Wiki/Kriminelle Internet-Apotheken
Portal Portal   Forum Forum   Wiki Wiki   News News

Werkzeuge

LANGUAGES

Kriminelle Internet-Apotheken

Dieser Artikel befasst sich mit den Angeboten und Arbeitsweisen sogenannter Online-Pharmacies, die meistens unter obskuren Deckadressen aus dem Ausland heraus agieren.

In Deutschland wird der Verkauf von Medikamenten streng reguliert. Apotheken können natürlich grundsätzlich auch im Internet Medikamente anbieten, sie benötigen dafür aber eine Zulassung wie jede reguläre Apotheke auch.

Durch das Internet ist es aber möglich, dass diese strengen Vorschriften umgangen werden. So drängen etliche unseriöse Anbieter auf den Markt, die ihre "Produkte" im Internet vermarkten, und die sich nicht an das deutsche Arzneimittelgesetz halten.

Es gibt selbstverständlich viele seriöse Internet-Apotheken, die sich an die Bestimmungen halten. Leider gibt es auch eine große Zahl von Anbietern, die man nur als kriminell bezeichnen kann.

Dieser Artikel soll daher eine Anleitung geben, woran man die unseriösen Anbieter am ehesten erkennt.

In erster Linie ist dringend vor "Online-Apotheken" zu warnen, die zurzeit folgende Firmenbezeichnungen benutzen:

  • meds-online.de
  • pharmatheke-europe.com
  • pharmatheke.com
  • Canadian Pharmacy
  • European Pharmacy
  • Medipharm Services S.A. (pillendienst.com)
  • Pharma Enterprise Ltd.
  • swizzpotenz.org

Inhaltsverzeichnis

Gefälschte, nachgemachte Medikamente

Diese Internet-Apotheken, die gezielt über Spam-Mails beworben werden, verkaufen keineswegs Original-Präparate.

Vielmehr handelt es sich um nachgemachte, gefälschte Präparate, unter Missbrauch des Original-Markennamens. Es handelt sich hierbei um einen blühenden Geschäftsszweig, mit dem durch international operierende Banden jährlich Milliardenbeträge umgesetzt werden. Die Profite aus diesen Geschäften entsprechen denen, die auch im Drogenhandel erzielt werden.

Die Herstellung dieser Präparate erfolgt in Asien, bevorzugt in Indien und China, in illegalen Giftküchen, die von keiner staatlichen Stelle kontrolliert werden. Die Pillen selbst sowie die Verpackungen werden vom Aussehen minutiös den Originalen nachgestellt, man kann sie nur im direkten Vergleich auseinanderhalten.

Was in diesen "Pillz" letztendlich enthalten ist, das wissen nur die Gangster selbst, bzw. ein Chemiker nach der Analyse. Jedenfalls sind in den allermeisten Fällen dort nicht die ausgewiesenen Stoffe der Originalhersteller enthalten. Mit etwas Glück ist es vielleicht die gleiche Substanz, dann aber sehr oft in falschen Konzentrationen, und fast nie in der originalen Qualität und Reinheit. Oft sind schädliche Substanzen mit enthalten. Wer weiß, ob nicht auch z.B. hin und wieder die einen oder anderen Umweltgifte in Indien oder China schnell und elegant in die bunten Pillen "entsorgt" und dann rund um den Globus als "Medz" verkauft werden. Das glauben Sie nicht? - Dann kennen Sie den Zynismus asiatischer und russischer Gangsterbanden nicht. Teilweise enthalten die gefälschten Präparate aber auch reine Placebos und sind dann zwar nicht giftig, aber völlig unwirksam.

Es wurde bei einer Analyse angeblicher "Viagra"-Tabletten schon einmal Holzleim gefunden, blau eingefärbt. In anderen Fällen aber auch giftige Inhalts- bzw. Zusatzstoffe, oder aber eine wirksame Substanz in Überdosierung.

Wenn einmal die Ermittler eins dieser Labore aufstöbern, dann werden regelmäßig schauderhafte Zustände vorgefunden. Zum Mischen der Bestandteile verwendet man in China offenbar der Einfachheit halber Betonmischmaschinen und verschimmelte Schüsseln. Die Arbeit wird von Laien erledigt, völlig unkontrolliert. Jedenfalls ist es Tatsache, dass diese illegalen Fabriken von niemandem kontrolliert werden, und dass Sie niemals wissen, was in den bunten Pillen enthalten ist. Wenn Sie es trotzdem probieren möchten, wünschen wir Ihnen guten Appetit.

Die Medikamente werden über die üblichen Drogen-Handelsrouten nach Europa eingeführt, am Zoll vorbei, und zwar tonnenweise, über Osteuropa. Allein die Zollbehörden in Frankfurt (zuständig u.a. für den Flughafen) haben im Jahre 2008 rund 51 Tonnen illegaler Medikamente beschlagnahmt! Jedoch dürfte ein Vielfaches dieser Mengen unentdeckt durch den Zoll gelangen.

Woran erkennt man eine unseriöse Internet-Apotheke?

Faustregel 1: Nicht bei Spammern kaufen!

Wenn Sie eine Werbemail einer Internet-Apotheke bekommen, bei der Sie vorher niemals etwas bestellt hatten, dann ist so gut wie immer etwas faul. Solche Apotheken sind meistens nicht nur unseriös, sondern kriminell.

Spam ist immer ein ganz schlechtes Zeichen. Eine seriöse Internet-Apotheke spammt nicht.

Kaufen Sie niemals Medikamente bei Spammern!

Auch dann nicht, wenn die Webseite des Spammers deutschsprachig aussieht, und wenn irgendwelche Service-Telefonnummern dort enthalten sind. Solche Nummern können sehr leicht über nicht durchschaubare Kanäle von jedermann unerkannt betrieben werden.

Medikamente, die von Spammern verkauft werden, sind zu nahezu 100% nachgemacht, gefälscht.

Die internationale Medikamenten-Mafia verkauft zunehmend auch in Deutschland gefälschte, nachgemachte Präparate, vorzugsweise über Spam. Das Monopol für die englischsprachige Spam-Werbung mit diesen gefälschten Präparaten liegt in der Hand russisch-ukrainischer Mafia-Banden. Diese Banden bedienen sich aber auch deutschsprachiger Helfer, die den deutschsprachigen Spam, den Vertrieb sowie die Zahlungsabwicklung und Geldwäsche besorgen.

Faustregel 2: Impressum und "whois-Daten" anschauen

Eine seriöse Internet-Apotheke hat immer ein gültiges Impressum. Schauen Sie sich das Impressum an.

Werden dort vollständige Angaben gemacht?

  • Firmenname?
  • Geschäftsführer?
  • Ladungsfähige Anschrift?
  • Steuernummer?

Beispiele für kriminelle Internet-Apotheken, die mit russischen Gangsterbanden kooperieren:

Schauen Sie Sich mal diese Webseite an. Deutschsprachig, sieht sehr professionell aus.


Viagra6.jpg


Jetzt Klicken Sie auf "Kontakt" (ein Impressum gibt es hier nicht...), dort finden Sie nur eine obskure Telefonnummer:


Viagra5.jpg

Was bekommen Sie hier an "Informationen" über den Anbieter? - Eigentlich gar keine, außer einer "Service-Nummer", die sich jedermann unerkannt verschaffen kann.

Firma? Geschäftsform? Firmensitz? Straße? Hausnummer? Geschäftsführer? Verantwortliche Aufsichtsbehörde? Steuernummer?

Nichts. Gar nichts. - Spätestens jetzt sollten Sie hellhörig werden.


Jetzt geben Sie in einem Domain-Abfrage-Tool, z.B. Centralops.net die Internet-Domain der Apotheke ein (z.B. "pharmatheke.com"), und Sie erhalten:


Viagra4.jpg

Also alles ganz obskure Angaben in Übersee, von niemandem nachvollziehbar.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind diese Angaben allesamt frei erfunden, es könnte dort ebenso gut "Micky Maus", "Heinzelmann", "Muckermann Ltd." oder irgendetwas anderes stehen.


Sehr "schön" auch dieses sogenannte "Impressum" einer anderen Gangster-Apotheke:


Viagra1.jpg

Hier wird eine britische Briefkastenadresse verwendet. Beliebt für britische Briefkastenadressen sind z.B. die "95 Wilton Road" in London und die "69 Great Hampton Street" in Birmingham. Solche Adressen irgendwelcher obskurer "Briefkasten-Limited-Firmen" sieht man immer wieder bei unseriösen Firmen bzw. bei Kriminellen.

Schauen Sie: so sieht diese feine "Firmenadresse (95 Wilton Road, London)" in Wirklichkeit aus: Foto bei Antiabzockenet
Das ist also nur ein "Briefkastenservice", wie es in England viele gibt, und wie das leider auch in Deutschland schwer "im Kommen" ist.

Faustregel 3: Anbieter mit Geschäftssitz in Deutschland bevorzugen

Kaufen Sie Medikamente möglichst nur bei Anbietern mit Geschäftssitz bzw. Zweigniederlassung in Deutschland. Der Firmensitz bzw. die Zweigniederlassung sollte über eine ladungsfähige Anschrift verfügen (Straße, Hausnr.), und nicht nur über ein Postfach. Es sollte auch ein Eintrag im Handelsregister existieren (geht aus dem Impressum hervor und kann kontrolliert werden), und auch eine Steuernummer sowie die aufsichtsführende Behörde angegeben sein.

Das deutsche Arzneimittelrecht gilt weltweit vielleicht als das strengste überhaupt und wird dafür vielfach zu Unrecht kritisiert. Unterschlagen wird bei dieser Kritik z.B. die Tatsache, dass in den USA selbst in offiziellen Apotheken ein gewisser Anteil an gefälschten, nachgemachten Medikamenten kursiert. Wer also eine Liberalisierung des Arzneimittelrechts fordert, der sollte diese Tatsache auch einmal nüchtern betrachten.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, auch nicht in Deutschland, trotz der strengen Auflagen. Jedenfalls können Sie aber bei einem Anbieter mit Sitz in Deutschland mit extrem hoher Sicherheit annehmen, dass Sie auch wirklich ein Original-Präparat bekommen. Diese Gewähr haben Sie bei einem ausländischen Anbieter (ohne deutsche Niederlassung) leider nicht.

Faustregel 4: Rezeptpflichtige Medikamente ohne Kontrolle?

In jeder Internet-Apotheke erhalten Sie auch Präparate ohne Rezept, die Sie ebenso in jeder normalen Apotheke rezeptfrei erhalten. Das ist auch ganz normal und legitim.

Eine seriöse Internet-Apotheke verkauft aber niemals rezeptpflichtige Medikamente ohne Vorlage eines gültigen Rezepts.
Der Apotheker würde sich damit nach deutschem Recht strafbar machen. Seriöse ausländische Anbieter haben daher auch in Deutschland Niederlassungen, die sich genau an die deutschen Bestimmungen halten.
Immer dann, wenn Ihnen der Kauf von solchen Medikamenten angeboten wird, die es in Deutschland nur auf Rezept gibt (und dazu gehört z.B. Viagra!), und wenn damit geworben wird, dass Sie diese Medikamente auch ohne Rezept bekämen, dann ist immer etwas faul. Sie können in diesem Fall ziemlich sicher davon ausgehen, dass diese Apotheke von Kriminellen betrieben wird. Besonders dann, wenn sogar Medikamente verkauft werden, die in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegen, wie z.B. Valium, Phentermin etc. Eine Internet-Apotheke, die Ihnen so etwas unkontrolliert verkaufen will, wird ziemlich sicher von irgendeiner osteuropäischen Gangsterbande betrieben und verkauft Ihnen gefälschtes, z.T. womöglich hochgefährliches Zeug.

Faustregel 5: Glauben Sie nicht das Märchen vom "Online-Rezept" oder von der "Online-Konsultation" angeblicher Ärzte!

Natürlich kennen die Gangsterbanden die Vorbehalte vieler Kunden. Es wird daher vermehrt versucht, mit einem Lügenmärchen diese Vorbehalte zu zerstreuen. So wird auf den Webseiten vieler Online-Apotheken behauptet, es werde ein sogenanntes "Online-Rezept" ausgestellt, und es werden Fragebögen angeboten. Mit diesen Fragebögen werden dem Kunden ein paar lächerliche Fragen gestellt. Ob er z.B. an Bluthochdruck leide. Wenn der Kunde diese Frage mit "Ja" beantworte, dann werde das "Online-Rezept" für Viagra nicht ausgestellt, und ihm werde eine "Online-Konsultation" mit irgendeinem obskuren Arzt z.B. in England angeboten.

Niemand kann überprüfen, ob es diesen "Online-Arzt" überhaupt gibt, und ebenfalls kann nicht geprüft werden, wer diese Fragebögen auswertet und nach welchen Kriterien.

Tatsache ist auf jeden Fall: nach deutschem Arztrecht wäre es absolut illegal, wenn ein Arzt einem Patienten, den er nie gesehen hat, per Ferndiagnose über einen lächerlichen Fragebogen ein "Online-Rezept" ausstellt! - Wie will der Arzt überprüfen, ob die Behauptung des Kunden, er habe keinen Bluthochdruck, richtig ist? Jeder Mediziner weiß, dass es unzählige Leute gibt, die gar nicht wissen, dass sie Bluthochdruck haben. Wie soll das überprüft werden, ohne den Patienten in Augenschein zu nehmen, ihn zu untersuchen und vor Ort ihm wirklich den Blutdruck zu messen? Dabei kommt dann vielleicht heraus: er hat einen RR von 220 zu 140, also völlig jenseits von Gut und Böse - und wusste das gar nicht. Gibt man so jemandem Viagra, dann schenkt man dem einen schönen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt bzw. schickt ihn gleich in die ewigen Jagdgründe!

Aber auch diese "Apotheken" verkaufen Ihnen in aller Regel gefälschtes Zeug aus Indien oder China. Sie wissen nicht, was Sie da kaufen und einnehmen!


Also: Glauben Sie bitte nicht an die krassen Lügenmärchen der Gangster-Apotheken von den angeblichen "Online-Rezepten" und von den angeblichen Ärzten, die angeblich alles überprüfen!

Lassen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe bitte unbedingt den Quatsch bleiben und kaufen Sie nicht bei solchen "Apotheken!"

Verkauf gefälschter Medikamente ist organisierte Kriminalität

Lesen Sie einen Online-Artikel der Zeitung "DIE WELT" über den Prozess am Landgericht Potsdam gegen die sogenannte "Pillenbande".

Online-Artikel "DIE WELT" über den Prozess gegen den Kopf der Pillenbande

Diese Bande hat jahrelang den Schmuggel und den Spam-Vertrieb gefälschter Pillen in Deutschland dominiert. Die Pillen wurden wohl in China gefertigt, über Rumänien und Bulgarien nach Europa geschmuggelt, im tschechischen Olmütz gab es ein Verteilerzentrum. Das Geld wurde über anonyme Nummernkonten in Zypern gewaschen. Diese Bande war für Spams für "Männerapotheke" und andere Phantasienamen verantwortlich.

Fazit

Achten Sie beim Kauf von Medikamenten im Internet, auf was Sie sich da einlassen!

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Kaufen Sie nicht bei Spammern. Kaufen Sie keine rezeptpflichtigen Medikamente bei obskuren Online-Apotheken, die keine originale Rezept-Vorlage Ihres Hausarztes verlangen.
Sehen Sie sich den Anbieter genau an, bevor Sie kaufen. Achten Sie auf die Angaben im Impressum.


19:57, 16. Aug 2009 (CEST)




Benutzeroptionen:
 Anmelden 

 Spezialseiten 
Diese Seite wurde zuletzt am 6. Dezember 2014 um 23:27 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 68.022-mal abgerufen.
   © 1999 - 2017 Antispam e. V.
Kontakt | Impressum | Datenschutz

Partnerlink: REDDOXX Anti-Spam