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Thema: Internetabzocke bald am Ende?

  1. #1
    Senior Mitglied
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    Standard Internetabzocke bald am Ende?

    Moin moin.

    Ich weiß nicht genau, ob ich wirklich im richtigen Bereich des Forums poste, daher bitte ich die Mods / Admins es zu verschieben, damit es im richtigen Bereich landet.

    Eben las ich auf Heise, dass ein neuer Gesetzentwurf gegen die Onlineabzocke im Bundeskabinett beschlossen wurde: klick.

    Wenn ich mich recht entsinne, dann gab es hier bereits mal ein ähnliches Thema, wo sich "das Gewerbe" nicht wirklich begeistert über eine solche Regelung zeigte.


    Evt. ist es hier von Interesse, da so manche Abofallen hier diskutiert wurden.

    Gruß
    KaiHH

  2. #2
    Mitglied
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    Zitat Zitat von KaiHH Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht genau, ob ich wirklich im richtigen Bereich des Forums poste
    Wäre vermutlich besser im Bereich Diskussion/Presseschau 2011 aufgehoben, aber das mögen die Admins entscheiden.

    Die Button-Lösung ist unter anderem hier schon diskutiert worden und stößt nicht auf besonderer Gegenliebe. Allerdings hat mich ein Satz schon aufmerken lassen:
    Die Beweislast "trifft den Unternehmer", heißt es in der Begründung des Entwurfs
    Wie das praktisch aussehen soll, und ob das nur Politiker-Blabla ist, weiß ich nicht. Gerade vor kurzem gab es hier in dem Zusammenhang die Aussage, dass Zivilgerichte "Anscheinsbeweise" berücksichtigen, also z.B. auch einen simplen Eintrag in einem Logfile. Ob die Gerichte nach Inkrafttreten dieses Gesetzentwurfes begreifen, dass so ein Beweis nichts taugt, erscheint fraglich.

    hoppala

  3. #3
    Senior Mitglied Avatar von Solli
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    Die Button-Lösung als das Ende der Internet-Abzocke anzupreisen ist vermutlich genauso daneben wie damals im Juli 2009, als das "Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen" als das Ende des Telefonterrors verkauft wurde. Ich bin leider nicht naiv genug, um so etwas zu glauben.

    Über Sinn und Unsinn der Button-Lösung wurde ja schon ausführlich diskutiert. Ich persönlich halte es für einen Schritt in die richtige Richtung, andere halten es für reine Augenwischerei.
    Durchgeknallter Netzindianer und stolz drauf

  4. #4
    Chinchilla
    Gast

    Standard

    So lange es keine massiven strafrechtlichen Konsequenzen für Abzocker gibt und es sich unterm Strich stark lohnt, wird es Abzocker im Internet geben! Ein Button wird das sicher nicht ändern!

  5. #5
    Graue Pestilenz Avatar von Fidul
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    Standard

    Die organisierte Kriminalität führt dann also die heiligen "Button-Logs" auf ihren eigenen Servern.

    Bock -> Gärtner
    Wir kriegen euch alle!

  6. #6
    Senior Mitglied
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    Hallo nochmal,

    genau hier lagen auch meine Bauchschmerzen...

    Wenn ich den Server verwalte, wo alle Logfiles draufliegen, dann kann ich auch jedes Log manipulieren. (Kriminelle Energie mal angenommen.......)

    Schade eigentlich, dass hier nicht wirklich viel Sicherheit gegeben wird...

    Gruß
    KaiHH

  7. #7
    Verbalakrobat Avatar von Goofy
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    Auch ohne die Button-Lösung herrscht in der Branche der Abofallen schon seit fast einem Jahr Flaute. Neue "Projekte" gibt es so gut wie gar nicht mehr, etliche vorhandene Webseiten wurden abgeschaltet, andere laufen nur noch pro forma, aber ohne dass es wirklich wesentliche neue Mengen an Hereingefallenen gibt. Das, was momentan stattfindet, ist im wesentlichen nur noch eine Inkasso-Nachernte unter abstrusen Drohungen z.B. mittels beigefügter Gerichtsurteile und anderem Mumpitz. Es handelt sich durch die Bank um Nachernte für alte Projekte, teilweise bis ins Jahr 2009 zurück, teilweise auch für längst verjährten Quatsch wie dem "Probenfieber" aus dem Jahr 2005.

    Die Gründe für die Flaute:

    • Die Masche ist weitgehend ausgelutscht. In den vergangenen sieben Jahren, seit es die Abofallen gibt, haben sich mehrere Millionen Betroffener in Deutschland davon hereinlegen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass den Betroffenen so etwas noch ein zweites Mal passiert, ist schon relativ gering, spätestens danach dürfte der Lerneffekt einsetzen, dass man besser aufpasst, wo man seine Daten eingibt. Außerdem hat es sich weitgehend herumgesprochen. Damit wurden die Claims an potenziellen Opfern zunehmend ausgeschürft.
    • Google weigert sich seit einigen Monaten, Landing-Pages für die Abzocker zu schalten. Lediglich über Facebook schaffen es einige Abzocker noch im geringen Umfang, Werbung zu schalten und potenzielle Opfer zu erreichen.



    Die damaligen "Erfolge" der Abzockprojekte wie nachbarschaft24, opendownloads, megadownloads etc., die z.T. Millionen an Betroffenen hatten, sind jetzt nicht mehr erreichbar.

    Mit der "Button-Lösung" wird also mehr oder weniger mit einer Wasserpistole auf einen bereits jetzt schon toten und vermoderten Gaul geschossen. Danach wird der mutige und resolute Jäger stolz den Fuß auf den verwesten Gaul aufstellen und hinausposaunen, dass er den Abzockern das Handwerk gelegt habe.
    Goofy
    ______________________________
    Weisheiten des Trullius L. Guficus, 80 v.Chr.:
    "Luscinia, te pedem supplodere audio" - Nachtigall, ick hör dir trapsen
    "Vita praediolum eculeorum non est" - Das Leben ist kein Ponyhof
    "Avia mea in stabulo gallinario rotam automotam vehit" - Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad
    "Sed illi, dicito: me in ano lambere potest" - Jenem aber, sag es ihm: er kann mich am Arsch lecken

  8. #8
    Mittwoch
    Gast

    Standard

    Die Button-Lösung ist im Wesentlichen ein Vorschlag der europäischen Internetwirtschaft. Sie hat zumindest prinzipiell das Potenzial, etwas mehr Rechtssicherheit für Verbraucher zu schaffen. Das aber nur dann, wenn Verstöße sehr hart sanktioniert werden würden. Genau das wird aber im Gesetzentwurf gerade ausgeblendet. Der freie Markt soll sich frei selber regeln, Verstöße nur durch Abmahnungen eines Wettbewerbers geahndet werden (was dann wiederum der Abmahnindustrie Geld bringt).

    Der Antispam e.V. hält die Buttonlösung in der vorgelegten Form für unnütz und kontraproduktiv, siehe https://www.antispam-ev.de/news/inde...kommt-das.html. Für seriöse Unternehmen stellt es prinzipiell kein Problem dar, eine Buttonlösung zu implementieren. Diese tragen aber auch keine Schuld daran, dass die Bundesregierung nun tätig wird. Bei allen seriösen Anbietern, mit denen ich bisher über das Netz einen Vertrag geschlossen habe, war mir auch ohne Button eindeutig klar, was mich wie viel kosten wird.

    Die unseriösen Abzocker werden auch weiterhin abzocken. Man kann die vorgeschlagene Buttonlösung derart leicht umgehen, dass sie für seriöse Unternehmen eigentlich nur einen zusätzlichen Kostenaufwand darstellt. Die unseriösen Unternehmen werden sich nach außen den hübschen Anstrich der Seriosität verpassen, denn man wird dort schon die Buttons in der vorgesehenen Art finden. Aber Webseiten sind bekanntlich nicht ein Stein gemeißelt, und wer druckt schon Screenshots von allen Angeboten, die man im Netz wahrnimmt? Von Landingpages mal ganz zu schweigen.

    Fazit: Die vorgeschlagene Buttonlösung ist bestenfalls ein Placebo. Enthält keinen Wirkstoff, trotzdem fühlt sich die Bundesregierung besser. Das Ende der Internetabzocke auszurufen, halte ich für deutlich verfrüht.

    Schönen Gruß
    Mittwoch
    Geändert von Mittwoch (24.08.2011 um 14:40 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert

  9. #9
    Urgestein Avatar von Arthur
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    Zitat Zitat von Goofy Beitrag anzeigen
    Die Masche ist weitgehend ausgelutscht. In den vergangenen sieben Jahren, seit es die Abofallen gibt, haben sich mehrere Millionen Betroffener in Deutschland davon hereinlegen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass den Betroffenen so etwas noch ein zweites Mal passiert, ist schon relativ gering, spätestens danach dürfte der Lerneffekt einsetzen, dass man besser aufpasst, wo man seine Daten eingibt. Außerdem hat es sich weitgehend herumgesprochen. Damit wurden die Claims an potenziellen Opfern zunehmend ausgeschürft.
    Selbst Der Spiegel hat mittlerweile davon Wind bekommen.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...781555,00.html
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,781555,00.html
    Wie viele Onliner werden mit falschen Angeboten abgezockt? Die bisher umfangreichste Umfrage zum Thema liefert viele, teils überraschende Erkenntnisse. Allein mit Abo-Fallen sollen nach der Erhebung des Infas-Instituts binnen zwei Jahren 5,4 Millionen Deutsche hereingelegt worden sein
    Was ist daran überraschend?
    PS: Die einzige noch aktive Webseite mit "Neuaquisition" ist melango.de und die werden sich auch durch einen Button nicht abschrecken lassen. Insgesamt ist dies in meinen Augen reine Augenwischerei um die gravierenden Handlungsdefizite von Vergangenheit und Gegenwart zu vernebeln.

  10. #10
    Senior Mitglied Avatar von Solli
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    Standard

    Ich weiß nicht, ob der Gaul wirklich schon am verwesen ist, wie Goofy das formuliert. Zugegeben, zumindest nach meiner persönlichen Wahrnehmung nahm die Werbung für Nutzlos-Abzocke in der letzten Zeit deutlich ab. Ich habe schon seit Ewigkeiten keinen E-Mail-Spam für derartige Seiten mehr bekommen und auch die entsprechende Banner-Werbung wurde weniger.

    Aber trotzdem liest man immer wieder von neuen Mahnungen der Nutzlos-Branche, beispielsweise aktuell gerade für outlets de oder für die Softerotik-Seite einer gewissen Jessy M. Diversen Berichten zufolge werden auch weiterhin Sponsored Ads bei Google für den Kundenfang genutzt, wobei ich persönlich das nicht nachvollziehen kann.

    Meine persönliche Einschätzung: Die große Zeit der Nutzlosbranche mag vorbei sein, aber tot ist der Gaul noch lange nicht. Auch die Button-Lösung wird daran nichts ändern.
    Durchgeknallter Netzindianer und stolz drauf

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