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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum Busunternehmen für die Kaffeefahrtenmafia fahren...



Micha2000
22.01.2009, 16:24
Ich denke mal, FG-Reisen kann überhaupt nichts für den Ablauf der Fahrt. Viele Unternehmer, gerade in der nördlichen Hälfte Deutschlands, stehen auf dem Standpunkt "wenn ich es nicht fahre, dann fährts ein anderer" und damit haben sie (leider) auch recht. Manche könnten gar nicht überleben, wenn Sie die nicht das ganze Jahr über (gerade in der ruhigen Winterzeit) die Aufträge für die Kaffeefahrten hätten. Das soll jetzt keine Rechtfertigung für Kaffeefahrten sein, sondern nur aufzeigen, wie abhängig auch dieses Gewerbe von der Branche ist.

Gonzo
22.01.2009, 16:42
Das seh ich anders!

Was bei Kaffeefahrten abgeht, ist bekannt.
Noch bekannter denen, die die Fahrten als Busunternehmen tätigen.

Wenn diese dann ihre Seele verkaufen wollen und sich zum Handlanger der Veranstalter machen - bitteschön, dann ist das deren Entscheidung.

Zum einen: Wenn kein Busunternehmer für die Kaffeefahrten-Mafia fährt, dann können letztere einpacken und wir haben ein Problem weniger in der Welt.

Zum anderen: Selbst wenn mir als Busunternehmer klar ist, das o. g. Idealfall wahrscheinlich nie eintritt, kann ich immer noch soviel Achtung vor mir selber haben, dass ich sage, ich mach da nicht mit.

Klar, wenn ich diesen ganzen Billigkrams verkaufen würde, der in anderen Läden auch steht, könnte ich mir vielleicht auch mehr Luxus erlauben. - Und hätte weniger ruhigen Schlaf.

Ist alles eine Erziehungsfrage und eine Frage von Anstand und dem, was man gemeinhin unter einem "ehrbaren Leben" versteht.

So sehe ich das!

Gonzo

Micha2000
22.01.2009, 18:47
Ich denke mal, wenn Du die Wahl hast, Pleite gehen oder Kaffeefahrten fahren, um zumindest mehr schlecht als recht zu überleben, dann würdest Du zu 90 % auch zu ersterem tendieren. Ein Bus kostet dich als Unternehmer jeden Tag Geld, egal ob er steht oder fährt. Also fährt man als Unternehmer die schlecht bezahlten Kaffeefahrer, um zumindest die laufenden Kosten auffangen zu können.

Aber in einem gebe ich Gonzo voll und ganz recht: Wenn alle Unternehmer sagen würden, wir fahren sowas nicht mehr, dann ging es der Branche insgesamt auch besser. Aber das wird vermutlich auf ewig wunschdenken bleiben.

TillP
22.01.2009, 18:54
Dann wäre die Branche aber auch nur halb so groß.

Und die wenigsten Unternehmen wollen da zu der falschen Hälfte gehören.

Micha2000
22.01.2009, 18:56
Wie hat mein Chef früher immer gesagt: "Wenn einer zu macht, kommen zwei neue nach." War zwar auf ne andere Branche gemünzt, aber wenn ich das so sehe, dürfte es bei Busunternehmen ähnlich sein.

TillP, wer sagt "mir" denn, dass "ich" zu der Hälfte gehöre, die auch überlebt?

Gonzo
22.01.2009, 19:29
Ich denke mal, wenn Du die Wahl hast, Pleite gehen oder Kaffeefahrten fahren, um zumindest mehr schlecht als recht zu überleben, dann würdest Du zu 90 % auch zu ersterem tendieren.

Nech!
Dann würd ich mir überlegen, was ich für andere Alternativen hab. Ich seh das nicht so unflexibel wie diese Leute, die schnell eine Ausrede für Sachen finden, die moralisch mehr als bedenklich sind.

Und wenn Du es immer noch nicht glaubst, kann ich Dir gerne erzählen, dass ich so ziemlich der einzige Facheinzelhandel in D bin, der *keinen* chinesischen Tee handelt. Ich hab mir damit mehr Arbeit und mehr Recherche und mehr Erklärungsbedarf eingehandelt. Aber ich kann meine Arbeit mit meinem Gewissen vereinbaren und muss mit einem Staat wie China keinen Handel treiben. Das in kurzen Sätzen.

Das ist das gleiche Problem wie diese ganzen von uns so sehr verhassten CCAs, die jammern, dass sie ja sonst keinen Job hätten.

Oder (allerdings weniger verachtenswert) der Steinmetz, der das macht, was seine Mitbewerber machen, obwohl er es selbst gar nicht will.

Wenn man etwas wirklich mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann und es wirklich nicht tun will - dann ist man auch so kreativ und einfallsreich, dass einem alternative Wege einfallen.

Das ist meine Meinung dazu.

Gonzo

P. Bateman
22.01.2009, 19:55
IANAW ( Werbetexter ) aber würde sowas nicht ein guter Anfang sein:

"Unser Busunternehmen/Limousinenservice/Schlauchbootverleih versichert Ihnen durch den Anschluss an den "Dachverband seriöser Fuhrunternehmen", daß wir zu Ihrer Zufriedenheit und Sicherheit auf eine Zusammenarbeit mit der Kaffeefahrtmafia verzichten."
Und dann im Kleingedruckten:
"Aufgrund der Umstrukturierung unseres Kundenstamms müssen wir eine pauschale Preiserhöhung von 5% bekanntgeben"
Und dann gaanz groß:
"Ohne Kaffeefahrten! Unsere Kompetenz - Ihre Sicherheit!"

:rolleyes:

Gruß
P. Bateman

nixkaffeefahrt
22.01.2009, 20:01
Wenn meine Existenz davon abhängen würde, dass meine Kunden Senioren abzocken, dann würde ich mir ganz schnell eine andere Existenz suchen.

Busse von F.G. Reisen waren schon mehrfach im Fernsehen, jeweils in unerfreulichen Zusammenhängen. Allerspätestens da hättet F.G. Reisen erkennen müssen, für welch unseriöse Veranstalter sie fahren. Jede Firma, der auch nur das Mindeste am eigenen Ruf liegt, hätte dann sofort die Zusammenarbeit mit solchen Leuten eingestellt und für eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge gesorgt. Mein MitleID: [ID filtered]

Wenn die Busunternehmen anständige Senioren-Tagesfahrten für, sagen wir, 10 Euro anbieten würden, von mir aus auch mit einem Produktverkauf in der Größenordnung von 50 Euro (rechtschaffene Produkte, die im Laden auch 50 Euro kosten), dann würden sie bestimmt auch nicht pleite gehen.
Wenn die Busunternehmer aber für Abzocker fahren, die die Leute mit großartigen Luft-Versprechungen ködern und anschließend gnadenlos ausnehmen, dann haben sie in meinen Augen die Grenzen des guten Anstands eindeutig überschritten.

Eniac
22.01.2009, 20:18
Wenn meine Existenz davon abhängen würde, dass meine Kunden Senioren abzocken, dann würde ich mir ganz schnell eine andere Existenz suchen.

Das hier gesagte gilt genauso für die Gastwirte, von denen es einige zulassen oder sogar fördern, dass in ihren Räumlichkeiten alte Menschen eingesperrt, beleidigt und abgezockt werden.


Eniac

Micha2000
22.01.2009, 22:16
Wenn die Busunternehmen anständige Senioren-Tagesfahrten für, sagen wir, 10 Euro anbieten würden, von mir aus auch mit einem Produktverkauf in der Größenordnung von 50 Euro (rechtschaffene Produkte, die im Laden auch 50 Euro kosten), dann würden sie bestimmt auch nicht pleite gehen.

Doch das würden Sie, weil Sie sich mit jeder Fahrt immer mehr ihr eigenes Grab schaufeln würden, da die sich nie und nimmer rechnen würden.

Ein kleines Gedankenspiel:

4000 Einladungen drucken (Kosten fürs Layout lass ich mal aussen vor): 150,- ¤
4000 Einladungen per Post verschicken: 900,- ¤
Buskosten pro Tag: 600,- ¤

Sind wir schonmal grob gerechnet bei 1600,- ¤, da sind noch keine Briefumschläge und keine Arbeitszeiten fürs Kuvertieren, zur Post bringen, Anmeldungen bearbeiten, etc. eingerechnet.

Wenn wir Glück haben, melden sich so viele Leute, dass der Bus voll ist. Im Schnitt also 50 Personen. Aus der einfachen Rechnung 1600 : 50 erkennen wir, dass wir mit 10,- ¤ pro Nase nicht so ganz hinkommen. Selbst wenn wir mal großzügig von einer Marge von 10 % auf die evtl. Artikel ausgehen, fehlen da immer noch knapp 20,- ¤ pro Nase um kostendeckend zu arbeiten.

TillP
22.01.2009, 22:27
Micha, du übersiehst da eine Kleinigkeit:

Wenn du eine seriöse Veranstaltung machst, wo die Leute eine Gegenleistung für ihr Geld bekommen, brauchst du keine 4000 Einladungen für einen Bus. Und die Kunden kommen wieder. So eine Veranstaltung kann sich durchaus lohnen.


Und die Gruppe der Senioren hat eine recht große Kaufkraft, in dieser Zielgruppe lässt sich durchaus Geld verdienen. Aber das Abzocken geht halt schneller.

alicesophie
22.01.2009, 22:32
Wenn die Senioren nicht wiederkämen als Kunden, würden eine Reihe kleinerer Reisebüros und Busgesellschaften nicht genau von solchen Tagesausflügen ganz gut über die Runden kommen.

blizzy
22.01.2009, 23:17
Zum einen: Wenn kein Busunternehmer für die Kaffeefahrten-Mafia fährt, dann können letztere einpacken und wir haben ein Problem weniger in der Welt.



Die packen nicht ein. Sie versuchen, einen Kostenfaktor zu eliminieren: die Busreise. Auch wenn eine längere Busfahrt besonders attraktiv wirken kann, immer öfter müssen die Abzuzockenden zum eigenen Abgezocktwerden selber anreisen.

nixkaffeefahrt
23.01.2009, 00:16
immer öfter müssen die Abzuzockenden zum eigenen Abgezocktwerden selber anreisen
Und immer öfter werden sie dort von den Ordnungsämtern gestört, so dass die Abzocke unfreiwillig ins Wasser fällt. :)

Was wohl den Busunternehmen weiterhin rege Nachfrage durch die Abzockfirmen garantieren dürfte.

Call-Center Fresser
23.01.2009, 18:32
Doch das würden Sie, weil Sie sich mit jeder Fahrt immer mehr ihr eigenes Grab schaufeln würden, da die sich nie und nimmer rechnen würden.

...... Selbst wenn wir mal großzügig von einer Marge von 10 % auf die evtl. Artikel ausgehen, fehlen da immer noch knapp 20,- ¤ pro Nase um kostendeckend zu arbeiten.

Wenn Deine Argumente richtig wären, hieße das im Umkehrschluß, das eine seriöse Tätigkeit von Anfang an nicht möglich gewesen wäre. Das wäre dann aber meiner Meinung nach ein Grund, für die "Kaffeefahrten-Unterstützungs-Fuhrunternehmer" nicht mal die Spur eines Hauches von Mitgefühl zu haben.

In vielen Branchen gibt es leider Unternehmen, die pleite gehen. Schlimm ist es, wenn es die sauberen Unternehmen sind, die eine seriöse Tätigkeit ausüben. Wenn jemand nur noch eine Chance zum "Überleben" sieht, indem er massiv daran beteiligt ist ältere Menschen abzuzocken, dann wird es Zeit aufzuhören oder sein Gewissen an der nächsten Garderobe abzugeben und sämtliche Spiegel im Haus abzuschaffen.

Ich bin übrigen schon durch viele Länder gereist, oft auch mit Bussen.(Man achte mal auf die zahlreichen deutschen Busse an z.B. der spanischen Grenze.) Es gibt so viele Möglichkeiten für Busunternehmen, nicht nur die Senioren-Abzockerei!

Micha2000
23.01.2009, 23:59
Das hast Du falsch verstanden. Natürlich kann man mit "normalen" Busreisen Geld, teilweise auch gutes Geld, verdienen. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass es nicht möglich sein wird, wie vorgeschlagen, eine Fahrt (ohne wirkliche Werbeveranstaltung) für ¤ 10,- pro Nase anzubieten und dabei kostendeckend zu arbeiten. Busreisen können halt nur dann seriös durchgeführt werden, wenn es eine vernünftige Kostenrechnung gibt und diese im Aussen-Verhältnis auch umgesetzt wird. Das es ansonsten nicht klappt, hat z. B. vor einiger Zeit die Mietbuszentrale (oder wie sie hieß) gezeigt.

Und das ich als Unternehmer keine Sache anleiere, bei der ich noch Geld dazu tun muss, dürfte ja wohl jedem einleuchten. Außerdem find ich "massive Beteiligung" ein bißchen übertrieben ausgedrückt. Massiv beteiligt wären die Unternehmen, bzw. die Fahrer für mich erst, wenn sie z. B. Teilnehmern die Rückfahrt verwehren, obwohl das rechtlich gar nicht statthaft wäre.

Btw: Bei uns im Ort werden von der Stadt Seniorenfahrten veranstaltet, die alles andere als billig sind (meiner Meinung nach sogar zu teuer, weil man die gleichen Fahrten bei jedem Busunternehmen günstiger buchen kann), aber trotzdem regelmäßig ausgebucht sind. Die Leute, die da mitfahren, machen aber nicht nur das, sondern teilweise halt auch Kaffeefahrten.

Bei Thema "spanische Grenze" hatte ich spontan den Gedanken: Und, hast Du mal überlegt, wie viele davon Kaffeefahrten waren?

Wuschel_MUC
24.01.2009, 09:14
Du hast natürlich einen kurzfristigen Umsatz, wenn du eine Kaffeefahrt fährst und kannst deshalb auch Zahlungstermine einhalten.

Fraglich ist natürlich, wie viele Kaffeefahrt-Opfer hinterher sagen, "mit dieser Busfirma fahre ich nicht mehr".

Außerdem scheint durchaus der Schluss erlaubt zu sein, "der fährt schon Kaffeefahrten, da muss das Geschäft schon sehr schlecht laufen!"

Klar - du hast ebenso die Wahl zwischen zwei Übeln wie so mancher Gastwirt.

Aber trotzdem: vielen Dank für die Gedankengänge eines geplagten Busunternehmers!

Wuschel

Micha2000
24.01.2009, 10:31
Fraglich ist natürlich, wie viele Kaffeefahrt-Opfer hinterher sagen, "mit dieser Busfirma fahre ich nicht mehr".

Außerdem scheint durchaus der Schluss erlaubt zu sein, "der fährt schon Kaffeefahrten, da muss das Geschäft schon sehr schlecht laufen!"



So wie ich das kenne, werden für die Fahrten immer Unternehmen eingesetzt, die von sehr weit weg kommen und daher normalerweise sowieso keinen Kontakt zu den Fahrgästen hätten. Zum anderen, habe ich auch auf "normalen" Fahrten schon mehrfach erlebt, dass die Fahrgäste bei der Rückfahrt gar nicht mehr wissen, welcher Bus ihrer ist und das dürfte bei Kaffeefahrten genauso, wenn nicht noch schlimmer sein.

Dem Schluss muss ich allerdings zustimmen. Sicherlich auch ein willkommener Anlaß für normale Kunde, den Unternehmen auch im Preis drücken zu wollen. Nur, siehe oben, werden die Leute in "heimischen Gefilden" das in den seltensten Fällen mitkriegen, höchstens wenn das Busunternehmen dann aus entsprechendem Grund im Fernsehen auftauchen sollt.

Nebelwolf
24.01.2009, 12:08
Ich bezweifele, daß es sich wirklich lohnt betrügerische Kaffeefahrten anzunehmen um sein Unternehmen zu erhalten. Es mag zwar kurzfristig Geld in die Kasse spülen, man disqualifiziert sich aber gleichzeitig gegenüber Kunden und Wettbewerbern. Solche Informationen sprechen sich sehr schnell herum. Wer geht in eine Gaststätte, von der man weiß, daß dort Rentner betrogen werden?

Genauso geht es uns Unternehmern, wir arbeiten nicht mit schwarzen Schafen zusammen, damit ruiniert man sich seine Reputation. Statt den Ruf besonderer Zuverlässigkeit oder Schnelligkeit zu haben, ist man nur einfach nur ein Vogel, dem keiner mehr über den Weg traut und der seine Leistungen mit deutlichen Preisabschlägen an den Mann bringen muß.

Nebelwolf

Micha2000
24.01.2009, 12:13
Na Nebelwolf, im Grund hast Du mit der Überschrift schon recht, allerdings würde ich das dann auf die Veranstalter und nicht auf die Busunternehmer beziehen. Die sind ja nur "Lohnkutscher". Weitere Gründe dafür, warum dass für den Busunternehmer keine gravierenden Auswirkungen haben dürfte, habe ich oben ja schon angeführt.

Zum Thema Gaststätte: Meine Oma war z. B. vom Essen bei der "Gewinnübergabe" von BSM so angetan, dass sie uns, ihre Family, demnächstl mal in dieses Lokal einladen will. Ich würde sagen, ein Folgegeschäft, was vermutlich gar nicht so beabsichtigt war.

Solli
24.01.2009, 12:42
Wenn ein Busunternehmen zur Gewinnsteigerung Kaffeefahrten fährt ist das für mich so wie wenn jemand zum Geld verdienen als CCA für dubiose Gewinnspielanbieter arbeitet: Ich würd's nicht tun, für kein Geld der Welt. Und das obwohl mir als Student so ein Nebeneinkommen sicher nicht schaden würde. Andere Leute haben da kein Problem: Hauptsache es gibt Geld, egal ob dabei andere Menschen betrogen werden oder nicht. Es ist einfach eine Frage von Moral. Und kaffeefahrende Busunternehmer oder die entsprechenden Gastwirte stehen bei meiner Moralvorstellung auf einer Stufe mit den Leuten, die mich dauernd telefonisch belästigen.

deekay
24.01.2009, 12:58
Ich gebe Dir echt Solli. Ich betreibe eine Veranstaltungsagentur und bekomme auch ab und an Anfragen ob ich nicht in das Geschäft der "Adressgenerierung" einsteigen soll. Equipment dafür habe ich (Glücksräder, Elektronischer Safe, etc.).

Ich könne ja ein solches Gerät aufstellen, verteile dann Teilnehmerkarten für die es dann Geld gibt bei komplett ausgefüllter Adresse. Das ganze natürlich auf mein Riskiko.

Mache ich nicht - genauso wie ich mit dem Bungee Trampolin nicht auf Kirmes gehe. Lohnt sich nicht und das Risiko ist sehr hoch. Bisher habe ich immer alles gut gegen Geld vermieten können.

Wuschel_MUC
24.01.2009, 13:03
...Meine Oma war z. B. vom Essen bei der "Gewinnübergabe" von BSM so angetan, dass sie uns, ihre Family, demnächst mal in dieses Lokal einladen will...
Wenn dich der G'wissenswurm plagt, solltest du die Oma davon überzeugen, die Gaststätte zu meiden und Madame im Gegenzug in eine "anständige" Gaststätte einladen:). Der Wirt soll seine Umsätze mit seinen merkwürdigen Kaffeefahrern machen - wer abends guten Gewissens in den Spiegel schauen will, geht woanders essen.:skull:

Gerade du als Busfahrer solltest doch in der Gegend "lokalkundig" sein. Also: wo kann Oma gut essen?

nichts für ungut
Wuschel

Call-Center Fresser
24.01.2009, 13:55
Busreisen können halt nur dann seriös durchgeführt werden, wenn es eine vernünftige Kostenrechnung gibt und diese im Aussen-Verhältnis auch umgesetzt wird.


Dass Busreisen nur dann seriös durchgeführt werden können, wenn es eine vernünftige Kostenrechnung gibt ist für jeden Unternehmer klar. Dass die vernünftige Kostenrechnung nur im Zusammmenhang mit "Senioren-Abzock-Veranstaltungen" möglich sein soll hört sich für mich etwas fadenscheinig an und wäre ein Armutszeugnis für die ganze Branche! Und wenn das die Begründung sein soll, warum man auch unseriöse Fahrten durchführen müsse, dann wäre das ganz einfach armselig!!


Massiv beteiligt wären die Unternehmen, bzw. die Fahrer für mich erst, wenn sie z. B. Teilnehmern die Rückfahrt verwehren, obwohl das rechtlich gar nicht statthaft wäre.

Massiv beteiligt sind die Busunternehmen meiner Meinung nach in dem Augenblick, in dem sie ihre Busse in die Mitte von Nirgendwo fahren, wo die Senioren festsitzen, weil man von dort nicht wegkommt.

Wo die Senioren stundenlang bei Verkaufsveranstaltungen drangsaliert werden, bis sie "weichgekocht" sind, dem Druck nachgeben und irgendeinen Müll zum 20fachen Preis kaufen. Wo ihre Würde oft mit Füßen getreten wird, weil sie wie Dreck behandelt werden, wenn sie sich beharrlich weigern, etwas zu kaufen.

Und wo der Busfahrer (-unternehmer) all dies mitbekommt, wenn er nicht taub und blind ist. (keine gute Vorraussetzung fürs Busfahren :rolleyes:) Spätestens wenn die Polizei so eine Veranstaltung auflöst, weiß man, dass dort nicht nur abgezockt wird sondern auch oftmals gegen Gesetze verstoßen wird.


Btw: Bei uns im Ort werden von der Stadt Seniorenfahrten veranstaltet, die alles andere als billig sind (meiner Meinung nach sogar zu teuer, weil man die gleichen Fahrten bei jedem Busunternehmen günstiger buchen kann), aber trotzdem regelmäßig ausgebucht sind.

Das zeigt ja, dass man auch seriöse Fahrten machen kann, bei denen der Preis vorher bekannt ist und man sich als Busunternehmer somit auf sein ursprüngliches Geschäft konzentrieren kann. So wie (seriöse) Verkäufer auch etwas verkaufen können, ohne ihre Kunden vorher irgendwohin zu karren, von wo sie nicht wegkommen.


Bei Thema "spanische Grenze" hatte ich spontan den Gedanken: Und, hast Du mal überlegt, wie viele davon Kaffeefahrten waren?

Nööö! Ich betrachte Spanien als meine 2. Heimat, da brauche ich nicht viel zu überlegen, da gibt es so manche Dinge, die ich weiß.

Z.B. dass praktisch fast die ganze Mittelmeer-Küste auch mit deutschen Busunternehmen befahren wird. Und zwar z.B. im Auftrag vieler seriöser Reiseunternehmen. Wer mal den Busbahnhof in Lloret de Mar gesehen hat und die Massen deutscher Busse, sowie die Horden deutscher Urlauber, der wird alles mögliche sehen,(kaum aber die typische Kaffeefahrt):

Die berüchtigten Abi-Klassen, den Kegelclub aus Wanne-Eickel, den Otto-Normalo, der billig fahren will. Okay, den Gourmet weniger ;),

Die ganze Küste runter bis Benidorm (und in einigen Fällen noch weiter, bzw. natürlich auch ins Landesinnere; alles aufzuzählen würde drei Seiten füllen) fahren die Busunternehmen im Auftrag diverser Unternehmen. Es gibt Busunternehmen, die selber gleichzeitig als Reiseunternehmen auftreten und ausschließlich Urlaubsfahrten anbieten, niemals Kaffeefahrten!

Natürlich gibt es auch die ganzen Busse, mit denen viele Menschen quer durch Europa fahren (z.B. auch viele Spanier, die in Deutschland arbeiten und mit Bus nach Hause fahren)

Dass dort auch Abzockerunternehmen runterfahren kann man natürlich nicht ausschließen. Die findet man ja heute überall, auch bei Flugreisen. Aber die typische Kaffeefahrt, hinfahren, Leute bequatschen, überteuerten Müll aufdrängen, viel Kohle abzocken, wieder wegfahren, abends wieder zu Hause sein, diese Fahrten gehen natürlich nur in den näheren Bereich.

Und da braucht man Busunternehmen, die nicht so intensiv an einem eigenen Konzept arbeiten, sondern lieber den Weg des geringstens Widerstandes gehen und alles annehmen, was gerade kommt. Egal wie mies es ist.

Gaston
24.01.2009, 14:45
Vor etlichen Jahren (war in den 80ern) haben in einer Großstadt in Deutschland ein paar Jungs (es waren damals wirklich "nur" Jungs) überlegt, dass Sie Reisen Anders anbieten sollten. So wurde der erste Bus angeschafft. Mit viel privatem Einsatz wurden Fahrten in interessante Gegenden organisiert.
Inzwischen haben die "Jungs" mehrere Busse und fahren regelmäßig verschiedene Ziele in Europa an und man kann, ähnlich wie bei den Europabussen auch nur ein Teil der Strecke mitfahren. Auch eine Abholung an einem vorher vereinbarten Platz auf der Strecke ist möglich.
Was war der Unterschied?
1. Man hat nicht verzweifelt versucht immer größer zu werden und noch mehr Geld zu scheffeln.
2. Man hat sich nur so weit entwickelt, wie man es auch selbst übersehen kann.
3. Man hat sich nicht auf Aufträge anderer verlassen, sondern selbst für die "Kundschaft" gesorgt.
4. Man hat durch die Dienstleistungspolitik sich einen immer größer werdenden Kundenstamm aufgebaut, der immer wieder kommt, und zwar zu der Firma und nicht zu einem Auftraggeber, von dem man wieder Abhängig ist.

Das bedeutet nicht, dass die "Jungs" nicht auch Aufträge annehmen, als Subunternehmen, aber das ist nicht das einzige Bein, auf das diese sich verlassen. Sie sorgen immer dafür, dass Sie "ihre eigenen Kunden" nicht vernachlässigen. Natürlich wird nicht jeder Auftrag übernommen.

Nur mal so, wie es auch geht, ohne sich selbst was vor zu machen.
Zudem kommt dazu, dass bestimmte Busunternehmen schon dahingehend auffällig sind, dass diese scheinbar in einer Verflechtung mit den Abzockern stehen. Diese sind dann in meinen Augen nicht nur Opfer/Mitläufer, sondern mindestens Mittäter!

Micha2000
24.01.2009, 15:28
Wenn ein Busunternehmen zur Gewinnsteigerung Kaffeefahrten fährt..

Solli, zur Gewinnsteigerung garantiert nicht, höchstens zur Deckung der laufenden Kosten. Mit Kaffeefahrten ist noch keiner reich geworden, jedenfalls nicht die Busunternehmer. ;)


Wenn dich der G'wissenswurm plagt, solltest du die Oma davon überzeugen, die Gaststätte zu meiden und Madame im Gegenzug in eine "anständige" Gaststätte einladen. Der Wirt soll seine Umsätze mit seinen merkwürdigen Kaffeefahrern machen - wer abends guten Gewissens in den Spiegel schauen will, geht woanders essen.

Gerade du als Busfahrer solltest doch in der Gegend "lokalkundig" sein. Also: wo kann Oma gut essen?

Vorher ist diese Gaststätte bei uns nicht auffällig geworden. Dafür gibt es zwei andere hinlänglich bekannte Lokalitäten, wo hier im Ort Werbeveranstaltungen stattfinden. Außerdem halte ich BTI oder BSM oder wie immer sie grad heißen, für nicht so schlimm wie die normalen Verkaufsveranstaltungen. Letztes Mal muss es locker, lustig und sehr kurz gewesen sein.

Wuschel, wie kommst denn Du auf die Idee, dass ich Busfahrer bin? Ich würde das Ding vermutlich nach kurzer Strecke an die Wand oder in den Graben setzen. Aber lokalkundig bin ich trotzdem, wozu gibts das Gutscheinbuch. ;)


Dass die vernünftige Kostenrechnung nur im Zusammmenhang mit "Senioren-Abzock-Veranstaltungen" möglich sein soll hört sich für mich etwas fadenscheinig an und wäre ein Armutszeugnis für die ganze Branche!

Wer sagt denn das??? Ich jedenfalls nicht!!!

Zum Thema Spanien sei noch gesagt, dass ich immer wieder höre, dass Urlauber vor Ort zu Kaffeefahrten gelockt werden. Am besten dann auch noch am Anfang des Urlaubs, damit bei der Rückkehr nach Deutschland die Widerrufsfrist abgelaufen ist. ;)


Inzwischen haben die "Jungs" mehrere Busse und fahren regelmäßig verschiedene Ziele in Europa an und man kann, ähnlich wie bei den Europabussen auch nur ein Teil der Strecke mitfahren. Auch eine Abholung an einem vorher vereinbarten Platz auf der Strecke ist möglich.

Dann hoffe ich nur, dass die Jungs dafür auch die entsprechende Lizenz haben. Ansonsten reagiert die Bahn als quasi Monopolinhaber da gerne leicht säuerlich und überhaupt nicht freundlich.

Call-Center Fresser
24.01.2009, 15:46
Auf mein Zitat
Dass die vernünftige Kostenrechnung nur im Zusammmenhang mit "Senioren-Abzock-Veranstaltungen" möglich sein soll hört sich für mich etwas fadenscheinig an und wäre ein Armutszeugnis für die ganze Branche! fragst Du:



Wer sagt denn das??? Ich jedenfalls nicht!!!



Und wie soll man Deinen Satz dann verstehen?:

Busreisen können halt nur dann seriös durchgeführt werden, wenn es eine vernünftige Kostenrechnung gibt und diese im Aussen-Verhältnis auch umgesetzt wird.

Heißt das, dass die unseriösen Kaffeefahrten grundsätzlich nicht mehr durchgeführt werden sollen?

Na prima!! Dann sind wir einer Meinung!!!

Micha2000
24.01.2009, 18:15
Lieber CCF,

ich hatte es glaub ich schonmal erklärt: Dieser Satz ist nicht auf Kaffeefahrten bezogen, sondern auf den Hinweis hier im Forum, dass als Alternative auch normale Busfahrten für 10,- € pro Nase möglich seien und meine diesebezügliche Rechnung, dass dies eben nicht möglich ist.

nixkaffeefahrt
24.01.2009, 18:39
Ja, die 10 Euro habe ich (ohne es im Detail nachzurechnen) in den Raum geworfen. Was ich damit sagen wollte: Seriöse Tagesfahrten für Senioren, die nicht allzuviel kosten und wo niemand übers Ohr gehauen wird, wären bestimmt ein prima Markt für die Busunternehmen. Lass es von mir aus 15 oder 20 Euro sein: ich denke, es kommt rüber, was ich meine.

Viele Senioren fahren auf Verkaufsfahrten nur mit, weil sie "mal raus wollen", im Kreis anderer Senioren. Diesem völlig legitimen Bedürfnis könnten Busunternehmer auch entgegen kommen (und viele tun es auch), ohne mit unseriösen Vertriebsfirmen zusammenzuarbeiten.

Dabei muss man gar nicht weit weg fahren: Ein Ausflug 10-20 km vor die Stadt könnte oft schon für eine schöne Tagesfahrt reichen.

Gaston
24.01.2009, 18:43
Dann hoffe ich nur, dass die Jungs dafür auch die entsprechende Lizenz haben. Ansonsten reagiert die Bahn als quasi Monopolinhaber da gerne leicht säuerlich und überhaupt nicht freundlich.

Bahn Monopolinhaber für Busfahrten?
Dann dürfte es ja die Kaffefahrten auch nicht geben!
Vielleicht solltest Du Dir meinen Beitrag nochmal Durchlesen!
So weit ich weiß, darf jeder, mit entsprechendem Gewerbe Menschen von A nach B fahren. Dabei kann er auch vereinbaren, dass er Mitreisende An die Punkte A.1/A.2/A.3 absetzt, sowie nach einer vereinbarten Zeit von den selben Punkten oder einem anderen vorher vereinbarten Punkt wieder abholen.
Ansonsten sehe ich auch eine Klagewelle auf die Taxi- und Mietwagenunternehmen zurollen, die auch nichts anderes machen.
Das die Fahrer über entsprechende Personenbeförderungsscheine (und Führerscheinklasse) verfügen sollte klar sein. Aber das ist auch nicht im, wie auch immer gearteten Monopolbereich der Bahn (wobei ich nicht weiß was damit gemeint ist) zu tun.

Micha2000
24.01.2009, 18:44
Das mit dem "gar nicht weit weg" hat unsere Stadt bei den bereits erwähnten Seniorenfahrten im letzten Jahr probiert. Ergebnis: Statt fünf oder sechs Busse, wie sonst, kamen für die Jahresabschlußfahrt gerade mal zwei Busse zusammen. Entfernung scheint also nicht wirklich zweitrangig zu sein.

SpamRam
24.01.2009, 19:26
Zitat von Gaston: Bahn Monopolinhaber für Busfahrten?JA, für überregionalen (Linien-)Kraftverkehr innerhalb Deutschland, wohl nicht ins Ausland.
Gestern in der hiesigen Tageszeitung auf der Frankfurt-Seite stand folgendes:

Fernbusse in Deutschland - Bahn hat gesetzliches Privileg
(ddp-hes). Innerdeutsche Fernbuslinien, meist mitbetrieben von der Bahn AG, existieren nur von und nach Berlin und wurden noch vor der Wiedervereinigung konzessioniert. Im überregionalen Kraftverkehr hat die Bahn ein gesetzliches Privileg. Einzige Ausnahme ist eine Nachtverbindung zwischen Hamburg und Frankfurt, da die Bahn die Strecke nachts nicht mit einem ICE bedient.
Eine andere Linie Frankfurt - Köln - Dortmund war der Busfirma vom Darmstädter Regierungspräsidenten genehmigt worden. Dagegen hatte die Bahn AG geklagt und in zweiter Instanz verloren. Eine Revision gegen das Urteil war nicht zugelassen worden. Die Bahn prüft gegen die Nichtzulassung der Revision zu klagen.

Gaston
24.01.2009, 19:46
JA, für überregionalen (Linien-)Kraftverkehr innerhalb Deutschland, wohl nicht ins Ausland.

Da liegt der Hund begraben!
Ich kann dagegen als Reiseunternehmer Fahrten zu verschiedenen Zielen zu bestimmten Zeitpunkten Anbieten! Also, nicht regelmäßig mit Fahrplan, sondern als Reiseangebot.
Wie gesagt, ansonsten sind die Kaffeefahrten ebenso illegal!

Letztendlich ist das Thema auch, ob Busunternehmen gezwungen sind Kaffeefahrten durchzuführen. Da ist meine Antwort auf jeden Fall "nein".
Man ist nur oft nicht bereit den schwierigeren Weg zu gehen.

Micha2000
25.01.2009, 00:33
Gestern in der hiesigen Tageszeitung auf der Frankfurt-Seite stand folgendes:
Eine andere Linie Frankfurt - Köln - Dortmund war der Busfirma vom Darmstädter Regierungspräsidenten genehmigt worden. Dagegen hatte die Bahn AG geklagt und in zweiter Instanz verloren. Eine Revision gegen das Urteil war nicht zugelassen worden. Die Bahn prüft gegen die Nichtzulassung der Revision zu klagen.

Ich weiß, es gehört nicht hierhin, aber aus reiner Neugierde, weil die Strecke für mich interessant wäre: SpamRam, weißt Du welche Firma die Lizenz bekommen hat?

Und um das Ganze von Bahnseite ad absurdum zu führen, noch kurz folgendes: Ich fahre nächste Woche von Dresden nach Berlin. Da die Bahn mir zu teuer war, hab ich mich nach Alternativen umgeguckt und fahre jetzt für 9,- ¤ mit dem Fernlinienbus. Betreiber der Linie ist die Firma BEX und die ist, richtig geraten, ein Tochterunternehmen der Bahn. :D

Ansonsten ist das vollkommen korrekt, Fernlinienverkehr per Bus innerhalb Deutschlands ist genehmigungspflichtig und die bekommt man in der Regel nicht, weil die Bahn bei fast jedem diesbezüglichen Versuch ihr Veto einlegt. Als andere, was nicht regelmäßig durchgeführt wird, braucht auch keine Genehmigung, da braucht der Unternehmer nur eine allgemeine Zulassung. Daher, um zum Thema zurück zu kommen, sind Kaffeefahrten auch quasi von jedem durchführbar. Frage wäre nur, wer haftbar ist, wenn doch mal was passieren sollte, also z. B. der Bus verunglückt.

Chactory
25.01.2009, 02:46
Spannende und ermutigende Diskussion! Das fehlt mir manchmal, von jemandem zu hören, nein, ich mache nicht alles für Geld, selbst wenn ich dann Probleme bekomme! :)

Gonzo
25.01.2009, 10:35
Sollte das nicht selbstverständlich sein?
Hat für mich was mit Moral und Ethik und Gewissen zu tun.

Nunja...
Ich weiß, dass es damit nicht jeder hat und dass diese Grundfähigkeiten menschlichen Handelns unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Nur mit einem krankhaften Defizit von diesen kann man zum Beispiel
- CCs durchführen
- Kaffeefahrten durchführen
- Menschen in der Trauerphase mit Werbung belästigen
- Menschen am Telefon rhetorisch zu Dingen zu überrumpeln, die sie selbst gar nicht wollen
- Menschen per Diebstahl übers Bankkonto betrügen
-
-
-

Liste beliebig erweiterbar. <seufz>

Gibt viel zu tun...

Viele Grüße

Gonzo
der gerade aus dem Bett gefallen ist und jetzt wieder auf dem Boden der Realitäten gelandet ist

Micha2000
25.01.2009, 12:47
Hat für mich was mit Moral und Ethik und Gewissen zu tun.


Das klingt wie der Kaffeefahrten-Verkäufer in der ZDF-Reportage. :D

Chactory
31.01.2009, 12:18
Hi Gonzo,
ich war wegen einer Metallentfernung aus meinem Knöchel paar Tage weg.
Das sollte einem selbstverständlich sein – aber, Gonzo, nicht jeder hat das soziale Neuron überhaupt, und nicht jeder schafft es, diese höchste der Kulturtechniken zu erlernen ...
Aber so ein Kätzchen krabbelt gerne mal wieder ins Bett zurück. :D
Gruß, Chactory

Duncan
16.02.2009, 21:21
Hallo Ihr alle!

Ich glaub ich muß mal ein paar Dinge loswerden. Zum Ersten, ich bin Busfahrer, und ja, ich habe schon Kaffeefahrten gefahren. Ich stimme der Meinung zu Kaffeefahrten hier voll zu, aber ich muß auch mal was aus der Sicht eines Fahrers sagen. Da hier soll kein Gejammer werden, sonden mal die Situation vieler Kollegen schildern. Auch wenn die gerne von ihren Mords Gehöltern prahlen sieht die Situation ganz anders aus. Ich habe im Ruhrgebiet für verschiedene kleine Unternehmer gefahren, und ich kann sagen, daß das Brutto im Schnitt bei 1700 - 1850 ¤ liegt. Ich weiß für manche mag das viel sein, aber wenn man ehrlich ist bleibt da nicht viel. Der Spesensatz liegt bei ner normalen 8 - 10 Stunden Schicht bei 6 ¤. Der Grund dafür und auch dafür das diese Verbreecher immer wieder Busse bekommen liegt schlicht und ergreifend bei den Unternehmern. Ich hab genug von diesen kleinen "Erbprinzen" erlebt, welche den Laden von Papa übernommen haben und dann auf dicke Hose machten. Die interressiert es einen Scheiß (sorry dafür) was da abläuft. Und Busfahrer werden in der Regel geschickt ausmanövriert. Du kommst als Fahrer gar nicht in den Werbesaal, du kriegst dein rühstück und den Mittagessen umsonst, und hälst ansonsten mal besser die Schnauze. Klar erfährst du hinterher was da abging, aber trau dir bloß nicht vor der Fahrt den Leuten was zu sagen. Dein Boss will die Kohle, und der Werber hat sie. Da siehst du als Fahrer ganz alt aus. Und mal ehrlich, wer möchte heute arbeitslos werden wegen zwei oder drei Kaffeefahrten im Jahr? Ich glaube die Lösung liegt woanders. Es wird zwar immer von den "furchtbar scharfen" Kontrollen bei Busunternehmen geredet, also bei allen wo ich bisher war hab ich davon nix gesehen. Da werden Blanko Freibescheinigungen en masse ausgehändigt, da wird auch bei technischen Dingen geschludert und keiner schaut nach. Da hat sich im Ruhrgebiet schon ein kleines Clübchen gebildet. Natürlich gibt es gute Unternehmen, aber die erkennt man auch. Am Auftreten des Fahrers, am Alter der Fahrzeuge, am Programm an Fahrten das die Firma anbietet. Diese Firmen würden niemals für irgendeinen Piraten aus Cloppenburg fahren. Was haben Kontollen damit zu tun? Wenn sich die Behörden mal die Mühe machen würden und mal die gefahrenen Kilometer mit den vorhandenen Tachoscheiben oder Karte zu vergleichen, alle Teile eines Busbetriebs mal unter die Lupe nehmen würden, gerade die Finanzen, dann würde, und darauf wette ich ein erheblicher Teil der Handlanger keinen Bus mehr fahren lassen. Schimpft, und bei dem Thema zu Recht, auf diese Mafia, aber lasst die Busfahrer da raus. Die wollen einfach nur arbeiten. Und glaubt mal, die Erlebnisse die ich auf Kaffeefahrten gemacht habe brauch ich bestimmt auch nicht.

nixkaffeefahrt
16.02.2009, 21:43
Hallo Duncan, willkommen im Forum und danke für die Schilderung.
Natürlich liegt es am Busunternehmer und nicht am Fahrer, für wen gefahren wird.

Dass manche Gäste ihren Frust am Fahrer auslassen, kann man sich schon vorstellen - schließlich ist der Fahrer ja der einzige Mitarbeiter des Busunternehmers, den sie je zu Gesicht bekommen.

mareike26
16.02.2009, 21:48
Danke für ehrliche Worte. :)

wahwah
16.02.2009, 22:10
Hallo Duncan und willkommen auf Antispam e.V

Danke für Deinen ehrlichen Beitrag !

Glaube uns bitte, das wir sehr genau wissen, das die Busfahrer nur ihren Beruf ausüben.
Und das zu 99% absolut professionell und gewissenhaft.

Der wirtschaftliche Existenzkampf vieler kleinerer Bus-Unternehmen ist uns ebenfalls mehr als bewußt.

Wir haben hier schon Fälle behandelt, wo Namen von Busunternehmen als Postfachadressen für Kaffeefahrtenabzocker missbraucht wurden, und diese Unternehmen nicht mehr wussten wie ihnen geschah, als hunderte von Beschwerden auf sie einregneten.

Keinesfalls soll hier der Berufsstand des Kraftfahrers unter Beschuss genommen werden, und auch nicht der des Busfahrtunternehmers im allgemeinen.

Die Diskusion beruhte hier eher auf der Möglichkeit für Busunternehmen sich solchen "Aufträgen" zu entziehen, bzw. Alternativen zu finden.

Wir würden uns freuen wenn Du vieleicht noch das eine oder andere Detail Deiner Erfahrungen berichten könntest.

Gruß

wahwah

Schnubbi
17.02.2009, 08:04
Sorry, wenn ich da mal nachhake, aber für klingt das ein bißchen wie die Call-Center-Mitarbeiter, die ja auch immer wieder darauf hinweisen, daß sie "nur ihren Job machen - wenn nicht wir, dann macht's jemand anderes". :lil:


Wenn sich die Behörden mal die Mühe machen würden .... Schimpft auf diese Mafia, aber lasst die Busfahrer da raus. Die wollen einfach nur arbeiten.
Immer der Ruf nach den Behörden ...
Würden die tatsächlich tätig werden, ist der Busfahrer ebenfalls seinen Job los. So oder so.
Mitgegangen, mitgefangen.

Die so gern herbeigewünschten Behörden führen auch immer wieder mal Großkontrollen auf Autobahnen durch, dabei werden neben LKW auch mal Busse kontrolliert. Was dabei so auffällt, jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Das geht soweit, daß auch mal ein Bus direkt vor Ort komplett stillgelegt wird, wegen Verkehrsunsicherheit.
Ich hab in der Fahrschule gelernt, daß der Fahrer für die Verkehrstauglichkeit seines Fahrzeugs selbst verantwortlich ist und sich vor jedem Fahrtantritt davon zu überzeugen hat ... :confused:


Ebenso könnte der Fahrer sich auch für die Legalität seines Tuns interessieren.
Was geschieht denn eigentlich, wenn einer der mitfahrenden Senioren sich schon bei Fahrtantritt an den Fahrer wendet und ihn um Auskunft über das Fahrtziel usw. bittet? Wird der Fahrer offen zugeben, was er weiß, und den Fahrgästen die Möglichkeit geben, noch rechtzeitig wieder auszusteigen?

Eniac
17.02.2009, 08:28
Sorry, wenn ich da mal nachhake, aber für klingt das ein bißchen wie die Call-Center-Mitarbeiter, die ja auch immer wieder darauf hinweisen, daß sie "nur ihren Job machen - wenn nicht wir, dann macht's jemand anderes". :lil:

IMHO hinkt der Vergleich Busfahrer - CCA gewaltig. Während der (outbound) CCA 100% seiner Arbeitszeit damit verbringt, Leuten über cold calls überflüssigen Ramsch anzudrehen, dürfte der allergrösste Teil der Busfahrer überwiegend saubere Touren fahren und nur wenige Kaffeefahrten. Ausnahmen wie offenbar auf Kaffeefahrten spezialisierte Busunternehmen lasse ich hier mal aussen vor.


Dein Boss will die Kohle, und der Werber hat sie. Da siehst du als Fahrer ganz alt aus. Und mal ehrlich, wer möchte heute arbeitslos werden wegen zwei oder drei Kaffeefahrten im Jahr?

Man sollte nicht vergessen, dass hinter jedem Busfahrer i.d. Regel eine Familie steckt, die ernährt werden will. Die Fahrer sind genau wie die Kellnerinnen in den Gasthöfen das kleinste Glied in der Kette.


Eniac

deekay
17.02.2009, 09:26
Aus einem anderen Thread;


Wieder Anruf....... Beschimpfungen ....... Bedrohungen und seit dem - ca. 3 Wochen - täglich mehr als 20 Anrufe.
Ich habe nichts von dieser " Firma " gewollt, gehört, bestellt, da ich seit Mitte Oktober 2008 in Krankenhäusern war. DAS IST TERROR!

Der Busfahrer (eines normalen Unternehmens was nicht auf Kaffeefahrten spezialisiert ist) steht nicht beim Kunden vor der Tür. Er hat die Anweisung die Leute zu chauffieren, weiss wahrscheinlich nicht viel von der Tour.

Er ist nicht getrimmt die Leute zu verarschen, ihnen etwas zu verkaufen oder sie zu Beleidigen.

Und ich denke (und hoffe) so ein Busfahrer lässt auch keine Leute stehen wenn es um die Rückfahrt geht.

Ostfriese
17.02.2009, 09:30
Also mal meine Meinung zu dem Thema:
Bis vor ca 2 Jahren habe ich bei einer Firma gearbeitet, die auf dem Gelände einer Kranvermietung beheimatet war. Diese Kranvermietung war einige Jahre vorher zusätzlich im Speditionsgewerbe tätig. Irgendwann hat der Chef der Kranvermietung gemerkt, das mit der Spedition kein Geld mehr zu verdienen ist. Was hat er also gemacht? Richtig! Er hat die Spedition geschlossen, die LKWs verkauft und sich auf die Kranvermietung konzentriert.
Er hätte aber auch auf die Idee kommen können, gut bezahlte Aufträge mit fragwürdiger Legalität anzunehmen. Hat er aber nicht!

So leID: [ID filtered]

Duncan
17.02.2009, 18:41
Die Fahrgäste haben noch nie ihren Frust an mir ausgelassen. Das kann ich nicht sagen. Im Gegenteil, ich hab öfters den Leuten geholfen wenn es nötig war. Ich habe mir von so nem Werbetypen nie sagen lassen wer wieder mit nach Hause fährt und wer nicht. Gut, am Ende hat mir das vor vier Wochen den Job gekostet, aber vielleicht kriegt der Unternehmer ja irgendwann auch mal auf den Sack.

Duncan
17.02.2009, 20:24
Also ers mal zu der Sache mit Verantwortlichkeit der Fahrer. Ich war auch in der Fahrschule, und ich bin auch lange genug Fahrer. Und ich kann dir sagen zwischen dem was soll und dem was ist liegen Welten. Ich kenne keinen Fahrer der vor Antritt einer Fahrt unter den Bus krabbelt und nach Rost sucht. Ich kenne keinen Fahrer der vor Antritt der Fahrt die Radblenden abnimmt um die Bremsscheiben zu kontrollieren. Und wenn du in der Fahrschule warst dann weißt du auch das die Kontrollen die du als Fahrer machst äußerst oberflächlich sind. Und ich bin Nutzfahrzeugmechaniker, zumindest hab ich das gelernt.
Dann mal wieder zur Kaffeefahrt. Ich hab was das Ziel angeht zwei verschiedene "Maschen" erlebt. Die eine geht folgendermaßen: Als Ziel steht z.B. Gasthof XY in Emsbüren. Also klappert man seine Ladestellen ab, ruft dann eine Telefonnummer auf dem Fahrauftrag an, gibt Personenzahl durch und wenn Werber sagt ok dann kassiert man pro Nase 2 ¤ und fährt los. Laut Plan gibts nach der Werbung den "Ausflug" in den Stadtpark Ochtrup. Dort sagst du den Leuten sie haben eine Stunde Zeit, danach gehts nach Hause. Manchmal fällt der Ausflug auch flach weil der Werber zu lange gelabert hat.
Die absolute Hammernummer waren zwei Mehrtagesfahrten für eine Firma aus Cloppenburg, welche den Vornamen Churchills im Firmennamen trägt.
Angebot war folgendes: Fahrt nach Chemnitz, am nächsten Tag geführte Stadtrundfahrt in irgendeinem Kaff in der Umgebung, anschließend nach Leipzig, dort Völkerschlachtdenkmal, danach Mittagessen, danach zum Hauptbahnhof und danach Altenburg ins Skatmuseum. Am letzten Tag gings dann irgendwo ganz tief in die Knüste zum Werbelokal und danach nach Hause. Wie es weitergeht schreib ich später noch.

actro
17.02.2009, 20:29
Hehe..Wenn ich das lese, weiß ich wieder, warum ich Güterverkehr gewählt hab in der Ausbildung ;)

Das mit Deiner Arbeitslosigkeit tut mir leid, mir gehts grad genauso, aber gute Fahrer werden immer gesucht, das wird schon..

Chactory
17.02.2009, 21:01
Ich habe mir von so nem Werbetypen nie sagen lassen wer wieder mit nach Hause fährt und wer nicht. Gut, am Ende hat mir das vor vier Wochen den Job gekostet, aber vielleicht kriegt der Unternehmer ja irgendwann auch mal auf den Sack.
Wacker! Ich hoffe, Du schläfst mit Arbeitslosigkeit besser, als mit Arbeit, Geld und einem schlechtem Gewissen. Hoffentlich weiß Deine Familie, was sie an Dir hat! :)

wahwah
17.02.2009, 21:01
Du hast also Deinen Job verloren weil so ein Parasit mit seinem wiederrechtlichen Treiben sich über Dich beschwert hat ?

Weil Du Deiner Beförderungspflicht nachgekommen bist ?

Und Dein ehemaliger Chef feuert Dich deswegen ?

Da kann man ja nur noch kot*en ... :skull:

Was war das denn für eine [...edit...] von "Unternehmer" ?

Da ist man ja versucht, diesem Lutscher mal arbeitsrechtlich richtig auf die Füße zu pis*en! Aber wer will für sowas schon weiter arbeiten.

Aber ich denke mit Deiner Ausbildung und der Fahrerlizenz dürfte es kein Problem sein, in einem anderen ehrenhaften Unternehmen anzufangen ?

Ich glaube wir brauchen in gewissen Bereichen eine neue Unterrubik :

Beförderungslakaien der Kaffeefahrtparasiten

:lil:

Duncan
17.02.2009, 23:32
Mußte mich eben um meine kleine Tochter kümmern, deswegen gehts erst jetzt weiter.
Jaja ich muß ja aufpassen wie ein Schießhund was ich hier schreibe. Weil so kleine Dumpfbacken wie mein Ex Chef "scannen" ja förmlich das Internet ob ihnen einer ans Bein pinkelt. Nunja es war ein Unternehmen, welches in einer Stadt südlich von Gelsenkirchen liegt. Hier isses nun mal nicht so dicke mit Jobs und deswegen tut man viele Dinge auch mit Bauchschmerzen. Jetzt wieder zur Fahrt.
Ich hatte eine Unmenge von Ladestellen, angefangen vom Niederrhein bis Dortmund. Dann war als bekanntes Ziel Chemnitz. Auf der Fahrt mußten wir dann so um acht Uhr den Werber anrufen und die vorher erfragten Zimmerarten (Doppel oder Einzel) und die passagieranzahl durchgeben. Dann in Chemnitz angekommen war Treffpunkt an einem großen Gasthof hinter einem Supermarkt. Dort wurden die todmüden Leute sofort abgefangen und in einen Raum verfrachtet. Wir kamen zum Essen in einen abgelegenen Teil des Gebäudes. Dann kam eine von dem Verein und füllte einen Schein aus und gab uns die Anschrift des Hotels. Das lag 40 Kilometer vorher an der Autobahn in Meerane. Alleine das war schon ein Hammer. Viele von den Leuten waren mitgefahren wegen des Versprechens nach Chemnitz zu fahren, weil sie ihre alte Heimat wiedersehen wollten. Daß das Hotel woanders liegt hatte denen keiner gesagt. War ein schönes modernes Hotel. Aber im Gewerbegebiet von Meerane und da ist eh schon nix los. Ich glaube das aufregendste war der Orion Shop. In Chemnitz flog dann dauernd das Lieblingswort der Firma durch die Luft. "Fakultativ". Steht auch auf deren Homepage. Auf gut deutsch: Alles mußte noch extra bezahlt werden. Komplettpaket mit "Buntem" Abend und Stadtrundfahrt kostete 75¤. Alleine bei dem Preis konnten ein paar schon nicht mehr und landeten gleich auf der Schlachtbank. Und zum Schluß haben die das Geld doch tatsächlich bezahlt. Nur die Nasen waren vorgemerkt wie mir der eine Typ lachend sagte. Also gings zurück zum Hotel. Am nächste Morgen stellte sich mir unser Reiseleiter vor mit den Worten: "Ich bin der Hans, und ich kenn mich hier super aus. Hab hier schon für die Staatssicherheit gearbeitet." Da hab ich noch drüber gelacht weil ich das für nen Scherz hielt.Jetz mach ich erst mal wieder Pause, ich kenn mich nicht so aus mit Foren und ich weiß nicht ob man da so große Beiträge schreiben darf.

actro
17.02.2009, 23:36
Wenn Du fertig bist mit Tippen, sagt Dir das Forum, wenns zuviel war ;) Aber das dauert ne ganze Weile, bis Du das erreicht hast.

Sauerei ist sowas. Übelste Abzocke.

Liquid-Sky-Net
18.02.2009, 08:10
Duncan erstmal vielen Dank für die informativen Postings. Gibt viele, die geben vor sie hätten Ahnung und dann kommt nur Müll raus. Es ist immer gut "richtige Insider" hier zu haben. ;)

Hätte da auch gleich eine Frage...

Komplettpaket mit "Buntem" Abend und Stadtrundfahrt kostete 75¤. Alleine bei dem Preis konnten ein paar schon nicht mehr und landeten gleich auf der Schlachtbank.

Wenn jemand die z.B. das Geld wirklich nicht zahlen kann ... was passiert dann mit denen? Werden die dann so lange bearbeitet, bis sie wirklich nicht mehr können? Werden die "abgeschottet" und aufs Zimmer geschickt? Wer nur 50€ dabei hat, kann die 75 einfach rein rechnerisch nicht zahlen.

Duncan
18.02.2009, 17:37
Also fragen beantworten oder so mach ich gerne später mal. Erst setze ich mal den Bericht fort.
Also wollten wir um 8 Uhr fahren. Mein "Stasischerzbold" zeigte auch gleich wer der Boss ist. Laut Liste fehlten Leute und die Mädels an der Rezeption konnten auch nicht weiterhelfen. Also befahl er mir um Punkt 8 zu fahren. Ich fand das schon gemein, weil die Leute hatten bezahlt für den Tag. Also log ich was von Fehlermeldung im Display und ich müsste mal den Bus stromlos machen um die Steuergeräte zu reseten. Da ranzte mich der Typ an: "Ich hab hier das sagen. Damit das klar ist mein Freund." Worauf ich den Busschlüssel abzog, ausstieg und ihm sagte: "Dann fahr doch wenn du kannst." Dann erklärte ich ihm mal kurz wer hier im Bus der Boss ist und wer er ist und dann waren die Fronten klar. Von da an schleimte der Typ an mir rum wie doof. Nun gings mit zehnminütiger Verspätung los, trotzdem ohne die Leute. Erst an so ne Kirche, da halbe Stunde, dann nach Leipzig, dort halbe Stunde Völkerschlachtdenkmal. Dann Rundfahrt durch Leipzig. Und dann der Hammer. Da kamen wir an einem Gebäude vorbei das die Leipziger die "runde Ecke" nennen. Da sagte der Reiseleiter: "Und bis zur Wende hatte ich mein Büro da und da wo das Fenster ist." Ich kannte das Gebäude. Das war mal ein Stasihauptquartier! Da rekrutieren diese Firmen doch tatsächlich ehemalige Stasimitarbeiter als Reiseleiter. Die Einstellung die dieser Mensch zur Bundesrepublik Deutschland hatte würde bestimmt den Verfassungsschutz auf den Plan rufen. Danach gabs Mittagessen. Er und ich in bekamen ohne Ende, die Gäste im anderen Raum lieblose Miniportionen. Dann gings zum Hauptbahnhof. Dort eine Stunde "Freigang". Danach dann nach Altenburg. Dort wurden die z.T. gehbehinderten mit "Hopp Hopp" Rufen den Berg hochgescheucht, als ich auf einmal von hinten angebrüllt wurde. Die fehlenden vom Morgen waren mit dem Taxi verzweifelt hinterher gereist und hatten uns am Ende des Tages in Altenburg gefunden. Jetzt kriegte ich erst mal Gummi von denen bis ich den Leuten die Sache erklärt hatte. Da kam auch schon Stasi Oberst Hans und "klärte" den Fall. Anruf bei Werbefirma, die erteilte "Busverbot" und dann war der wieder weg. Jetzt kamen aber immer wieder Leute und stiegen schon mal ein, also setzte ich meine Nachzügler einfach dazwischen. Dann gings noch zurück zum Hotel, und weg war Hans. Dann gabs den "Bunten Abend". Ich war gerade vom goldenen M zurück, da das Essen im Hotel mehr als dürftig war und konnte in den Saal schauen. Da saß irgend so ein typischer Alleinunterhalter im Glitzeroutfit und klimperte auf seinem Keyboard. Das war mal Altenheim Flair im Hotel. Am nächste Morgen dann der Werbetag. Um sieben(!) Uhr musste das Hotel verlassen werden. Ich hatte an der Rezeption eine Nummer bekommen, welche ich nach der Abfahrt anrufen sollte. Ziel war eine Gaststätte in irgendeinem Kaff im Nirgendwo. Das war so abgelegen, daß man da noch typische "DDR Straßen" dabei befuhr. Sehr abenteuerlich. Dort wurden wir von "Ursula" in Empfang genommen. Die springt ohne Gruß in den Bus, kurze Anweisungen an die Leute und raus mit denen. Ich parkte meinen Bus auf einer gegenüberliegenden Tankstelle und ging zum Lokal um den Papierkram zu erledigen. Ursula war eine grimmig dreinblickende Frau. Etwa 60 Jahre alt, hochtupiertes blondiertes Haar, und mit Klunkern behangen wie ein Christbaum. Im Lokal wollte sie mich erst mal einnorden, wobei sie sich das hätte sparen können. Das haben schon andere vor ihr vesucht, und auf Granit gebissen. Ich sagte ihr sie solle jetzt den scheiß Papierkram machen und mich nicht voll labern. Kurz drauf, ich hatte gerade meinen Kaffee kam Hans Günter ihr Kollege. Armanianzug, feinstes Schuhwerk, Armanibrille, dicke Breitling am Handgelenk. Auch er schmiß ein paar Drohversuche über den Tisch welche ich nur mit den Worten :"Wars das?" kommentierte. Dann rauschte er ab. Fortsetzung folgt..

Eniac
18.02.2009, 18:03
Da sagte der Reiseleiter: "Und bis zur Wende hatte ich mein Büro da und da wo das Fenster ist." Ich kannte das Gebäude. Das war mal ein Stasihauptquartier! Da rekrutieren diese Firmen doch tatsächlich ehemalige Stasimitarbeiter als Reiseleiter.

Da gilt dann wohl für die Ponten: "Befehl und Gehorsam, Widerstand ist zwecklos". Super Busreise, Überwachung mit Frühstück für nur noch 99.-- :lil:


Klasse Bericht, wir warten alle ganz gespannt auf die Fortsetzung. :goodgame:


Eniac

Call-Center Fresser
18.02.2009, 18:25
... Worauf ich den Busschlüssel abzog, ausstieg und ihm sagte: "Dann fahr doch wenn du kannst." ..

:lol?::roflpmp: Das war der Moment, wo ich erst mal ne Minute ablachen mußte.

@ Duncan
Ich möchte Dir einfach mal ein Kompliment machen. Das ist wirklich mal eine ausführliche und meiner Meinung nach auch sehr ehrliche Schilderung, wie es auf so Kaffeefahrten zugeht. (und über die Branche generell)
Und sollte von vielen Menschen gelesen werden, die vorhaben so eine Fahrt zu machen.

Und eine Frage habe ich noch: Ist es tatsächlich so, dass Werber von einem Busfahrer mitunter verlangen einen Passagier nicht mit zurück nach Hause zu nehmen? Gibt es Busfahrer, die so einem Verlangen nachgeben und wie reagiert man generell in so einer Situation?

Duncan
18.02.2009, 18:40
Vor der Türe traf einen 89 jährigen Fahrgast. Ehemaliger Malocher in den Mannesmann Röhrenwerken in Mühlheim. Der wollte nur seine Lebensgefährtin begleiten, hatte aber für Werbung nichts übrig. Also stand er rauchend mit mir vor der Tür. Kurz darauf kam seine etwas jüngere Lebensgefährtin weinend raus und sagte: "Du mußt jetzt reinkommen. Die machen mich da oben fertig. Die blamieren mich vor allen Leuten." Er wollte nicht also kam HG runter und brüllte den Mann auf offener Straße an:"Wenn du deinen Arsch nicht sofort in den Saal bewegst passiert hier was. Du Schmarotzersau du elende. Auf meine Kosten im Hotel wohnen was? Dich mach ich alle!" Der Fahrgast zuckte keine Miene und blieb. Daraufhin wurden er und seine Frau vom Essen ausgeschlossen, und ich hörte wie der Werber dem Wirt die Anweisung gab: "Wenn die essen wolllen, dann sollen die selbst bezahlen. Aber du servierst erst wenn alle schon im Bus sitzen!" Mir erteilte er das Verbot den Mann mitzunehmen. Ich nickte nur und sagte ihm dann das er dann wenn wir abfahren eben sein Gepäck aus dem Bus nehmen soll. HG war begeistert: "Du weiß anscheinend doch was sich gehört!" Und weg war er. Später dann wartete ich bis alle im Bus waren, schickte den Mann rein um seine Sachen zu holen. Stieg hinterher, schloß die Tür und fuhr ab. HG platzte vor Wut.

So ich bitte um Entschuldigung wenn ich hier etwas auschweifend war. Vom Schreiben versteh ich nich so viel. Ich kann eben nur das wiedergeben was ich eerlebt habe. Danke für eure Geduld

Duncan
18.02.2009, 18:45
@ Call-Center Fresser

Mehr als einmal hab ich das erleben dürfen. Und glaub mir ich kenne Busfahrer die da mitgespielt haben. Manche Kollegen gingen mit den Werbern sogar in einen Raum und halfen beim Packen von den Präsenten.

wahwah
18.02.2009, 21:34
Die Schilderungen von Duncan sind bisher mehr als erhellend !

Auch wenn es bisher nicht um die klassische Eintages-Gewinnbrief-Abzocke ging.

Die Eindrücke die ein "zwangsläufig" Beteiligter hier darlegt, bestätigen mich in meiner Betrachtung dieser parasitären Machenschaften um so mehr !

Die Nennung des bei uns sehr wohl bekannten "Vereins" mit Churchill's Vornamen, belegt die Aussagen von Duncan soweit mehr als hinreichend.

Die letzten Äußerungen bzgl. der Verfahrensweisen mit den "Opfern" und der Mitgliedschaft einiger Täter in gewissen Organisationen, einschließlich deren "Verherrlichungsversuchen", bescheinigt für mich persönlich einmal mehr die Integrität von Duncan !

Gewisse Äußerungen einiger User, die es geschafft haben, sich mit lediglich 6 Beiträgen ein Renommee einer knallroten "Tonne" zu sichern, kann ich keinerlei Glauben schenken.

Andere User die mit 9 Beiträgen ein Renommee mit" 3 GRÜNEN TONNEN" erreichen, muss ich zwangsläufig etwas mehr respektieren :D

Weiter so !!!

Gruß wahwah

knoerfli
18.02.2009, 21:50
Und eine Frage habe ich noch: Ist es tatsächlich so, dass Werber von einem Busfahrer mitunter verlangen einen Passagier nicht mit zurück nach Hause zu nehmen?

wenn der 'Werber' der Auftraggeber ist, ja



Gibt es Busfahrer, die so einem Verlangen nachgeben

Ja



und wie reagiert man generell in so einer Situation?

Seinen 'eigenen' Chef darüber informieren.

Duncan
18.02.2009, 22:10
@knoerfli

Das mit dem eigenen Chef informieren ist soweit absolut ok. Nur ich bekam da mal die Antwort: "Na da mußt du mal etwas diplomatisch sein!"
Und ich will hier auch mal sagen das nicht alle Busunternehmer in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind. Die rechnen einfach: Was kostet die Strecke, was kostet der Fahrer, was bleibt übrig. In der Regel ist das leicht verdientes Geld. Null Organisationsaufwand, und die Fahrt kommt quasi ohne große Anstrengung frei Haus durchs Fax. Meinem Chef war es wurscht was da ablief. Oft hat er irgendwelche arbeitslosen Fahrer schwarz bezahlt und die haben die Fahrten dann gemacht. Hab mir immer gewünscht das ein Kamerateam mal um die Ecke kommt.

knoerfli
18.02.2009, 22:16
@knoerfli

Das mit dem eigenen Chef informieren ist soweit absolut ok. Nur ich bekam da mal die Antwort: "Na da mußt du mal etwas diplomatisch sein!"


*lach*, ja das geht dann halt nur wenn das Unternehmen schon ein paar mehr Busse hat, ansonsten würde ich das aber dennoch machen.



In der Regel ist das leicht verdientes Geld.

Ist es leider nicht, denn so dolle wird sowas auch nicht bezahlt :-)



Null Organisationsaufwand, und die Fahrt kommt quasi ohne große Anstrengung frei Haus durchs Fax.

das stimmt denn allerdings.


Oft hat er irgendwelche arbeitslosen Fahrer schwarz bezahlt und die haben die Fahrten dann gemacht.

Kenne ich *fg* (das gibts nicht nur bei kleinen Unternehmen)


Hab mir immer gewünscht das ein Kamerateam mal um die Ecke kommt.

die interessiert das nicht. (Live erlebt!)

Duncan
18.02.2009, 22:52
Naja laß mal. Die meisten Tagesfahrten waren ja hier so im Umkreis. Und uner Chef hat ja immer die Auftragsbestätigung als Fahrauftrag gegeben. Und ich denke für 450¤ kann man doch mal von Castrop - Rauxel nach Oer-Erkenschwick fahren, oder? Unser Chef war ja so ein kleiner Proll. Der rannte am Jahresende immer rum und zeigte seinen Jahresabschluß vom Steuerberater. Wenn ich nicht etwas Hintergrundwissen hätte würde ich den doch gar nicht so ins Gebet nehmen. Natürlich hatten wir auch einen Unternehmer in der Nachbarschaft, der eine echt arme Sau war. Der hat von Papa nicht so viel Substanz geerbt, dann hat er auch mit Fahrern ein bischen daneben gegriffen. Der klammert sich natürlich an jeden Cent. Und das ist es, was diese Firmen suchen. Die wissen genau wer sofort "Ja" sagt.

Ralgert
19.02.2009, 12:13
Neben den offensichtlichen illegalen Handlungen, mal 'ne grundsaetzliche Frage: Ist es nicht Noetigung, Fahrgaeste irgendwo in der Pampa stehen zu lassen?

Schnabelland
19.02.2009, 13:07
Ist es nicht Noetigung, Fahrgaeste irgendwo in der Pampa stehen zu lassen?

Und ist es nicht auch ein Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz (das es einem Unternehmen verbietet, eine "einfache Fahrt von A nach B" anzubieten, wenn es keine Lizenz für eine Buslinie für diese Strecke hat)? Oder ist das bei Auslandsfahrten wieder anders?

Meiner Meinung nach ist der Busunternehmer in solchen Fällen wegen Verstoßes gegen das Personenbeförderungsgesetz dran...

Schmitty1969
19.02.2009, 14:13
Heute im Polizeiticker:
Bus war Schrottreif
Polizei stoppte "Kaffeefahrtbus" um die Mitreisenden vor den Machenschaften dieser Veranstaltungen zu schützen. Nach der technischen Überprüfung des Busses wurde dieser wegen erheblichen Mängeln aus dem Verkehr gezogen...
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/120790/index.html

Falls hier verkehrt, bitte verschieben! ;)

Wuschel_MUC
19.02.2009, 14:20
...Polizei stoppte "Kaffeefahrtbus
... Nach der technischen Überprüfung des Busses wurde dieser wegen erheblichen Mängeln aus dem Verkehr gezogen...Kann man aus diesem Thread und dem Zeitungsartikel schließen, dass Kaffeefahrten meist mit Busunternehmen arbeiten, die in der Schieflage sind?

Bei schlechter Geschäftslage kann man sich seine Kunden nicht aussuchen und ist nolens volens auch auf Kaffeefahrten angewiesen...
...bis in der Branche geflüstert wird: "dem kann es nicht gut gehen, der fährt doch schon Kaffeefahrten!"

Wuschel

Ostfriese
19.02.2009, 14:21
Die Mängelliste ist sehr interessant. :skull:

Nach einer Laufleistung von rund 1,5 Millionen Kilometern waren Rahmenteile weggerostet. Der Motor verlor erhebliche Mengen Öl. Eine Radbremse war defekt. Aus einer Zusatzheizung tropfte Dieselkraftstoff auf den heißen Auspuff. ... Die gesamte Bremsanlage hätte jederzeit einfrieren und ausfallen können.

Eniac
19.02.2009, 14:28
Aus einer Zusatzheizung tropfte Dieselkraftstoff auf den heißen Auspuff.

Dann wäre demnächst wohl der 2. Kaffeefahrten-Bus abgefackelt. Die Mängelliste und die Bilder sind wirklich gruselig.


Zum Erstaunen der Beamten wurde dem Reisebus erst im Januar 2009 bei einer Sicherheitsüberprüfung die Mängelfreiheit bescheinigt.

Da wurde offensichtlich dem Prüfer ein diskreter Umschlag mit Scheinchen durch das verrostete Bodenblech entgegengereicht...


Eniac

Duncan
19.02.2009, 18:00
Also mal zwecks der Nötigung. Im Bus hat der Fahrer normalerweise Hausrecht. Ich denke wenn man den Begriff mal googelt gibts dazu bestimmt gute Erklärungen.
Ein Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz liegt auch nicht vor. Es handelt sich nicht um eine Linie im herkömmlichen Sinn mit wiederkehrenden Haltestellen, Fahrplan und so weiter. Der Reiseanbieter mietet den Bus für eine Fahrt nach XY am Tag XY. Es gibt ein festgelegtes Ziel, und in der Regel finden die Fahrten nicht sehr lange am selben Ort statt also wechselt das Ziel auch immer wieder. Sie es als eine gebuchte Ausflugsfahrt eines Vereins.
Der Zustand des Busses wundert mich in sofern nicht, da es sich um einen Setra aus den neunziger Jahren handelt. Aus meiner Werkstatterfahrung heraus weiß ich, daß diese Jahrgänge oft extrem von Rost betroffen sind. Ich denke man hat da viel nachgeholt und gelernt. Das Problem liegt beim Unternehmer und beim Prüfdienst. Wenn da "freundschaftliche" Beziehungen herrschen, wird schon mal weg geschaut. Ich hatte mal als Extremstfall in einem Bus 28 Meter Vierkantrohr des Unterbodens getauscht.
Klar findet man solche Fahrzeuge oft bei finanziell angeschlagenen Betrieben. Da versuchen Unternehmer irgendwie den Laden zu halten, egal wie. Und das nicht zu selten. Ich kenne eine Werkstatt in der schon mal gemauschelt wird bei Hauptuntersuchungen. Mal eben kurz drüber geschaut, mal auf den Bremsenprüfstand, fertig. So läufts da oft.

nixkaffeefahrt
19.02.2009, 19:12
Das Logo auf dem fraglichen Bus (http://www.berlin.de/imperia/md/images/pol_presse/120790/bus_1_600_pix.jpg) hat einige Ähnlichkeit mit dem hier (http://www.bus-george.de/gfx/busblau.jpg).

Könnte fast das gleiche sein, was meint ihr?

SpamRam
19.02.2009, 20:01
Wobei der blaue Bus wohl ein (innerstädtischr) Linienbus ist

Micha2000
19.02.2009, 20:05
Das Logo auf dem fraglichen Bus (http://www.berlin.de/imperia/md/images/pol_presse/120790/bus_1_600_pix.jpg) hat einige Ähnlichkeit mit dem hier (http://www.bus-george.de/gfx/busblau.jpg).

Könnte fast das gleiche sein, was meint ihr?

Na ja, auf jeden Fall kann man, wenn man das Bild vom "Pannenbus" vergrößert, erkennen, dass er aus Hamburg kommt, wo ja auch das zweite Bild aufgenommen ist.

@Duncan: Jetzt würde mich wirklich mal interessieren, welche kleinere Stadt es südlich von Gelsenkirchen gibt? Schließt da nicht direkt Essen oder Herne an? Obwohl, so wie Du es beschrieben hast, dürfte es sich bei den 2 Euro kassieren um einen Veranstalter aus dem Frankfurter Raum handeln und dann hätte ich da schon so eine Vermutung.

truelife
19.02.2009, 20:12
Könnte fast das gleiche sein, was meint ihr?

Nun, die Aufteilung der Schrift auf der Tür ist identisch. Zumindest sieht es so aus, ihr kennt das ja: Word --> Text mittig...

Wenn man das Bild der Kontrolle vergrößert. kann man in dickeren Buchstaben GEORG lesen, auch erkennbar ist die Hausnummer 15. Und das stimmt mit den Angaben des Impressums der Seite überein, die das Bild des blauen Busses hostet.

Super Fund, nixkaffeefahrt! :)

SpamRam
19.02.2009, 21:05
Mein voriges Statement darf ich zurücknehmen, ich hatte nicht so genau hingesehen, dass es eine Stadtrundfahrt am Hauptbahnhof Hamburg ist. :mad:

Auf der Tür des Pannenbusses steht genau die volle Adresse, die auch auf der Webseite veröffentlicht ist. Wenn man weiß, was da steht, kann man es deutlich erkennen. :cool:

truelife
19.02.2009, 21:14
Soll ich es löschen? ;) Ist auch für umme... *






* das am ersten Tag kostenlose Abo wandelt sich nach einer Widerrufsfrist von 14,66667 Sekunden in ein Korrektur-Abo um. Die Kosten hierfür betragen 8 Oiro, ein Kamel und 2 Jungfrauen (blond, nicht älter als 20 Jahre) im Monat. Die Laufzeit beträgt 2 Jahre...

Duncan
20.02.2009, 00:36
@Micha2000

Hatte ich tatsächlich südlich von Gelsenkirchen geschrieben? Dann sorry. Meinte natürlich östlich. Und ja genau, Essen wars nicht.:D

Die hörten sich ungefähr so an: Eff Eff Ooh

truelife
20.02.2009, 01:14
Ach, unsere lieben Frankfurter Postfachbewohner...

Geleitet Sonja die Gäste immer noch ins Wielers? Ob Michael auch noch moderiert? Jaja, das waren noch Zeiten, anno MMVI...

Duncan
20.02.2009, 02:25
@truelife

Sonja?? Ich mein ich kenn eine Sonja. Irgendwie in den dreissigern und dann war da noch einer mit polnischem Akzent dabei. Etwas kräftiger, dunkles kurzes Haar. Und einer von denen hatte einen Fiat Ducato in schwarz mit Cloppenburger Kennzeichen.

truelife
20.02.2009, 02:34
Dunkles Haar? Damals hatte sie noch Strähnchen... Und damals hatte Sie auch Besuch von der Polizei und dem Ordnungsamt - dafür hatte ich persönlich gesorgt... ;)

Damals gab es auch noch eine Reise in den Bayrischen Wald: beste Reisezeit natürlich: Ende November. Hätte ich doch damals nor zugeschagen - für 99€ für zwei Übernachtungen - Skipass natürlich exklusive, der Besuch einer Glasbläserei natürlich inklusive...

Duncan
20.02.2009, 02:52
mein Gott bin ich erstaunt wie viele gemeinsame Bekannte man haben kann obwohl man sich nicht kennt.:D
Ja also ich kenne die Hessische Firma nur von Fahrten nach Oer-Erkenschwick und Billerbeck und Emsbüren. Wobei der Gasthof in Emsbüren nicht mehr existiert. Mehrtagesfahrten hab ich nur für die Firma mit Churchil´s Vornamen gemacht. Daran beteiligt war eine Busfirma aus Friesoythe. Die hatten uns angemietet. Und laut den Kollegen machen die wohl sehr oft Fahrten für den Veranstalter. Ich bin im Moment auf der Suche ob ich nicht noch irgendwelche Unterlagen von Fahrten hab.

nixkaffeefahrt
20.02.2009, 03:05
Falls das die Firma mit den schicken blauen Bussen ist: die mietet ihrerseits wieder die Busse, oder wie darf man das verstehen?

Duncan
20.02.2009, 12:35
Falls das die Firma mit den schicken blauen Bussen ist: die mietet ihrerseits wieder die Busse, oder wie darf man das verstehen?


Falls du die Firma aus Friesoythe meinst, die fängt mit Th.... an.

truelife
20.02.2009, 12:52
Tholen-Reise - wer kennt den dieses seriöse [TM] Busunternehmen nicht, das immer so nett [TM] mit seinen Gästen umspringt...

Duncan
20.02.2009, 13:17
Ich kann nichts zum Verhalten der Fahrer gegenüber ihren Gästen sagen. Ich hoffe doch schwer, daß die sich nicht auf die Seite der Werber schlagen. Auf jeden Fall haben die uns zwei Mal angemietet für Fahrten für die hier im Ruhrgebiet und am Niederrhein begannen. Ich hab jetzt mal mehrere Kollegen angerufen, damit sie mir mal BescheID: [ID filtered]

Soseheichdas
20.02.2009, 13:58
Junge Junge, hier wird ja tüchtig geschimpft! Und so richtig Ahnung haben auch nicht alle Schreiber(innen). Mal kurz: Der Busunternehmer geht mit dem Auftraggeber einen Vertrag ein, er erbringt eine Beförderungsleistung und der Auftraggeber bezahlt. Der Busunternehmer hat dabei im Wesentlichen Arbeitszeitgesetze, Eu-Vorschriften, StvO und StvZO, BOKraft und auch die allgemeinen Regelungen des BGB und des HGB zu beachten. Im Ausflugsverkehr (grüne Genehmigung) bestimmt der Auftraggeber über den Ablauf der Fahrt, sofern die o.g. Vorschriften dabei nicht verletzt werden. Der Busfahrer bekommt von seinem Chef einen Fahrauftrag. Zu den Pflichten des Busfahrers gehört u.a. eine Überprüfung der Verkehrssicherheit des Fahrzeugs, der Nachweis seiner Arbeitszeit, die Mitnahme der nötigen Ausrüstung und Papiere (am besten macht man das mit einer Checkliste).
Und nun geht es frohen Mutes an die Arbeit! Da stehen dann ein paar Gäste an verschiedenen Haltestellen, die zu einem Ziel gefahren werden werden müssen. Der Busfahrer begrüßt alle freundlich, sagt einiges zum Bus und zum zeitlichen Ablauf der Fahrt, erreicht sein Ziel und dort steigen die Gäste aus und zur Rückfahrt wieder ein, werden sicher und freundlich nach Hause gebracht. Also Job gut gemacht!
Der Auftraggeber (=Kaffefahrtenveranstalter) hat mit jedem einzelnen Fahrgast wiederum einen Vertrag gemacht, in dem er der Fahrt gewisse Eigenschaften (Geschenke,Essen etc.) zusichert und dafür einen Fahrpreis erhält. Wenn der Veranstalter nun die Vertragsbeziehung zu seinem Gast belastet (doch kein Essen, Ausschluss von der Rückfahrt, Teilnahmezwang) so hat sich der Gast mit "seinem" Reiseveranstalter auseinanderzusetzen, da dieser sein Vertragspartner ist.
Also hat auch "Duncan" (noch) die Füße still zu halten und seine Arbeit zu machen...
Heikel wird es, wenn der Auftraggeber Anweisungen erteilt, die die Sicherheit der Fahrgäste beeinträchtigt (z.B. einfach irgendwo aussetzen) oder wenn es echte Gesetzesverstöße (z.B.Freiheitsberaubung durch Einschließen) gibt. Hier würde ich als Busfahrer nicht den Helden spielen, sondern schlicht sofort die nächste Polizeidienststelle informieren.
Die ganze Zankerei mit irgendwelchen armen Irren, die für die Kaffeeveranstalter arbeiten, ist sinnlos und macht Euch doch nur Streß (oder kostet den Job, Duncan). Wir sind auch nicht die "Rächer der Enterbten". Daß Kaffeefahrten eine extrem miese Tour sein können, müssen die Kunden duch Aufklärung/Foren/Gespräche etc. erfahren und dann einfach wegbleiben. Solange es Kunden für solchen Mist gibt, gibt es auch Veranstalter dafür. Scheinbar finden aber Jahr für Jahr Zigtausende solche Fahrten toll. Der Busunternehmer muß für sich entscheiden, ob er seinen Ruf für wenig Geld gefährden will. Fa. Tholen hat übrigens gut zu tun und den Chefs gehts prima!

knoerfli
20.02.2009, 14:27
Interessant, das es wenigstens einer weiß :-)
und noch dazu auch richtig (irgendwo in Timbuktu)


Fa. Tholen hat übrigens gut zu tun und den Chefs gehts prima!

:-) muss man nix zu sagen

Arthur
20.02.2009, 14:36
Daß Kaffeefahrten eine extrem miese Tour sein können, müssen die Kunden duch Aufklärung/Foren/Gespräche etc. erfahren und dann einfach wegbleiben. Solange es Kunden für solchen Mist gibt, gibt es auch Veranstalter dafür.
Selten eine so zynische Betrachtungsweise gelesen. Das Klientel dieser Abzockfahrten
rekrutiert sich überwiegend aus älteren und/oder einsamen Menschen, die meist nur um
ihrem öden Umfeld zu entkommen, prädestiert sind auf solche Versprechungen reinzufallen
und oft genug hinterher nicht in der Lage sind sich zur Wehr zu setzen.
Dies mit diesen schnoddrigen Anmerkungen abzutun, zeugt von grenzenloser Menschenverachtung.

nixkaffeefahrt
20.02.2009, 15:05
Der Busunternehmer muß für sich entscheiden, ob er seinen Ruf für wenig Geld gefährden will. Fa. Tholen hat übrigens gut zu tun und den Chefs gehts prima!

Das ist der Punkt: Wenn sich herumspricht, welche Busfirmen Geschäfte mit den (PIIEP) machen, dann ist der Ruf womöglich ganz schnell in Gefahr. Und dann stehen die Busunternehmen vor der Entscheidung: Entweder seriöse Geschäfte mit normalen Fahrten ODER das Geschäft mit den Kaffeefahrten.

Der Busunternehmer ist nicht verplichtet, mit den (PIIEP) einen Vertrag einzugehen!

Duncan
20.02.2009, 15:05
@sosehichdas

Also meinen Job hab ich nicht alleine wegen der Kaffeefahrten verloren, sondern wegen meiner Weigerung weitere Fahrten zu machen, da ich schon 8 Wochen ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten unterwegs war. Da war die Kaffefahrt für meinen Chef nur eine billige Möglichkeit. Klage läuft auch schon. Aufgrund der Tatsache, daß mir die Offenlegung meiner Tachoscheiben zuzüglich der von meinem Chef ausgestellten Fahraufträge evtl. für eine Zeit meinen Führerschein kosten können, hab ich mich anderweitig orientiert und werde demnächst durch Hilfe eines Freundes eine Stelle als Maschinenführer in einem Produktionsbetrieb antreten. Deine Einstellung zwecks Informationen der Leute zu den Machenschaften finde ich zynisch. Das sind Leute die zum großen Teil am unteren Rand der Gesellschaft leben. Zwar oft mit Ersparnissen oder einer besseren Rente, aber mit z.T. niedriger Bildung und oft sehr einsam und auch körperlich behindert. Die sind manchmal überfordert mit einer Keycard ein Hotelzimmer zu öffnen, oder einen Fernseher einzustellen. Internet ist für die schlicht und ergreifend eine andere Welt. Ich werde auf jeden Fall nicht mit einer "Scheißegal" Einstellung zusehen wie Menschen offensichtlich betrogen werden. Ich hab mein Geld immer ehrlich verdient und das soll auch so bleiben. Ich werde wenn es sein muß auch an entsprechende Presseorgane, welche bereis Interesse zeigen, Informationen über Busunternehmer und Veranstalter weitergeben um da Öffentlichkeit zu schaffen.

weazle
20.02.2009, 15:18
Dies mit diesen schnoddrigen Anmerkungen abzutun, zeugt von grenzenloser Menschenverachtung.

Dies sehe ich aber ganz und gar nicht so. Der Schreiber hat dargelegt, wie es in der Realität nun mal ist. Du kannst die Welt nicht nur in schwarz und weiß einteilen. Wenn ich z.B. als Taxifahrer einen Vertrag mit einem Fahrgast eingehe und ihn dahin fahre, wo er die Absicht hat, eine Straftat zu begehen, bin ich dann mitschuldig? Und komm nicht mit dem Argument, die Abzockfirmen sind ja bekannt. Sind sie teilweise wirklich, aber soll der Busunternehmer in jedem Fall prüfen, wer sich dahinter verbirgt? Das sind im Handelsregister eingetragene Firmen und die Unternehmer schließen wie in D üblich, rechtsgültige Verträge ab. Die Verantwortung liegt hier tatsächlich in erster Linie bei der Politik und der Exekutive und natürlich auch in der Aufklärung, vor allem durch die Medien, aber auch durch Foren wie das unsrige. Daß mit den unterschiedlichsten Ansprüchen gerade älterer Menschen Schindluder getrieben wird, ist unbestritten. Aber viele andere, wie Trickbetrüger usw. machen sich diese Tatsache auch zunutze. So ist nun mal das Leben und Schönreden hilft das auch nix. Menschenverachtend sind die, die das ausnutzen, nicht die, die darüber schreiben oder ihre ungeschminkte Meinung sagen. Ich finde, das war ein guter Beitrag und habe ihn auch entsprechend bewertet.

nixkaffeefahrt
20.02.2009, 15:34
Ich werde auf jeden Fall nicht mit einer "Scheißegal" Einstellung zusehen wie Menschen offensichtlich betrogen werden. Ich hab mein Geld immer ehrlich verdient und das soll auch so bleiben.

Danke Duncan, das ist eine gute Einstellung. Mal wieder eine Bestätigung, warum ich an das Gute im Menschen glaube.

Leute, die ihr Gewissen dem Profit opfern, sind entweder skrupellos oder haben insgeheim eben doch Gewissensbisse. Ich hätte es an deiner Stelle genauso gemacht und mir einen anderen Job gesucht. Danke, dass du so offen darüber berichtest. Das wird natürlich einigen aus der Branche gar nicht passen.

Duncan
20.02.2009, 15:56
Ich hoffe, daß ich damit in der Branche dem einen oder anderen weh tue. Ich lasse mich auch nicht vom Argument der wirtschaftlichen Situation der Unernehmen überzeugen. Weil dafür hat man mir zu viel Arroganz entgegengebracht wenn die Kollegen und ich nach mehr Geld gefragt haben. Jedes Jahr ein Mehrfamilienhaus kaufen oder ein dickes Auto, und seinen Leuten dann sagen sie sollten sich nicht so haben. Ich bin hier nicht allein. Ich stehe in Kontakt mit sieben Kollegen die gebauso denken. Und es werden immer mehr. Ich werde mit den anderen das so weiter führen, egal ob ich hier Beifall ernte oder nicht. Ich frage mich wie viele hier schon mit einem Bus voller alter, verängstigter Menschen saßen, die dann zu Hause angekommen sich bei dir weinend bedanken, weil du der einzige warst an dem Tag der nett war. Wie abgezockt muß man da sein wenn einem das mehrfach passiert und dann immer noch nicht interressiert? Warum wohl hat unser Chef alles gefahren, nur keine Werbefahrt? Wenn doch alles sooo ok ist hätte der es bestimmt gemacht.

Soseheichdas
20.02.2009, 15:58
Es ist sicherlich nicht richtig, acht Wochen ohne vorgeschrieben Ruhezeiten unterwegs zu sein. Warum hast Du es soweit kommen lassen? Fürs Geld? Dann bist Du nicht besser als Dein "gewissenloser" Ex-Chef. Die Verantwortung für die Einhaltung von Lenkzeiten trägt der Busfahrer selbst und der zuständige Disponent/Chef. Die fällige Strafe wird so etwa zu 33% an den Busfahrer und zu 66% an das Unternehmen gehen. Dein Führerschein ist deswegen nicht geich weg, aber billig wird das nicht... Aber das ist eine andere Baustelle. Mein Beitrag ist nicht zynisch gemeint, sondern soll sachlich die rechtlichen Rahmenverhältnisse beleuchten und legale Handlungsmöglichkeiten für den Busfahrer aufzeigen. Noch vergessen hatte ich, daß in einigermaßen vernünftig geführten Unternehmen der Busfahrer auch mal mit seinem Chef über über den Charakter gewisser Touren reden darf, wie Kaffeefahrten / rechte Gewalttäter / linke Gewalttäter. Und ich bleibe dabei: Der Sumpf trocknet nur, wenn die Kunden wegbleiben, wenn sich das Geschäft nicht mehr lohnt. Habgiere oder existentiell auf ein Einkommen angewiesene Busfahrer/Reiseleiter/Werbesprecher/Busunternehmer wird es immer geben.

nixkaffeefahrt
20.02.2009, 16:22
Habgiere oder existentiell auf ein Einkommen angewiesene Busfahrer/Reiseleiter/Werbesprecher/Busunternehmer wird es immer geben.

Stimmt.
Nur wird das bis heute noch viel zu oft als eine "Grauzone" gesehen, selbst wenn es in Wirklichkeit tiefrot ist. Meine persönliche Meinung dazu ist, man kann entweder für Kaffeefahrten fahren ODER seriös sein. Da muss man sich als Busunternehmer entscheiden, und als Mitarbeiter auch.

nixkaffeefahrt
20.02.2009, 16:30
Fa. Tholen hat übrigens gut zu tun und den Chefs gehts prima!

Wie vom ZDF dokumentiert:

Hallo Deutschland, 16.06.2008: Schamloser Betrug auf Kaffeefahrt
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/Schamloser_Betrug_auf_Kaffeefahrt/520192/519492?inPopup=true

Besonders gut hinschauen bei bei 1:35 :eek:

Micha2000
20.02.2009, 22:40
@ Duncan: Neuerdings liegen die Frankfurter aber mit ihrer zweiten Schiene auch ganz schön im "Trend". Bei Essen hast Du mir widersprochen, bei der anderen genannten Stadt nicht und da es die großen Gelben wohl nicht sind, bleiben da im Grund nur noch zwei Möglichkeiten, die beide mit dem selben Buchstaben beginnen.

@Nixkaffeefahrt: Danke für den Link, schön inkonsequent vom ZDF den Namen auf dem Bus einmal zu verschleiern und einmal nicht. Sieht im übrigen aus wie der Bus mit dem Oma (s. Thread zu BSM / BTI) gefahren ist. Und übrigens, deren Busse sind nicht immer blau, die meisten sind weiß.

Duncan
21.02.2009, 01:32
@Micha2000

Insider? Naja es gibt meines Wissens noch drei oder vier weitere Unternehnen da außer den Gelben. Aber du bist schon sehr heiß. Woher kennst du dich so aus? kannst mir ja mal ne nachricht schicken.

Gaston
21.02.2009, 09:53
Heikel wird es, wenn der Auftraggeber Anweisungen erteilt, die die Sicherheit der Fahrgäste beeinträchtigt (z.B. einfach irgendwo aussetzen) oder wenn es echte Gesetzesverstöße (z.B.Freiheitsberaubung durch Einschließen) gibt. Hier würde ich als Busfahrer nicht den Helden spielen, sondern schlicht sofort die nächste Polizeidienststelle informieren.

Also "ichsehdasso" ;) ,
wies der glückliche Zufall es will, war ein Busfahrer/-unternehmer in der Sommerpause so blöd, einen etwas unselbstständigen Rentner auszusetzen. Das war die Chance für ein Boulevard-Blatt, seine Auflage auch im Sommerloch hoch zu halten und sich noch als Kämpfer für die Armen und Schwachen hinzustellen.
Danach las und hörte man plötzlich nichts mehr von verweigerte Rückführung der Teilnehmer und das Drohen mit Aussetzen.
Seltsam nur, dass man von Anzeigen bei der Polizei durch Busfahrer/-unternehmer vor dem Vorfall nichts lies gemerkt hat? Dabei gibt es sogar filmich dokumentierte Beispiele (auch durch Fernsehsender, wo Menschen nicht wieder befördert wurden, weil Sie sich nicht dem Veranstalter genehm verhalten haben.
Also in meinen Augen sind diese Worte hohles Geschwätz, womit ich in kontroverser Meinung zu dem Posting von "weazle" bin.
Ich halte das Posting für eine zugegebener weise geschickt und intelligent abgeworfene Nebelbombe eines Menschen, der seine Einnahmequelle durch Aufträge (oder Veranstaltungen) in Gefahr sieht, die (zumindest) in der Grauzone liegen. Was ich zu diesen Veranstaltungen meine (von wegen Grauzone) behalte ich mal für mich.


Die ganze Zankerei mit irgendwelchen armen Irren, die für die Kaffeeveranstalter arbeiten, ist sinnlos und macht Euch doch nur Streß (oder kostet den Job, Duncan).

Oh, das ist doch eine nette Einschätzung, dass Du diejenigen, die für Kaffeefahrtveranstalter arbeiten Irre nennst. Bist Du vielleicht einer der Veranstalter, der sich über die "irren" kaputtlacht?
Den Teil in der Klammer könnte man auch als Drohung gegen evtl. andere quertreibende Busfahrer sehen.
Übrigens, welchen "Stress" ich auf mich nehme, dass überlasse bitte mir.


Wir sind auch nicht die "Rächer der Enterbten". Daß Kaffeefahrten eine extrem miese Tour sein können, müssen die Kunden duch Aufklärung/Foren/Gespräche etc. erfahren und dann einfach wegbleiben. Solange es Kunden für solchen Mist gibt, gibt es auch Veranstalter dafür. Scheinbar finden aber Jahr für Jahr Zigtausende solche Fahrten toll.

Jepp, solange es noch Wohnungen gibt, wird es Einbrecher geben. Also seht es ein und schließt nicht mehr Eure Wohnungen zu, damit wenigstens die Tür ganz bleibt! :clown:


Fa. Tholen hat übrigens gut zu tun und den Chefs gehts prima!

Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er zerbricht.
Oder auch
Hochmut kommt vor dem Fall

Solche Sprüche habe ich schon viele gelesen. Diejenigen, die gegen solche Machenschaften kämpfen haben Geduld. Und ich habe so manchen, der solche Sprüche geklopft hat, fallen gesehen.

http://www.bilder-upload.eu/thumb/T6eXgQ93SrC0kqx.jpg (http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=T6eXgQ93SrC0kqx.jpg)
(und wir bekommen Dich auch ;) )

weazle
21.02.2009, 10:17
Also in meinen Augen sind diese Worte hohles Geschwätz, womit ich in kontroverser Meinung zu dem Posting von "weazle" bin.

Wäre ja auch schlimm, wenn alle die gleiche Sichtweise auf die Dinge hätten, dann gäbs auch keine Diskussion.

Wolf_gang
21.02.2009, 21:40
Ich habe im Laufe der Jahre einige 1000 Busse abgerechnet . Mir ist kein Fall bekannt wo ein Unternehmer keine Kaffeefahrt durchführen wollte .
Die meisten Busfahrer fahren gern Werbung , sie erhalten immer Zusatzwerbegeschenke und zwischen 20 und 50 ¤ bar je nach Verkauf und oftmals fordert der Sprecher die Ponten auf dem Busfahrer noch ein kleines Trinkgeld zu spenden . Für uns waren so gar städtische Unternehmen unterwegs .

nixkaffeefahrt
21.02.2009, 23:59
Na dann frage ich jetzt mal den Experten.

Nehmen wir mal eine typische PA-Bus Veranstaltung mit, sagen wir, 2 Bussen, also 80 Ponten (Teilnehmern).

Ich habe keine Ahnung, wie viele Leute das Hauptprodukt in der Regel kaufen, aber sagen wir mal jeder Fünfte, also 16 Leute. Das Hauptprodukt (nennen wir es mal "Schlangenöl", dafür gibt's bestimmt auch einen Fachausdruck) kostet meistens 798 Euro (ist das irgend eine magischer Preispunkt?). Rechnen wir mit 800 mal 16, macht 12.800 Euro.

Welche Kosten stehen dagegen?

Sagen wir, die Vorlaufkosten (Verschicken der Werbebriefe, Rückporto für Antwortkarten, Verschicken der Bestätigungen) kosten 30 Euro, das sind für 80 Ponten 2.400 Euro.

Was verlangt der Busunternehmer für die 2 Busse? 1000 Euro?

Pontenmeister (Sprecher) bekommen zwischen 18 und 22 % Provision, also gut 2.500 Euro. Schreiber (Gehilfe) und Entfetter (Auslieferungsfahrer und Kassierer) werden wahrscheinlich nicht reich davon, zusammen höchstens 500 Euro.

Eine Packung "Schlangenöl" wird vielleicht 50 Euro kosten, also insgesamt 800.

Der Gasthof wird pro Ponte für den Kaffee und das Brötchen nicht viel berechnen, weil die Leute ja das Essen selbst zahlen. Sagen wir, 200 Euro.

Wenn ich nicht noch irgendwelche größeren Kostenblöcke übersehen habe (und die Geschenke an die Teilnehmer sind bestimmt keine solchen), komme ich auf


12800 Umsatz
-2400 Vorlaufkosten
-1000 Bus
-2500 Pontenmeister
-500 Schreiber und Entfetter
-800 Schlangenöl
-200 Gasthof
=====
5400 --> Tagesgewinn für den Chef

Wie viele solche Touren zu je 2 Bussen macht ein Chef im Monat? Sagen wir mal 16?

5400 x 16 x 12 = macht eine gute Million Gewinn im Jahr für den Chef. Oder gibt's noch andere Leute, die ich vergessen habe, die die Hand aufhalten?

So, jetzt korrigiert mich gerne. Ich bin nämlich ausdrücklich *nicht* von der Branche, von daher habe ich bestimmt was übersehen.

Ach ja, die Reisen zum Beispiel. Kriegt der Pontenmeister von den einkassierten Anzahlungen auch nur die 20%? Der Rest geht direkt zum Chef?

knoerfli
22.02.2009, 00:06
Was verlangt der Busunternehmer für die 2 Busse? 1000 Euro?


huch, das wäre dann allerdings schon was, wenn es nur um die Ecke ist :-)

Mission Imposible
23.02.2009, 10:10
Hoppla, hier wird ja in moralischen Kategorien diskutiert und die Spannheit ist beachtlich. Von Leuten, die ihr Gewissen ganz schön unterdrückt haben, bis zu Leuten, die sogar ihren Job kritisieren, um sich noch im Spiegel angucken zu können. Vor den Letztgenannten - insbesondere @ duncan ziehe ich echt meinen Hut - Respekt!!!

Ich will das ganze Mal aus rechtlicher perspektive beleuchten, da ich als Ordnungsamts-Mann mit der Materie zu tun habe. Sollte es einmal passieren, dass eine Behörde einem Busunternehmen mal mitteilt an welchen Betrugshandlungen es hier Anteil hat, wäre es bößgläubig gemacht, wie die Juristen sagen. Im Wiederholungsfalle könnte es bei Straftaten (Betrug) als Mittäter und im Falle von Ordnungswidrigkeiten als so genannter Beteiligter belangt werden. Für Gastwirte gilt im Übrigen das Gleiche. Das Gesetz missbilligt solches Verhalten also. Dass es in der Praxis soweit nicht kommt, steht auf einem anderen Blatt. Deswegen bitte ich die, die das Ganze sehr locker sehen und denen es nichts ausmacht, dass sie am Belügen und Ausnehmen oft gesundheitlich angeschlagener älterer Leute (es könnten auch ihre Eltern sein) beteiligt sind, sich das Ganze noch mal durch den Kopf gehen zu lassen.

Gruß

MI

Wuschel_MUC
23.02.2009, 11:58
... Sollte es einmal passieren, dass eine Behörde einem Busunternehmen mal mitteilt, an welchen Betrugshandlungen es hier Anteil hat, wäre es bösgläubig...
Ich glaube, das würde sich sehr schnell herumsprechen, wenn das Ordnungsamt einen Wirt oder Busfahrer am Kragen gepackt hat.

Übrigens kam doch neulich bei einer gesprengten Kaffeefahrt heraus, dass der Bus mehr als schrottreif war und es bei seiner TÜV-Untersuchung anscheinend nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Das wäre noch ein möglicher Hilfstatbestand.:p

Allerdings lautet die herrschende Meinung im Forum: Busfahrer und Wirte nicht vorher mit der Nase draufstoßen, sonst platzt die Veranstaltung und der Veranstalter bleibt im Dunkeln.:skull:

Mir ist jedes rechtsstaatliche Mittel recht, mit dem man Kaffeefahrten zu einem unproduktiven Geschäft macht!

Wuschel

Eniac
23.02.2009, 12:07
Frage an die Busfahrer und auch an Wolfgang:

Ich habe schon desöfteren gehört, dass von den Fahrgästen im Bus ein kleiner Obulus (1 - 3 Euro) in bar kassiert wird, obwohl die Fahrt als kostenlos angepriesen wird. Angesichts der astronomischen Gewinnspannen frage ich mich wozu überhaupt und wer bekommt das Geld?
Bezahlen die Planungsbüros den Busunternehmen so wenig, dass man auf diese zusätzliche Einnahme angewiesen ist oder dient das ganze nur dazu, potentielle Störer und Nichtkäufer frühzeitig zu identifizieren und auszuschliessen?


Eniac

cmds
23.02.2009, 12:11
....dient das ganze nur dazu, potentielle Störer und Nichtkäufer frühzeitig zu identifizieren und auszuschliessen?
Eniac

Perfide, aber schlüssig.
Wer sich weigert, dem Fahrer ein "Trinkgeld" zu geben wird gesondert von den Einpeitschern bei der Besch****^WVerkaufveranstaltung bearbeitet?

Liquid-Sky-Net
23.02.2009, 12:13
Ich will nicht wissen, was die nebenbei noch so an Snacks & Getränken (im Bus) einnehmen.... das ist ja bestimmt auch nicht inklusive.

Eniac
23.02.2009, 12:22
Wer sich weigert, dem Fahrer ein "Trinkgeld" zu geben wird gesondert von den Einpeitschern bei der Besch****^WVerkaufveranstaltung bearbeitet?

Oder erst gar nicht mitgenommen bzw. an der nächsten Autobahnraststätte aus dem Bus geschmissen (http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/07/17/kaffeefahrt-skandal/rentner-auf-autobahn-ausgesetzt.html).

Wer verlangt also diese Zusatzgebühr; das Busunternehmen, der Fahrer oder der Werbesprecher?


Eniac

Duncan
23.02.2009, 12:54
@ Eniac

Also bei mir war es dann immer so, daß ich das eingenommene Geld meinem Chef geben sollte und die Werbefirma hat das dann eben mit dem Angebotspreis verrechnet.

Gonzo
23.02.2009, 13:17
Du hast Dein Trinkgeld hergegeben?

Ist dann wie mit den Verkäuferinnen, die kein Trinkgeld annehmen dürfen.

Krass!

Gonzo

Eniac
23.02.2009, 13:23
Wir reden hier eigentlich nicht von Trinkgeldern.

Wenn ich Duncan richtig verstehe, kalkulieren die Planungsbüro tatsächlich so knapp, dass das Busunternehmen auf die zusätzlichen Euros angewiesen ist, wenn es nicht draufzahlen will, richtig?


Eniac

Schnabelland
23.02.2009, 14:47
Es ist wohl eher so, dass zwischen Busunternehmen und Planungsbüro ein Preis ausgemacht wird und gleichzeitig vereinbart wird, dass das Busunternehmen eben den "Fahrpreis" zu kassieren hat. Bei der Abrechnung wird dann eben die vom Busunternehmen kassierten Fahrgelder vom vereinbarten Preis abgezogen und der Restbetrag an das Busunternehmen ausgezahlt.
Ich glaube nicht, dass das Busunternehmen diesen Fahrpreis in Eigenregie erhebt, da dies wiederum gegen die Vereinbarung mit dem Kaffeefahrten-Veranstalter verstoßen würde, wenn ein solcher Fahrpreis nicht vereinbart ist (immerhin könnte ein solcher Fahrpreis abschreckend wirken).

Interessant ist m.E. auch, dass insbesondere bei Direkteinladungen in eine Restaurant (mit eigener Anreise) besonders häufig diese "Eintrittsgelder" von EUR 2-3,-- kassiert werden - ein weiterer Hinweis, dass man Leute, die nichts kaufen, fernhalten / aussortieren möchte.

Duncan
23.02.2009, 15:11
Genau. Es handelt sich dabei nicht um Trinkgeld. Das Geld das kassiert wird ist auf dem Fahrauftrag eindeutig als "Fahrtpreis" vermerkt. Trinkgeld gibts nach so nem beschissenen Tag eh kaum, weil die Leute ja oft schon ne Stange Geld gelassen haben und meistens genervt von denTypen sind. Mit viel Glück bekommst du mal von einem Werber nen Zehner. Aber das ist eher die Ausnahme. Die Kollegen, die regelmäßig für die Fahren bekommen schon mal mehr Geld oder Präsente.

Micha2000
23.02.2009, 19:55
Stellen wir das dochmal bildlich dar:

Tagessatz für den Omnibus: 440,- €
- "Buchungsgebühr" Teilnehmer 1,99 € pro Person - bei 40 Teilnehmern: 79,60 € (quasi Bareinnahme)
------------------------------------------------------------------------------
Dem Auftraggeber noch als offener Posten in Rechnung zu stellen: 360,40 €

Vielfach bekommen die Fahrer die Differenz auch gleich vom Werber in bar ausgehändigt. Ist ja auch sinnvoll, dann muss der nicht mit dem ganzen Geld rumlaufen, dass er den Leuten den Tag über aus der Tasche gezogen hat. ;)

Früher haben die Fahrten ja noch "richtig" Geld gekostet, aber da gab es auch noch ein Tagesziel und "vernünftige" Geschenke, die es dann auch wirklich gab. Mittlerweile wüßte ich nur noch zwei Firmen, die Buchungsgebühren oder so erheben.

@Duncan: Ist das mit dem Trinkgeld wirklich so schlimm geworden? Als ich früher mit Oma gefahren bin, haben wir (also auch sie für mich) 1,- Mark gegeben und da ich immer der jüngste war, durfte ich da schon manchmal selbst mit dem Becher rumgehen. Damals hab ich immer gedacht, so viel Geld hätte ich auch gerne.

SpamKampf
24.02.2009, 00:42
Im folgenden Thread:

http://www.antispam-ev.de/forum/showthread.php?p=201068#post201068

habe ich heute gelesen:


Außerdem sammelt Antispam e.V. die Namen der Busunternehmen.

Es gibt schwarze Listen der vielen Scheinfirmen für Kaffeefahrten vom Lahn-Dill-Kreis und dem Verbraucherschutz Hamburg, aber nirgendwo (zumindest konnte ich keine finden) für Busunternehmen, welche die Verbraucher zu den Abzockveranstaltungen bringen.

Wenn wir die Namen der Busunternehmen sammeln, könnten wir doch eine schwarze Liste der Busunternehmen herausbringen! Nach jedem Eintrag könnten dann Sterne für ein Negativ-Ranking stehen, z.B.

* = war nach unserem Wissen schon mal an einer unseriösen Kaffeefahrt beteiligt.

** = war nach unserem Wissen schon mehrmals an unseriösen Kaffeefahrten beteiligt.

*** = beteiligt sich nach unserem Wissen laufend an unseriösen Kaffeefahrten.

**** = beteiligt sich nach unserem Wissen laufend an unseriösen Kaffeefahrten und scheut sich nicht davor, unerwünschte Gewinner auszusetzen bzw. überhaupt nicht einsteigen zu lassen.

***** = beteiligt sich nach unserem Wissen laufend an unseriösen Kaffeefahrten und scheut sich nicht davor, unerwünschte Gewinner auszusetzen bzw. überhaupt nicht einsteigen zu lassen und feuert auch gerne seine Fahrer, wenn diese die unseriösen Praktiken nicht mitmachen.

Das ist wahrscheinlich ein heißes Eisen, so dass wir uns sicherlich rechtlich mehrfach absichern müssten, um Verleumdungsklagen zu umgehen aber eine derartige Liste, welche auch leicht bei den Suchmaschinen aufzufinden ist, könnte eine gewisse Abschreckungswirkung haben und dieses wichtige Glied in der Abzockkette der Verantwortlichen dieser getarnten Kaffeefahrten schwächen. Mensch, da fällt mir gerade ein, eine solche Liste könnte doch der BDV auf seiner Internetpräsenz veröffentlichen, aber ich lese in einem anderen Thread, dass es hier an Kooperation auf Seiten des BDV offensichtlich mangelt. Eigentlich schade.

Zumindest könnten wir als Verein (vielleicht machen wir das schon) den erfassten Busunternehmen ein entsprechendes Formschreiben mit der Bitte um Stellungnahme zusenden. Wer hier unwissentlich oder leichtfertig solche Fahrten durchführt, der hat dann die Möglichkeit seine Vorgehensweise zu überdenken und zu ändern. Die Busunternehmen mit einem 3, 4 oder 5 Sterne Ranking (siehe oben) werden wahrscheinlich entweder nicht antworten oder nur Blödsinn schreiben, aber sie wissen dann, dass sie beobachtet werden. Bei dieser Gruppe von Busunternehmen muss sicherlich mit härteren Bandagen gekämpft werden, z.B. wenn wir genügend aktive Mitglieder in der Stadt des Busunternehmens hätten, könnten wir eine Demo anmelden. Unter Einschaltung der Presse und des lokalen Fernsehens könnten wir für 2 oder 3 Stunden mit großen Plakaten vor dem Gebäude des Unternehmens marschieren und unseren Protest in die Öffentlichkeit tragen.

Gruß von SpamKampf

actro
24.02.2009, 00:46
Schwarze Listen sind rechtlich gesehen sehr bedenklich. Ich denke eher nicht, daß wir das machen werden. Aber die Infos können wir gerne jemandem zur Verfügung stellen, der das dann machen will..

Soseheichdas
25.02.2009, 09:23
"Nixkaffeefahrt" hat ziemlich gut gerechnet, genau so kann es aussehen. Und für viel Geld wird ja gerne am Rande der Legalität und auch darüber weg gesegelt. Der Kommentar vom Ordnungsamtmann ist angenehm sachlich - das wollte ich mit meinem weiter oben stehenden Beitrag zur rechtlichen Situation Unternehmer-Auftraggeber-Reisegast-Busfahrer auch sein. Aber da wird einem von ein paar kratzigen Krawallbürsten gleich unterstellt, man gehöre selbst zu den Betreibern oder Gewinnern dieser Geschäfte. Eine etwas differenzierte Beurteilung und weniger "Kopf-ab-Mentalität" wäre wünschenswert. So, und nun kämpft weiter gegen das Böse in der Welt, kauft nicht im videoüberwachten Supermarkt billige Sachen, beschäftigt keine Schwarzarbeiter [*schnipp*] (Auch alles Dinge, für die es große Nachfrage und entsprechend viele Anbieter gibt!)

wahwah
25.02.2009, 22:44
Hier geht es nicht um Busfahrtunternehmen im allgemeinen, sondern um die Unternehmen, welche sich bewußt an Gesetzesverstößen beteiligen bzw. Mithilfe leisten.

Vieleicht aus finanzieller Not heraus oder weil es denen schlicht egal ist, hauptsache der Rubel rollt.

Übrigens, auch vor 22 Jahren waren betrügerische Kaffeefahrten sehr wohl schon ein Thema!

Duncan
25.02.2009, 23:22
Ich möchte mal bemerken das die Dnge die ich hier beschrieben habe tatsächlich so passiert sind. Auch lasse ich mich nicht von meiner Meinung abbringen. Ich nehm Deine rote Tonne zu Kenntnis. Ich hab mich auch nicht um die Stelle als Insider beworben. Dazu haben mich andere gemacht. Und irgendwie hab ich ja den Finger auf einen wunden Punkt gelegt. Und wenn Du mich von meinen ja so falschen Ansichten überzeugen kannst, würde ich mich sogar entschuldigen falls ich jemandenm Unrecht getan hab. Habe ich ja hier schon mal getan.
Und jetzt bin ich ja mal gespannt.

Bin erstaunt was man als Busfahrer so bewirken kann.

Micha2000
25.02.2009, 23:27
Nur weils grad hierher passt: Meine erste Kaffeefahrt hab ich vor 23 Jahren gemacht, da war ich zehn. Und, ich gebs zu, ich wars Schuld, denn klein Micha hat so lange gequengelt bis Oma die Anmeldekarte abgeschickt hat, denn damals gings in den Hollywood-Park und da hatte man dann nach der Werbung noch richtig (mehrere Stunden) Zeit für. Heute vermutlich reines Wunschdenken.

truelife
26.02.2009, 23:01
Das Off-Topic findet hier statt: http://www.antispam-ev.de/forum/showthread.php?t=23407

Duncan
27.02.2009, 23:44
So und heute mal eine gute Nachricht. Nach ausführlicher Lektüre dieses Forums hat ein mir bekannter Unternehmer alle im Moment auflaufenden Angebote zu Werbefahrten abgelehnt und bietet seinerseits zum Pauschalpreis von 10 ¤ Fahrten ins benachbarte Holland zum Einkaufen an. Grund dafür war ganz einfach die Tatsache, daß er befürchtet durch bekannt werden seiner Beteiligung könnte sein Ruf beschädigt werden. Ein, zugegeben, kleiner Erfolg, aber immerhin hat dieses Forum wohl Wirkung. Und ich hoffe es werden mehr.

nixkaffeefahrt
28.02.2009, 00:27
Wow, Duncan, Respekt.

Nun kann man nur hoffen, dass das Engagement dieses Busunternehmers belohnt wird und die Senioren (die ansonsten schon mal 1000 Euro für fragwürdige Ampullen hingelegt hätten) die 10 Euro für die Fahrt aufbringen. Es wäre ihm zu wünschen, dass ihn der Erfolg belohnt.

SpamKampf
28.02.2009, 02:31
Falls jemand eine „Schwarze Liste“ der Busunternehmen veröffentlichen möchte, der sollte dieses Busunternehmen (welches???) aufgrund seiner Umdenkung bitte aus der Liste nehmen. Hoffentlich gibt es bald weitere Busunternehmen, die ähnlich so verfahren werden! Dann müssten die Abzocker auf Taxis ausweichen und das dürfte teuer werden.

Gruß von SpamKampf

Wolf_gang
28.02.2009, 02:34
Unfug--- wie Blauäugig bit du ?

SpamKampf
28.02.2009, 02:54
@Wolf_gang

Nein, meine Augen sind nicht blau sondern braun/grau. Das konntest Du aufgrund meiner Sonnenbrille wohl nicht erkennen. Ich wünsche Dir noch eine gute Nacht.

Gruß von SpamKampf

Duncan
28.02.2009, 03:15
Einer meiner Kollegen fährt da und er hat seinem Chef mal so beiläufig gesagt: "Du ich hab da was im Internet gesehen. Lies dir das mal durch." Natürlich haben wir da vorher darüber gesprochen. Es handelt sich um einen Unternehmer mit 4 Reisebussen und die Hollandfahrten sind recht erfolgreich, da verschiedene Ziele angeboten werden. Natürlich muß da eine Mindestanzahl von Fahrgästen mitfahren, aber die waren recht clever und haben ihre Werbung dafür an den für Werbefahrten bekannten Stellen ausgehangen. Den Rest besorgt Mund zu Mund Propaganda. Also in der Regel ist immer ein Bus, manchmal drei pro Woche unterwegs und das neben den schon länger geplanten Fahrten.
Ich denke es dürfte keine Besonderheit sein, daß Unternehmer hier mitlesen. Nur ich denke die meisten aus "eigenem Interesse". Die sind auch nicht abzubringen von dem Geschäft. Aber die restlichen erreicht man eben so, und damit dünnt man das Netz der verfügbaren Unternehmen aus.

SpamKampf
28.02.2009, 03:36
Aber die restlichen erreicht man eben so, und damit dünnt man das Netz der verfügbaren Unternehmen aus.

Genau!

Gruß von SpamKampf

Wuschel_MUC
28.02.2009, 09:10
Man kann nicht damit rechnen, dass jeder hier geoutete Busunternehmer sofort katholisch gemacht wird und keine Kaffeefahrten mehr annimmt.

Wenn nur ein Teil davon sagt, "lieber doch keine Kaffeefahrten mehr", ist schon vielen geholfen und der Kaffeefahrt-Mafia etwas in die Suppe gespuckt.

Duncan hatte einen Erfolg. Der Erfolg wird dann nachhaltig, wenn

der Fahndungsdruck weiter ansteigt
Busunternehmen und Wirte mit unrühmlicher Publicity rechnen müssen oder
mehr Kaffeefahrten von Polizei und Ordnungsamt gesprengt werden.
Dabei sollten wir an das Sprichwort vom steten Tropfen denken - oder an die Geschichte vom Onkel Otto und den Bärenfellen.

Wuschel

knoerfli
28.02.2009, 11:46
Man kann nicht damit rechnen, dass jeder hier geoutete Busunternehmer sofort katholisch gemacht wird und keine Kaffeefahrten mehr annimmt.


und die das eben permanent machen, denen ist das eh egal :-)
Solange die 'Auftraggeber zahlen' besteht ja kein Anlass, egal wie der Ruf ist.
Und danach kann man ja Pleite gehen und ein neues Unternehmen aufmachen
(wegen Image) , ist doch eh groß in Mode gekommen :-)

Die die jetzt, diese Fahrten 'ablehnen' werden es später wieder tun, die warten halt ab, bis es wieder etwas ruhiger wird in ihrem Umfeld.

Also Kaffeefahrten ausschalten, indem man die Busunternehmen sozusagen anschwärzt wird nicht funktionieren, denn es werden sich immer und immer wieder neue finden lassen, leider.

Hier müsste doch eine andere Lösung gefunden werden, das mit den sprengen der Veranstaltungen (sprengen nicht wörtlich gemeint) ist schon ne gute Idee, ebenso mit den Handzetteln an den Bushaltestellen. Denn wenn der Gewinn der Kaffeefahrtenanbieter nicht mehr stimmt, ist es auch nicht mehr lukrativ.

Wolf_gang
28.02.2009, 12:22
Also Kaffeefahrten ausschalten, indem man die Busunternehmen sozusagen anschwärzt wird nicht funktionieren, denn es werden sich immer und immer wieder neue finden lassen, leider.
Die Branche ist sehr kapitalstark wenn keine Busse mehr zu mieten sind werden eigene gekauft , so geschehen bei der Maueröffnung als Busse knapp und teuer waren .

Hier müsste doch eine andere Lösung gefunden werden, das mit den sprengen der Veranstaltungen (sprengen nicht wörtlich gemeint) ist schon ne gute Idee, ebenso mit den Handzetteln an den Bushaltestellen. Denn wenn der Gewinn der Kaffeefahrtenanbieter nicht mehr stimmt, ist es auch nicht mehr lukrativ.
Das ist öfter geschehen aber die Ponten fahren trotzdem mit und kaufen

mareike26
28.02.2009, 12:29
Falls jemand eine „Schwarze Liste“ der Busunternehmen veröffentlichen möchte, der sollte dieses Busunternehmen (welches???) aufgrund seiner Umdenkung bitte aus der Liste nehmen.
Schwarze Listen wird es zumindest in diesem Forum nicht geben.

Wuschel_MUC
28.02.2009, 13:00
Wer einen eigenen Bus kauft, muss dafür sorgen, dass er ganzjährig ausgelastet ist. Wenn sich das lohnen würde, hätte die Kaffeefahrt-Mafia längst eigene Busse.

So kapitalstark ist die Kaffeefahrt-Mafia nicht, dass sie einen Bus bar zahlen könnte. Also müsste er kreditfinanziert werden. Das bedeutet: es muss jemand einen Kredit bekommen, der für die Postfach-Scheinfirma seinen Kopf hinhält und den Kredit womöglich bebürgt. Bäh - dann ist im Extremfall die Villa futsch. Bei Leasing muss auch eine Sicherheit her.

Eigene Busse müssen auf eine natürliche oder juristische Person zugelassen sein. Das hinterlässt unerwünschte Spuren. Solche Busse können außerdem gepfändet werden, gecharterte nicht.

Chartern scheint also günstiger zu sein. Sagt man in der Bus-Branche öfter, "Kaffeefahrten sind bäh", hätte man bei den Kaffeefahrt-Veranstaltern schon wieder Kosten verursacht und ihnen etwas Rendite abgeknapst.

Stichwort: "Veranstaltung sprengen": Auch der § 21 VersammlG (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/versammlg/gesamt.pdf)spricht von "sprengen". Damit ist nicht (nur) die Verwendung von Sprengstoff gemeint, sondern die Vereitelung einer öffentlichen Versammlung durch Außenstehende. Die Art der Vereitelung ist dabei egal.

Wuschel

Wolf_gang
28.02.2009, 13:22
Wer einen eigenen Bus kauft, muss dafür sorgen, dass er ganzjährig ausgelastet ist. Wenn sich das lohnen würde, hätte die Kaffeefahrt-Mafia längst eigene Busse.
Hatten einige Firmen , Flotten mit 50 Megalinern ist aber aufgegeben worden weil kein großer Gewinn übrig blieb ( Auslastung 300 Tage im Jahr )


So kapitalstark ist die Kaffeefahrt-Mafia nicht, dass sie einen Bus bar zahlen könnte.
Selbst kleine Firmen hätten keine Probleme ein paar Busse bar zu kaufen !


Eigene Busse müssen auf eine natürliche oder juristische Person zugelassen sein. Das hinterlässt unerwünschte Spuren. Solche Busse können außerdem gepfändet werden, gecharterte nicht.
Eine neue Firma dafür ist schnell gegründet

Chartern scheint also günstiger zu sein. Sagt man in der Bus-Branche öfter, "Kaffeefahrten sind bäh", hätte man bei den Kaffeefahrt-Veranstaltern schon wieder Kosten verursacht und ihnen etwas Rendite abgeknapst.





---

knoerfli
28.02.2009, 13:41
@Wolf_gang: Könntest du bitte die Vorschau benutzen ehe du deinen Beitrag absendest und vor allen Dingen die Zitatfunktion richtig nutzen, denn so geht der Sinn (und deine Antwort) zu den Postings leider verloren.

Mag sein, das eine solche Firma dafür schnell gegründet ist, heisst aber noch lange nicht, das diese eben dann auch kreditwürdig ist :-)

Micha2000
28.02.2009, 14:14
Wolfgang, ich kenne nur einen Fall, wo bei denen sich ein Werbefahrten-Veranstalter eigene Busse angeschafft hat und das war, wie von Dir erwähnt, genau zur Wendezeit. Damals hatte ein Werbefirma aus dem Paderborner Raum die Idee, sich mal eben um die 30 Busse zu kaufen und damit seine Gäste, vielfach "Ossis", selbst zu fahren. Da man nichts zu verbergen hatte, wurden die Busse seinerzeit auch groß mit dem Firmennamen beschriftet (rot auf schwarzem Grund).

Als man dann merkte, dass der reine Bettenverkauf aus eigener Herstellung nicht mehr reichte (klar, irgendwann haben auch alle "Ossis" Schafwollbetten) kam man dann auf die Idee zur Gründung eines Reiseclubs. Aber auch das hat wohl nicht gereicht, sonst hätte einer der Bushersteller nicht nachts klammheimlich "seine" Busse vom Hof geholt wegen nicht gezahlter Raten. Eigentumsvorbehalt nennt man das wohl.

Eniac
28.02.2009, 15:14
Damals hatte ein Werbefirma aus dem Paderborner Raum die Idee,

Die kam nicht rein zufällig aus Schloss Holte-Stukenbrock?


Eniac

Micha2000
28.02.2009, 15:34
Die kam nicht rein zufällig aus Schloss Holte-Stukenbrock?


Eniac

Rein zufällig ja. Mittlerweile macht, wie ich gehört habe, die Tochter wohl das Geschäft in Schloß Holte weiter (mit normalem Verkauf) und die Eltern sind / mußten ja seinerzeit in die Schweiz "flüchten" und machen dort wohl auch wieder Kaffeefahrten. Vielleicht kaufen sie die Waren dazu ja innerfamiliär?!

Duncan
04.03.2009, 10:59
SO ich bin auch mal wieder da. Auch ich halte nichts von Schwarzen Listen hier. Ich denke, daß Zeitungen und andere Medien bessere Möglichkeiten haben um sich dan vor Leuten zu schützen, welche sich auf den Fuß getreten fühlen. Ich denke das die meisten hier eher Privatleute sind, und da fehlen oft die Zugänge zu entsprechender juristischer Vertretung. Foren wie dieses sind schon für weniger geschlossen worden. Aber eine große Boulevardzeitung oder freie Journalisten sind oft dankbare Abnehmer für Informationen, und ich sehe ein langsam steigendes Interesse an der Berichterstattung über solche Machenschaften. Und man sollte sich diese Plattform nicht kaputt machen, da ich weiß das ein mir bekannter freier Journalist sich hier Input holt. Also immer fleißig weiter hier!!

Eniac
15.03.2009, 22:28
Teilnehmer einer Kaffeefahrt müssen mit Zug heim (http://www.suedwest-aktiv.de/region/swp_laichingen/laichingen_und_umgebung/4208212/artikel.php?SWAID=3f6bbb18c790daa444ccad7d4dab838a)


Polizei kontrolliert Busse und Lkw
...
Darunter ein Reisebusfahrer, der mit einer Kaffeefahrt aus dem Raum Heilbronn unterwegs war. Seine Fahrt endete bei Ehingen, weil der 55-jährige Fahrer nur viereinhalb statt elf Stunden Pause hinter sich hatte. Auch in der vergangenen Woche hatte der Fahrer zu kurze Ruhezeiten, wie seine Aufzeichnungen trotz Lücken verrieten. So traten die mehr als 20 Fahrgäste den Heimweg mit dem Zug an. So war schon vorzeitig gewiss, dass aus dem anscheinend möglichen Gewinn von 5000 Euro nichts wird.
...


Eniac

Duncan
16.03.2009, 17:33
So und wenn man da jetzt mal im Artikel liest wieviele Fahrer beanstandet wurden und mit wievielen Verstößen, dann müsste eigentlich jedem klar sein das es sich da nicht mehr um "Einzelfälle" handelt. Ich denke das Ergebnis würde egal wo in Deutschland ähnlich ausfallen. Jetzt kann zwar jeder schreien das die Fahrer ja selbst aufpassen müssen usw. Ich erwähne dann auch immer die Sorgfaltspflicht des Unternehmers, die man ja auch nicht vergessen darf. Der Unternehmer stirbt bestimmt nicht wenn er seinen Betrieb regelgerecht führt, fällt halt weniger ab dabei. Der Busfahrer der sich da weigert hat da mehr zu verlieren. Finde mal während der Saison einen Job. Natürlich hat der Busfahrer einen Anteil Schuld daran. Dem Unternehmer aber, der seinem Fahrer stapelweise Blankobescheinigungen gibt, die Abrechnung macht und dadurch sieht wie viel sein Mann arbeitet werfe ich erhebliche kriminelle Ernergie vor. Er nutzt nämlich die Angst des Fahrers um seinen Job eiskalt aus und verdient da bestimmt genug dabei. Ich kenne keinen Fahrer der daraus einen Lustgewinn zieht, indem er mit der Angst vor Kontrollen durch das Land fährt. Das schönste ist dann wenn man so einen "Berufsverdränger" wie wir als Chef hatte. Wenn man den anrief und dem das sagte plärrte der in den Apparat:" Warum rufst Du mich überhaupt an? Ich will die Scheiße gar nicht hören!"
Mein Mitgefühl an alle Kollegen die für solche Leute arbeiten, dann als "unverantwortliche" oder schlimmeres dargestellt werden, während der Chef sich in seinem dicken Auto von seinen Mitbürgern beneiden lässt und dann aber immer jammert er stehe am finanziellen Abgrund.

wahwah
16.03.2009, 18:45
Das kann ich mir lebhaft vorstellen.

Immer schön die Primärverantwortung dem Fahrer zuschanzen und auf Kosten der Fahrgäste ,des Fahrers und letztlich auch auf Kosten Unbeteiligter eine Gewinnmaximierung erzielen, indem Wartungsintervalle und (großteils) sinnvolle Sicherheitsvorschriften unterlaufen werden.

Egal wie fertig Fahrer und Fahrzeug sind, hauptsache die Möhre fährt (Geld ein).

Wenn denn mal ein Bußgeld reinkommt, bekommt der Fahrer *eine rein* oder fliegt sofort, der Chef kann sich das gar nicht erklären, und bezahlt anschließend das Bußgeld lächelnd aus der Schwarzkasse.

Das soll nicht heissen, das alle Busunternehmen es so betreiben, aber das es sehr wohl oft vorkommt.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Saisonunglücke mit Schulklassen etc. auf solche Machenschaften zurückzuführen sind !

Duncan
17.03.2009, 01:27
Das Problem ist eben das ein auffällig gewordener Fahrer nicht zwangsläufig zur Betriebskontrolle führt. Und aus eigener Erfahrung weiß ich das die Behörden schon ihren Ermessensspielraum nutzen und nicht gleich für fünf Minuten mehr auf der Scheibe Theater machen. Allerdings ist mir der Fall eines Kollegen bekannt der eine Werbefahrt ins Ausland gemacht hat und dabei über die max. Lenkzeit von 10 Std. kam. Bei der Kontrolle wurden 4 Diagrammscheiben eingezogen, welche jeweils eine Überschreitung von 39, 49, und 56 Minuten anzeigten, sowie eine auf der die Lenkzeitunterbrechung nicht ausreichend war. Alle vier Scheiben innerhalb einer Woche. Kurz darauf wurde ein anderer Fahrer auch bei einer Werbefahrt kontrolliert mit dem Ergebnis das auf zwei Scheiben die Schichtzeit überschritten war. Beides ereignete sich Anfang letzten Jahres. Bis heute keine Reaktion. Warum sollte ein Unternehmer denn an dieser Praxis was ändern, wenn er doch weiß das er nicht oder nur halbherzig verfolgt wird. Wer dann seinen Leuten noch ein niedriges Festgehalt bezahlt und einen niedrigen Spesensatz, die Leute dann so oft wie möglich auf die Piste schickt, der kann auch mit dem was die Werbemenschen bezahlen noch Profit machen. Wenn man wenig zahlt, viel arbeiten lässt hält man die Betriebskosten niedrig. Und schon macht man mit den Kröten von Werbefirmen Profit.

nixkaffeefahrt
21.03.2009, 22:32
Und wieder ein "Schrottbus" gestoppt, Südwest Presse vom 21.03.2009 (Quelle (http://www.suedwest-aktiv.de/region/neuekreisrundschau/rundschau_lokal/4223218/artikel.php)):


"Kaffeefahrt" beendet
Polizei zieht Schrottbus aus dem Verkehr
Die Gmünder Polizei hat am Mittwoch einen Bus aus dem Verkehr gezogen. Auf der "Kaffeefahrt" bestand Gefahr für Leib und Leben der Reisenden.
(...)
Unter anderem seien faustgroße Durchrostungen an tragenden Teilen der Fahrwerkaufhängung entdeckt worden, teilt die Polizei mit. (...) Dass der 27-jährige Busfahrer keine Genehmigung für die Durchführung einer solchen Fahrt vorweisen konnte, habe "vollständig ins Bild" gepasst. Dieses "Bild" ist das einer so genannten "Kaffeefahrt" mit Werbe- und Verkaufsveranstaltung. Hier gehts nicht um Erholung und Abwechslung, sondern um knallharten Profit. (...) Es wird daher geraten Kaffeefahrt-Angebote genau unter die Lupe zu nehmen und zur Not auch bei der Polizei nachzufragen. (...)

Duncan
14.04.2009, 03:40
Und wieder einmal bin ich ein Spielverderber gewesen. Da ich ja Verwandtschaft beim Zoll in der Abteilung Schwarzarbeitsbekämpfung hab, und der Verwandte wohl nicht zwischen privat und dienstlich unterschieden hat, ist jetzt ein Unternehmer, der reichlich für Kaffeefahrten im Ruhrgebiet einlädt, ganz schön in Schwierigkeiten. Nicht nur das die unangemeldete Veranstaltung im Lokal empfindlichst von anderen Ordnungshütern gestört wurde, nein aus unerklärlichen Gründen war der Fahrer nicht sozialversichert. Wer jetzt denkt oh je der arme Fahrer. Finanziell nötig hat er es nicht als ehem. Abteilungsleiter bei einem großen deutschen Stahlkonzern. Aber ehrlich wie er war hat er auch alle Diagrammscheiben der letzten acht Wochen (ohne wöchentl. Ruhezeiten eingehalten zu haben) dabei. Jetzt kriegt wohl auch der Unternehmer ein wenig Ärger. Vielleicht trägt auch das dazu bei, daß sich einzelne Unternehmer mal Gedanken machen ob ihre Geschäftsgebahren so ethisch einwandfrei sind und man auch als Selbstständiger nicht nur dem Geldbeutel verpflichtet ist.

Eniac
15.03.2010, 08:35
Katastrophentourismus Teil XXVII: Polizei stoppt Kaffeefahrt (http://www.sueddeutsche.de/d5K38j/3259757/Polizei-stoppt-Kaffeefahrt.html)


Die Polizei stoppte ihren Reisebus bei einer Routinekontrolle und stellte erhebliche Mängel an dem 21 Jahre alten Gefährt fest. So fand der hinzugezogene Gutachter ein Leck in der Bremsanlage, die dadurch kurz davor stand, komplett auszufallen. Der Stahlrahmen und die Bodengruppe waren teilweise durchgerostet. Der Bus wurde stillgelegt, Fahrer und Busunternehmer erwartet ein Bußgeld und Punkte in Flensburg.


Eniac

euregio
15.03.2010, 12:32
Daher ist es immer nett der zuständigen Dienstelle des BAG oder der Polizei den Verdacht zu melden. Also die Fahrer sehen ja immer so schlecht, blass und überarbeitet aus und ausserdem hatte der Bus auch schon einmal besser Zeiten gesehen. Letztendlich macht man sich ja als treusorgender Enkel Sorgen um Oma und die Kosten die der Solidargemeinschaft durch einen Unfall entstehen könnten. Ich denke wenn man die Polizei zu einigen Kontrollen bewegt und dadurch der Zeitplan durcheinander gerät und die Busfirmen das merken, dann werden sie das Risiko nicht unbedingt eingehen wollen. Es ist eben der Weg mit der Voodoo Puppe und den Nadeln. Nur viele kleine Nadeln lassen dem Luftballon auch die Luft raus..