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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : O2 / Alice - Bitte um Rat oder Tips



Jana-2012
10.06.2012, 03:04
Hallo,

habe mich gerade hier angemeldet, bin also neu hier und auch ein bissl ein Greenhorn was das technische zum Thema Anti-Spam angeht.
Mit meinen Junk-Mail Einstellungen in Outlook bzw. direkt dem Filtern auf dem Server (hab meine Domains, e-mails bei 1und1) komme ich gut zurecht, alles hält sich mengenmäßig bei mir sehr gut in Grenzen, neuen Spam markiere ich als junkmail und fertig.

Ich habe ein anderes Problem.

Hintergrund:

Über 7 Jahre war ich (bin es noch) Kunde bei Alice, dort läuft mein DSL Vertrag.
Kommunikation war nie nötig, ich will ja nur meine Leitung und Alice sein Geld regelmäßig.
Das hat all die Jahre reibungslos geklappt, die Leitung steht ohne größere Probs, die Abbuchungen der Beträge liefen über Lastschrift.

Bei Alice habe ich nie eine e-Mail Adresse angegeben oder angelegt, auch habe ich bei Feldern (falls es die damals überhaupt gab) für Zusendung von Produktinformationen, Newslettern oder ähnlichem keine "Haken" gesetzt, das mache ich eh nie.

Nun hatte ich ein neues Bankkonto welches mein Hauptkonto sein sollte, das alte (worüber die Lastschriften für Alice noch liefen) bestand noch, Zahlungseingänge gabs dann da aber nicht mehr sodass eine Alice Lastschrift platzte. Ich hatte fast alles umgestellt, nur eben Alice noch nicht, vergessen. Okay, kein größeres Problem, habe die mir per Post dann zugestellte Zahlungsaufforderung incl. Mahngebühren dann gleich vollständig bezahlt.
Hab mich dann bei Alice eingeloggt, inzwischen O2, und dort meine Bankverbindung auf die neue Bank geändert.
Bekam daraufhin wenige Tage später eine Bestätigung als Brief, dass man nun ab 12. März alle fälligen Rechungen von dem Konto XXXXX, wie angegeben abbuchen würde.
Geschehen ist das nicht (habe alles nochmal nachgeprüft, Kontodaten sind korrekt angegeben).
Statt dessen, bekomme ich Mahnungen ohne vorher überhaupt ne Rechnung bekommen zu haben.
Man kann die Rechnungen online dort abrufen, wenn man die Zeit ungefähr weiß und erinnert, wann Rechnungsdatum ist.
Meist funktioniert das aber erst mal paar Tage lang gar nicht, obwohl ein anklickbarer Link für Rechnung und Einzelverbindungsnachweis angezeigt wird. Klicke ich drauf, öffnet sich ne Seite auf der nichts steht ausser so nem Seitenrahmen, jedenfalls keine Rechnung, nach mehreren Tagen funktionierts dann irgendwann mal, aber da habe ich dann meist schon ne Mahnung im Brief-Kasten.

Man kann da irgendwo anklicken, wenn man eine Rechnung via Briefpost will, kostet dann aber 2,50 Euro.
Sehe ich aber nicht ein, hab Lastschrift angegeben und korrekte Bankdaten hinterlegt schliesslich.

Soviel zum Hintergrund.

Zu Ostern bekomme ich plötzlich 2 Werbe-eMails von O2, irgendwas mit Gutscheinen für Produkte die nichts mit O2/Alice zu tun haben und Werbung für eigene Sachen.
Ich dachte, wie geht das denn, da ich nie dort ne Mail-Adresse hinterlegt habe und auch noch nie was von denen per Mail bekommen habe.
Schaue ich nach, verwenden die meine geschäftliche e-Mail Adresse, die ich auf meinem gewerblichen eBay Account im Impressum angegeben habe.
Da, im Impressum steht ja auch mein Name, meine Anschrift, lässt sich also perfekt zuordnen.
Haben die also einfach bei irgendeinem Adress-Händler meine Daten incl. Mail Addy gekauft und ohne mich mal zu fragen bei sich eingetragen und benutzen das jetzt.
Sowas macht mich extrem wütend.

Ich habe mich eingeloggt um nachzuschauen, jetzt nur noch über O2 Seiten möglich, die haben die Kundenprofile von Alice herüber"migriert".
Überall ist ein Haken drin "Newsletter erwünscht", "Produktinformationen erwünscht" etc.
Ich habe das niemals angeklickt oder ausgewählt als Option, das haben die mir untergejubelt im Rahmen der Übernahme von Alice durch O2.
Habe das alles inzwischen deaktiviert.

Mich k....das an, ich fühle mich wie Beute, mit der man machen kann, wie´s einem gefällt, immer möglichst selbst wenig Aufwand und Arbeit, alles auf den Kunden abwälzen und via e-Mail geht das ja super effizient.
Jetzt, seit dem, bekomme ich via eMail, die sie sich illegal besorgt haben, monatlich ne Info, dass die Rechung da ist (die Rechnung selber hängt der Mail aber nicht an). Ich muss mich also immer mühselig einloggen da, die geballte Werbung auf den Seiten erst mal über mich ergehen lassen und kann dann nur hoffen, dass ich die Rechnung überhaupt aufgerufen bekommen, was meist erst nach mehrmaligen Versuchen (über mehrere Tage verteilt) funktioniert.

Ich kann meine e-mail Adresse da nicht aus meinem Profil löschen, die steht da nirgendwo angegeben, hab nichts gefunden.

Das ist frech und dreist, sich meine geschäftliche Mail-Adresse einfach mal irgendwo zu kaufen oder einzusammeln und zu verwenden ohne mich mal gefragt zu haben.

Ich will und werde keine Mahngebühren auf Rechungen die ich nicht bekomme bezahlen. Sie müssten mir nachweisen, mir die zugestellt oder mich darüber informiert zu haben.
Geht das bei illgeal besorgten e-mail Adressen die sie einfach so benutzen.

Zur Zeit probier ich´s mit einem kleinen online-toll, dass "Delivery failed"-eMails zurückschickt an den Absender.
Leider schaffe ich es nicht, diese Sekunden nach Erhalt der Mails zu fingieren, Die haben mich jedenfalls noch nicht von der Liste genommen.

Weiß jemand ein Tool/Software/Programm, wo man eine Absender-Adresse definieren kann an die sofort nach Erhalt der Mail eine "delivery failed-mail, am besten mit
"user unknown" zurückgeschickt wird?
Oder gibts irgendwelche andere Ideen?
Mein Ziel wäre dass die merken, dass diese eMail NICHT funktioniert für ihre "Art Kommunikation"

Direkt O2 anzuschreiben und Kosten und noch mehr Zeit zu investieren, dazu habe ich ganz wenig Lust.

Sorry für den extrem langen Text.

LG
Jana

Gerlach
10.06.2012, 10:23
"Haken" setzen oder abwählen ist im Normalfall nicht beweisbar und da können sie sich immer herausreden und weil sie das wiederum wissen, werden gerne mal pauschal bei allen Kunden solche Haken gesetzt, wenn man im Unternehmen meint, zu wenig Kunden mit dem Marketingmüll zu erreichen.


Weiß jemand ein Tool/Software/Programm, wo man eine Absender-Adresse definieren kann an die sofort nach Erhalt der Mail eine "delivery failed-mail, am besten mit "user unknown" zurückgeschickt wird?

Das ist sinnlos. Meist werden für den Versand der Werbung sogar spezielle Reply-To-Adressen verwendet, bei denen eingehende Mails überhaupt nicht ausgewertet werden. Bei kriminellem Spam sind die Reply-To-Adressen oft auch gestohlene Identitäten, so dass man in dem Fall sogar noch einen Unschludigen mit den simulierten Bounces belästigen würde.

In deinem Fall ist wirkungsvoll, dem Unternehmen folgenden Text zukommen zu lassen (schicke ich routinemäßig an alle Unternehmen, mit denen ich eine Geschäftsbeziehung unter Übermittlung von Daten eingehe):

Widerspruch gemäß Bundesdatenschutzgesetz:
Ich widerspreche der Nutzung, Verarbeitung und/oder Übermittlung meiner Daten für Zwecke der Werbung oder der Markt- oder Meinungsforschung gem. § 28 Absatz 4 Bundesdatenschutzgesetz.

Natürlich verlange ich eine Bestätigung und ich lasse nicht locker, bis ich diese habe. Ab dann ist es das alleinige Problem des Unternehmens, wie sie das gewährleisten und das gilt auch für etwaige Rechtsnachfolger. Und der Druck auf das Unternehmen ist auch ausreichend groß, da der Widerspruch anhand der Bestätigung auch bewiesen werden kann. Das jeweilige Unternehmen hätte also die Beweislast, dass trotz Widerspruchs bestimmte Werbung angefordert worden wäre.


Direkt O2 anzuschreiben und Kosten und noch mehr Zeit zu investieren, dazu habe ich ganz wenig Lust.

Kosten wirst du nicht haben. Einfach die passende E-Mail-Addy von denen aus deren Impressum (http://www.o2online.de/meta/impressum/) heraussuchen und den Widerspruch hinschicken und dabei vielleicht noch deine Kundennummer angeben und eben die Bestätigung mit einer Fristsetzung von einer Woche verlangen. Deine verschickte E-Mail und die entweder per E-Mail oder Briefpost eintreffende Bestätigung gut archivieren.

---

Ich habe eine Theorie, wie die Daten von Alice/O2 ergänzt wurden. Aufgrund der Rücklastschrift hat Alice/O2 beispielsweise bei der Schufa oder einem anderen Auskunftsdienst deine Kreditwürdigkeit geprüft und dabei ebenfalls diese zusätzlichen Daten übermittelt bekommen. Diese Auskunftsdienste bedienen sich typischerweise bei öffentlich zugänglichen Quellen wie ein Impressum.

Allerdings liegt auf der Hand, dass du Werbung auf elektronischen Wege an deine E-Mail-Adresse nicht zugestimmt haben kannst, wenn du selbst die dafür benötigten Daten nicht an Alice/O2 übermittelt hast. Du könntest also ein Auskunftsbegehren nach Bundesdatenschutzgesetz an O2 richten und verlangen, dass sie für jedes einzelne Datum über dich darlegen, woher sie es haben. Da wird sich dann aufteilen in "haben Sie bei Ihrer Anmeldung angegeben" und "haben wir über Auskunftei soundso ermittelt". Je nach Auskunft könnte man die "Keule" schwingen, aber meiner Erfahrung nach lohnt sich das eher nicht. Lieber einen sauberen Widerspruch nach Bundesdatenschutzgesetz absetzen und erst wenn dagegen dann wieder verstoßen wird (was sicherlich 10% der Unternehmen früher oder später tun), dann holt man die Keule raus - sprich Rechtsanwalt.

Chinchilla
10.06.2012, 11:55
Erfahrungsgemäß interessieren sich solche Firmen nicht besonders für einen solchen Widerruf bzw. freuen sich darüber, daß Sie keine Abmahnung bekommen. Als kleines Licht wird man nur selten von so großen Unternehmen ernst genommen (meine Erfahrungen mit O2 liegen zwar eine Weile zurück, sprechen aber ebenfalls dafür). Damit haben sie unerlaubt Werbung verschickt ohne etwas befürchten zu müssen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man wieder Werbung bekommt, sei es per eMail oder per Telefon. Deshalb und weil hier offensichtlich Daten eingefügt wurden, die dort nichts verloren haben, würde ich empfehlen einen Anwalt für gewerblichen rechtsschutz einzuschalten, der O2 abmahnt, eine Unterlassungserklärung einfordert und die Sache mit den Daten klärt. Nur so hat man bei TK-Unternehmen eine Chance der Werbung zu entgehen. Nach dem as Dus childerst stehen Deine Chancen sehr gut, das Risiko ist m.E. ziemlich klein.

Gerlach
10.06.2012, 12:52
Die Userin hat geschrieben, sie will keine Zeit und keine Mühen investieren. Da ist eine Empfehlung "sofort zum Anwalt und Abmahnung" genau das Gegenteil!

Man muss sich auch vor Augen halten, dass man selbst von einer Abmahnung kaum etwas hat, jedenfalls kein Geld. Alles was irgendwie "schief geht", sei es weil der Anwalt Fehler macht, ein Amtsrichter "es nicht einsieht" oder weil man etwas dann vor Gericht doch nicht beweisen kann, zahlt man aus der eigenen Tasche. Wer eine Abmahnung beauftragt muss auch bereit sein zu klagen, denn oft lehnt die Gegenseite beispielsweie die Übernahme der Anwaltskosten ab. Da man letztlich nur "Recht" bekommt im allerbesten Falle - aber eben keine finanzielle Kompensation - sollte man dies nur bei einer glasklaren Beweislage tun (oder eben, wenn es einem eigenes Geld wert ist, die Unterlassung der Werbezusendungen zu erreichen).

Chinchilla
10.06.2012, 14:39
Die Userin hat geschrieben, sie will keine Zeit und keine Mühen investieren. Da ist eine Empfehlung "sofort zum Anwalt und Abmahnung" genau das Gegenteil!

Sie will Probleme beseitigen und ist von der Werbung genervt. Ohne Zeit und Mühe wird sie die Probleme nicht los! Der Gang zum Anwalt ist noch der Weg, der am wenigsten Arbeit macht. Bei Werbeemails muß der Störer das Werbeeinverständnis nachweisen; kann er das nicht, hat er vor Gericht schlechte Karten. Natürlich kann auch dabei etwas schief gahen, es gibt genug Anwälte, die in der Richtung nicht wissen was sie tun. Ein gewisses Risiko hat sie bei allem was sie tut. Mein Anwalt hat solche Fälle inzwischen massenweise für mich kostenfrei (vom Porto abgesehen) geklärt.

Daß die Firma die Anwaltskosten nicht zahlen will, ist bisher eine reine These, die nicht zwangsläufig eintreten muß. Nach meiner Erfahrung kommt das ehers elten vor. Und wenn doch, dann zeigt sich damit, daß sie ohne anwaltliche Unterstützung absolut Null Chance gegen O2 hat und O2 meint mit ihr machen zu können was sie wollen!

Aus Erfahrung weiß ich, daß O2 die für die Mahnungen geforderten Beträge bis zur Vertragsauflösung mitschleppen wird und irgendwann sind die Kosten groß genug um sie einzuklagen. Wenn sie den Rechnungen mit den Mahnbeträge nicht rechtzeitig widerspricht, hat sie diese akzeptiert und sie sind einklagbar. Macht es keinen Aufwand jede einzelne Rechnung, die sie auch erst suchen muß, zu bemängeln?

Ohne Aufwand wird sie die Probleme jedenfalls nicht los, im Gegenteil: Die Probleme werden immer größer!

Gerlach
10.06.2012, 18:39
Meine Erfahrung ist, dass ein Widerspruch zu 90% befolgt wird. Daher ist es ein einfaches Mittel und schafft zudem Rechtssicherheit, um die verbleibenden 10% dann tatsächlich mit anwaltlicher Hilfe anzugehen, sodenn man dies wünscht.

Jana-2012
11.06.2012, 01:34
"Haken" setzen oder abwählen ist im Normalfall nicht beweisbar und da können sie sich immer herausreden und weil sie das wiederum wissen, werden gerne mal pauschal bei allen Kunden solche Haken gesetzt, wenn man im Unternehmen meint, zu wenig Kunden mit dem Marketingmüll zu erreichen.

Nun ja, man könnte nen Screenshot von seinen Einstellungen machen bei Vertragsbeginn, oder nen Foto vom Screen wo man dann ne aktuelle Tageszeitung mit Datum mit drauf hat.
Ist aber mühseelig und wenig praktikabel...
Darum fände ich es wichtig, dass Vertragsabschlüsse schriftlich nochmal fixiert werden wo alles enthalten ist, was tatsächlich vertraglich wesentlich ist. Preise, Leistung, Vertragsdauer, Kündigungsfrist, Kontakdaten (incl. oder eben excl. eMail-adresse) , Zustimmung-oder Ablehnung von Werbung und Produktinformationen, Datenweitergabe, Datenschutz etc. Die zum Vertagsabschluss geltenden AGB müssten auch mitgeschickt werden; AGB ändern die Firmen ja mal schnell heutzutage und man weiß schon gar nicht mehr, was eigentlich gegolten hat bei Vertragsabschluss, so man sich nicht alles akribisch gespeichert oder besser noch ausgedruckt hat.

Die Zeit ist heute sehr schnell, der Kunde soll möglichst schnell nen Vertag abschliessen, möglichst ohne groß nachzudenken und nachzufragen.
Aufwendige Briefpost (von teuren Mahnschreiben abgesehen, weil die lohnen sich für die Firmen) wollen die nicht und schon gar nicht, alle Vertragsbestandteile sauber und vollständig gedruckt in den Händen der Kunden.

Automation ist angesagt, das ist die Strategie.
Kunden sollen nur noch von Software, speziellen Tools und automatisierten IT-Prozessen verwaltet und "betreut" werden. Es darf nichts kosten. Die Zeit, die man in einer Vertags-oder Geschäftsbeziehung zuweilen aufwenden muss, soll gefälligst der Kunde investieren.
Es soll nichts kosten oder sogar noch was einbringen über kostenpflichtige Hotlines oder kostenpflichtige Premium-Supports.
Kunde zahlt entweder mit Zeit, sich bei Probs selbst zu helfen oder mit barer Münze, wenn er Fragen an seinen Vertagspartner hat.

Das ist das, was mich sehr ärgert.




Das ist sinnlos. Meist werden für den Versand der Werbung sogar spezielle Reply-To-Adressen verwendet, bei denen eingehende Mails überhaupt nicht ausgewertet werden. Bei kriminellem Spam sind die Reply-To-Adressen oft auch gestohlene Identitäten, so dass man in dem Fall sogar noch einen Unschludigen mit den simulierten Bounces belästigen würde.

Dass das bei kriminellem Spam nichts nutzt weiß ich, auch das größere Firmen spezielle "No-Reply-Adressen" verwenden und sogar in den eMails (meist unten am Ende) sagen, dass eine Antwort auf die Mails nicht möglich ist, weiß ich.
Habe selbst mal viele Jahre in einer sehr großen Internet-Firma gearbeitet und im Rahmen einer Prozess-Analyse mir mal "Replay" Ordner auf versendete Newsletter angeschaut. Unglaublich wieviel da mit "delivery failed" zurückkommt; tausende.

In meinem Fall gehts mir eher darum, dass, wenn es zum Streit um die mir auferlegten Mahngebühren kommen sollte, O2 nicht behaupten kann, sie hätten mich ja via eMail auf die online abrufbare Rechnung hingewiesen.
Ich meine zwar, dass im Zweifel eine Firma nachweisen muss, eine Rechnung erstellt und übermittelt zuhaben, es gibt auch Urteile, dass das online zur Verfügung stellen von Rechnungen nicht genügt, ich würde aber gerne auf Nummer sicher gehen wollen.



In deinem Fall ist wirkungsvoll, dem Unternehmen folgenden Text zukommen zu lassen (schicke ich routinemäßig an alle Unternehmen, mit denen ich eine Geschäftsbeziehung unter Übermittlung von Daten eingehe):
....................
....................
(konnte das irgendwie nicht zitieren, steht ja aber im original Posting)

Natürlich verlange ich eine Bestätigung und ich lasse nicht locker, bis ich diese habe. Ab dann ist es das alleinige Problem des Unternehmens, wie sie das gewährleisten und das gilt auch für etwaige Rechtsnachfolger. Und der Druck auf das Unternehmen ist auch ausreichend groß, da der Widerspruch anhand der Bestätigung auch bewiesen werden kann. Das jeweilige Unternehmen hätte also die Beweislast, dass trotz Widerspruchs bestimmte Werbung angefordert worden wäre.

Kosten wirst du nicht haben. Einfach die passende E-Mail-Addy von denen aus deren Impressum (http://www.o2online.de/meta/impressum/) heraussuchen und den Widerspruch hinschicken und dabei vielleicht noch deine Kundennummer angeben und eben die Bestätigung mit einer Fristsetzung von einer Woche verlangen. Deine verschickte E-Mail und die entweder per E-Mail oder Briefpost eintreffende Bestätigung gut archivieren.

Danke, ich speicher mir das mal für meinen "nächsten" Fall ;-)
Die Werbemails hatten nach Ostern dann aufgehört, nachdem ich in meinem Account dort die haken wieder rausgenommen habe.



Ich habe eine Theorie, wie die Daten von Alice/O2 ergänzt wurden. Aufgrund der Rücklastschrift hat Alice/O2 beispielsweise bei der Schufa oder einem anderen Auskunftsdienst deine Kreditwürdigkeit geprüft und dabei ebenfalls diese zusätzlichen Daten übermittelt bekommen. Diese Auskunftsdienste bedienen sich typischerweise bei öffentlich zugänglichen Quellen wie ein Impressum.

Also den Gedanken fand ich total interessant, da wäre ich nie drauf gekommen.
Mit der Schufa habe ich so gut wie nichts zu tun. Meine online Registrierung dort ist von Januar 2007, da hatte ich die jetzt von O2 genutzte eMail-Adresse noch gar nicht und habe mich auch online bei der Schufa mit einer völlig anderen eMail Addy angemeldet.
Andere Auskunftsdienste bezüglich Kreditwürdigkeit können diese meine eMail auch nicht haben; mein letzter Kredit ist X Jahre her, alles längst problemlos und vollständig bezahlt, aktuell keine Kredite, keine Darlehen, kein Dispo, nix ;-)

Ich gehe also eher davon aus, dass die Strategie von O2 (im Rahmen von Automation und Kostenreduzierung) ist, möglichst alle Kunden per eMail erreichen zu können und das dort dann groß Daten "eingekauft" wurden für diesen Zweck.



Allerdings liegt auf der Hand, dass du Werbung auf elektronischen Wege an deine E-Mail-Adresse nicht zugestimmt haben kannst, wenn du selbst die dafür benötigten Daten nicht an Alice/O2 übermittelt hast. Du könntest also ein Auskunftsbegehren nach Bundesdatenschutzgesetz an O2 richten und verlangen, dass sie für jedes einzelne Datum über dich darlegen, woher sie es haben. Da wird sich dann aufteilen in "haben Sie bei Ihrer Anmeldung angegeben" und "haben wir über Auskunftei soundso ermittelt". Je nach Auskunft könnte man die "Keule" schwingen, aber meiner Erfahrung nach lohnt sich das eher nicht. Lieber einen sauberen Widerspruch nach Bundesdatenschutzgesetz absetzen und erst wenn dagegen dann wieder verstoßen wird (was sicherlich 10% der Unternehmen früher oder später tun), dann holt man die Keule raus - sprich Rechtsanwalt.

Na wie gesagt, die Werbung, der Spam, hat aufgehört, nachdem ich die "Haken" rausgenommen habe.
Interessant aber ist die Frage für mich, ob ich Auskunft darüber verlangen kann, woher sie meine Kontaktdaten, hier eMail-Adresse haben.
Ich würde wirklich gerne Auskunft und Stellungnahme dazu verlangen. Ist das auch vom "Auskunftsbegehren nach Bundesdatenschutzgesetz" abgedeckt? Müssen die das erklären und beantworten?

Vielen Dank
und liebe Grüße
Jana

Gaia
11.06.2012, 01:47
Natürlich kannst Du das Jana und die sind verpflichtet vollständig Auskunft nach BDSG zu erteilen und das ist damit abgedeckt.
Zudem würde ich reklamieren die Rechnungen online net einsehen zu können und wieso man trotz schriftlicher Bestätigung net abbucht.

Ich persönlich rate Dir einen Fachanwalt für Telekommunikationsrecht aufzusuchen und Deinen Fall prüfen zu lassen.
Wir können hier nur Tipps und Ratschläge geben, wo der Anwalt fachjuristisch beraten und, falls Du ihm das Mandat übergibst, auch tätig werden kann.
Du hast einige Baustellen, die schnell gelöst werden müssen, damit Du net noch mehr Ärger bekommst.

Jana-2012
11.06.2012, 03:21
Erfahrungsgemäß interessieren sich solche Firmen nicht besonders für einen solchen Widerruf bzw. freuen sich darüber, daß Sie keine Abmahnung bekommen. Als kleines Licht wird man nur selten von so großen Unternehmen ernst genommen (meine Erfahrungen mit O2 liegen zwar eine Weile zurück, sprechen aber ebenfalls dafür). Damit haben sie unerlaubt Werbung verschickt ohne etwas befürchten zu müssen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man wieder Werbung bekommt, sei es per eMail oder per Telefon. Deshalb und weil hier offensichtlich Daten eingefügt wurden, die dort nichts verloren haben, würde ich empfehlen einen Anwalt für gewerblichen rechtsschutz einzuschalten, der O2 abmahnt, eine Unterlassungserklärung einfordert und die Sache mit den Daten klärt. Nur so hat man bei TK-Unternehmen eine Chance der Werbung zu entgehen. Nach dem as Dus childerst stehen Deine Chancen sehr gut, das Risiko ist m.E. ziemlich klein.


Ich ärgere mich inzwischen ein bisschen, dass ich´s nicht gemacht habe denn ich hatte das vor, also Abmahnung + Unterlassungserklärung und das ist für Firmen nicht mal eben mit paar Hundert Euro erledigt.
Ich bin extrem empfindlich, wenn Vertragspartner meine Zeit stehlen, sich ungefragt über meine Interessen hinwegsetzen, mich bevormunden und mir was aufzwingen, in meinen persönlichen Bereich ungefragt eindringen (und so empfinde ich das hier)

Im besten Falle ist man auf solche Fälle schon ein bisschen vorbereitet.
Ich wars nicht, passiert mir, zumindest online, zum ersten Mal in dieser Form.
Also Spam hab ich schon aber hier wäre der Absender ja greifbar.
Hätte ich einen Anwalt, nen echt guten mit Biss, parat gehabt, hätte ich´s durchgezogen.
Aber Anwalt ist nicht gleich Anwalt und Arzt nicht gleich Arzt...
Ich muss mir also erst mal nen erfahrenen Profi für solche Fälle besorgen, für eventuell nächste Fälle.
Jetzt ists glaub ich zu spät, der Werbespam war Ostern, das ist inzwischen schon paar Monate her.

Wenn ich geschrieben hab, dass ich nicht Lust habe, Zeit und Nerven zu investieren, dann meine ich damit immer wieder Mails, Briefe oder Telefonanrufe in irgendwelchen Customer Supports.
Ne nachhaltige wirkungsvolle Aktion via Anwalt, das ist mir die Zeit allerdings wert, weil ich es hasse, dass gewisse Firmen, besonders die Großen ja immer, meinen, Kunden wie dummes Vieh einer blöden großen Herde behandeln zu müssen.

Jana-2012
11.06.2012, 03:43
Sie will Probleme beseitigen und ist von der Werbung genervt. Ohne Zeit und Mühe wird sie die Probleme nicht los! Der Gang zum Anwalt ist noch der Weg, der am wenigsten Arbeit macht. Bei Werbeemails muß der Störer das Werbeeinverständnis nachweisen; kann er das nicht, hat er vor Gericht schlechte Karten. Natürlich kann auch dabei etwas schief gahen, es gibt genug Anwälte, die in der Richtung nicht wissen was sie tun. Ein gewisses Risiko hat sie bei allem was sie tut. Mein Anwalt hat solche Fälle inzwischen massenweise für mich kostenfrei (vom Porto abgesehen) geklärt.

Daß die Firma die Anwaltskosten nicht zahlen will, ist bisher eine reine These, die nicht zwangsläufig eintreten muß. Nach meiner Erfahrung kommt das ehers elten vor. Und wenn doch, dann zeigt sich damit, daß sie ohne anwaltliche Unterstützung absolut Null Chance gegen O2 hat und O2 meint mit ihr machen zu können was sie wollen!

Aus Erfahrung weiß ich, daß O2 die für die Mahnungen geforderten Beträge bis zur Vertragsauflösung mitschleppen wird und irgendwann sind die Kosten groß genug um sie einzuklagen. Wenn sie den Rechnungen mit den Mahnbeträge nicht rechtzeitig widerspricht, hat sie diese akzeptiert und sie sind einklagbar. Macht es keinen Aufwand jede einzelne Rechnung, die sie auch erst suchen muß, zu bemängeln?

Ohne Aufwand wird sie die Probleme jedenfalls nicht los, im Gegenteil: Die Probleme werden immer größer!

Willst/kannst Du mir bitte Deinen Anwalt empfehlen? Wenn ja dann über PN (geht das hier)

Mit ner Abmahung hätte ich keine Bedenken gehabt, mir fehlte nur ein passender Anwalt und bissl die Zeit.

Mahnkosten sind inzwischen bei ca. 20 Euro plus paar Cent Zinsen (die berechnen tatsächlich Verzugszinsen die im 0,01 Euro Bereich dann liegen).

Das Mahngebühren rechtlich als akzeptiert gelten, wenn ich denen nicht widerspreche bezweifle ich sehr stark.
Da könnte ja jeder kommen und irgendwas behaupten und Gebühren festlegen und die würden dann "Gesetz" wenn ich nicht widerspreche, NEIN.
Bei nem MahnbescheID: [ID filtered]

Jana-2012
11.06.2012, 03:51
Natürlich kannst Du das Jana und die sind verpflichtet vollständig Auskunft nach BDSG zu erteilen und das ist damit abgedeckt.
Zudem würde ich reklamieren die Rechnungen online net einsehen zu können und wieso man trotz schriftlicher Bestätigung net abbucht.

Ich persönlich rate Dir einen Fachanwalt für Telekommunikationsrecht aufzusuchen und Deinen Fall prüfen zu lassen.
Wir können hier nur Tipps und Ratschläge geben, wo der Anwalt fachjuristisch beraten und, falls Du ihm das Mandat übergibst, auch tätig werden kann.
Du hast einige Baustellen, die schnell gelöst werden müssen, damit Du net noch mehr Ärger bekommst.

Danke für Deine Antwort.

Ich werde eh kündigen denn mit so Firmen bzw. auf solches Geschäftsgebahren habe ich absolut keine Lust.

Leider ist das mit Alternativ-Angeboten so eine Sache, die meisten "Großen" agieren ja ähnlich.
Pre-paid, was ich total bevorzuge, ist bei Internet-DSL leider derzeit noch ein Problem, da mobile Internet z.Z. noch sehr langsam ist im Vergleich (je nach Ausbau).

Ich werde also in Kürze kündigen, gleichzeitig den Mahngebühren widersprechen + vollständig Auskunft nach BDSG verlangen + mitteilen, dass ich Beschwerde bei der Datenschutzbehörde einlegen werde (was ich auch tun werde dann)

Vielen Dank für eure Hilfe
liebe Grüße
Jana

Ralgert
11.06.2012, 15:44
Ich werde eh kündigen denn mit so Firmen bzw. auf solches Geschäftsgebahren habe ich absolut keine Lust.

Leider ist das mit Alternativ-Angeboten so eine Sache, die meisten "Großen" agieren ja ähnlich.

Ja, kuendigen bringt nichts. Nur ein anderer Vertragspartner. Der Aerger bleibt.

Schnabelland
12.06.2012, 12:45
Leider ist das mit Alternativ-Angeboten so eine Sache, die meisten "Großen" agieren ja ähnlich.


Vollkommen korrekt. Ich selbst hab ja O2 bis vor ca. 1-2 Jahren noch für den "am wenigsten unseriösen" Mobilfunk-Anbieter gehalten, aber seit so einigen öffentlich gewordenen Kunden-Verarsche-Aktionen ist mir klar, dass die auch nicht besser sind als die anderen - Deine Erfahrung fügt sich da hervorragend ein. Immerhin sind sie mir (im Gegensatz zu T-Mobile und Vodafone) noch nicht durch den Einsatz von Drückertruppen oder Telefonterroristen aufgefallen, dafür umso häufiger durch kundenunfreundliches Verhalten.
Beim Mobilfunk (und auch sonst bei Telekommunikation in Deutschland) gilt offenbar, dass man dies nicht seriös und kundenfreundlich betreiben kann. Andererseits sage ich mir an der Stelle: Da mit Kundenservice ja sowieso nicht zu rechnen ist, soll's der jeweils billigste sein...