrügern

Die Fake-Shop-Betrüger bieten auf ihren Betrugsseiten besonders oft die folgenden Gegenstände an, zu angeblichen Billig-Preisen:

  • Digitalkameras
  • Camcorder
  • Playstations
  • Smartphones/Tablets
  • PC-Zubehör wie z.B. USB-Sticks etc.
  • andere Elektronikartikel, Haushaltsgeräte
  • Sportschuhe, Sportartikel von Markenherstellern
  • Accessoires, Designer-Sonnenbrillen, Handtaschen etc.

Die Preisangebote liegen bei Shop-Betrügern typischerweise 30 Prozent oder mehr unterhalb denen von seriösen günstigen Anbietern.

Wie schützt man sich vor Betrug beim Kauf im Internet?

Niemals bei Spammern kaufen!

Die allererste, wichtigste Regel: Kaufen Sie niemals etwas bei einem Internet-Shop, von dem Sie eine unverlangt zugestellte Spam-Werbemail erhalten haben!

In solchen Fällen sind diese Shops im besten Falle unseriös, meistens völlig überteuert (sonst bräuchten die keine Spam-Werbung!), im schlimmsten und leider häufigsten Fall regelrecht kriminell.

Wer beim Spammer kauft, muss immer damit rechnen, abgezockt zu werden.

Vorsicht vor Werbebannern bei Facebook!

Zur Zeit wird besonders auf dem Facebook-Portal immer wieder unseriöse Werbung für krumme Webshops geschaltet. Facebook kontrolliert die Seriosität der Werbeauftraggeber offenbar nur sehr unzureichend. Anders ist die auffallend hohe Zahl an Betroffenen, die über Facebook-Werbung auf Fake-Shops gekommen sind, nicht zu erklären. Bitte also derzeit besonders bei Facebook-Werbung besonders vorsichtig sein!

Vorsicht im Amazon-Shop-Portal!

Auch das Amazon Shop-Portal ist leider nicht mehr als sicher zu betrachten.

Z.B. wurde im Dezember 2015 eine Serie von Shop-Betrügereien einer osteuropäischen Bande beobachtet. Siehe dazu u.a. die Diskussion bei computerbetrug.de. Bei diesen Betrügereien wurde beobachtet, dass viele dieser Shops direkt im Amazon-Portal beworben wurden, und zwar mit gesponserten Direkt-Links. Gab man z.B. im Amazon-Portal in der Suche den Begriff "PS4" (PlayStation 4) ein, dann landete man z.T. beim ersten Link schon direkt im Betrugs-Shop.

Ganz offensichtlich führt Amazon im Zuge der Registrierung dieser Shops auf dem Portal nicht einmal die allereinfachsten Plausibilitätsprüfungen durch. Diese hier angesprochenen Betrugs-Shops hatten z.B. anonyme Domain-Registrierungen und waren auf einem Cloud-Server gehostet. Alles einfach zu ermittelnde und ganz typische Merkmale von Fake-Shops. Seit geraumer Zeit werden auch bestehende, eigentlich seriöse Shops bei Amazon von Gaunern gehackt. Amazon scheint dies allerdings nicht weiter zu interessieren. Der Verbraucher, der sich darauf verlassen hat, dass nur seriöse Shops Zugang zum Amazon-Portal erhalten, steht dann nachher im Regen.

Jeder Verbraucher darf nun selbst entscheiden, in wieweit er dem Amazon-Portal überhaupt noch vertraut. Zumindest ist aber auch dort die äußerste Vorsicht anzuraten.

Bei Auktionen: Kommentare betrachten, Treuhandservice nutzen

Möglichst den Treuhandservice in Anspruch nehmen, vor allem bei teuren Waren.

Informationen zum Anbieter einholen. Bei ebay die Wortmeldungen anderer anschauen. Doch Vorsicht - diese können unter Umständen auch vom Anbieter selbst bzw. von Kumpanen getürkt worden sein. Misstrauisch sollten Sie vor allem dann sein, wenn der Anbieter noch relativ neu ist, und wenn er in der kurzen Zeit besonders viele überschwängliche Kommentare erhalten hat.

Vorsicht vor falschen Treuhand-Services!

Besonders die rumänischen Internetbetrüger, die sich bei ebay und auf den Autoportalen herumtreiben, sind darauf spezialisiert, den Käufern falsche "Treuhandservices" anzubieten. Dabei werden gern einmal Webseiten des tatsächlich existierenden, seriösen Treuhandservice Escrow gefälscht, es werden Imitate ins Netz gestellt, auf denen aber natürlich nur das Geld abkassiert und kein "Treuhandservice" geboten wird. Oft werden auch frei erfundene Namen für diese angeblichen "Services" verwendet.

Näheres findet man auf der Webseite bei outbay.ch.

Informationen einholen

Impressum anschauen

Das erste, was man bei einem Internetshop natürlich machen sollte, ist die Suche nach dem Impressum bzw. "Kontakt".

Ist erst gar keine solche Seite zu finden, wo Sie über den Anbieter informiert werden (und zwar mit ladungsfähiger Anschrift, nicht nur Postfach!), lassen Sie am besten gleich die Finger von dem Angebot. Dann handelt es sich mit hoher Sicherheit um einen Betrüger, der von Ihnen möglichst nicht gefunden werden will.

Dann ist die nächste Frage: wo sitzt der Anbieter?

Steht der Anbieter im Telefonbuch? Recherchieren Sie bei Google-Maps. Gibt es die Straße überhaupt in der angegebenen Stadt? Bei einem deutschen Anbieter: werden die in Deutschland vorgeschriebenen Pflichtangaben im Impressum erfüllt? (Geschäftsführer, Steuernummer etc., welche Rechtsform hat die Firma? - Bei GmbH: Registergericht)

Wenn er nicht in Deutschland sitzt, kann es für Sie im Streitfall leider sehr schwierig werden, Ihre Rechte geltend zu machen. Das gilt besonders dann, wenn nur eine Postfachadresse angegeben wird. Und erst recht dann, wenn es offenbar eine Briefkastenfirma ist. Sehr beliebt ist hier z.B. ein angeblicher Firmensitz irgendwo in Übersee, z.B. auf den "Virgin Islands", oder auch eine "Limited"-Firma mit britischer Briefkastenadresse, typischerweise z.B. "69 Great Hampton Street" in Birmingham oder "95 Wilton Road" in London. Beides ganz typische Abzocker-Adressen. Sie kommen in solchen Fällen regelmäßig kaum an die Hintermänner heran.

Noch etwas zu Webshops in den USA. Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, dass die Bundesrepublik mit den USA kein Vollstreckungsabkommen geschlossen hat. Sie müssen also im Schadensfall selbst in den USA klagen - für Sie als Privatperson i.d.R. völlig utopisch.

Noch viel mehr gilt dasselbe bei Webshops in China oder anderen asiatischen Ländern. Sowieso ist dort die Wahrscheinlichkeit, dass imitierte Ramschware (Markenfälschung) geliefert wird, extrem hoch.

Auch bei einem deutschen Anbieter sollten Sie aber immer z.B. mit einer Suchmaschine recherchieren, ob entweder unter dem Namen des Geschäftsführers oder unter dem Namen der Firma irgendwelche negativen Meldungen kommen.

Wenn Sie dort schon mit Meldungen über "Betrug", "Abzocke", "...liefert nicht...", Insolvenzen etc. fündig werden, wissen Sie schon gleich, woran Sie sind.

Leider gibt es eine zunehmende Zahl betrügerischer Internet-Shops, die unter scheinbar deutschen Adressen und mit deutschen ".de"-Webdomains betrieben werden. Die Internetseiten und Bankkonten werden mit falschen Ausweisen und Adressen eröffnet, die eingehenden Beträge innerhalb kürzester Zeit über nichtsahnende Helfer, sogenannte Mulis, gewaschen und anonym ins Ausland transferiert, wo eine Wiederbeschaffung in den meisten Fällen aussichtslos ist.

Daher sollten Sie auch bei scheinbar deutschen Internet-Shops immer versuchen, bei Google herauszubekommen, ob es dort außer der Shop-Seite selbst Einträge zu dem Shop gibt. Ist der Shop noch ganz neu, werden Sie bei Google hierzu außer der Shop-Seite nichts finden. Ein Zeichen, dass der Shop noch ganz neu sein muss. Gerade dann sollten Sie besonders misstrauisch sein, wenn als Zahlungsart ausschließlich die Vorabüberweisung und keine Zahlung per PayPal oder per Nachnahme angeboten wird.

Bei einem deutschen Shop: achten Sie auch auf die Rechtsform des Unternehmens. Wenn keine Rechtsform oder die eines "e.K." (=eingetragender Kaufmann) angegeben ist, dann handelt der Inhaber des Shops als Einzelkaufmann und haftet mit seinem Privatvermögen. Und was machen Sie, wenn er keins hat und in Privatinsolvenz geht? - Also: besonders bei kleinen Shops, die als Einzelgewerbe geführt werden, sollten Sie eigentlich lieber Vorkasse vermeiden und nur über Treuhandservice zahlen. Wird das nicht angeboten, dann seien Sie skeptisch.

Beim geringsten Zweifel sollte gelten: Finger weg!

Im Unternehmensregister nachschlagen

Ein ganz sicheres Zeichen dafür, dass mit einem angeblich in Deutschland ansässigen Internet-Shop irgend etwas nicht stimmen kann, ist, wenn das Unternehmen im Gewerbe- bzw. Firmenregister nicht eingetragen ist. Die Recherche ist einfach, Sie sollten nicht darauf verzichten.

Inzwischen gibt es für alle in Deutschland eingetragenen Gewerbebetriebe eine gemeinsame Nachschlageseite, wo eigentlich alle eingetragenen Firmen und Gewerbe zu finden sein sollten:

https://www.unternehmensregister.de/ureg/

Eine sehr wichtige Seite! - Geben Sie dort den Firmennamen aus dem Impressum ein. Wenn das Unternehmen dort schon nicht verzeichnet ist ("kein Eintrag gefunden"): lassen Sie auf jeden Fall die Finger von der Bestellung! Kaum ein betrügerischer Fake-Shop schafft es, eine Tarnfirma zu gründen und sich auch noch im Handels- oder Gewerberegister einzutragen. Das ist viel zu riskant, denn hierfür müssen Ausweise gezeigt werden bzw. Schriftverkehr stattfinden. Wenn das Unternehmen dagegen schon einmal ordnungsgemäß registriert ist, wie es sich gehört (und wie das auch steuerrechtlich sein müsste...), dann haben Sie schon einmal ein zusätzliches Stück Sicherheit.

Umsatzsteuer-ID-Nummer prüfen!

Prüfen Sie im Impressum nach, ob überhaupt eine Umsatzsteuer-Id-Nummer angegeben wird. Bei Fake-Shops ist das oft nicht der Fall. Dann ist der Fall ohnehin schon klar: da stimmt etwas nicht, also - Finger weg.

Aber es gibt immer auch mal Fake-Shop-Seiten, die es schaffen, Ihnen eine getürkte Umsatzsteuer-Id unterzujubeln. Das können Sie jedoch nachprüfen.

Rufen Sie dazu einmal die Seite www.ust-idnr.eu auf. Dort gibt es ein Prüf-Tool, mit dem Sie die Gültigkeit einer Id-Nummer prüfen können. Manche Spacken halten uns nämlich für ganz blöd und präsentieren uns Nummern mit zu vielen oder zu wenigen Ziffern. Die UStId ist europaweit vereinheitlicht, deutsche Id-Nummern müssen immer die Buchstaben "DE" für "Deutschland" vornweg tragen. Wenn Sie hier Auffälligkeiten sehen ("Prüfziffer falsch" etc.), dann gilt wieder: Finger weg!

Ja, nun kommen manche Fake-Shop-Spacken auch auf die hervorragende Idee und meinen, es fiele uns nicht auf, wenn sie uns eine fremde UStId von irgendeiner fremden Seite präsentieren. Diese Id wird natürlich vom Prüf-Tool nicht als falsch erkannt, weil sie grundsätzlich gültig ist. Das Prüftool kann ja nicht erkennen, ob die Id nicht einer fremden Firma gehört.

Macht aber nichts. Geben Sie schnell die Id-Nummer bei Google ein. Wenn die Id von einer fremden Webseite abgegriffen wurde, werden Sie diese fremde Seite sofort bei Google finden. Wenn die Id also offenkundig einer fremden Firma gehört: Finger weg. Evtl. auch Strafanzeige wegen versuchten Betrugs erstatten.

Sie sehen auch hier: mit wenigen, eigentlich primitiven Mitteln, die man halt kennen muss, geht man den miesen Eierdieben nicht mehr so schnell auf den Leim.

"Whois"-Daten anschauen

Jede Internetseite braucht eine sogenannte "Domain", das ist vereinfacht gesagt der Name der Webseite (z.B. "Antispam-ev.de"). Diese Domain muss angemeldet werden, und zwar eigentlich mit gültigen persönlichen Daten des Webseitenbetreibers. Diese Daten können Sie online abfragen, z.B. auf der Seite:

Deutsche Domains (Endung auf ".de"):

http://denic.de/

Rechts oben ins Eingabefenster bei "Domainabfrage|whois" den Domainnamen (ohne .de) eingeben. Dann "Abfrage starten" klicken. Es erscheint ein Fenster: "Domain ist bereits vergeben", dort klicken Sie bei "Nutzungsbedingungen" auf "Akzeptieren". Dann müssen Sie noch ein Sicherheits-Captcha ausfüllen, dann erhalten Sie die Angaben. Prüfen Sie die Angaben auf Schlüssigkeit, ob sie z.B. mit den Angaben im Impressum übereinstimmen. Wichtig sind besonders die Angaben zum Domainbesitzer.

Internationale Domains (nicht ".de"):

http://centralops.net/co/DomainDossier.aspx?

Geben Sie ins Suchfenster den Domainnamen ein, aktivieren Sie den Haken bei "domain whois record", dann erhalten Sie die Angaben.

Sie werden am Anfang etwas Übung brauchen, um die Whois-Angaben zu durchschauen. Hellhörig sollten Sie immer dann werden, wenn Sie hier irgendwelche "Mickey-Maus"-Namen finden, die ganz offensichtlich frei erfunden wurden, oder Telefonnummern wie "+122233334444", oder nicht existierende Straßennamen (schauen Sie bei Google-Maps nach!). Ganz besonders verdächtig ist es, wenn die Namensangaben zum "Domain-Owner" mit einem "Whois-Protected"-Vermerk versehen sind. Dann will der Domainbesitzer seinen Namen nicht nennen, er will nicht gefunden werden.

Webseite aufmerksam angucken

Ist die Webseite allzu reißerisch aufgemacht? Erscheinen die Preise nicht vielleicht allzu verdächtig günstig? Gibt es eine vernünftige Beschreibung der Artikel?

Sehen Sie sich auch genau die "AGB" an (Allgemeine Geschäftsbedinungen). Prüfen Sie, ob Sie über das Widerrufsrecht belehrt werden. Prüfen Sie, ob die Informationspflichten erfüllt werden. Lesen Sie dazu auch den Artikel: Bestellungen im Internet.

In Testportalen recherchieren

Es gibt viele Preisvergleichs- und Testportale wie ciao.de, doyoo.de und andere, wo Sie eine Bewertung der Internet-Shops erhalten, sowie Erfahrungsberichte. Schauen Sie sich dort ganz genau das "Ranking" an. Einige wenige vereinzelte Fälle negativer Wortmeldungen können immer mal vorkommen und müssen nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein. Wenn sich aber solche Wortmeldungen häufen, z.B. über Lieferverzögerungen etc., sollten Sie hellhörig werden.

Ebenso misstrauisch sollten Sie sein, wenn der Anbieter noch offensichtlich ganz neu am Markt ist, und wenn dann in kurzer Zeit besonders viele überschwängliche Kommentare gepostet wurden. Die könnten auch vom Anbieter selbst oder von Freunden/Mitarbeitern dort hinein lanciert worden sein.

Gütesiegel beachten

Die Initiative D21 und das dazugehörige Internetangebot [www.internet-guetesiegel.de internet-guetesiegel.de] nennen fünf derzeit bekannte Gütesiegel von vier Anbietern, die als vertrauenswürdig eingestuft wurden:

"EHI-Geprüfter Online Shop" shopinfo.net/de
"Trusted Shops" trustedshops.de
"safer-shopping" safer-shopping.de
"internet privacy standards" datenschutz-cert.de

Aber Vorsicht. Immer wieder werden gerade diese Siegel von Fakeshop-Betreibern gefälscht. Es wird sogar ein Link auf eine Seite präsentiert, die der Webseite des Siegelbetreibers nachgemacht wurde, in Wirklichkeit aber ebenfalls von den Kriminellen ins Internet gestellt wurde.

Sie sollten also die Gegenprobe zu den Angaben im Siegel immer auf der o.a. Originalseite des Siegelbetreibers machen und nicht dem Link auf der Shop-Webseite folgen. Nur auf der Originalseite können Sie sicher prüfen, ob der Shop tatsächlich ein Zertifikat hat. Und Vorsicht, manche Internetadressen von Fakeshops sind sehr ähnlich denen von seriösen Shops, z.T. liegen die Unterschiede z.B. nur in einem Bindestrich oder in der Endung ".info" statt ".de".

WOT (Web of Trust) zur Warnung nutzen

Es gibt den Internetdienst "Web of Trust", abgekürzt "WOT". Dieser Dienst bietet für alle gängigen Webbrowser (IE, Firefox, Opera, Chrome) sogenannte Add-Ins zum downloaden. Mit diesem WOT-Addin werden sie beim Besuch einer Webseite, die bei WOT als unseriös oder kriminell bekannt ist, schon vor dem Seitenaufruf gewarnt und gefragt, ob Sie diese Seite wirklich besuchen wollen.

Dieses Add-In kann Sie vor vielen Fake-Shops schützen - allerdings leider nur vor solchen, die bei WOT bereits bekannt sind. Sie müssen aber immer damit rechnen, dass die kriminellen Betreiber z.T. täglich neue Varianten ihrer Betrügerseiten ins Netz stellen, jedes Mal natürlich mit anderen Domains. Auch wenn also die Sicherheit dieses Tools nicht überbewertet werden darf, ist es fraglos ein weiterer Baustein im Sicherheitskonzept Ihres Computers, der sie nicht nur vor Fake-Shops, sondern auch vor anderen z.B. virenlastigen Webseiten schützen kann. Zur Sorglosigkeit im Umgang mit dem Internet darf Sie dieses Tool allerdings nicht verführen.

Webseite WOT

Im Zweifel: Finger weg!

Wenn Sie sich nicht schlüssig über den Anbieter sind, dann gilt als Faustregel: im Zweifel Finger weg von dem Angebot, auch wenn es besonders günstig ist.

Es hilft Ihnen nämlich nichts, wenn Sie Vorauskasse geleistet haben, und wenn dann der Artikel zwar besonders billig war, Sie diesen jedoch niemals bekommen. Und wenn Sie dann feststellen müssen, dass der Anbieter soeben in Insolvenz gegangen ist, ist Ihr Geld höchstwahrscheinlich futsch.

Beim Insolvenzverfahren werden nämlich aus der Konkursmasse zunächst die Gerichtskosten und Steuern, dann die ausstehenden Sozialabgaben der Mitarbeiter bezahlt, danach kommen die Banken mit ihren Forderungen, danach kommen die ausstehenden Gehälter der Mitarbeiter dran. Nur, wenn dann noch was übrig bleiben sollte, sind Sie als kleiner Gläubiger an der Reihe, zusammen mit allen anderen Unglücklichen. Mit viel Glück bekommen Sie in solchen Fällen einen Teilbetrag wieder, nach langer Zeit und viel Ärger. Meistens bekommen Sie gar nichts.

Falls möglich: per Nachnahme bezahlen

Die allermeisten Anbieter von Webshops verlangen in der Regel Vorauskasse. Dies ist letztendlich auch verständlich, weil es leider eine große Zahl unangenehmer Zeitgenossen gibt, die bei Webshops munter drauflos bestellen, obwohl sie nicht daran denken, die Ware zu bezahlen. Gerade bei teuren Artikeln wie Digitalkameras, Notebooks etc. sichern sich daher die Händler dadurch ab, dass sie Vorausüberweisung oder Kreditkartenzahlung verlangen.

Einige Händler werden Ihnen eine Zahlung per Nachnahme anbieten. Falls dies möglich ist: nutzen Sie dies. Sollte die Ware aus irgendeinem Grund nicht eintreffen, haben Sie nichts verloren. Allerdings hat es leider (wenn auch ganz extrem selten) Fälle gegeben, wo dann bei der Nachnahmesendung Kieselsteine im Paket waren. Hilfreich wäre es dann, wenn man das Paket vor Zeugen öffnet.

Auf keinen Fall per Western Union oder MoneyGram zahlen

Wann immer ein angeblicher "Internet-Shop" von Ihnen die Bezahlung von Waren über einen anonymen Zahlungsdienstleister (hauptsächlich Western Union, seltener MoneyGram) verlangt, sollten bei Ihnen alle Alarmglocken klingeln. Denn bei diesen Zahlungsdienstleistern ist der Empfänger der Zahlung im Nachhinein nie zu ermitteln.

Der Empfänger kann das Geld grundsätzlich weltweit bei einem der vielen Agenten dieser Zahlungsdienstleister abholen. Wenn er dann einen falschen Ausweis zeigt, wird niemand mehr ermitteln können, an wen das Geld gegangen ist!

Internet-Shops oder auch andere Dienstleister im Internet, die von Ihnen eine Bezahlung über Western Union oder MoneyGram verlangen, sind so gut wie immer kriminell!

Auf keinen Fall per UKash oder Paysafecard zahlen

Das gleiche wie oben gilt bei Zahlungen über die Dienste UKash oder Paysafecard. Auch bei diesen Zahlungen kann der Empfänger anonym bleiben, da nur ein Code übermittelt wird. In aller Regel ist der Empfänger der Zahlung nicht ermittelbar. Ein Internet- oder ebay-Shop, der von Ihnen für die Zahlung einer Ware einen UKash- oder Paysafecard-Code verlangt, hat mit höchster Wahrscheinlichkeit kriminelle Betrugsabsichten.

Was macht man, wenn man auf einen Internet-Betrüger hereingefallen ist?

Wenn der geringste Verdacht entsteht: halten Sie verbleibende Zahlungen zurück.

Holen Sie sofort Rechtsberatung ein.

Erstatten Sie Strafanzeige wegen Betrugs.

Empfehlenswert ist auch eine Internetrecherche, z.B. im Forum bei Computerbetrug.de.

Lesen Sie auch die Informationsseite des Landeskriminalamts Niedersachsen über Fake-Webshops.

Informationsseite des LKA Niedersachsen

19:50, 1. Aug 2009 (CEST)




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Diese Seite wurde zuletzt am 18. Juli 2016 um 18:27 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 46.153-mal abgerufen.
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