PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schutz von Senioren vor Spam aller Art



sierra1875
06.02.2007, 19:10
Hallo,

ich schreibe jetzt mir hier mal meinen Frust von der Seele und hoffe, daß mir jemand von Euch helfen kann!

Nachdem im Juli letzten Jahres meine Mutter mit 75 Jahren nach langer (>20 Jahre) schwerer Krankheit verstorben ist, hat mein Vater (Jahrgang 1925, 54 Jahre verheiratet) extrem abgebaut.
Nachdem er meine Mutter die letzten 15 Jahre gepflegt hatte (und dabei natürlich kaum noch Kontakte und geistige Herausforderungen hatte), ist er nach ihrem Tod in ein tiefes Depressions-Loch gefallen.

In dieser Zeit habe ich dann "den Laden" übernommen und mit Erschrecken festgestellt, daß da heilloses Chaos herrschte.
Meine Eltern hatten Gewinnspiele ohne Ende am Bein, Abbuchungen noch und nöcher von ihrem Konto und ein Paket kam nach dem anderen. Mahnungen, verschluderte Rechnungen, Unterlagen zwischen der Wäsche, in Schränken, in Büchern, ein unvorstellbares Grauen!

Inzwischen habe ich die ganzen Gewinnspiele, Lotterien und andere Sch... gekündigt und auch diverse Abos und Kataloge abbestellt.
Die meisten Unterlagen habe ich (soweit auffindbar) gesichtet, erledigt und bei mir sortiert und abgeheftet.

Nachdem ich auch noch Telefonrechnungen von 500,- EUR oder 700,- EUR gefunden habe, habe ich auch ein Sicherheitspaket Plus bei der Telekom einrichten lassen und alles gesperrt, was nur zu sperren war.
Die Summen waren aber nicht mehr zur stornieren, weil der Versuch bei einem Inkassobüro endete. Daraufhin habe ich das zähneknirschend überwiesen.

Da meine Eltern nie irgendwas erzählt haben und auch sich nie in die Karten sehen ließen, kam das ganze Chaos erst nach dem Tod meiner Mutter zu Tage.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Tausende an Euros da durch den Schornstein gegangen sind, für die sie sich was besseres hätten gönnen können.

Doch nun zum aktuellen Problem:
Mein Vater wird beinahe tägich von Gewinnspielanbietern angerufen, die ihm dann einen Knopf an die Backe labern, bis er dann (trotz fast permanenter Aufforderung von mir dies nicht zu tun) seine Kontonummer rausrückt und prompt wieder so einen Sch... an der Backe hat.
Standardprozedere für mich ist dann, Widerspruchschreiben aufsetzten (jetzt mit zusätlichem T5F dabei ;-) und per Einschreiben retour schicken. Und natürlich regelmäßig Lastschriften zurückbuchen.

ES IST ZUM AUS DER HAUT FAHREN!
Wenn mir so ein Drecksack mal nachts begegnen würde......

Aber gibt es nicht vielleicht einen Anruffilter, der alle Anrufer die z.B. nicht einen bestimmte PIN eingeben können, einfach aus der Leitung schmeißt?

Ich hatte schon bei der T-Com nachgefragt wegen einer Rufnummernänderung, aber die meinten, daß das nicht viel bringen würde, da die Callcenter eh sich durch alle Rufnummerngassen klingeln.

Ich habe allerdings eher das Gefühl, daß die Brüder untereinander kräftig mit den Telefonnummern alter Leute handeln und wohl auch die Telekom da nicht ganz unschuldig ist.
Auch kennen Firmen, mit denen er noch nie was zu tun hatte, plötzlich seine Kontonummer... Sehr verdächtig.

Hat jemand von Euch einen Rat?
An wenn kann man sich um Hilfe und Unterstützung wenden? Ich bin selbst berufstätig, habe berufstätige Frau und Kind, bin eh selbst im Streß und mit meinen Nerven nach dem ganzen Theater jetzt absolut am Ende.

Wie kann es sein, daß ich in Deutschland wegen einem Knöllchen vor den Richter gezogenw erden kann, aber solche Drecksäcke mit dieser Methode Millionen abzocken?

Warum wird ein alter Mann mit über 80 Jahren plötzlich zum Freiwild und keiner unternimmt etwas?
Gibt es irgendeine politische Gruppe, die da was ändern will?
Wo kann man da Druck machen?
Wem muß man wie in den Hintern treten, damit dagegen endlich mal was unternommen wird?

Oder... wie bekommt man die Hintermänner raus, um es (oder sie) selbst zu erledigen?

Hoffe auf Hilfe!
Danke & Gruß
Sierra1875

brk
06.02.2007, 21:13
Gegen viele Telefonterroristen dürfte eine Rufnummernänderung durchaus was bringen. Die neue Nummer sollte dann natürlich in keinem Verzeichnis stehen. Zwar gibt es natürlich Wählcomputer, die auch solche Nummern erwischen, aber die Rufnummer des Vaters ist definitiv "verbrannt". Wer bekannt ist, wird weiter angerufen und die Adresse lässt sich gut verkaufen. Dann bei der Bank um Änderung der Kontonummer bitten, wenn die sich anstellen, Konto kündigen, dann klappt das schon. Die legalen Abbucher natürlich informieren, wobei ich die Einzugsermächtigungen auf das notwendigste begrenzen würde, damit Dir nichts entgeht.

Wie ist Dein Vater sonst beisammen? Wenn er alleine nicht mehr in der Lage ist, seine Rechtsgeschäfte zu erledigen, könnte eine Vorsorgevollmacht (http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsorgevollmacht) helfen, mit der Du rechtsverbindlich für Deinen Vater handeln kannst. Wenn das nicht ausreicht, kann Dich das Gericht auch als Betreuer einsetzen. Das sollte aber aus Respekt vor dem Vater nur das letzte Mittel sein.

Schaffst Du es nicht selber, so können Betreuungsvereine oder auch soziale Verbände weiterhelfen, auch wenn das was kostet.

Zum Spamthema selbst kann Dir nicht viel geholfen werden, außer mit den im Forum beschriebenen Maßnahmen, die jedoch alle gewisse Zeit erfordern.

blizzy
06.02.2007, 21:14
Als erste Hilfe solltest du dich mal durch das Forum (oder zumindest die ensprechenden Unterforen) durchlesen.

Das kostet zwar einiges an Zeit, aber damit hast du schon einen Überblick über Maßnahmen zur Spamabwehr.

Solltest du dann noch spezielle Fragen haben, kannst du die gerne stellen.

Bleib hart, bleib cool - und wehr dich (und damit deinen Vater) gegen Spam.

brk
06.02.2007, 21:18
Ach ja, Anrufbeantworter oder TK-Anlagen mit VIP-Funktion gibt es durchaus. Die Frage ist, wie er damit umgehen kann.

scharnhorst
06.02.2007, 23:39
hier mal ein muster für eine vollmacht.


I. Generalvollmacht

Ich,
ernenne
zu meinem Generalbevollmächtigten. Er ist befugt, mich gerichtlich und außergerichtlich gegenüber jedermann und in allen gesetzlich zulässigen Fällen zu vertreten. Er darf die für mich bestimmte Post entgegennehmen und öffnen sowie über den Fernmeldeverkehr entscheiden.

Der Bevollmächtigte ist berechtigt, in allen Vermögensangelegenheiten für bestimmte Arten von Geschäften oder für einzelne Geschäfte Untervollmacht zu erteilen, jedoch nicht unter Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB. Er selbst ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Die Vollmacht bleibt gültig, wenn ich geschäftsunfähig geworden sein sollte. Der Bevollmächtigte unterliegt nicht den gesetzlichen Beschränkungen eines Betreuers.

Die Vollmacht soll über meinen Tod hinaus gültig sein, bis sie von meinen Erben widerrufen wird.

NoMoreSpam
07.02.2007, 00:20
Hallo,
Aber gibt es nicht vielleicht einen Anruffilter, der alle Anrufer die z.B. nicht einen bestimmte PIN eingeben können, einfach aus der Leitung schmeißt?
Sierra1875

Hallo,

gibt es, am einfachsten sicherlich mit einem geeigneten ISDN-Telefon, welches das Feature der individuellen Anrufbearbeitung (also z.B. Abweisen, Mailbox usw) beherrscht:

Man gibt in der Telefon-Konfig dann z.B. ein:

1) alle Anrufe mit unterdrückter Rufnummer direkt ohne Klingeln auf Mailbox 1 --> dort Ansage ...Anonyme Anrufe mit unterdrückter Rufnummer nicht möglich... oder stellt gleich Abweisen ein, sprich Besetztzeichen für den Anrufer
2) gesperrte Telefonummern, die bekannt sind, gehen auf Mailbox 2 --> dort Ansage z.B. Eine telefonische Kommunikation ist nicht erwünscht usw.
3) Alle anderen kommen durch und der Bimmelmann klingelt
4) Alternativ: Nur die Einträge im Telefonbuch kommen durch usw usw

Gruss
noMoreSpam

sierra1875
07.02.2007, 08:50
Hallo noMoreSpam,



gibt es, am einfachsten sicherlich mit einem geeigneten ISDN-Telefon, welches das Feature der individuellen Anrufbearbeitung (also z.B. Abweisen, Mailbox usw) beherrscht:


Hört sich prinzipiell gut an. Allerdings hat mein Vater einen analogen T-Net Anschluß.
Eine Umstellung auf ISDN plane ich eigentlich nicht, da es kaum bezahltbare seniorengeeignete ISDN-Telefone gibt.
Und für eine Person erst noch eine ISDN-Anlage zu installieren, um dann daran wieder analoge Telefone zu hängen, halte ich für etwas übertrieben.

Ich hatte mehr an eine Art zwischengeschalteten Callfilter gedacht, den man mit einer PIN programmiert, die der Anrufer dann eingeben muß, damit anschließend das nachgeschaltete Telefon klingelt (oder auch nicht).
Sollte technisch eigentlich trivial sein, aber ich habe im www nirgends was dazu gefunden.
Auch wenn ich mich nicht drum kümmern würde, ob dieses Teil eine Telekom-Zulassung (oder was acuh immer heute nötig wäre) hätte ode rnicht, es scheint nichts derartiges zu geben.
Scheinbar hat da die Abzock-Mafia einen Daumen drauf.

Selbst eine Dame von der Telekom sagte mir gegenüber (O-Ton) auf meine Nachfrage: "Ja, so ein Gerät hätte ich auch gerne!".

Da kommt man schon ins Grübeln, warum so etwas nicht verfügbar ist.
Ein Schelm der böses dabei denkt....

Früher gab es in Elektor, Elrad und ELV immer prima Bauanleitungen zum Thema telefon & Co. aber selbst in deren Archiven konnte ich nichts finden.

Gibt es hier nicht einen ambitionierten Bastler, der sowas mal entwickelt und die Schaltpläne, Platinenlayouts usw. hier mal veröffentlicht????

DAS WÄR DER HELD!

Bei den ganzen Anrufbeantwortern die ich so im www gefunden habe (Tiptel und Auerswald) scheint mir die Bedienung völlig senioren-ungeeignet. Ich habe kein Gerät gefunden, daß sich im normalen Betrieb mit nur ein paar Knöpfen (die man ohne Lupe finden kann) bedienen läßt.
Meist sind die Knöpfchen zur Konfiguration da wahllos zwischen angeordnet, teilweise doppelt und dreifach belegt.
Da kommt mein Daddy sicher nicht mit klar, selbst wenn ichd ie VIP-Funktion und alles andere vorkonfigurieren würde (würde ich eh so machen), wäre er mit der täglichen Bedienung wohl völlig überfordert.

Vielen Dank trotzdem für Deine Tips
Sierra1875

sierra1875
07.02.2007, 09:03
Hallo brk,


Gegen viele Telefonterroristen dürfte eine Rufnummernänderung durchaus was bringen. Die neue Nummer sollte dann natürlich in keinem Verzeichnis stehen. Zwar gibt es natürlich Wählcomputer, die auch solche Nummern erwischen, aber die Rufnummer des Vaters ist definitiv "verbrannt". Wer bekannt ist, wird weiter angerufen und die Adresse lässt sich gut verkaufen.

Ja, ich denke das werde ich wohl machen müssen.
Dann Dumme ist nur, daß mein Vater in der Zeit nach dem Tod meiner Mutter ziemlich am Rad gedreht hat und dabei haufenweise Unterlagen und Adressen einfach weggeschmissen hat (hatte wohl so eine Art Aufräumneurose entwickelt).
Dabei sind auch viele Telefonnummern von ehemaligen Freunden und Arbeitskollegen verloren gegangen.
Wenn ich jetzt die Nummer ändern lasse, werden die ihn wohl nie mehr erreichen....

Das scheint also jetzt die Wahl zwischen Tod oder Teufel zu sein. :(


Dann bei der Bank um Änderung der Kontonummer bitten, wenn die sich anstellen, Konto kündigen, dann klappt das schon. Die legalen Abbucher natürlich informieren, wobei ich die Einzugsermächtigungen auf das notwendigste begrenzen würde, damit Dir nichts entgeht.

Hatte ich auch bereits in Erwägung gezogen.
Allerdings sagte mir eine nette Dame von der Bank, daß diese Firmen die Kontoverbindung dann wohl auch wieder herausbekommen.
So ganz wollte sie mit der Sprache nicht raus, aber sie ließ durchblicken, daß Kontoverbindungen wohl von manchen Mitarbeitern von Firmen, die reguläre Abbuchungserlaubnis haben, an Adresshändler weiterverkauft werden.
Erschreckend, aber es paßt ins Bild....
Somit würde der riesen Aufwand (wo ich eh schon nicht weiß wo mir der Kopf steht) einem zweifelhaften Nutzen gegenüber stehen.

Immerhin habe ich von meinem Vater eine Betreuungsvollmacht und Kontovollmacht erhalten, so daß ich Abbuchungen von den Brüdern sofort retour-buchen lasse.


Wie ist Dein Vater sonst beisammen? Wenn er alleine nicht mehr in der Lage ist, seine Rechtsgeschäfte zu erledigen, könnte eine Vorsorgevollmacht (http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsorgevollmacht) helfen, mit der Du rechtsverbindlich für Deinen Vater handeln kannst. Wenn das nicht ausreicht, kann Dich das Gericht auch als Betreuer einsetzen. Das sollte aber aus Respekt vor dem Vater nur das letzte Mittel sein.

Siehe oben.
Meist ist er ganz gut drauf. Nur Kurzzeitgedächnis und Urteilsfähigkeit (zu Naiv für die heutige Welt!) lassen manchmal altersbedingt zu wünschen übrig.
Wir haben aber schon mehrere Neurologische und Psychologische test und Untersuchungen machen lassen - und die haben nichts auffälliges gefunden, was nicht dem Alter entsprechen würde.
Die meiste Verwirrung war wohl durch Trauer und Stress ausgelöst.

Vollmacht habe ich, den Rest möchte ich so lange es irgend möglich ist vermeiden!
Ist schon schlimm genug zu sehen, wie ein großer starker Mann, der immer mein Vorbild war, zum hilflosen Opfer schwindet....

Danke für Deine Hilfe!
Gruß
Sierra1875

sierra1875
07.02.2007, 09:36
Hallo scharnhorst,


hier mal ein muster für eine vollmacht.

das ist eine gute Idee. Ergänzt die Betrueungsvollmacht, die ich schon habe prima.

Kann das per PC erstellt und dann "nur" unterschrieben werden, oder muß er daß komplett handschriftlich aufsetzten?

Da seine Schrift ziemlich zittrig und unleserlich geworden ist, würde ich eine PC-gesetzte Version bevorzugen.
Oder, um sicher zu gehen, besser beides?

Wie ist das die Rechtslage?

Bei einem Testament (haben wir auch schon gemacht - hoffe aber, daß es noch lange im Safe ruhen möge) muß ja alles handschriftlich sein - oder man muß für teuer Geld zum Notar.

Danke und Gruß
Sierra1875

big_whopper
07.02.2007, 10:44
Hallo noMoreSpam,



Hört sich prinzipiell gut an. Allerdings hat mein Vater einen analogen T-Net Anschluß.
Eine Umstellung auf ISDN plane ich eigentlich nicht, da es kaum bezahltbare seniorengeeignete ISDN-Telefone gibt.
Und für eine Person erst noch eine ISDN-Anlage zu installieren, um dann daran wieder analoge Telefone zu hängen, halte ich für etwas übertrieben.

Ich hatte mehr an eine Art zwischengeschalteten Callfilter gedacht, den man mit einer PIN programmiert, die der Anrufer dann eingeben muß, damit anschließend das nachgeschaltete Telefon klingelt (oder auch nicht).
Sollte technisch eigentlich trivial sein, aber ich habe im www nirgends was dazu gefunden.
Auch wenn ich mich nicht drum kümmern würde, ob dieses Teil eine Telekom-Zulassung (oder was acuh immer heute nötig wäre) hätte ode rnicht, es scheint nichts derartiges zu geben.
Scheinbar hat da die Abzock-Mafia einen Daumen drauf.

Selbst eine Dame von der Telekom sagte mir gegenüber (O-Ton) auf meine Nachfrage: "Ja, so ein Gerät hätte ich auch gerne!".

Da kommt man schon ins Grübeln, warum so etwas nicht verfügbar ist.
Ein Schelm der böses dabei denkt....

Früher gab es in Elektor, Elrad und ELV immer prima Bauanleitungen zum Thema telefon & Co. aber selbst in deren Archiven konnte ich nichts finden.

Gibt es hier nicht einen ambitionierten Bastler, der sowas mal entwickelt und die Schaltpläne, Platinenlayouts usw. hier mal veröffentlicht????

DAS WÄR DER HELD!

Bei den ganzen Anrufbeantwortern die ich so im www gefunden habe (Tiptel und Auerswald) scheint mir die Bedienung völlig senioren-ungeeignet. Ich habe kein Gerät gefunden, daß sich im normalen Betrieb mit nur ein paar Knöpfen (die man ohne Lupe finden kann) bedienen läßt.
Meist sind die Knöpfchen zur Konfiguration da wahllos zwischen angeordnet, teilweise doppelt und dreifach belegt.
Da kommt mein Daddy sicher nicht mit klar, selbst wenn ichd ie VIP-Funktion und alles andere vorkonfigurieren würde (würde ich eh so machen), wäre er mit der täglichen Bedienung wohl völlig überfordert.

Vielen Dank trotzdem für Deine Tips
Sierra1875

Hallo Sierra1875,

so was gibt es. Hersteller ist unter w*w.telefonbau.de zu finden.
Das Gerät heisst Save Call und schaltet nach Eingabe einer frei wählbaren 4 bis 6 stelligen PIN den Anrufer durch.

Aus einem Projekt habe ich noch ein Exemplar übrig.
Schick mir bei Interesse eine PN.

Gruß
big_whopper

Sastef
07.02.2007, 12:03
Hoffe auf Hilfe!

Standard-Antwort: Nimm Dir einen Anwalt, der darauf spezialisiert ist, Spam abzuwehren. Der wird Dir in drei Minuten im wesentlichen erzählen, dass Du nichts weiter machen musst, als bei all den Bestellungen die jeweiligen Vertragsunterlagen sofort zu ihm zu schicken. Den Rest wird er erledigen. Frag ihn zudem, ob es möglich ist, dass er keinen Vorschuss nimmt; die Kosten kann er sich regelmäßig von den Telefonterroristen holen. So einfach ist das.

Die Geschichte mit einer Vollmacht, wie sie in den voherigen Beiträgen erwähnt istm, hilft natürlich auch. Aber klar ist: Mit den Bestellungen gelten die Daten Deines Großvaters bei den Callcenter als ganz heißes Ding, wo man ordnetlich abkassieren kann. Die würden immer wieder versuchen, Kohle zu machen. Du must bei den Centern schlicht Angst und Schrecken verbreiten, damit diue Daten auf ne Blacklist kommen, die offenssichtlich geführt werden. Das geht nur mit Abmahnungen und notfalls einstweiligen Verfügungen, die die Callcenter richtig Geld kosten.

sastef

mastersork1005
07.02.2007, 15:56
EDIT: sry, hab übersehen, dass etwas ähnliches hier schon diskutiert wurde/wird; Tema kann gelöscht werden!

Guten Tag,
ich bin neu hier, also erstmal "Moin!" an alle :)

Meine Familie hat folgendes Problem:
Meine Großmutter ist schon ziemlich alt und nimmt nicht mehr auf, wass man ihr erzählt. Sie wird *täglich* von irgendwelchen Leuten angerufen, die per Telefon werben. Und meine Großmutter lässt sich dann von diesen Leuten alles mögliche andrehen, hört denen zu und schmeißt ihr Geld für sinnlose Dinge aus dem Fenster. Meistens kann sie sich dann wenn ein Paket kommt nicht mehr erinnern, wie sie das bestellt hat...... es ist wirklich traurig :(
Wir sagen ihr schon seit Jahren, dass sie sich lieber nicht am Telefon irgendwas andrehen lassen soll, was sie scheinbar aufnimmt - aber in der nächsten Minute wieder vergisst. Das Telefon klingelt wieder, und sie bestellt irgend einen grauenhaften grünen Tee mit irgendwelchen Aromen. Sie ist wie ein kleines Kind, das sich freut, wenn es telefonieren darf. Aber der Nebeneffekt wird von ihr nicht erkannt.....


So, das ist die Problemstellung. Bei meinem Handy gibt es die Möglichkeit, nur bestimmte Telefonnummern aus einer Liste annehmen zu lassen. Gibt es sowas auch für Festnetztelefone? Das ist wie es aussieht die einzige Möglichkeit, denn in ein Altersheim schicken wollen wir sie nicht. Aber so wie jetzt kann es unmöglich weitergehen :(

vielen Dank im Voraus für eure Antworten!!

mit freundlichen Grüßen
mastersork1005

homer
07.02.2007, 16:03
Guck mal in diesen Thread (http://www.antispam-ev.de/forum/showthread.php?t=14514), da geht es um ein ganz ähnliches Problem. Wenn da keine passende Lösung dabei ist oder Du weitere Vorschläge hast, dann immer rein damit.

@Mods: Tacker?

mastersork1005
07.02.2007, 16:14
Moin, danke!
hab den Thread leider erst gefunden, als ich diesen schon eröffnet hatte, daher auch mein edit.

Trotzdem danke, bis dann

LG mastersork1005

cmds
07.02.2007, 16:37
@Mods: Tacker?

[x]done
Chris

The_Wild_Rover
18.12.2007, 21:20
Hallo zusammen,

wie kann ich meine Mutter am besten vor solchen Betrügern schützen.
Meine Mutter lässt sich in ihrer Gutmütigkeit sehr häufig auf solche Cold Calls ein, wenn ich nicht zu Hause bin.
Diese Anrufe treten trotz Robinson-Liste ca. 3 x täglich auf. Ich möchte meine Freizeit aber mal wieder sinnvoll verbringen, anstatt ständig Widerruf-Schreiben aufsetzen und Rückbuchungen zu veranlassen.

Vielen Dank für Eure Tipps

Goofy
18.12.2007, 21:31
http://www.antispam-ev.de/wiki/Abwehr_von_Cold_Calls

Hier werden u.a. auch technische Maßnahmen beschrieben. Sinnvoll ist z.B. die Anschaffung einer Telefonanlage (z.B. Fritz-Box), die so zu programmieren ist, dass Anrufer mit unterdrückter Rufnummer entweder abgewiesen oder auf eine MSN-Nebenstelle mit Anrufbeantworter verbunden werden.

Ältere Leute leben halt juristisch vom Verbraucherschutz gesehen in einer Art Grauzone.
Auf der einen Seite sind sie geistig rege und fit, sie können und sollen am Leben teilhaben.
Auf der anderen Seite ist, bedingt durch das Alter sowie auch durch Hörprobleme etc., die Widerstandskraft und Auffassungsgabe, aber oft auch die Kritikfähigkeit deutlich herabgesetzt. Zugunsten einer Gutmütigkeit ("ach, der nette junge Mann..."). Oft auch gefördert durch Vereinsamung.

Juristisch 100%-ig schützen könnte man sie nur durch eine Vormundschaftsbetreuung inklusive Einschränkung der Geschäftsfähigkeit. Das meine ich hier aber nicht allzu ernst. So etwas ist immer ein folgenreicher Schritt und sollte wirklich nur in Fällen schwerer Demenz etc. erfolgen.

Wenn man diesen folgenreichen Schritt nicht tun will (was man auch nur selten wirklich sollte), dann ist ein 100%-iger Schutz nie möglich. Es bleibt halt dann immer ein gewisses Risiko. Politisch ist derzeit auch nicht unbedingt damit zu rechnen, dass für diese Zielgruppe etwas positiv passieren wird (Verbot der Verträge bei Cold-Calls etc.).

Daher bleiben mehr oder weniger nur technische Maßnahmen, wenn man sich und dem alten Menschen möglichst viel von dem Ärger ersparen will.

heinerle
18.12.2007, 21:59
Leider greifen hier aber oft diese technischen Maßnahmen nicht wirklich, da meist der Bekanntenkreis ebenfalls ähnlich betagt ist und somit auch den Telefonanschluß entsprechend lange unverändert nutzt. Somit ist dann auch dort die Rufnummer unterdrückt (oder mußte man damals bei der Umstellung auf digitale Vermittlungsstellen explizit der Übertragung widersprechen - ich weiß es nicht mehr genau?).

Auf jeden Fall müßte man zuerst prüfen, ob das der Fall ist, sonst kommt plötzlich kein Bekannter mehr durch.

Goofy
18.12.2007, 22:26
Sicherlich ein wichtiger Einwand. Man muss dann eben von Fall zu Fall abwägen, ob es sinnvoll und möglich ist, den Bekanntenkreis darauf hinzuweisen.

So weit ich weiß, wird bei alten Analoganschlüssen tatsächlich standardmässig keine Rufnummer übermittelt. Man muss das offenbar nachträglich aktivieren. Das geht prinzipiell aber auch für Altanschlüsse.

Weitere interessante Links:

http://www.telefaq.de/anruferfilter.html

http://www.ip-phone-forum.de/archive/index.php/t-77893.html

mareike26
18.12.2007, 23:12
Ich hab das mal getackert, das passt zusammen.

PWR
19.12.2007, 09:47
Wir haben mit unseren Bekannten und Verwandten (darunter viele Senioren) über unsere Gründe gesprochen, Anrufe mit unterdrückter Rufnummer auf den AB zu leiten. Meist war ihnen auch gar nicht bewusst, dass ihre Rufnummer nicht angezeigt wird, und für die meisten sollten wir sogar selbst die Rufnummernübermittlung einrichten. Dazu bedarf es nur eines Anrufs bei der Telekom und die Angabe der Kundennummer (steht rechts oben auf der Telekom-Rechnung).

siebich
19.12.2007, 09:56
Bei meinen Eltern (75) war das erstaunlich leicht durchzusetzen.....mein Bruder und ich haben mitgeteilt, daß sie uns privat nur noch erreichen können, wenn sie ne Nummer mitschicken. Ratzfatz war die Rufnummerübermittlung eingerichtet .
Die sind nicht immer so tüddelig wie sie tun :clown:
Und die Begeisterung, daß es technisch möglich ist wenn alle Freunde Rufnummern versenden ColdCalls rauszufiltern ist grenzenlos..... Senioren pflegen nämlich irgend wie immer in Dauerlauf zu verfallen wenn das Telefon klingelt, egal wo sie sich im Haus gerade befinden - dementsprechend schlecht sind sie auf solche Anrufe zu sprechen.

siebich