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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was tun bei "Missverständnissen"?



daxus
30.11.2007, 23:53
Schönen guten Tag,

mal angenommen Person x bekommt einen ungebetenen Anruf,
läßt sich etwas belabern und fordert dann Informationsmaterial an.

Nun bekommt er dummerweise direkt eine Auftragsbestätigung zugesendet, die er gar nicht haben wollte.

Schon klar, nun heißt es hier immer sofort wiederrufen und am besten mit Zeugen und Einschreiben und so weiter.

Aber ist das überhaupt nötig. Was würde denn passieren wenn X einfach toter Mann spielt. Auf nichts reagiert und wartet bis man ihn verklagt (falls das geschehen sollte).

Die brauchen doch auch erstmal Beweise für ihren Auftrag, oder liege ich da falsch??

Gaston
01.12.2007, 00:15
Ich schlage Dir vor, die entsp. threads mal durch zu lesen.
So, wie Du den Fall hier schilderst, bekommst Du bestimmt nicht den Rat, umgehend zu widerrufen!

Schon klar, nun heißt es hier immer sofort wiederrufen und am besten mit Zeugen und Einschreiben und so weiter.

Wenn es so ist, wie von Dir geschildert:

mal angenommen Person x bekommt einen ungebetenen Anruf,
läßt sich etwas belabern und fordert dann Informationsmaterial an.
dann ist der Rat höchstens der, dass man widerspricht, genauer gesagt dem vorhandensein eines angeblichen Vertrages widerspricht!
Das ist ein feiner Unterschied. Ich such es jetzt nicht heraus, aber sowohl ich, wie auch eine Menge anderer User (ich kann mich auch noch an ein Posting von Mareike erinnern, wo sie auf den Unterschied hinwies) haben immer wieder darauf hingewiesen, dass man mit einem "Widerruf" die Existenz eines Vertrages sozusagen nachträglich bestätigt.
Solche Unvorsichtigkeiten sind es, auf die solche Leute warten. Das sind dann auch die Fälle, die in diversen Seiten solcher Leutchen als "Beweis" für die Rechtmäßigkeit Ihrer Forderungen aufführen (wie z.B. der Anwalt der Brüderchen S.).

Was würde denn passieren wenn X einfach toter Mann spielt. Auf nichts reagiert und wartet bis man ihn verklagt (falls das geschehen sollte).
Das ist auf jeden Fall besser, als solche Unüberlegtheiten zu machen.
Wobei ein Widerspruch eine eindeutige Erklärung ist und man so vor Gericht, wenn es so weit kommt, auf jeden Fall beweisen kann, dass man von Anfang an den Vertragsstatuts (nämlich, das es gar kein Vertrag gibt) den angebl. Vertragspartner deutlich gemacht hat. Das wirkt sich bei einem Richter immer gut aus. Dann kommt auch nicht die Frage von Ihm, warum man dem Kläger gegenüber nicht erklärt hat, dass man keinen Vertrag miteinander hat.

Aber auch, wenn man überhaupt nicht reagiert, sollte es vom rechtlichen her alles klar sein. Immer voraus gesetzt, dass man keinen Vertrag eingegangen ist.

EDIT:
Schönen Gruß noch an "X" ;)

Gaston
01.12.2007, 09:51
Nachtrag für "X" ;)

Ich habe zwei Postings gefunden (per Zufall), die sich auf die Problematik Widerspruch bezieht.
Hier #1: http://www.antispam-ev.de/forum/showpost.php?p=108459&postcount=351

Hier #2: http://www.antispam-ev.de/forum/showpost.php?p=108551&postcount=353

Goofy
01.12.2007, 11:54
In Ergänzung dazu:

Ein Widerruf bezieht sich immer auf das Widerrufsrecht in den Fernabsatzregeln (z.B. 14-tägiges Widerrufsrecht).
Wie Gaston schon schreibt, erkennt man mit einem Widerruf prinzipiell an, dass ein gültiger Vertrag (http://www.antispam-ev.de/wiki/Vertrag) bestanden hat.

Ein Widerruf ist allenfalls dann sinnvoll, wenn die Widerrufsfrist nicht abgelaufen ist, oder wenn keine Belehrung über die Frist erfolgt ist (dann hat nämlich die Widerrufsfrist niemals begonnen!).

Ist aber die Widerrufsfrist abgelaufen, oder gibt es gar kein Recht auf Widerruf (wie z.B. bei Lottoverträgen oder bei sofort begonnenen Internetdienstleistungen!), dann handelt man sich u.U. Probleme ein, wenn man ein Widerrufsschreiben an den Betreiber schickt.

Vielmehr muss hier der Begriff "Widerspruch" bzw. "Anfechtung" benutzt werden.

PWR
01.12.2007, 12:00
... dass man mit einem "Widerspruch" die Existenz eines Vertrages sozusagen nachträglich bestätigt.
Sollte wohl "Widerruf" heissen? :)

Gaston
01.12.2007, 12:05
Richtig!
Bitte um Entschuldigung, aber bin gerade Gesundheitlich nicht so auf der Höhe.

Goofy
01.12.2007, 12:16
... aber bin gerade Gesundheitlich nicht so auf der Höhe.

Wem sagst Du das. [*kröch*]
Ich hab das oben mal korrigiert, um die Leser nicht durcheinanderzubringen.