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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : VSR-Verlagsgsservice



siebich
13.07.2011, 20:58
Meiner Tochter ist es passiert: Sie hat sich in der Fußgängerzone ein Zeitschriften-Abo aufschwatzen lassen.

Die Jugendlichen welche die Zeitschrift austragen würden seien ehemalige Drogenabhängige und man würde sie dadurch unterstützen.

Kurz gegoogelt ziehen diese Drücker immer mit der Masche durch die Lande sie würden Jugendliche unterstützen...mal sind es HartzIV-Jugendliche, mal ehemalige Drogenabhängige....
Immer dasselbe Muster.

Widerruf geht selbstredend via Einschreiben raus.

Fidul
13.07.2011, 22:58
vsr.cc (VSR Verlag Service GmbH, München), lädt auch Inhalt von abo-direkt.de (intan interactive GmbH, Osnabrück). Nicht ganz unbekannt hier im Forum.

Solli
14.07.2011, 10:30
Dumme Frage: Besteht überhaupt ein Widerrufsrecht bei Verträgen über Zeitschriftenabos, die bei einem Drücker in der Fußgängerzone abgeschlossen werden? §312d Abs. 4 Nr. 3 sagt ja: "Das Widerrufsrecht besteht, soweit nicht ein anderes bestimmt ist, nicht bei Fernabsatzverträgen [...] zur Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten, es sei denn, dass der Verbraucher seine Vertragserklärung telefonisch abgegeben hat".

Ich bezweifle durchaus, dass der Vertrag rechtsmäßig ist. Die Geschichte mit den drogenabhängigen Jugendlichen könnte arglistige Täuschung sein. Außerdem gibt's wenn die Tochter minderjährig ist immer noch den Hebel mit der schwebenden Unwirksamkeit. Ich möchte nur wissen ob tatsächlich ein Widerrufsrecht besteht und wenn ja nach welchem Paragraphen.

siebich
14.07.2011, 12:27
§ 312 I BGB : 14 Tage Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften: "...wenn der Verbraucher an einem Ort, an dem er regelmäßig nicht damit rechnen muss, zu einem Vertragsschluss veranlasst wird, so z.B. an der Haustüre oder im Bereich öffentlich zugänglicher Verkehrsflächen."

Quelle: http://www.aboalarm.de/vertrag-kuendigen-tipps/widerruf-abonnement-vertrag

Solli
14.07.2011, 13:14
OK, Sorry, ich bin wohl verrutscht und bei den Fernabsatzverträgen gelandet.

Walbeck
10.09.2011, 15:13
Der VSR Verlag Service muß sein auf Täuschung angelegtes Vertriebsmodell ändern - es gibt ein entsprechendes Urteil: Landgericht München I, Anerkenntnis-Urteil v. 3.9.2011, 17 HK O 1489/11.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg http://www.vzhh.de/recht/106241/ende-der-maerchenstunde.aspx

Wenn Mitarbeiter der VSR Verlag Service GmbH weiterhin behaupten, Verbraucher könnten sich nach Ablauf der zwei Monate Gratisbezug frei entscheiden, ob sie ein kostenpflichtiges Abo eingehen wollen oder die Verbraucher würden mit der Bestellung ein Projekt gegen Arbeitslosigkeit unterstüzten, wird es für die Firma teuer.

webeinspunktnull
04.10.2011, 13:55
Als ich noch in St.mbach wohnte hatte ich diese Typen 3 Mal an der Tür und die wurden auch noch frech als ich sagte habe a) alles aboniert was ich brauch, den Rest kauf ich mir sporadisch und ich les bestimmt keine Frauenzeitschrift, net mal beim Arzt.. DAs Geseier vonw egen warum ich nicht helfen wollte, laber laber
.... Der Zweite musste mal aufs Klo und mein GöGa denn dummerweise aufs Klo gelassen und der wollte noch ein Glas Wasser, weils war ja so heiss. Mein GöGA dem ne Flasche Sprudel geschenkt. Irgendwann dann nach einigen Wochen dann Bestätigungsschreiben mit einer uralten KtNr. Ich habe reklamiert und mir fiel ein, ich hatte im Gang für zum Schreddern Uraltkontoasuzüge auf einem Stapel mit andrem Schreddermaterial, was ich bei einem bekannten Handwerker durch den Wolf jagen durfte... Beim reklamieren wurde mir gesagt ich hätte bei dem und dem jungen Mann aus MitleID: [ID filtered]

Jetzt hier im Dorf vergeht keine Woche wo net zwei vor der Tür stehn, volles Programm. Mitgliederwerbung, Sachen verticken ect trotz eindeutigem Hinweis. Mein Postzusteller der sich dran hält mit Werbesendung ect fragte zart wegem dem Schild, ob er denn net mehr klingeln darf, doch der darf das

euregio
09.10.2011, 13:31
Eigentlich ist die Masche immer wieder gern genommen und läuft so seit Jahren. RTL hatte die Drücker einmal entsprechend verfolgt und die Hintermänner ausfindig gemacht interessant wäre es mit einer eidesstattlichen Versicherung an die Wettbewerbszentrale zu treten, denn dann würde die Strafsumme fällig.

Pikachu
12.10.2011, 15:19
Ein gutes Argument gegen solche Drücker ist auch,

das man bei einer sog. Freundschaftswerbung für 1 Jahres-Abo zwischen 40 und 80 EURO cash
bekommen kann. "Warum sollte ich Ihnen das schenken ?"

Mit der Fa. Intan hatte ich 2x gute Erfahrungen
(Abo korrekt nach 1 Jahr storniert, Prämie pünktlich geliefert bzw. Rabatt verrechnet)

Chinchilla
12.10.2011, 15:36
Mit der Fa. Intan hatte ich 2x gute Erfahrungen


Mit Intan selber habe ich auch im Wesentlichen gute Erfahrungen. Problem: Sie arbeiten mit der Deutschen Post Leserservice zusammen und mit den Adresshändlern der Deutschen Post hatte ich wegen den letzten Intan-Abo dermaßen Probleme, daß ich das Abo gekündigt habe, weil man meinte auf meine Daten nicht verzichten zu wollen so lange ich das Abo habe. Aufgrund meiner Beschwerde wegen der Zusammenarbeit mit der Deutschen Post hatte man mir dann noch einen Gutschein für den Deutschen Post Leserservice geschickt - autsch!

Ja ich weiß, daß A nicht automatisch Rechte an meinen Daten hat, wenn ich einen Vertrag mit B habe, aber auf einen Rechtsstreit und das Kostenrisiko in der undurchsichtigen Situation hatte ich keine Lust.

Helferlein
13.10.2011, 09:11
Hi,

also mit der Firma Intan habe ich bzw meine Großmutter schlechte Erfahrungen gemacht: Siehe mein Post vom 07.12.2010:
http://antispam-ev.de/forum/showthread.php?30261-01805050464-Callcenter-im-Auftrag-der-quot-Verlagshäuser-quot&p=287987#post287987


Am 8.11.10 wurden meiner Großmutter 8,75€ für ein angebliches Abo "Echo der Frau" abgebucht.
1) Firma unbekannt
2) Diese Zeitung war noch nie abonniert und wird auch in Zukunft nicht abonniert werden
3) hinterlegte Adresse auf Grund Umzug veraltet, ein Abo an diese Anschrift wäre mehr als sinnlos.
4) vorheriger Anruf kann nicht erfolgt sein, da die hinterlegte Rufnummer nur "Kein Anschluss unter dieser Nummer" ergeben hätte.
...

nichtolgie
16.01.2012, 19:06
Hallo,

meine Eltern haben von der VSR Verlag Service GmbH ein Schreiben erhalten. Demnach hätten Sie sich im Rahmen einer Sonderaktion "sparen und reisen" für ein Zeitschriften-Abo des Focus entschieden.

Meinen Eltern ist aber nichts bekannt, dass Sie hier irgend ein Vertrag abgeschlossen hätten. Wie kann man in einem solchen Fall auf so ein Schreiben am besten reagieren?

Ein Widerspruch in dem Sinne kann man ja nicht schicken; wenn man gar kein Vertrag abgeschlossen hat. Wie kann man hier ein Gegenschreiben am besten titulieren? Neben dem VSR Verlag Service GmbH als Absender, habe ich auf dem Schreiben noch eine zweite Adresse.
Die PVZ Presservertriebszentrale GmbH & Co. KG. Diese sind für die Betreuung des Zeitschriftenabos zuständig. Von denen sind auch die Kontaktdaten (Telefon, Fax, E-Mail) angegeben. Wobei die E-Mail Adresse nicht funktioniert. Eine Meldung darauf kam schon zurück.

An welche Adresse soll man hier am besten Antworten?

Wir werden morgen auch noch zur Polizei gehen; um zu prüfen; ob man hier evtl. auch eine Anzeige erstatten kann.

lg

Mittwoch
16.01.2012, 23:23
meine Eltern haben von der VSR Verlag Service GmbH ein Schreiben erhalten. Demnach hätten Sie sich im Rahmen einer Sonderaktion "sparen und reisen" für ein Zeitschriften-Abo des Focus entschieden.

Meinen Eltern ist aber nichts bekannt, dass Sie hier irgend ein Vertrag abgeschlossen hätten. Wie kann man in einem solchen Fall auf so ein Schreiben am besten reagieren?
Überhaupt gar nicht. Es gibt keine Rechtspflicht, sich zu nicht existenten Verträgen irgendwie zu äußern. Das lässt man am Besten auch deswegen sein, weil man als juristischer Laie Gefahr läuft, in einer Antwort unbedacht eine Formulierung zu verwenden, die im Nachhinein als Anerkenntnis eines Vertrags ausgelegt werden könnte.

Ich würde anstelle Deiner Eltern abwarten, was da denn alles noch so kommt. Und das Konto im Auge behalten. Wenn dort eine Lastschrift abgebucht wird, die Deine Eltern nicht genehmigt haben, einfach zur Bank gehen und die Lastschrift stornieren lassen, ist für Deine Eltern kostenlos. Das kann unter Umständen wiederholt der Fall sein.

Vielleicht kommen auch Rechnungen, Mahnungen und/oder Anrufe. Wichtig ist hier, gelassen zu bleiben. Alle Schreiben erst einmal ignorieren, zur Sicherheit abheften und erst nach Ablauf von vier ganzen Jahren vernichten, bei Anrufen ohne irgendeine Reaktion sofort auflegen, falls möglich, die Nummer ggf. sperren.

Wenn jemand Geld von Deinen Eltern möchte, ist es im Zweifel – und der liegt hier ja ganz eindeutig vor – seine Aufgabe, einen wirksamen Vertragsschluss zu beweisen. Es ist nicht Sache Deiner Eltern, zu beweisen, dass kein Vertrag vorliegt. Das wäre Beweislastumkehr und ist so im deutschen Recht nicht vorgesehen. Erst bei einem gerichtlichen MahnbescheID: [ID filtered]

Ohne jetzt allzu lange in meine Glaskugel schauen zu müssen, würde ich mal sagen, dass vielleicht Mahnungen und Inkassobriefe kommen. Wenn man aber hübsch stur bleibt und brav die Klappe hält, hören die irgendwann von selbst auf, so zumindest die Erfahrung hier im Forum.

Schönen Gruß und alles Gute für Deine Eltern
Mittwoch