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Thema: Habe Praktikum als CCA gemacht, illegales festgestellt, was jetzt?

  1. #1
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    Standard Habe Praktikum als CCA gemacht, illegales festgestellt, was jetzt?

    Vor einigen Wochen habe ich mich für eine in einer Zeitung angekündigte Stelle bei einem Call-Center in Hamburg beworben. Obwohl ich auch Kaltanrufer nervig finde, konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine Firma, die illegal handelt, sich solche Mühe geben würde, Call-Center-Agenten zu finden.

    Also kam das Vorstellungsgespräch am 13. April gleich ein Tag nach dem Telefonat. Das Vorstellungsgespräch dauerte knapp zweieinhalb Stunden mit einer anderen Bewerberin im Raum, dabei haben wir zusammen aber nur 15 Minuten über uns selbst gesprochen. Die restliche Zeit hat der Call-Center-Leiter verbracht, um uns zu überzeugen, wie "toll" die Stelle wäre und wie super die Einnahmemöglichkeiten wären. Sofort kriegten wir ein Angebot von einem zweiwöchiges Praktikum mit Arbeitsvertrag am Ende.

    Schon da habe ich ein ganz übles Gefühl, da mir nie eine Stelle so leicht in den Schoss gefallen ist. Trotzdem habe ich mitgemacht mit dem Gedanke, dass es ja immerhin Arbeit ist.

    Die Wirklichkeit offenbarte sich als viel schlimmer. Zum Anfang wurde eine sog. "Namenakquise" durchgeführt, wobei man versucht, unter einem gefälschten Firmennamen mit unterdrücktem Nummer den zuständigen Einkäufer ausfindig zu machen. Diese Namen werden dann Wochen später benutzt, um die Firmen anzurufen mit dem Vorwand, dass man schon mal Kontakt mit denen hatten, und dass sie schon Ihre Interesse an diesen "ergonomischen" Mauspads geäußert hätten. Sofort wird eine Bestellung "angenommen" wobei der Kunde nichts sagt, und der Kunde ist dazu gezwungen, sich durchzusetzen, um dies zu verhindern oder einfach aufzulegen.

    Das Praktikum habe ich satte drei Tage ausgehalten bevor ich gemerkt habe, dass ich gleich für die Mafia arbeiten könnte, wenn ich so unbedingt ein Job wollte (nicht ernst nehmen, bitte). Die langfristigere Mitarbeiter dort hatten schon einige recht seltsame Ideen in Bezug auf die Rechtmäßigkeit Ihrer Tätigkeit. "Es ist legal, mit unterdrucktem Nummer anzurufen, weil wir nur Firmen anrufen und keine Privathaushälte kontaktieren". "Wir tun den Firmen nichts, indem wir die Namen ausfindig machen unter einem falschen Namen.".

    Es versteht sich von alleine, dass ein Gewissen keine gute Voraussetzung für so eine Stelle ist. Schon seit Wochen wollte ich das Erlebnis einfach vergessen, aber jetzt habe ich festgestellt, dass ich dazu verpflichtet bin, dies polizeilich zu melden, da es sich hier um ein Straftat handelt.

    Also was jetzt? Ich weiss schon seit Wochen, dass die Firma rechtswidrig handelt, wenn nur indem sie mit unterdrucktem Nummer handelt. Aber wem soll ich das melden? Es handelt sich hier um keine Beschwerde als Kunde, sondern Insider-Infos, sozusagen. Melde ich das bei dem Verbraucherschutz? Der Polizei?

  2. #2
    Deekaner Avatar von deekay
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    Das ist Betrug bzw. versuchter Betrug und dafür ist die Staatsanwaltschaft zuständig
    "Es gibt tausendundeinen Grund, warum ein Mensch bestimmte Einzelheiten seiner Privatsphäre nicht offenbaren will, und es besteht nicht die geringste Pflicht, dies auch noch begründen zu müssen. Es reicht, dass man es nicht will."

    (Pär Ström, Autor und IT-Unternehmensberater)

  3. #3
    Medien- & Kaffeeguru Avatar von truelife
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    Du kannst eine Anzeige bei jeder Polizeidienststelle abgeben, bzw. zur Niederschrift diktieren oder dich gleich an jede Staatsanwaltsschaft in Deutschland wenden. Alle Infos gibt es hier: [Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. ]
    "Eine Rose wird auch im Himmel noch ein Rose sein, aber sie wird zehnmal süßer duften." - Luisa † 26.10.2009
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  4. #4
    jens69
    Gast

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    Ich denke auch, daß die Kontaktaufnahme mit Polizei oder noch besser Staatsanwaltschaft das Beste für Deine Situation ist.

    Was ich persönlich für sehr wichtig halte: Ich finde es toll, daß Du diesen Weg gehst und Dich erkundigst, was Du tun kannst! Ich finde es toll, daß Du offen damit umgehst und das nicht verschweigst! Die meisten Anderen hätten aus Angst oder weil sie nicht wissen was sie tun sollen oder aus Angst sich zu blamieren die Sache verschiegen. Es ist aber völlig in Ordnung, wenn man sich bei einem Call-Center bewirbt und sich dann verabschiedet, weil man feststellt, daß das CC unseriös arbeitet.

  5. #5
    Neues Mitglied
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    Akte Sat 1 wird sich sicher auch für den Fall interessieren

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