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Thema: Postbank & Western Union

  1. #1
    Mitglied Avatar von Chactory
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    Standard Postbank & Western Union

    Hallo allerseits,

    geht es Euch auch so, daß Ihr zusammenzuckt, wenn Ihr die neuen Werbeplakate der Postbank seht? Die Postbank kooperiert mit der Western Union, die weltweit für unseriöse Bankgeschäfte genutzt wird, u.a. auch immer wieder im Zusammenhang mit Phishing.

    http://www.postbank.de/privatkunden/...enservice.html
    http://www.wdr.de/radio/wdr2/quintessenz/173553.phtml
    http://www.dooyoo.de/finanzen-sonsti...service/800153
    http://www.123recht.net/WESTERN-UNIO...en__f9360.html

    Gruß, Chactory

  2. #2
    mareike26
    Gast

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    Das mag ja durchaus sein, aber Western Union hat auch durchaus seinen Sinn.

  3. #3
    Verbalakrobat Avatar von Goofy
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    Die 419-er-Nigeria-Gangster haben laut einer Schätzung allein in Deutschland im Jahre 2007 280 Millionen Euro abgezockt.

    Von diesen Mugu-Moneten geht der Löwenanteil über WU.
    Bei den durchschnittlich dort über die Wupper gehenden Beträgen kassiert WU Provisionen von ca. 3-4 Prozent.

    Das würde bedeuten, dass Western Union und Moneygram allein aus Deutschland über die Mugus Provisionen in Millionenhöhe einnehmen. Wobei WU wohl den meisten Anteil hat.

    Dazu kommen aber noch die Gelder aus den Phishing-/Muli-Überweisungen, die ebenfalls regelmäßig über WU/MG laufen. Auch da kassiert man Provisionen. Weltweit sicher mindestens in gut zweistelliger Millionenhöhe.

    Immerhin ist WU und MG das ganze auch peinlich. Beide haben auf ihren Webseiten eindeutige Warnhinweise platziert.
    Es ist aber wohl so, dass die wenigsten Scam-Opfer überhaupt auf diese Webseiten gehen werden.
    Auf den Einzahlungsformularen jedenfalls steht nicht der geringste Hinweis auf möglichen Betrug.

    Auffälligerweise schweigt sich die Postbank als Partner von WU auch auf der Webseite vollends über dieses Thema aus. Auf der Webseite der Postbank findet man auch nicht den kleinsten Hinweis. Alles nur: "schnell, easy, happy, super".

    Die eigentliche Aufklärungsarbeit wird jedoch privat getragenen Webseiten und Internetforen überlassen.

    Ich hatte hier schon eine PN von einem potentiellen Muli, der gerade noch im allerletzten Moment über eine google-Suche unser Forum gefunden hat, als er nach "Applied Cash" gesucht hat. Gleich am nächsten Tag wäre die erste Überweisung erfolgt.

    Diejenigen, die im letzten Moment gewarnt werden, haben ihre Infos nicht von WU (dort findet die Google-Suche kaum was), erst recht nicht über die Postbank (dort erfährt man gar nichts...), sondern nur von Seiten wie dieser hier, bzw. phishing-info.de und anderen.

    Das liegt daran, dass die betrügerischen Firmennamen wie "Applied Cash Inc." etc. hier im Forum und auch im Wiki genannt werden. Wodurch die potentiellen Mulis dann oft bei einer google-Suche über den Firmennamen drauf gestupst werden.
    WU und MG nennen jedoch keine Namen, die führen auch keine Bestandslisten betrügerischer Firmennamen, so wie wir hier bzw. phishing-info.de das tun. WU und MG informieren zwar allgemein über das Problem, die Seiten werden von den potentiellen Opfern aber bei der Google-Suche nicht gefunden.

    Unsere Wiki-Seite Jobangebote in e-Mails wurde inzwischen über 25000-mal aufgerufen. Wenn nur ein Drittel davon potentielle Mulis waren, dann hat sich der Artikel schon gelohnt (freilich nicht für die Russkis).
    Ob WU und MG ähnlich viele Klicks auf ihren Infoseiten haben, weiß ich nicht.
    Goofy
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  4. #4
    Mitglied Avatar von Tomppa
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    Vielleicht sollten wir die Postbank und andere einbezogenen Unternehmen auf einer sehr verständlichen Weise dazu anregen, die WU-Kunden entsprechend zu informieren, insbesondere dann, wenn die Überweisung in eines der einschlägigen Ländern gerichtet ist.

    Sollte die Anregung die erwünschte Reaktion nicht erbringen, könnten wir dies, mit Namensnennung der besagten Unternehmen, bei dem nächsten Medienbeitrag erwähnen - diese Gelegenheit wird sich bestimmt schon bald ergeben.

    Sprich: diese Firmen wissen, dass ihre Dienste bei kriminellen Handlungen mißbraucht werden, unternehmen aber nichts dagegen.
    Oderint, dum metuant.

  5. #5
    Mitglied Avatar von Chactory
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    Hallo zusammen,

    Zitat Zitat von Goofy Beitrag anzeigen
    Die 419-er-Nigeria-Gangster haben laut einer Schätzung allein in Deutschland im Jahre 2007 280 Millionen Euro abgezockt. [...]
    eine abgeklärte, doch erschreckende Zusammenfassung von Goofy!

    Wie kann es sein, daß ausgerechnet die Postbank mit der unseriösen Western Union kooperiert? Haben die den Schuß nicht gehört?

    Goofy hat Recht, hier aus dem Forum habe ich auch schon sehr viel gelernt. Was kann man also anderes tun, als aufklären?

    Gruß, Chactory

  6. #6
    Verbalakrobat Avatar von Goofy
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    Ich hab der PB mal ne Mail geschrieben.

    Jedoch würde ich nicht soweit gehen, WU als unseriös zu bezeichnen.
    WU wurde schließlich nicht zu dem Zweck gegründet, Mugus zu bedienen. Und das ist auch nach wie vor nicht deren Hauptgeschäftstätigkeit.
    Außerdem hat WU durchaus seinen Sinn und seine Berechtigung.
    Unbestritten dürfte allerdings sein, dass der Anteil am WU-Umsatz, der durch weltweite Online-Kriminalität unfreiwillig erzielt wird, erheblich sein dürfte.
    Es sind ja nicht nur die Phisher und die Mugus.
    Man weiß z.B. aus einschlägigen Spammerforen, dass die Spammer z.B. den Ankauf von Adresslisten oder die Miete für die Bots über WU zahlen.
    WU eignet sich nun einmal vortrefflich dazu, die Wege des Geldes zu verschleiern.

    In Punkto Aufklärung über Online-Kriminalität sind WU und MG zwar nicht untätig, aber sie könnten noch etwas aktiver sein.
    Goofy
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  7. #7
    Mitglied Avatar von Chactory
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    Hi!

    Zitat Zitat von Goofy Beitrag anzeigen
    Ich hab der PB mal ne Mail geschrieben.
    Toll!

    Zitat Zitat von Goofy Beitrag anzeigen
    Jedoch würde ich nicht soweit gehen, WU als unseriös zu bezeichnen.
    Bin da vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen ...

    Gruß, Chactory

  8. #8
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    Hm, als Hauptproblem sehe ich nicht die Firmen, sondern die Art und Weise der Sache. Sie bieten einen Service an, um einfach Geld zu transferieren. Ich selbst habe es auch schon öfters benutzt, und einmal war es der letzte Ausweg.

    Es ist halt global und nicht jedes Land hat die gleichen Standards wie Deutschland. Thema Geldautomaten z.B. ... in DE werden gefälschte Karten erkannt, im Ausland (noch) nicht.

    Jeder Service hat seine Schwachstelle oder dunkle Ecken. Egal ob EC-Cash, Kreditkarte, Paypal, oder halt WU, MoneyGram, etc.
    Ich leb in meiner eigenen Welt, aber das ist o.k. - man kennt mich dort! :D
    Zitat Zitat von axys
    Wenn zwei Menschen immer dasselbe denken, ist einer von ihnen überflüssig.

  9. #9
    Verbalakrobat Avatar von Goofy
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    Ist unbestritten. Natürlich gibt es viele vernünftige Anwendungsmöglichkeiten für WU/MG.
    Wenn man z.B. einem Angehörigen, der irgendwo im Urlaub in Asien ohne Geld und mit geklauten Papieren feststeckt, damit einfach und schnell Geld schicken kann, dann ist das eine gute Sache.

    Dass aber dieser Service auf breiter Front mißbraucht wird, liegt auf der Hand. Das ist zunächst mal natürlich nicht das Originalverschulden der Transferunternehmen. Und letzten Endes wird der Missbrauch des Transferservice niemals zu 100% zu verhindern sein. Das ist nicht zu leisten, und das fordert auch niemand. Trotzdem haben die Unternehmen zumindest bezüglich Aufklärungsarbeit eine originäre Mitverantwortung, um zumindest alles mögliche zu tun, um den Missbrauch der Systeme so gut wie möglich zu verhindern.

    Man müsste also einen Aufklärungsservice anbieten, wo nach bester Möglichkeit bei einer google-Suche diese Seiten von potenziellen Opfern auch gefunden werden.

    Wenn man jetzt bei Tante google das Wort "Finanzagent" eingibt, findet man vor allem mal Warn-Webseiten der Sparkasse (ein Lob an die Sparkasse an dieser Stelle!), obwohl die Sparkasse selbst keine Bartransfers ins Ausland durchführt. Dann findet man ganz oben die Warnseite der de.wikipedia, dann kommen Seiten des Bankenverbandes, Seiten verschiedener Anti-Phisher, auch unsere Forenseiten, dann auch eine Seite von Western Union. Die Infoseite von MoneyGram wird jedoch auf diese Weise nicht aufgefunden. Das Stichwort taucht dort nicht auf, obwohl es Infoseiten bei MG gibt.

    Immerhin gibt es aber doch Infoseiten der Postbank zu Online-Betrug:
    http://www.postbank.de/-snm-01843048...06294F342ED6D2

    Das Problem aber: diese Seiten werden schlecht von der Postbank-Homepage verlinkt, und auf der Seite, mit der die Postbank für den WU-Transfer wirbt, erfolgt keine auffindbare Verlinkung und auch kein Hinweis auf Online-Kriminalität durch WU.
    Das ist in meinen Augen schlecht gelöst.
    Es gibt bei der Postbank auch keine auffindbare Infos zur Nigeria-Connection, obwohl die regelmäßig mit WU arbeitet und hier die Postbank m.E. gefordert wäre.

    Bei Internet-Aufklärungsseiten zum Thema "Transfer-Kriminalität" wären m.E. folgende Hinweise wichtig:

    • Genaue Erklärung der Betrugsmethode der Nigeria-Connection. Erläuterung der wichtigsten Varianten (Lotterie, Erbschaft, Tierverkauf).
    • Genaue Erklärung der Methoden der Muli-Anwerbung. Dort Führen einer Liste aktuell von der Phishing-Mafia verwendeter Tarnnamen betrügerischer Firmen, damit die Seite bei einer google-Suche zum Firmennamen nach Möglichkeit auch gefunden wird. Beispiel: sucht man bei google nach "getgeld.com", wird unsere Wiki-Seite wie auch das Forum gefunden. Nicht aber die Seiten der Postbank, auch nicht die von WU/MG.
    • Genaue Erklärung der Methoden betrügerischer Auktionsverkäufe. Warnhinweis, bei Internetauktionen sich niemals auf WU/MG-Zahlung einzulassen. Ein Internetauktionsvorgang über WU ist zu 99.9999999% Scam.
    • Effektives Anbringen von Verlinkungen von der Homepage.


    So schwer sollte das eigentlich gar nicht sein.

    Ich finde es schon bemerkenswert, wenn bei einer Google-Suche zuerst die Seiten der Sparkasse bzw. unsere Seiten sowie die von phishing-info.de et al. gefunden werden, dann aber die Seiten von WU/MG sowie PB nur eher vage Informationen beinhalten und bei google im Ranking ganz hinten auftauchen, bzw. je nach Suchbegriff gar nicht gefunden werden.
    Goofy
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  10. #10
    BOFH Avatar von exe
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    Ich hab keine Ahnung ob und wie das gemacht wird, aber eine Schulung der Mitarbeiter bei der Post / WU-Schalter wäre wohl auch eine sinnvolle Maßnahme. Sie sind die, die am leichtesten erkennen können ob es sich um einen potentiellen Betrug handelt. Ich weiß dass zumindest einige der normalen Banken so hilfsbereit sind und ihre Kunden warnen, wenn diese am Schalter fragen wie sie Geld nach Nigeria etc. bekommen. Da wurde schon so mancher Betrug abgewendet.
    Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie und billiger Polemik enthalten. Die Schöpfungshöhe ist technisch bedingt.

    Wir müssen die Religion des anderen respektieren, aber nur in dem Sinn und dem Umfang, wie wir auch seine Theorie respektieren, wonach seine Frau hübsch und seine Kinder klug sind.
    Richard Dawkins

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