PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : COSMOSCOLOUR GmbH aus Hamburg



Werbehasser
04.12.2007, 13:56
Hamburg scheint ja nun ein prädestiniertes Plätzchen für den Vertrieb von Druckerpatronen zu sein ...

Schon in 2006 versuchte die Firma ...

COSMOSCOLOUR GmbH
Geschäftsführer: Tolga S.
Marshallweg 6
22111 Hamburg
Tel. (040) 60008702
Fax (040) 63915805
www.cosmoscolour.de

... mit unerbetenen Werbeanrufen ihre portofreien fabrikneuen Hochleistungstoner zu verkaufen. Trotz ihrer Kenntnis, dass zur Aufnahme des erstmaligen Kontaktes das Telefon, Telefax und auch keine E-Mail missbraucht werden darf und sie sich somit ihrer Verstöße gegen geltende Rechtsnormen sowie der ständigen Rechtsprechungen bewusst sind, setzen sie ihr Unwesen auch in 2007 fort; diesmal aber unter ihrer neuen Anschrift ...

COSMOSCOLOUR GmbH
Geschäftsführer: Tolga S.
Högerdamm 39-41
22111 Hamburg
Tel. (040) 60008702
Fax (040) 63915805
www.cosmoscolour.de

Wer ist denn ebenfalls Betroffener / Geschädigter und erhielt von denen unerbetene Werbeanrufe oder gegenüber wem haben die denn ebenfalls schon ihre Unterlassungserklärung abgegeben?

scoopy
04.12.2007, 14:39
Die haben bei uns auch schon mal nagerufen.
Eine Frau war dran, meinte, ob ich an ner Umfrage teilnehmen will.
Zum Thema Druckkosten.
Meinte ich, dass ich kein Interesse habe, dass wir schon n günstigen Anbieter haben, was Drucker und Toner angeht.
Ob wir net mal testen wollen. Nö. Und hab aufgelegt.

in der selben Woche klingelte das Telefon wieder, wieder diese Firma.
Dieses mal ne andre Dame dran. Hab ich se zusammengeschissen.

1. Die Nummer, die sie gewählt hat, teht auf der Robinsonliste.
2. Ihrer Kollegin hab ich bereits erklärt, dass ich kein Interesse habe.
3. Habe mit Unterlassungsklage gedroht, wonach sie mir dann an den Kopf warf,
wie ich drauf sei und legte auf. :-D

California
15.02.2008, 10:34
Hallo auch. ;) Ja ja, das sind schon komische Leute dort! Das sag ich nicht nur einfach so, sondern weil ich ein ehemaliger bin! Daher auch meine Frage: Hat vielleicht noch jemand sein Lohn nicht bekommen? Da reißt man sich den allerwertsten auf, lässt sich blöde vom TL ( Teamleiter) anpöbeln und dann bekommt man nicht mal sein Geld!

Schnabelland
15.02.2008, 12:30
Da reißt man sich den allerwertsten auf, lässt sich blöde vom TL ( Teamleiter) anpöbeln und dann bekommt man nicht mal sein Geld!

Ich verweise auf meinen fettgedruckten Merksatz aus diesem Beitrag (http://www.antispam-ev.de/forum/showpost.php?p=140366&postcount=33)...

Call-Center Fresser
15.02.2008, 13:34
.. Ja ja, das sind schon komische Leute dort!... Da reißt man sich den allerwertsten auf, ...und dann bekommt man nicht mal sein Geld!

Was mich bei solchen Kommentaren immer interessiert: Macht man den bei solchen "komischen Leuten" munter weiter wenn man doch sein Geld bekommt?:confused:

Mir fällt auch bei einigen Statements von Ex-CCs auf, dass sie Ihr Gewissen entdecken.....und zwar immer genau in dem Moment, in dem sie kein Geld mehr bekommen.:sick:

gwm
15.10.2010, 12:14
Im August 2009 erhielt ich einen Anruf von CC, man sagte, man mache eine Umfrage zum Tonerverbrauch. Am Ende des Telefonats hatte ich eine Tonerlieferung bestellt und dann auch bekommen. Mir wurde zugesichert, es sei Originaltoner, der wesentlich weiter reichen sollte. Auf der Auftragsbestätigung war diese erste Lieferung drauf. Die Auftragsbestätigung schickte ich zurück. Einige Monate später erhielt ich wieder einen Anruf, wegen einer Restlieferung. Daraufhin eine Auftragsbestätigung, die ich nicht zu unterschreiben brauchte. Lieferung und Rechnung erfolgte prompt. Jetzt erhielt ich wieder einen Anruf, wieder eine Auftragsbestätigung, die ohne Unterschrift gültig sein sollte und wieder eine Lieferung mit Rechnung. Ich brauche aber gar nicht so viel Toner. Außerdem stimmt die Aussage nicht, daß es Originaltoner ist. Die Kartuschen sehen anders aus und sind nicht von HP. Der Toner reicht auch nicht doppelt so weit wie meine Originale. Sparen kann man damit also nichts. Zurückgenommen werden die Toner auch nicht. Wer hat noch schlechte Erfahrungen damit gemacht?

Grisu_LZ22
15.10.2010, 13:08
@gwm:
Warum nimmst Du die Lieferungen überhaupt an? Annahme verweigern und zurückgehen lassen wäre eine Möglichkeit.
Leider schreibst Du nicht ob Du hier als Gewerbetreibender oder als Privatmann die erste Tonerlieferung bestellt hast was zur weiteren Beurteilung des Sachverhalts dienlich wäre.

Mittwoch
15.10.2010, 13:10
Hallo gwm,
willkommen im Forum! Ich rolle Deinen Beitrag mal von hinten auf.


Wer hat noch schlechte Erfahrungen damit gemacht?
Viele Leute, mit immer wechselnden Maschen. Ich gehe doch Recht in der Annahme, dass Du als Gewerbetreibender den Anruf erhalten und die erste Lieferung per Auftragsbestätigung bestellt hast?

Dann kann ich Dir nämlich nicht allzu viele hilfreiche Tipps geben. Werbeanrufe bei Gewerbetreibenden sind zwar auch nicht erlaubt, siehe Werbeanrufe_an_Gewerbebetriebe, aber mit der (unterschriebenen?!) Auftragsbestätigung bist Du vermutlich einen bindenden Vertrag eingegangen. genau beantworten kann Dir das einE RechtsanwältIn, deren Besuch ich Dir in diesem Fall sehr ans Herz lege.

Wenn ein Vertrag bestand, muss man genau schauen, was denn darin vereinbart wurde. Wenn es nur die erste Lieferung war, so kann man vom Versender verlangen, die zweite und dritte Lieferung binnen einer angemessenen Frist bei Dir abzuholen (natürlich auf Kosten des Liefernden). Die weiteren Lieferungen hätten nämlich keine vertragliche Grundlage, es wären also unbestellte Lieferungen, und mit solchen kann man eigentlich machen, was man möchte. Als Gewerbetreibender wäre ich jedoch vorsichtig und würde zunächst die Abholung verlangen.

Ob ein Vertrag bestand, kann ich hier natürlich nicht beurteilen, daher der Rat zu juristischer Fachberatung. Wir dürfen hier im Forum auch keine juristische Einzelfallberatung machen.


Ich brauche aber gar nicht so viel Toner. Außerdem stimmt die Aussage nicht, daß es Originaltoner ist. Die Kartuschen sehen anders aus und sind nicht von HP. Der Toner reicht auch nicht doppelt so weit wie meine Originale. Sparen kann man damit also nichts.

Das wäre eventuell ein Hebel, aus dem Vertrag heraus zu kommen. Die Ware entspricht nicht der Beschreibung. Genaueres kann Dir aber DeinE AnwältIn sagen, siehe oben.



Zurückgenommen werden die Toner auch nicht.

Tja, bei Gewerbetreibenden gibt es leider kein Rückgabe- und/oder Widerrufsrecht. Das kann man schade finden, muss es aber nicht.

Schönen Gruß
Mittwoch

jens69
15.10.2010, 14:00
Da stellt sich dann auch die Frage, ob für die beiden Folgelieferungen ein vertrag vorlag. Eine Auftragsbästätigung muß der Kunde auch nicht unterschreiben; diese bestätigt nur, daß der Auftrag des Kunden bearbeitet und ausgeführt wird und ist somit lediglich eine Information.

euregio
16.10.2010, 09:16
@gvm
Ich würde an deiner Stelle einfach mal ne Mängelrüge postieren, die zugesicherte Eigenschaft eines Produktes fehlt. Außerdem ist es ein Plagiat, schließlich wurden dir ja Original PÜatronen zugesichert. Die Rechtsabteilung des Druckerherstellers dürfte sich auch über eine eidesstattliche Versicherung freuen.
Zum schluss würde ich dem Verein noch ein Datenblatt über die Inhaltsstoffe aus der Nase ziehen, diese Datenblätter müssen vorliegen bei Druckertoner. Schließlich sind da lungengängige Partikel drin. Ach ja, Du hast seit der Benutzung doch immer so ein komisches Hüsteln oder..

Goofy
10.02.2011, 19:00
Die Rechtfertigungsdiskussion wg. Telefonwerbung der COSMOSCOLOUR GmbH aus Hamburg geht im Mülleimer weiter:
https://www.antispam-ev.de/forum/showthread.php?31065-Ausgelagert-Rechtfertigung-f%FCr-Telefonwerbung-COSMOSCOLOUR

euregio
15.02.2011, 13:02
Nachtrag, ich hatte heute die Bande wieder am Telefon. Mittlerweile steht wohl ein indisches oder pakistanisches Callcenter Team in deren Lohn und Brot. Ich habe die LEute nciht verstanden und erstmal dumme Fragen gestellt. Anscheinend haben die nur nachgebaute HP PAtronen im Angebot.
Man rief natürlich ohne Rufnummer an....

Axelotel
27.04.2011, 14:52
COSMOSCOLOUR GmbH aus Hamburg
ist wieder aktiv
Schon in 2006 versuchte die Firma ...

COSMOSCOLOUR GmbH
Geschäftsführer: Tolga S.
Marshallweg 6
22111 Hamburg
Tel. (040) 60008702
Fax (040) 63915805

... mit unerbetenen Werbeanrufen ihre portofreien fabrikneuen Hochleistungstoner zu verkaufen. Trotz ihrer Kenntnis, dass zur Aufnahme des erstmaligen Kontaktes das Telefon, Telefax und auch keine E-Mail missbraucht werden darf und sie sich somit ihrer Verstöße gegen geltende Rechtsnormen sowie der ständigen Rechtsprechungen bewusst sind, setzen sie ihr Unwesen auch in 2007 fort; diesmal aber unter ihrer neuen Anschrift ...

COSMOSCOLOUR GmbH
Geschäftsführer: Tolga S.
Högerdamm 39-41
22111 Hamburg
Tel. (040) 60008702
Fax (040) 63915805

jetzt sind sie wieder aktiv: unter folgender Anschrift

Cosmos Colour GmbH
Am Schiffbeker Berg 2
22111 Hamburg
Tel. (040) 60008702
Fax (040) 63915805

hier werden wieder, mit unerbetenen Werbeanrufen, (ohne Rufnummeranzeige) ihre portofreien fabrikneuen Hochleistungstoner angepriesen.

Wer ist denn ebenfalls Betroffener / Geschädigter und erhielt von denen unerbetene Werbeanrufe oder gegenüber wem haben die denn ebenfalls schon ihre Unterlassungserklärung abgegeben?

Werbehasser
28.04.2011, 02:07
COSMOSCOLOUR GmbH aus Hamburg
ist wieder aktiv

jetzt sind sie wieder aktiv: unter folgender Anschrift

Cosmos Colour GmbH
Am Schiffbeker Berg 2
22111 Hamburg
Tel. (040) 60008702
Fax (040) 63915805

hier werden wieder, mit unerbetenen Werbeanrufen, (ohne Rufnummeranzeige) ihre portofreien fabrikneuen Hochleistungstoner angepriesen.

Ach @Axelotel ... erkläre uns doch bitte mal, aus welchem Grund Du meinen Post1 'nur' abgeschrieben und nur mit Deinen zitierten 'ersten' Worten 'angefüttert' hast? Wir sind da mal Alle sehr gespannt ...

Könnte sehr gut möglich sein, dass es kurz davor ist, dass ne RiesenMenge rote Tonnen auf Dich da niederprasseln ... (noch) angenehme Nachtruhe

s aus h
30.11.2011, 13:47
hallo,

hier meldet sich noch ein ehemaliger - allerdings nur für einen tag, also bitte nicht gleich auf mich einkloppen.

auf arbeitssuche in lübeck (dort gibt es einen ableger) wurde ich auf das call-center aufmerksam.
habe mich dort beworben, wurde zum gespräch eingeladen.
beim gespräch liess ich durchblicken, dass ich nur saubere cc-arbeit machen möchte, also keine cold calls, kein illegales zeug.
alles super, alles sauber, bestandskundentelefonie mit erlaubnis, blabla, erzählte mir mein gegenüber, der stellvertretende geschäftsführer, ein herr c*.
mir wurde eine woche praktikum zum kennenlernen (obligatorisch) angeboten, dies wurde dann auch als massnahme vom arbeitsamt genehmigt - vom steuerzahler bezahlt!

mein erster arbeitstag war der horror. es wurde mir eine liste telefonnummern vorgelegt (autohäuser), die ich zur qualifizierung abtelefonieren sollte, ich sollte telefonisch den namen des geschäftsführers ermitteln - natürlich aber nicht als "cosmoscolour", sondern als mitarbeiter von "büro-office-versand", was ein phantasiename ist.
zu dem zeitpunkt wurde ich misstrauisch (5 minuten nach arbeitsbeginn), aber ihr müsst wissen, dass der abbruch einer arbeitsamts-massnahme mit 6 wochen sperre der bezüge einher geht, was ich nicht riskieren wollte. ich telefonierte also diese ausgedruckten listen den ganzen tag ab.

nebenbei bekam ich natürlich mit, was die kollegen neben mir so treiben: lange rede, kurzer sinn, es wird dort gelogen, gedrückt, kalte anrufe, übelst!

am nächten tag bin ich zum arzt gegangen und habe mich für den rest der zeit kramkgemeldet, um die arbeitsamts-sperre zu umgehen.

GANZ ÜBLER LADEN!

es ist nicht nur traurig, wie sie kunden abzocken (ja, es werden originalpatronen angekündigt und dann ihre eigenen verschickt), sondern wie auch arbeitssuchende veräppelt werden und dort praktika auf steuerkosten abhalten. ich bin immer noch soooo sauer

die agents bekommen minimalgehalt, natürlich hohe provisionen und prämien, in den teams herrscht sehr grosser druck.
und wenn ich hier kollegen lese, die sich über ausbleibendes gehalt wundern: da fngt das wundern aber mal tatsächlich sehr spät an! schämt euch, da gearbeitet zu haben!

siebich
30.11.2011, 13:53
Ich würde den Laden an Deiner Stelle an die Arbeitsagentur verpetzen. Und zwar nicht bein Hänschen sondern beim Hans (sprich nicht beim kleinen Sachbearbeiter, sondern schon ein paar Stufen höher).
Desselben würde ich da es zweifelhaft ist ob die Herrschaften von der Agentur überhaupt eine Reaktion zeigen eine überregionale Zeitung und einige Sender darüber informieren. Irgend einer wird schon Interesse daran zeigen um das mal zu veröffentlichen.

Auf jeden Fall: Mach was, lass das auf keinen Fall auf sich beruhen.

mareike26
30.11.2011, 13:58
Hallo und willkommen im Forum.
Keine Angst, hier fährt Dir niemand an den Karren - Du hast ja selber erkannt, was das für ein Laden ist und Kosequenzen gezogen. Vielen Dank dafür.
Ich gebe siebich recht, bitte den Laden verpetzen.
Noch etwas: Die Arbeitsagentur darf Dich nicht zu einem Job zwingen, in dem mit illegalen Methoden gearbeitet wird. Solch eine Arbeit darfst - bzw. solltest Du verweigern. Die Arbeitsagentur darf Dir in so einem Fall auf gar keinen Fall das Geld streichen. Das Recht ist auf Deiner Seite.

Solli
30.11.2011, 14:00
Ich denke keiner hier macht dir Vorwürfe, weil du einen üblen Arbeitgeber erwischt hast. Du hast ja offensichtlich selbst rechtzeitig gemerkt, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht.

Was mir aber etwas sauer aufstößt: Es muss doch für Arbeitssuchende andere Möglichkeiten als eine vorgetäuschte Krankheit geben, um keine illegalen Tätigkeiten ausführen zu müssen! Eine Meldung an das zuständige Jobcenter hätte vielleicht verhindert, dass andere Arbeitssuchende an diese Stelle vermittelt werden.

Deine Shift-Taste ist kaputt.

Mittwoch
30.11.2011, 14:06
Hallo s aus h,
willkommen im Forum!


hier meldet sich noch ein ehemaliger - allerdings nur für einen tag, also bitte nicht gleich auf mich einkloppen.
Ich möchte dich eher beglückwünschen zu der Entscheidung, das Ganze nur einen Tag lang mitzumachen.



am nächten tag bin ich zum arzt gegangen und habe mich für den rest der zeit kramkgemeldet, um die arbeitsamts-sperre zu umgehen.
Das Arbeitsamt darf dich nicht in Jobs vermitteln, bei denen Du (ganz oder teilweise) illegale Jobs ausübst. Der Gang zum Arzt war sicherlich das für Dich einfachste. Ich möchte dennoch für alle anderen Betroffenen hier bemerken, dass man gegen eine Sperre der Bezüge wegen Abbruch einer solch zweifelhaften Maßnahme wie der hier sehr gute Chancen hat, in Widerspruch zu gehen. Wichtig für die Begründung des Widerspruchs sind allerdings Beweismittel, angefangen bei einem möglichst minutiösen Gedächtnisprotokoll, das dann später eventuell Grundlage einer Eidesstattliche Versicherung werden kann, dann, falls möglich, ein Gesprächsleitfaden im original oder als gutes Handyfoto und die Namen von Kollegen.

Und wer Angst hat, gegen das/die Jobcenter/Arbeitsamt/ARGE einen Rechtsstreit zu beginnen, weil dieser teuer oder kompliziert ist, den kann ich beruhigen. Zum Einen hat man als Mittellose(r) Anspruch auf einen Anwaltskosten - Beratungsschein, zum anderen gibt es in sehr vielen Orten auch Selbshilfeorganisationen für Arbeitslose, die gute Beratung leisten und sicherlich schon viele ähnliche Fälle betreut haben. Eine entsprechende Internetsuche führt meist schnell zu einer Kontakadresse in der Nähe des eigenen Wohnorts.

Wenn das Jobcenter dann eine Sperre der Bezüge verhängt, muss man fristgerecht Widerspruch einlegen. Die kann auch erst einmal pro forma und ohne Begründung erfolgen, die Begründung kann dann nachgeliefert werden. Normalerweise reichen aber die vier Wochen Frist aus, um mit entsprechender Hilfe eine fundierte Begründung schon im Widerspruchsschreiben selber zu geben.

Ich möchte abschließend noch vor Musterschreiben solcher Widersprüche im Internet warnen. Diese mögen ein guter Anhaltspunkt sein, können aber nicht die durchdachte Erwiderung ersetzen. Die Jobcenter müssen jeden Fall einzeln prüfen, und wenn sie Zweifel an der Behauptung haben, der vermittelte Job umfasse illegale Arbeitsaufträge, dann müssen die einen Widerspruch ablehnen. Daher bitte immer erst entsprechende Beratung suchen, bevor man den Widerspruch bzw. dessen Begründung einreicht!

Schönen Gruß und Dir, s aus h, viel Erfolg bei der suche nach einem anständigen Job!
Mittwoch

Wuschel_MUC
30.11.2011, 14:28
...es wird dort gelogen, gedrückt, kalte anrufe, übelst!
...GANZ ÜBLER LADEN!
...praktika auf steuerzahlerkosten abhalten. ich bin immer noch soooo sauer
Hast du Namen/Adressen von "Kollegen", die wahrscheinlich auch nach kürzester Zeit verschlissen waren?

Dann solltest du das Callcenter nicht nur an die Arbeitsagentur, sondern auch an die Presse verpetzen. Ohne öffentlichen Druck wird man bei der Arbeitsagentur nichts gegen das Callcenter übernehmen. Man bekommt damit Leute aus der Arbeitslosen-Liste heraus, bessert sich laufend die Vermittlungsstatistik auf usw.

Vielleicht interessiert sich auch der Schriftsteller Günter Wallraff noch für deinen Fall. Er hat doch vor geraumer Zeit auch ein paar Callcenter "beschrieben" und wurde zur eigenen Überraschung nicht verklagt!

Das Hauptziel sollte sein, den Knilchen das Handwerk zu legen, bevor noch mehr Leute darauf hereinfallen und dieses Geschäftsgebaren auch noch öffentlich subventioniert wird!

Wuschel

s aus h
03.12.2011, 13:52
hallo in die runde und danke für den zuspruch!

dass ich das nicht publik gemacht habe, tut mir im nachhinein auch leid. das arbeitsamt werde ich aber erst dann informieren (und wohl auch nur anonym), wenn ich dort kein kunde mehr bin und nicht mehr von dem gutdünken meines "kundenberaters" abhängig bin. da ist mir die gefahr, dass der kühlschrank bis zum ende eines rechtsstreites leer bleibt einfach zu gross. ich bin mir bewusst, dass dadurch eventuell noch andere kinder in den brunnen fallen, aber das hat für mich einfach nicht die prio1.

die presse werde ich allerdings tatsächlich kontakten... gibt es hier eventuell erfahrungen, welche medien da ein offenes ohr für haben, speziell im norddeutschen raum? allerdings habe ich keinen kontakt zu ehemaligen dieser firma, mein wort stünde da alleine im raum. ich habe auch nicht den hauch eines gewissens bei den arbeitskollegen zu spüren bekommen, das mag aber auch am herrschenden druck gelegen haben, dass die das nicht haben raushängen lassen.

als cc-mitarbeiterin finde ich solche praktiken natürlich ganz ganz schlimm, denn das ganze berufsbild hat ja einen negativen touch durch die erfahrungen, die jeder einzelne durch solche firmen macht... wann immer das thema auf meinen job zu sprechen kommt, muss ich mich rechtfertigen. und das, obwohl ich keinem senioren lotterielose aufschwatze oder einen unpassenden handytarif oder whatever.

herzlichen gruss
s aus h

maridom
13.07.2012, 11:47
Leider habe ich vor 2 Jahren auch den Fehler begangen bei dieser Firma 2 Toner zu bestellen.
Vor einigen Wochen bekam ich einen Anruf dass angeblich aus dieser Bestellung von 2010 noch eine Abnahmeverpflichtung für weitere 2 Stück besteht. Konnte mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern habe aber weil ich dachte dass ich dann endgültig Ruhe habe der Lieferung zugestimmt.
Jetzt sind die wirklich so dreist, wieder anzurufen. Gleiche Behauptung, wir müssen aus dieser angeblichen alten Bestellung noch weitere Toner abnehmen, diesmal sogar 3 Stück!!! Also da bin ich mir absolut sicher dass ich niemals insgesamt 7 Stück bestellt habe!! Habe eine Weile mit dem Menschen am Telefon gestritten, er ist aber hartnäckig geblieben. Er hat mir dann tatsächlich eine AB geschickt. Ich habe dann nochmal geantwortet dass wir die Toner nie bestellt haben und keine weitere Lieferung wollen. Falls die Toner tatsächlich kommen, werden wir die Annahme verweigern.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir verraten wie die Story weiterging?

Aphel
25.02.2014, 22:53
Da sich CosmosColour letzte Woche auch mal bei mir unangemeldet und unerwünscht gemeldet hat, also noch immer aktiv ist, hier die Geschichte eines Bekannten - so wie er sie mir erzählt hat.

Ende 2012 erfolgte ein ColdCall von CosmosColour bei dem 1 Toner bestellt wurde, da zu dem Zeitpunkt gerade alternative Tonerhersteller ausprobiert wurden. Es wurde am Telefon gesagt es sei eine einmalige Gelegenheit, da sonst nur größere Mengen abgegeben würden und man zwecks Kundenaquise diese Vorgabe aussetze und man auch nur 1 Toner kaufen könne.

Der Toner wurde geliefert, entsprach aber nicht den Erwartungen und erst recht nicht den Versprechungen (doppelte Kapazität etc.). Druckbild war nur durchschnittlich (Bauform: Kartusche inkl. Trommel) und Kapazität nicht höher als bei Originalen. Da der Drucker zu 95% immer die gleichen Formulare ausdruckt, konnte das sehr gut nachvollzogen werden.

Anfang 2013 (etwa Februar) erfolgte ein neuer Anruf in welchem behauptet wurde, es wäre eine Restlieferung offen, denn es wären damals 3 Kartuschen bestellt worden. Nach längerer Diskussion (~ 30 Minuten) wurde der Restlieferung von 2 Kartuschen zugestimmt. Angeblich, um endlich Ruhe zu haben (ich vermute, man ist eingeknickt). 1 wurde gleich verschenkt (an mich - danke nochmal für den Schrott!) und die andere verbraucht.

Seit Mitte 2013 wird wohl in unregelmäßigen Abständen immer wieder mal angerufen, um einen Termin für die "Restlieferung" zu vereinbaren.
Da sich darauf nicht eingelassen wird, wird zuerst versucht Druck aufzubauen (telefonisch geschlossene Verträge seien gültig, man gebe das an die Rechtsabteilung weiter, man schicke den Toner einfach raus um den [angeblichen] Vertrag einzuhalten und Empfänger könnte die Annahme ja verweigern, ...). Auf hartnäckiges Nachfragen wird zuerst ausweichend, später aggressiv reagiert.
Auf das Verlangen, dass CosmosColour doch bitte über Art und Umfang des [angeblichen] Vertrages Auskunft geben (Auskunftsanspruch), wird nur geschimpft oder gedroht. Einmal wurde gesagt, man müsse sich dafür an ein Amt wenden. Nur dieses könnte darüber Auskunft geben. Dabei entständen hohe Kosten. Die könne man aber vermeiden, wenn CosmosColour dies übernähme. Aha?! Beim Nachhaken welches Amt das sei, um selber dort anzurufen, wurde zuerst sehr ausweichend reagiert und die Kostendrohkulisse aufgebauscht. Letztlich rang man sich dazu durch, eine Telefonnummer rauszugeben. Ein Anruf bei dieser Nummer ergab ein nettes Gespräch mit der Angestellten von Rezeption des Hotels Gorch Fock Hamburg !!!

Jegliche angedrohten Schreiben von Anwälten, Rechtsabteilungen, Zusendung von Restlieferungen, etc. sind nie eingetreten.

Das Problem, über Art und Umfang des Vertragen kann durch CosmosColour nicht Auskunft gegeben werden. Denn dazu hätte das Erstgespräch aufgezeichnet werden müssen. Ist das entgegen aller Erwartung doch geschehen (Achtung: dazu hätte vorher ein Hinweis erfolgen müssen; diesen gibts bei CosmosColour aber wohl nicht wie mir erzählt wurde!) würde jedoch auch belegt werden können, dass nie eine größere Menge angeboten, vereinbart und angenommen wurde und keine "Restlieferungen" ausstehen.

Da die Masche mit den Restlieferungen anscheinend häufig angewandt wird, bleibt hier erstmal nur hart bleiben und auf den Auskunftsanspruch beharren. Wenn denn dann Post kommen sollte, kann man immer noch mit Rechtsbeistand reagieren.

PS: seit keiner mehr ans Telefon geht, wenn die anrufen, sollen die Anrufe merklich zurückgehen...

Sunny1311
20.08.2014, 12:32
Bei mir ist es momentan wie bei meinem Vorrednern (- schreibern)!
Exakt selbe Masche!
Habe gerade die AB bekommen über eine 2. Restlieferung. Der ersten (Anfang des Jahres) habe ich aus Unwissenheit zugestimmt.
Habe jetzt direkt per EMail wiedersprochen. Mal sehen was das bringt.
Bin trotzdem noch verunsichert, da ich nicht weiß, in wie weit ich die Toner abnehmen muss. Kann mir das jemand sagen?
Habe in meinem Widerspruch gefordert mir einen unterschriebenen Vertrag zu schicken, in dem die gesamte Abnahmemenge steht. Hilft das?
Wie ist denn die Geschichte bei den anderen ausgegangen? Sollte ich mich direkt an einen Anwalt wenden?
In der AB steht als letzter Satz übrigens, dass die Abnahmepflicht mit diesen 3 letzten Tonern endet.
Ist das wirklich so?

euregio
20.08.2014, 13:06
Gibt es überhaupt eine Auftragsbestätigung oder etwas sonstwie schriftliches. Normalerweise müsste der ersten Lieferung doch ein Lieferschein beiliegen mit dem Vermerk der Teillieferung oder auf der Rechnung etwas vermerkt sein. Ich würde in aller Ruhe dort die Vertragsunterlagen anfordern und ggf. die Lieferungsannahme verweigern bzw. abholen lassen. wie sieht es denn mit den ISO Zertifikaten aus und einer genauen Inhaltsstoffangabe des Toners? Sind Feinstäube gesundheitlich unbedenklich oder hast du immer so ein Augenbrennen? Das alles scheint doch sehr an dubiose Vertriebsmethoden zu erinnern, insofern nicht einschüchtern lassen.

Aphel
24.10.2014, 14:06
Ende 2012/Anfang 2013:

Lieferschein: ja, Angaben über Teillieferungen oder Restmengen: nein

Wie geschrieben, Auskunftsanspruch wahrnehmen und hart bleiben.

Aphel
05.02.2017, 22:05
2017 und diesmal habe ich einen Anruf bekommen und mich an die Geschichte mit Cosmoscolour erinnert. Daher hier folgender Hinweis:

Angeblich hätten wir von früheren Bestellungen (häh ??) noch eine Gutschrift. Die könne leider nicht ausgezahlt werden, da es eine Warengutschrift sei. Btw. so etwas gibt es nicht. Entweder ist es eine Gutschrift für defekte, zurückgesandte, .. Ware - dann besteht Anspruch auf Auszahlung - oder es ist ein Bonus, der auf einer Bonusvereinbarung beruhen müsste an die man sich dann ja wohl erinnern und die man schriftlich fixiert haben sollte - dieser kann als kostenlose Warenlieferung angelegt sein. Aber das ist keine Gutschrift.

Es wurden Daten zu Geräten vorgelesen, die entweder ausgedacht oder aufgrund einer Verwechslung durch Namensgleichheit entspringen. Keine Ahnung.

Dann wurde Toner angepriesen, der genauso gut wie originaler sei, da man auch den originalen Toner des Druckerherstellers produziere. Der sei nur umgelabelt. Natürlich seien die Kartuschen mehr befüllt und würden bei gleichem Druckaufkommen mind. 1,5mal soviel drucken ...

Klingt alles sehr vertraut. Cosmoscolour unter neuem Deckmantel ???

fritz936
26.04.2019, 14:59
Hallo,

die gleiche Masche wird jetzt von der Hamburger Firma COLORTRUST gefahren. Es wird ein schwarzer "Hochleistungs-"Toner zum Ausprobieren angeboten. Einige Wochen später erfolgt dann eine Lieferung mit einem kompletten Satz überteuerter Toner für mehrere hundert Euro. Angeblich ist die zweite Lieferung durch die erste ausgelöst worden. Was aber nicht stimmt und nicht nachvollziehbar ist.

SeID: [ID filtered]

Wie würdet Ihr vorgehen. Der zuständige Mitarbeiter ist telefonisch nicht mehr zu erreichen. Die Firma wurde zur Abholung der nicht bestellten Ware (per Fax, eMail und Einwurf-Einschreiben) aufgefordert. Dem ist sie nicht nachgekommen. Statt dessen tut sie, als sei nicht gewesen und schickte kürzlich eine Zahlungserinnerung.

Viele Grüße

Fritz

Arthur
26.04.2019, 15:53
SeID: [ID filtered]

Auf unaufgeforderte Anrufe sollte man nie reagieren. Der Laden ist einschlägig bekannt:

https://www.tellows.de/num/04023644420 (https://www.antispam-ev.de/forum/redirector.php?url=https%3A%2F%2Fwww.tellows.de%2Fnum%2F04023644420)
+49 (0)40 - 236 444 2-0
04023644420

Statt dessen tut sie, als sei nicht gewesen und schickte kürzlich eine Zahlungserinnerung.
In welcher Form?

PS: Welch Zufall, dass der Laden auch in Hamburg sitzt...

Goofy
29.04.2019, 13:07
Für Privatverbraucher gilt: nicht bestellte Ware braucht nicht bezahlt und auch nicht zurückgeschickt werden - $ 241a Abs. 1 BGB.
Auch mal lesen:
Unrechtmäßige Forderungen

euregio
29.04.2019, 13:53
Das ist doch der entscheidende Punkt. Häufig wird ja über nicht existierende Firmen agiert und den Auftrag wickelt ein anderes Unternehmen ab.
Gerade im Bereich von Tinte und Toner ist das doch Gang und Gebe. War da nicht mal ein Toner Versand im Elsas mit fehlender Steuernummer, hier ist ebenfalls ein wichtiger Ansatz um die Dinge endgültig zum Ende zu bringen. Entsprechende Firmierung und Identifikationsdaten sind heute Pflichtangaben.
Diese Dinge sind wesentlich damit überhaupt ein Vertrag zustande kommen kann, sind diese Angaben ungenau läuft auch ein Unternehmen Gefahr in den Verdacht der Geldwäsche zu kommen. Hinzu kommt bei Toner noch die Gefahrstoffverordnung und die notwendigen Blätter die ebenfalls zur Verfügung zu stellen sind.
Gerade Ausdünstungen, Lungengängigkeit und Inhaltsstoffe sind wesentlich beim Toner. Bei mangelnder Deklaration kann durchaus darüber nachgedacht werden die Lieferung als Gefahrgut zu behandeln und die dadurch entstehenden Kosten dem Versender in Rechnung zu stellen, da Mitarbeiter bei unzureichender Deklaration nicht einer Gefahr auszusetzen sind.

fritz936
29.04.2019, 15:06
Viele Dank für die vielen Antworten.


@Arthur: In welcher Form?

Die Mahnung kam schriftlich.

@Goofy: Ich bin gewerbetreibend und keine Privatperson. Trotzdem müsste doch für mich das gleiche gelten, oder?

Die Firma ColorTrust ist ein Einzelunternehmen und verfügt über USt-Identifizirungsnummer und Steuer-Nr.. Sie haben mir sogar eine Kundennummer vergeben. Soll ich mit gleichen Mittel zurück schlagen: Sie regieren nicht auf meine Schreiben also reagiere ich nicht auf ihre?

Viele Grüße

fritz

Grisu_LZ22
29.04.2019, 17:23
@fritz936 - Goofy schrieb explizit "Privatpersonen" (B2C). Im B2B gelten oft andere Rechtsprechungen /-auslegungen. Da wir keine Rechtsberatung machen dürfen und Du angibst gewerbetreibend zu sein müsstest Du Dich bitte von einem Anwalt beraten lassen.

Goofy
29.04.2019, 20:12
Auch im B2B-Bereich besteht eine Zahlungspflicht natürlich nur dann, wenn es eine handfeste Vertragsgrundlage gibt.
Vertrag

Die Bestellung einer Ware kann auch nicht "einfach so" eine weitere folgende Abnahme- und Zahlungspflicht für weitere Waren auslösen. Dies müsste eindeutig vereinbart worden sein.
Hauptleistungspflichten eines Vertrages (z.B. Abnahme und Zahlungen von Waren im Zeitabstand x...) müssen "eindeutig bestimmt" sein.
Die Beweislast hierfür trägt der Lieferant bzw. derjenige, der einen Zahlungsanspruch geltend macht.

Anderslautendes nachträgliches Gefasel ist null und nichtig.
Wunschdenken des Lieferanten löst keinen Rechtsanspruch aus.

Arthur
29.04.2019, 20:29
Dem ist sie nicht nachgekommen. Statt dessen tut sie, als sei nicht gewesen und schickte kürzlich eine Zahlungserinnerung.


Anderslautendes nachträgliches Gefasel ist null und nichtig.
Wunschdenken des Lieferanten löst keinen Rechtsanspruch aus.
Wenn er wirklich glaubt einen Rechtsanspruch zu haben, kann ja einen gerichtlichen
MahnbescheID: [ID filtered]
Glaube aber weder an das eine noch das andere.

Stachel24
29.04.2019, 22:41
Für Gewerbetreibende gilt grundsätzlich: Aus betriebswirtschaftlichen Gründen ist es manchmal besser, eine Geschäftsbeziehung mit ein paar hundert Euro Schaden abschließend zu regeln, anstatt deswegen in Gerichtsfluren und Kanzleien herumzusitzen. Leider werden unehrliche Geschäftsideen bei dieser Vorgehensweise eher gefördert als bekämpft. Unseriöse Geschäftemacher wissen das auch und ernten die eiligen Kunden ab und zu mal ab.

deekay
30.04.2019, 09:48
Als Gewerbetreibender gilt aber auch (und damit komme ich auf die Rechnungen zurück), dass man Rechnungen auf Pflichtangaben prüft. Eine fehlerhafte Rechnung muss ich nicht buchen, denn die wird bei einer Betriebsprüfung zum Bumerang und dann nicht anerkannt. Inklusive Aberkennung des Vorsteurabzuges

euregio
01.05.2019, 17:49
Als Gewerbetreibender gilt aber auch (und damit komme ich auf die Rechnungen zurück), dass man Rechnungen auf Pflichtangaben fehlt. Eine fehlerhafte Rechnung muss ich nicht buchen, denn die wird bei einer Betriebsprüfung zum Bumerang und dann nicht anerkannt. Inklusive Aberkennung des Vorsteurabzuges

Das ist der entscheidende Punkt. Das Geldwäsche Gesetz schreibt die eindeutige Identifikation der Geschäftspartner vor. Auch sind bestimmte Parameter verdächtig und können wie Deekay schon sagt zum Boomerang für das eigene Unternehmen werden. Insofern sind wir dann doch gesetzestreue Bürger und Kaufleute und prüfen hier ganz genau. Auch die Zahlung an eine nicht ausführende Firma wäre schon ein Grund zur Prüfung und zur Meldung eines Verdachts. Die Finanzbehörden und FIU sind für Hinweise da sehr dankbar. Durch sog. Scheinfirmen und Steuerbetrug entstehen ja dem Unternehmen auch ggf. direkte Schäden, daher ist es durchaus legitim Zahlungen bis zu abschließenden Klärung zurück zu halten.

Ralgert
03.05.2019, 13:06
Sind Kaufleute nicht auch verpflichtet, fehlerhafte Rechnungen zu widersprechen? Ein einfaches Aussitzen wie bei Privaten reicht doch nicht, oder?

Goofy
03.05.2019, 13:12
So eine Vorschrift gibt es nicht. Bei einer offensichtlich unbegründeten Forderung ohne Vertragsgrundlage gibt es keine Rechtspflichten für den Rechnungs-/Mahnungsempfänger, egal ob Verbraucher oder Gewerbetreibender.

Arthur
03.05.2019, 13:17
Sind Kaufleute nicht auch verpflichtet, fehlerhafte Rechnungen zu widersprechen? Ein einfaches Aussitzen wie bei Privaten reicht doch nicht, oder?


So eine Vorschrift gibt es nicht. Bei einer offensichtlich unbegründeten Forderung ohne Vertragsgrundlage gibt es keine Rechtspflichten für den Rechnungs-/Mahnungsempfänger, egal ob Verbraucher oder Gewerbetreibender.

Wenn man sich sicher ist, dass der Forderungsteller unseriös ist, glaube ich kaum,
dass ein solches Fakeunternehmen ernsthaft rechtliche Schritte einleitet.
Will man auf der sicheren Seite sein kann, man natürlich Widerspruch einlegen.

Ralgert
04.05.2019, 13:56
Danke. Da gehört das bei mir wohl zu den urbanen Legenden (mal falsch gehört und halb behalten).

Hippo
04.05.2019, 19:19
Sind Kaufleute nicht auch verpflichtet, fehlerhafte Rechnungen zu widersprechen? Ein einfaches Aussitzen wie bei Privaten reicht doch nicht, oder?

Das wäre doch DAS Geschäftsmodell für Abzocker.
Ich überziehe alle Geschäfte mit irgendwelchen unbegründeten Rechnungen - etliche reagieren nicht weil - nix bestellt, wird nicht gezahlt, feddisch - und das würde dann eine Zahlungspflicht wg nicht widersprechen auslösen ...

Arthur
04.05.2019, 19:50
Genau das beweist, dass das "Geschäftsmodell" eben nicht existiert.
Sonst wären die Abzocker schon längst auf den Zug aufgesprungen.
Nix da: Endstation "alles aussteigen"

Goofy
06.05.2019, 15:14
So ist das. Schweigen im Rechtsverkehr bedeutet keine Zustimmung und begründet keine Rechtspflichten, wenn schon vorher keine bestanden haben.
Einzige Ausnahme: MahnbescheID: [ID filtered]

Sastef
06.05.2019, 15:23
Das ist so pauschal nicht richtig. Gemeint ist offenbar die Ausnahme des sog. kaufmännischen Bestätigungsschreibens. Dürfte in dieser Konstellation aber natürlich nicht einschlägig sein.

euregio
07.05.2019, 07:24
Man könnte sich bei der Weigerung auf §11 GWG berufen. Der schreibt vor
Verpflichtete haben Vertragspartner, gegebenenfalls für diese auftretende Personen und wirtschaftlich Berechtigte vor Begründung der Geschäftsbeziehung oder vor Durchführung der Transaktion zu identifizieren. 2Die Identifizierung kann auch noch während der Begründung der Geschäftsbeziehung abgeschlossen werden, wenn dies erforderlich ist, um den normalen Geschäftsablauf nicht zu unterbrechen, und wenn ein geringes Risiko der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung besteht.

bei einer juristischen Person oder bei einer Personengesellschaft:

a)
Firma, Name oder Bezeichnung,

b)
Rechtsform,

c)
Registernummer, falls vorhanden,

d)
Anschrift des Sitzes oder der Hauptniederlassung und

e)
die Namen der Mitglieder des Vertretungsorgans oder die Namen der gesetzlichen Vertreter und, sofern ein Mitglied des Vertretungsorgans oder der gesetzliche Vertreter eine juristische Person ist, von dieser juristischen Person die Daten nach den Buchstaben a bis d


hier kommt dann noch ein nettes Feature hinzu, welches insbesondere sog. Zahlungsabwickler betrifft:

Bei einem wirtschaftlich Berechtigten hat der Verpflichtete abweichend von Absatz 4 zur Feststellung der Identität zumindest dessen Name und, soweit dies in Ansehung des im Einzelfall bestehenden Risikos der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung angemessen ist, weitere Identifizierungsmerkmale zu erheben. 2Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift des wirtschaftlich Berechtigten dürfen unabhängig vom festgestellten Risiko erhoben werden. 3Der Verpflichtete hat sich durch risikoangemessene Maßnahmen zu vergewissern, dass die zur Identifizierung erhobenen Angaben zutreffend sind; dabei darf sich der Verpflichtete nicht ausschließlich auf die Angaben im Transparenzregister verlassen.

Sprich man kann über diesen Weg erstmal die notwendigen Unterlagen anfordern und die Zahlung stunden. Risikoangemessene Maßnahme ist dabei der entscheidende Begriff, wenn Zahlungen an Unternehmen geleistet werden sollen, die nicht existent sind und nur über offshore bzw. nicht identifizierbare Postfachadressen verfügen, dann ist Vorsicht angebracht, da auch der Zahlende sich ggf. einer Strafverfolgung aussetzt. Solche Scheinfirmen werden auch gerne einmal zur Wäsche von Geldern aus Straftaten genutzt bzw. die Konten von "Transferagenten" oder mit gefälschter Identität eröffnet. Vor diesem Hintergrund darf man also ruhig, auch als Privatperson, nachfragen.

(6) 1Der Vertragspartner eines Verpflichteten hat dem Verpflichteten die Informationen und Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die zur Identifizierung erforderlich sind. 2Ergeben sich im Laufe der Geschäftsbeziehung Änderungen, hat er diese Änderungen unverzüglich dem Verpflichteten anzuzeigen. 3Der Vertragspartner hat gegenüber dem Verpflichteten offenzulegen, ob er die Geschäftsbeziehung oder die Transaktion für einen wirtschaftlich Berechtigten begründen, fortsetzen oder durchführen will. 4Mit der Offenlegung hat er dem Verpflichteten auch die Identität des wirtschaftlich Berechtigten nachzuweisen.

Investi
07.05.2019, 12:50
Das ist nicht ganz so einfach. Denn lt. §2 GWG (https://dejure.org/gesetze/GwG/2.html) ist nicht jeder Unternehmer und schon gar nicht jede Privatperson "Verpflichtete/r" im Sinnne des GWG.

euregio
07.05.2019, 16:01
Das ist richtig, aber man kann die Sorgfaltspflicht beim GWG sehr weit auslegen. Jeder Unternehmer kann sich auf diese Pflicht berufen bei Geschäftsvorfällen, die Prüfung der Steuernummer z.B. ist ein wesentlicher Punkt in der GOBD und auch der Abgleich der Unternehmensdaten bei Zahlungen.
Der im §2 GWG genannte Begriff des "Güterhändler" ist sicher da der Punkt. Jeder der mit Gütern handelt, kann ja zumindest theoretisch diese Pflichten haben. Wer es letztlich ist, entscheiden Verordnungen und Ausführungsbestimmungen. Aber wir fragen doch immer mal gerne nach bei unseren "Geschäftspartnern" und deren Banken.
Denn die das Geld abwickelnde Bank dürfte ein sehr großes Interesse haben unsere Anfragen ordnungsgemäß zu beantworten und die Dinge nicht eskalieren zu lassen. Kontoinhaber wären hier eindeutig Legitimationspflichtig und dafür muss die Bank Sorge tragen. Also kann man bei Abbuchung über diesen Punkt einiges an Aufwand generieren.