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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Regierung geht gegen Terlefonspam vor.



Wanne
15.05.2007, 19:02
www.bmj.bund.de
siehe bei Pressemitteilungen.

Auszug:
Deshalb soll bei Verstößen künftig auch ein Bußgeld verhängt werden können“, sagte Zypries. „Leider können viele unerwünschte Werbeanrufe nicht verfolgt werden, weil sich nicht feststellen lässt, wer angerufen hat. Denn die Unternehmen machen in der Regel von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Rufnummer zu unterdrücken. Zu einem wirkungsvollen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher gehört deshalb auch ein Verbot dieser technischen Verschleierungsmaßnahmen. Verstöße dagegen sollen ebenfalls mit einem Bußgeld belegt werden können“, so Zypries weiter.

net mööööglich, kann ich nicht dran glauben. Das wäre das Ende für die CC.

Wuschel_MUC
15.05.2007, 19:21
...Das wäre das Ende für die CC.
Wer wettbewerbswidrige Anrufe betreibt, wird keine Hemmungen haben, die Rufnummernübermittlung trotz Verbot abzuschalten.

Der Angerufene kann dann auch nur versuchen, mit gutem Zureden oder einer Scheinbestellung herauszufinden, wer ihn angerufen hat.

Bußgeldbescheide werden in den Preis einkalkuliert, ansonsten macht man weiter wie bisher. Wirkungsvoller wäre es, der Firma nach Kaltanrufen den Laden befristet zuzusperren und im Wiederholungsfall eine Gewerbeuntersagung betreiben zu können.

Aber das verträgt sich nicht mit der wirtschaftsfreundlichen CDU/CSU.

Wuschel

Arthur
15.05.2007, 20:06
http://www.heise.de/newsticker/meldung/89791

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat heute entschiedene Maßnahmen gegen unerwünschte Telefonwerbung angekündigt. Den Verbraucherschützern gehen die Pläne nicht weit genug. mehr...

Call-Center Fresser
16.05.2007, 13:33
Was mir in dem Heise-Artikel ein bisschen Sorge macht, ist die Aussage von Frau Zypries, dass sie die Bemühungen der Call-Center Branche um Selbstregulierung begrüßt.

Bisher sah die "Selbstregulierung" so aus, dass die Telefonwerbung massiv zugenommen hat, und zwar nach dem gesetzlichen Verbot.

Bisher war Telefonwerbung (ohne ausdrückliche Zustimmung) sowieso schon verboten, jetzt muß man eben sehen, dass man wirkungsvoll gegen Verstöße vorgeht. Wenn man die Rufnummernunterdrückung den Firmen nicht nachweisen kann, kann man sie dafür auch nicht belangen. Also ist es auch wichtig, funktionierende Kontrollmechanismen einzubauen.

Die beste Idee ist natürlich, dass am Telefon geschlossene Verträge grundsätzlich schriftlich vom Kunden bestätigt werden müssen. Da hätten die unseriösen Anbieter keine Chance mehr. Gerade hier könnten die seriösen Call-Center Betreiber zeigen, dass sie es ernst meinen. Aber ich gehe jede Wette ein, dass die CC-Lobby dies verhindern wird. :sick:

Da ich glaube, dass es wieder viele Nebelschwaden geben wird, hinter denen wirkungsvolle Maßnahmen verschwinden, mache ich folgende Wette:

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass am Telefon geschlossene Verträge vom Kunden schriftlich bestätigt werden müssen, schreibe ich hundert Beiträge mit der Überschrift "Ich finde Call-Center toll" in denen ich (mindestens 20 Zeilen pro Beitrag) nur positives über Call Center ausführe!

Wuschel_MUC
16.05.2007, 14:21
Die beste Idee ist natürlich, dass am Telefon geschlossene Verträge grundsätzlich schriftlich vom Kunden bestätigt werden müssen. Da hätten die unseriösen Anbieter keine Chance mehr. ... Aber ich gehe jede Wette ein, dass die CC-Lobby dies verhindern wird. :sick:
Das ist nur sinnvoll, wenn der Verkäufer der Anrufer war. Andernfalls ist es z.B. auch nicht möglich, selber etwas telefonisch zu bestellen, und sei es nur ein Arzttermin.

Ich habe auch schon mit Kunden Abmachungen am Telefon getroffen und mir bei Leuten, die ich kenne, die schriftliche Bestätigung erspart.

Vielleicht fällt unseren Juristen hier eine Formulierung ein, wie und wo man die Grenze zwischen "Handschlag"-Geschäften und Abzocke ziehen kann?

Wuschel

Fidul
22.05.2007, 22:35
Was mir in dem Heise-Artikel ein bisschen Sorge macht, ist die Aussage von Frau Zypries, dass sie die Bemühungen der Call-Center Branche um Selbstregulierung begrüßt.
Rhetorische Fragen: Hat die Selbstregulierung der Dialerbranche funktioniert? Wird sie bei den ColdCallCentern auch funktionieren?

Nee, so nich.

JohnnyBGoode
23.05.2007, 09:05
Deshalb soll bei Verstößen künftig auch ein Bußgeld verhängt werden können“, sagte Zypries. „Leider können viele unerwünschte Werbeanrufe nicht verfolgt werden, weil sich nicht feststellen lässt, wer angerufen hat. Denn die Unternehmen machen in der Regel von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Rufnummer zu unterdrücken. Zu einem wirkungsvollen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher gehört deshalb auch ein Verbot dieser technischen Verschleierungsmaßnahmen. Verstöße dagegen sollen ebenfalls mit einem Bußgeld belegt werden können“, so Zypries weiter.

Nicht zu früh freuen! Unser guter Minister Glos beabsichtigt, beim Verbot der Rufnummerunterdrückung Ausnahmen zuzulassen :clown:

Diese Bestimmung wird sicherlich mit dessen Hilfe wieder durchlöchert wie Schweizer Emmentaler...;)

Arthur
23.05.2007, 09:27
Nicht zu früh freuen! Unser guter Minister Glos beabsichtigt, beim Verbot der Rufnummerunterdrückung Ausnahmen zuzulassen :clown:
wobei er Schützenhilfe von jemandem bekommt, von dem man es kaum erwartet hätte
http://www.heise.de/newsticker/meldung/89882

Es gebe für Schaar keinen Grund, sich gegen ein Verbot der Rufnummern-Unterdrückung zum Beispiel bei Call-Centern auszusprechen. Dagegen könne bei normalen geschäftlichen Telefonaten eine Rufnummernunterdrückung angemessen sein.
Wann soll das "angemessen" sein? Damit gäbe es bereits ein Schlupfloch so groß wie der Grand Canyon.

Stefan88
23.05.2007, 12:57
Die beste Idee ist natürlich, dass am Telefon geschlossene Verträge grundsätzlich schriftlich vom Kunden bestätigt werden müssen.

Nein, CC sind Service - und Dienstleistungsunternehmen, warum Kunden unnötig Arbeit machen. Um Missverständnisse zu vermeiden, werden die Bestätigungen daher vom CC verschickt.
In nur wenigen Fällen kommt es zu Beschwerden, und nur dann braucht der Kunde aktiv werden.

Im Interesse der Kunden werden keine Rufnummern angezeigt, sondern die Kontaktdaten per Post verschickt. Die sind erstens vollständig, und zweitens möchten wir keinen Kunden zumuten, daß er beim Rückruf in eine Endloswarteschleife kommt, oder teuer umgeleitet wird.

Und Schlupflöcher werden bleiben, keiner will den Aufschwung gefährden. Haben wir diesen Aufschwung doch den CallCentern zu verdanken, weil sie in Wirtschaftlich schweren Zeiten den Firmen helfen, ihre Produkte trotzdem an den Mann und die Frau zu bringen.

Wuschel_MUC
23.05.2007, 13:39
Schaar hat teilweise Recht. Will man z.B. einen säumigen Zahler anrufen, ist eine abgestellte Rufnummernübermittlung schon sinnvoll.

Oder man macht in Berlin endlich Nägel mit Köpfen und die Rufnummernübermittlung darf nie abgestellt sein.

Anrufe der oben genannten Art müssten dann über eine sonst unbenutzte Rufnummer getätigt werden, was dank ISDN-Rufnummernpaketen auch nicht so aufwändig ist.

Wuschel