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Thema: Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

  1. #1
    Günther R.
    Gast

    Standard Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    In diesem Forum wird viel über Belästigung am Telefon geschrieben.
    Hier eine kleine Geschichte, um den interessierten Lesen einen kleinen Einblick in die CC Branche zu geben.
    -----------
    Letztes Jahr im September 2003 bewarb ich mich beim Call Center XXX in XY.
    Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen gerade eine große Werbekampagne zur Gewinnung neuer Mitarbeiter laufen, TV Sender, Radio und Zeitungen wurden eingeladen um überregional über das Unternehmen zu berichten.
    Die Firma XXX gibt es seit mehreren Jahren und war ursprünglich in einer Großstadt angesiedelt. Um Kosten zu sparen, wurde beschlossen, den Unternehmenssitz ins billigere Ostbayern zu verlegen.
    Mehrere Orte bemühten sich damals um den Zuschlag, zum Schluß machte mein Heimatort XY das Rennen, seitdem ist mir die Firma ein Begriff. Was die Firma jedoch genau macht, wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, ich wusste, dass es sich um ein Call Center handelt aber das ist schließlich ein sehr weit gefasster Begriff.
    Zwei Wochen nach meiner Bewerbung wurde ich Anfang Oktober 2003, genauso wie ca. 35 andere Leute, zu einer kostenlosen 5-tägigen Grundschulung eingeladen. Dort erfuhren wir, in welchem Bereich die Firma tätig ist: Abgesehen von ein paar kleineren Aufträgen werden hauptsächlich SKL Lose verkauft.
    Schon nach wenigen Stunden war für mich klar: Nein, das ist nichts für mich ! Trotzdem erschien ich auf am zweiten Tag und auch an den Folgetagen, ich war einfach neugierig, was mich noch so alles erwarten wird.
    Die meisten der anderen Teilnehmer waren wohl nicht so neugierig wie ich, die Teilnehmerzahl nahm von Tag zu Tag ab, waren es am Montag noch ca. 35 Leute, so blieb am Freitag Nachmittag nur noch ein Rest von ca. 10 Personen.
    Die Grundschulung teilte sich in 3 Bereiche:
    a) Produktschulung über SKL Lose
    b) Rhetorische Schulung
    c) 2 Tage Testtelefonie
    Punkt a) dürfte klar sein. In Punkt b) wurden Themen wie „Wie baue ich ein Gespräch auf“, „Welche Fragen muss ich stellen“; „Wie bringe ich den Kunden zum Träumen“, „Wie leite ich zum Produkt über“, „Wie bringe ich den Kunden so weit, dass er kauft“, „Wie kann ich Argumente des Gesprächspartner entkräften, wenn mir dieser z.b. die Kontonummer nicht geben möchte“, und vieles mehr. Das Ziel von jedem Gespräch ist es, den Kunden über das Telefon so zu manipulieren, dass dieser ein SKL Los kauft.
    An den 2 Tagen Testtelefonie telefonierten wir mit richtigen Kunden, dabei wurden wir von der Schulungsleiterin abgehört.
    Am Donnerstag Abend musste ich eine schwere Entscheidung treffen: Was ist, wenn du morgen tatsächlich genommen wirst ? Nimmst du an oder lehnst du ab ? Der Beruf als Call Agent erfordert Aufgeschlossenheit, viel Spaß am Reden und es darf einem nichts ausmachen, den ganzen Tag „Türklinken zu putzen“, drei Sachen, die bestimmt nicht auf mich zutreffen.
    Ohne eine Entscheidung getroffen zu haben, ging ich in den fünften Tag. Gegen Mittag wurde mir mitgeteilt, dass ich als Call Agent genommen werde und ich nahm die Offerte an, obwohl mir dabei alles andere als gut zumute war. Ich entschied mich jedoch nicht für Vollzeit (37,5 Stunden pro Woche) sondern für Teilzeit mit 30 Stunden in der Woche.
    Eine Woche später hatte ich und sieben andere den ersten Arbeitstag. Die Firma hatte zu diesem Zeitpunkt sechs unabhängige Teams, sogenannte „Profit-Center“, ich wurde einem Team zugeteilt, das von einer etwa 35jährigen Frau geführt wurde.
    Anschließend wurde ich aufgefordert, meinen Dienstplan für Oktober und November in den PC einzugeben. Ich dachte mir: „Mein Gott, bis Ende November sind noch 6 Wochen und so lange bin ich bestimmt nicht hier !“.
    Das sollte sich später als falsch herausstellen !
    Die ersten beiden Arbeitstage waren katastrophal, ich hatte keinen einzigen SKL Los-Verkauf und war mehrmals kurz davor das Handtuch endgültig zu werfen.
    Aber ab den dritten Tag besserte sich meine Lage, plötzlich lief es sehr gut für mich und diese „Hochphase“ sollte bis Ende Januar 2004 anhalten.
    Trotzdem hatte ich keinerlei Spaß an der Arbeit, genauso wie die meisten der anderen Call Agents.
    Dafür gab es mehrere Gründe. Erstens bin ich nicht (so wie bereits oben beschreiben) der Typ, der zum Call Agent taugt.
    Dann die Arbeitsbedingungen: Man sitzt 7 Stunden pro Tag auf einer ein Quadratmeter großen Fläche vor dem PC incl. Headset und muss SKL Lose verkaufen. Eine sehr monotone Arbeit und eine sehr anstrengende zugleich. Wie sich jeder vorstellen kann, reagieren viele der Angerufenen ärgerlich, zum Teil wird man ganz schön heftig beschimpft.
    Dazu hat man einen gewaltigen Leistungsdruck: Es wird einem vorgeschrieben, wie viele Leute man pro Stunde anrufen muss (Nettokontakte), wie viele Los-Verkäufe man pro Stunde tätigen muss, wie viel Zeit man maximal pro Tag zwischen den Telefonaten brauchen darf (After-Call-Zeit) und vieles mehr. Und wehe die Zahlen stimmen nicht !
    Oft kam ich mir vor, wie ein moderner Sklave ! Und den anderen Call Agents ging es genauso. Dies alles schlägt sich nieder in einer riesigen Fluktuation und einem gigantisch hohen Krankenstand , was ein erhebliches wirtschaftliches Problem für die Firma darstellt.
    Innerhalb von 6 Monaten haben in meinem Team rund 50% (!!!) der Leute gekündigt, es war ein ständiges Kommen und Gehen, in den anderen Teams schaute es auch nicht viel besser aus und der Krankenstand lag bei rekordverdächtigen 20%.
    Deshalb wurde von der Geschäftsleitung extra eine außerordentliche Betriebsversammlung einberufen, um den Mitarbeitern zu zeigen, welche Folgen durch ihre ständige Krankmacherei entstehen.
    Dabei wird aber meiner Meinung nach nur an den Symptomen rumgedoktort, anstatt das Übel an den Wurzeln zu packen.
    Sehr geringe Bezahlung auf der einen und ein gewaltiger Leistungsdruck auf der anderen Seite sind eben nicht sehr motivierend für die Mitarbeiter.
    Dazu kommt, dass die meisten Mitarbeiter nur deshalb bei der Firma sind, weil sie (momentan) nichts Besseres haben.
    Zusammengesetzt ist die Belegschaft fast ausschließlich durch junge Leute, die in ihrem erlernten Beruf keine Stelle mehr finden, und älteren Leuten, die auf dem Arbeitsmarkt von heute keine Chance mehr haben. Oft hatte ich das Gefühl, hier arbeiten nur Leute, die man in anderen Firmen nicht mehr will.
    Call Agents, die eigentlich gar keine sein möchten + niedrige Bezahlung + großer Leistungsdruck + keine Perspektive = Hohe Fluktuation und hoher Krankenstand; ich glaube, durch diese einfache Formel kann man die ganze Misere auf den Punkt bringen.
    Jedoch möchte ich ausdrücklich erwähnen, dass die Firma in anderen Bereichen sehr sozial ist, wenn man mal von der Bezahlung und vom Leistungsdruck absieht.
    Die Geschäftsführerin, eine recht ansehnliche Dame im mittleren Alter, war immer sehr um die Belegschaft bemüht, sie wirkte uns gegenüber stets freundlich und engagiert, da kann man nichts Negatives sagen.
    Auch den Betriebsratsvorsitzenden muss man unbedingt positiv erwähnen, ein schon etwas älterer Herr, der stets ein offenes Ohr für die Mitarbeiter hatte.
    Bis Ende 2003 hatte die Firma noch einen externen Berater, der oft in der Firma war. Auch dieser hat insgesamt einen sehr guten Job gemacht, genauso wie der CC Leiter.
    Meine Teamleiterin kündigte Mitte Dezember (bzw. sie wurde gekündigt ?) und wurde anschließend durch einen älteren Herrn, Marke: Ich arbeite hier, weil ich sonst auch nichts mehr bekomme, ersetzt. Mit dem hatte ich so meine Probleme. Privat denke ich, ist er ein super Typ, aber in beruflichen Dingen ist er für meinen Geschmack zu verbissen, dies führte mehrmals zu offenem Streit mit ihm.
    Das Verhältnis unter den Mitarbeitern war übrigens ebenfalls sehr gut. Wie schon gesagt, im Grunde ist die Firma absolut in Ordnung, aber der Leistungsdruck und die Bezahlung macht die Firma untragbar, genau deshalb betrachte fast jeder Mitarbeiter die Firma XXX nur als Durchgangsstation. Jeder versucht, so schnell wie möglich den Absprung zu schaffen.
    Ich verbrachte insgesamt rund 85 Arbeitstage, verteil auf 6 Monate, in der Firma, weitaus mehr als ich mir anfangs zugetraut habe.
    Jeder Tag war frustrierend, immer das gleiche, blöde Geschwätz am Telefon, die monotone Arbeit, immer und immer wieder diese blöden SKL Lose verkaufen, der Leitungsdruck, die – meiner Meinung nach – unseriöse Gesprächsführung am Telefon, usw.
    Da ruft man dann bei den Leuten an, gibt sich als „Mitarbeiter der 5 Mio Euro SKL Show mit Günter Jauch“ aus und quatscht die Leute voll.
    „Wie hat Ihnen denn unsere Sendung gefallen ?“
    „Haben Sie alleine geschaut oder gemeinsam mit der Familie ?“
    „Was würden Sie mit 100.000 Euro machen ?“
    „Wollen Sie denn auch mal Kandidat bei Günter Jauch werden ? Ja, dann müssen Sie ein Los kaufen !“
    Offiziell entspricht dies zwar, wie man mir mitteilte, nicht der „Firmenphilosophie“ aber wenn man damit erfolgreich ist, dann passt das schon. Erfolg heiligt die Mittel ! Zuerst textet man die Leute zu, damit sie ein Los kaufen und dann quatscht man weiter, bis man die Bankverbindung bekommt. Wer ein bißchen Anstand hat, der kommt sich dabei ziemlich blöd vor. Ich kam mir ziemlich oft blöd und billig vor, weil ich auf diese Art und Weise mein Geld verdiente.
    Trotz allem stimmten bis Ende Januar 2004 meine Verkaufsergebnisse, das änderte sich aber in der Folgezeit.
    Ich dachte immer öfter an Kündigung um das Ganze endgültig zu beenden, zumal ich ab Herbst 2004 sowieso eine weitaus bessere Stelle als Beamter sicher habe.
    Diese Stelle war in der ganzen Zeit mein „As im Ärmel“. Ich war nie von der Firma XXX abhängig, deshalb nahm ich meine stark sinkenden Verkaufszahlen ziemlich gelassen hin und wenn ich von einem meiner Vorgesetzt (Teamleiter + stellvertretender Teamleiter – ein ehemaliger NVA Soldat -) auf verschiedene Sachen angesprochen wurde (zu wenig Verkäufe, zu hohe After-Call-Zeiten) dann haben ich denen einfach ein wenig Honig um den Mund geschmiert und die Sache war OK.
    Andere hatten es nicht so leicht. Vor allem mit Männer mit 45 Jahren und älter hatte ich oft Mitleid. Da sitzen sie dann und versuchen verzweifelt für 1.000 Euro netto im Monat SKL Lose an den Mann zu bringen um nicht selbst ins soziale Aus zu geraten. Wer seine Vorgaben nicht erfüllt, der fliegt raus, und mit 45 Jahren hat man heutzutage keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.
    Ich hingegen kündigte innerlich und saß ab Anfang Februar 2004 meine Zeit nur noch unmotiviert ab. Nachdem ich im März wieder mal krank geschrieben war, bekam ich die Kündigung zum Ende der Probezeit. In der 2-wöchigen Kündigungsfrist wurde ich von der Arbeit freigestellt; da ich bereits kurz zuvor aus „taktischen Gründen“ meinen Resturlaub genommen habe, kam die Freistellung einem bezahlten Sonderurlaub gleich.
    Im Nachhinein bereue ich mein Engagement bei der Firma XXX übrigens nicht, ich habe einiges gelernt (vor allem in rhetorischer Hinsicht) und damit bin ich zufrieden.


  2. #2
    wazi
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    Sehr interessanter Bericht, der sicherlich für viele CC`s obligatorisch sein dürfte.
    Vor allem habe ich mir die rigiden Vorgaben schon gut vorstellen können.
    Es vervollständigt mein Bild, wie es in CC`s zugeht.
    Ein interessantes Forum zu dem Thema speziell ist http://www.chefduzen.de , dort gibt es haufenweise Erfahrungsberichte deiner Art.
    Wieviel Prozent der Angerufenen reagieren ablehnend? Damit meine ich vom freundlichen Nein bis zur übelsten Beschimpfung und wieviel Prozent legen einfach kommentarlos auf?
    Könntest du das abschätzen?
    Das nebenbei Erlernte im Bereich Rethorik und sicherlich auch ein Zugewinn an persönlicher Sicherheit ist gut.
    Traurig ist, dass diese Telefon-Terror-Bunker sich einen Scheibenkleister um bestehende Urteile und Gesetze kümmern. Wie wurden dort die Rufnummern generiert? Automatisch oder von Adressbrokern gekauft/gemietet?
    Durch diverse eigene Erfahrungen habe ich meine Telefonnummer in keinem Verzeichnis mehr und darum praktisch Ruhe.
    Gruß wazi


  3. #3
    wazi
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    ..... ja wo isser denn??
    Fudschikato! Na sowas...
    Ratlos wazi *kopfkratz*


  4. #4
    DSL-Junky
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    Na das würde mich doch auch mal interessieren wo der Bericht abgeblieben ist ?? Scheint so, als wenn die Spammergangs in den Callcentern in solchen Fällen extrem schnell arbeiten (abmahnen, erpressen, drohen, bestechen,... was weiß ich)

    Gruß, Holger
    Nachtrag 26.07.04:
    Nachdem der Bericht nu wieder da ist (noch), kann ich die Erfahrungen von Ghünter sehr gut nachvollziehen. Ich habe vor einigen Jahren mal Kontakt mit einem Vertreter eines großen "unabhängigen" Finanzdienstleisters gehabt. Der Slogan "früher an später denken" sagt einigen eventuell etwas. Bei einem ersten "Beratungsgespräch" kamen mir die Argumente, diese und jene langjährigen Versicherungen und Verträge abzuschließen auch sehr plausibel vor. Es wurde mir am Ende des Gesprächs auch angeboten selbst als Vertreter tätig zu werden.
    Da ich mir gern im Vorfeld zu solchen Entscheidungen ein paar mehr Infos einhole(zum Glück) habe ich nach der Institution erst mal gegoogelt... und siehe da, in zahlreichen Foren, ähnlich diesem hier wurde ich fündig. Was ich dort zu lesen bekam holte mich aber kräftigst auf den Teppich zurück. Da gab es nun gar keinen, der ein gutes Haar an dem Verein ließ. Ich fand zahlreiche Zeitungsberichte, solche Erfahrungsberichte hier und sogar auf ein frei erhältliches Buch zu den Machenschaften speziell zu diesem Verein wurde ich hingewiesen.
    Ich war ein wenig angesäuert und wollte erst den zweiten Termin, an dem ich die unterschriebenen Verträge mitbringen sollte, absagen. Es war überhaupt schon ein Aufwand, die Verträge erst mal aus der ersten "Beratung" mitzunehmen OHNE Diese zu unterschreiben. Nach den neuen Informationen war mir das natürlich sonnenklar.
    Dann wurde ich aber neugierig, wie die darauf reagieren würden und ging dann doch zu dem Termin.
    In einem edel eingerichteten Bürogebäude, wurde ich von meinem "Berater" empfangen. Als ich diesem dann nicht die unterschriebenen Verträge gab, sondern ein paar Fragen hatte, begann er auch routiniert mir Milchmädchenrechnungen vorzutragen. Ich war damit aber noch nicht zufrieden und begann etwas forcierter seine anscheinlich plausiblen Darlegungen in Frage zu stellen. Es handelte sich bei den relevanten Verträgen und Versichrungen um einen Wert von ca. 800 DM monatlich, die ich im Falle des Abschlusses zu zahlen hätte. Also gab er sich auch viel Mühe, mir im ersten Blick stichhaltige Argumente zu liefern. Es gab auch Kaffee, Kekse und sogar ein Zigarillo wurde mir angeboten.
    Später kam ganz "zufällig" jemand ins Büro und stellte sich mir als Regionalleiter blablabla vor. Er fragte nicht viel nach worum es ging, sondern begann gleich damit, mich zu den hervorragenden Iddeen bezüglich meiner Zukunft zu beglückwünschen.
    Der Typ war rethorisch ein ganz anderes Kaliber und ich hatte Probleme überhaupt zu Wort zu kommen. Wenn ich nicht mit dem felsenfesten Vorhaben dort hingegangen wäre, mir garantiert nichts andrehen zu lassen, hätte der Typ es wahrscheinlich doch noch geschafft. Sogar als ich auf einige Erfahrungsberichte und das Buch ansprach, versuchte er recht plausibel die Verfasser als Neider, entäuschte Anleger und unselbstständige Personen darzustellen.
    Nach ca. 2 Stunden sahen Sie ein, dass ich wirklich nicht zu übereden war und wünschen mir viel Glück. Auf dass sich meine negative Entscheidung nicht so stark auf meine Zukunft auswirken würde.

    Ist zwar nicht so ganz das Thema der Rubrik, da mich damals ein Freund über Freundschaftswerbung dazu animiert hat. Aber ich denke gerade diese Schiene, über Freunde und Bekannte an jemand dranzukommen ist ein nicht zu unterschätzender Marketingzweig, wenn nicht sogar der effektivste.
    Wenn ein guter Freund Dir erzählt, er hat ein gaaanz tolles Los bei der berühmten N oder S KlassenLotterie, dann hört man dem schon eher zu, als einem unbekannten Anrufer.
    Gruß, Holger


  5. #5
    Günther R.
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    @ Wazi
    "Wieviel Prozent der Angerufenen reagieren ablehnend? Damit meine ich vom freundlichen Nein bis zur übelsten Beschimpfung und wieviel Prozent legen einfach kommentarlos auf?
    Könntest du das abschätzen?"

    Man hat verschiedene Projekte die man telefoniert. Der Unterschied zwischen der Projekten liegt bei der Datenherkunft.
    Und je nach Datenherkunft reagieren die Leute anders.
    Bei manchen Projekten bekommt man nur selten Prügel, bei anderen Projekten fast bei jedem den man anruft.

    "Wie wurden dort die Rufnummern generiert? Automatisch oder von Adressbrokern gekauft/gemietet?"
    Die Daten werden hauptsächlich von Adressbrokern gekauft

    @ DSL Junky
    Ich habe den Bericht kurzzeitig noch einmal rausgenommen weil ich ein paar Sachen änderte.



  6. #6
    wazi
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    >>>>>Ist zwar nicht so ganz das Thema der Rubrik, da mich damals ein Freund über Freundschaftswerbung dazu animiert hat. Aber ich denke gerade diese Schiene, über Freunde und Bekannte an jemand dranzukommen ist ein nicht zu unterschätzender Marketingzweig, wenn nicht sogar der effektivste.
    Wenn ein guter Freund Dir erzählt, er hat ein gaaanz tolles Los bei der berühmten N oder S KlassenLotterie, dann hört man dem schon eher zu, als einem unbekannten Anrufer.
    Gruß, Holger<<<<<
    Da hast du vollkommen recht. Das läuft unter Viral-Marketing, eine Art des Guerilla-Marketings. Das ist eine DER besten Marketing-Strategien überhaupt. Viral meint die Ausbreitung eines Virus, angelehnt daran das Marketing-Konzept. Die Marketing-Banausen versuchen jede Möglichkeit, um jemand zu packen.
    Ich beobachte seit längerer Zeit diesen Bereich und staune immer wieder, was denen so einfällt. Deren Dreistigkeit nimmt immer mehr zu, die Agressivität des sinnbefreiten Werbe-Terrors ohnehin. Insbesondere die Einbruchs- und Manipulationsversuche am PC mit Spyware und Adware sind für mich das hinterletzte und eine "Kriegserklärung". Das mag ich nicht.
    Gruß wazi



  7. #7
    DSL-Junky
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    Hallo Wazi,
    hatte vor enigen Tagen schon ein Statement von Dir unter dem Threat "SMS Spam" bezüglich Viralmarketing gelesen. Stichworte wie "Carmunity.de","Lexx" oder "Octane" sagen Dir was denke ich mal. Da ist mir leider auch etwas spät aufgefallen, dass ich da mit meinen gut gemeinten Ratschlägen nur für unterschwellige Propaganda gesorgt habe. Hatte mich schon gewundert, wieso die Programmierer bei Carmunity selbst die einfachsten Filter nicht auf die Reihe bekommen haben.
    Solche Filter sind gar nicht vorgesehen, da ja dann ein großer Teil der zahlenden Kundschaft abwandert.
    Jetzt ist mir auch bewußt, dass die Herren Lexx, Octane und bestimmt noch ein paar andere hier als "Beleuchter" fungieren, um ihren Laden nicht ganz so im schlechten Licht versinken zu lassen.
    Gruß, Holger



  8. #8
    wazi
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    >>>>>Jetzt ist mir auch bewußt, dass die Herren Lexx, Octane und bestimmt noch ein paar andere hier als "Beleuchter" fungieren, um ihren Laden nicht ganz so im schlechten Licht versinken zu lassen.<<<<<
    Hi DSL-Junky,
    kann dich nur 100% bestätigen.
    Wenn du dir den erwähnten Carmunity-Thread ansiehst, stellst du fest, wie "unglaublich engagiert" die beiden "Herren" sind, wie "unglaublich wichtig" ihnen das "Wohl" der anderen Forenteilnehmer ist.......usw.
    Es handelt sich dabei lediglich um ein psychologisch motiviertes Marketing-Verfahren zur Gewinnung von Vertrauen durch den Aufbau eines reel-seriösen Images als ersten Brückenkopf in den Köpfen, über den dann durch Vertrauenserschleichung Tür und Tor für das Nachziehen weiterer sinnbefreiter Marketing-Massnahmen geöffnet ist.
    Sei versichert: KEINE FIRMA VERSCHENKT HEUTZUTAGE WAS!
    Das Klima hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren extrem gewandelt. Heute zählt fast nur noch die Rendite, Gewinnmaximierung und Umsatzoptimierung, das möglichst global.
    Besonders in der Werbe-/Marketing-Branche wird von den Auftraggebern immer häufiger ein Wirksamkeitsnachweis der durchgeführten Werbe-Events gefordert. Die Zeiten des Giesskannen-Prinzips sind nach dem Ende des New-Economy-Booms vorbei. Heute wird hauptsächlich mit persönlich abgezielten Werbemassnahmen (Targeted Marketing) gearbeitet. Und dazu wird Data-Mining wie noch nie zuvor betrieben. Meint: JEDE ART von Information(-en)über dich und dein Verhalten und Umfeld, Konsumverhalten, Vorlieben, Gehaltsklasse, Alter, von dir benutzte Automarke und -grösse, Wohngegend,Handynutzung,.......uswuswusw., sind interessant für die Data-Miner. Daraus werden mittels Profiling dann Persönlichkeitsbilder von dir gebastelt. Es gibt dafür hochqualifizierte Psychologen, die jede Kleinigkeit beurteilen und daraus für bestimmte Zielgruppen oder manchmal sogar Einzelpersonen Marketing-Konzepte entwickeln.
    Das ist ein milliardenschweres internationales Geschäft.
    Schau mal unter http://www.deutschepost.de/dpag?check=ye...DE&xmlFile=1004 nach.
    Da findest du Interessantes von der Deutschen Post AG, einem der grössten deutschen Adresshändler. Unter http://www.adressresearch.de , ein Tochterunternehmen der DP AG siehst du wiederum interessantes. Zur Ergänzung des Roundups dann noch http://www.gogorillamedia.com/html/what1.html und fortführende Seiten. Zum Guerilla-Marketing in D ist http://www.conceptbakery.de wichtig. Suche mal unter http://www.heise.de im News-Archiv nach dem Artikel "Wenn der Spammer drei mal klingelt" von Wolf-Dieter Roth. Dabei geht es um automatisierten Telefon-Terrorismus.
    Da die Aufmerksamkeit der Verbraucher gegenüber klassischer Plakatwerbung und TV- und Rundfunkwerbung nachlässt, werden jetzt ungewöhnliche Methoden eingesetzt, die durchaus die Grenzen der Privat-Sphäre mit einer gehörigen Portion Dreistigkeit durchbrechen können.
    Beim ersten deutschen Guerilla-Marketing-Kongress im Juni in Köln war der Vortrag eines jungen Rechtsanwaltes mit dem Titel "Guerilla-Marketing und Gesetz - Man muss sich nicht an alles halten" bezeichnet. Dies sagt bereits viel aus.
    So könnte ich dir noch eine grosse Ladung Informationen liefern, die dir umfangreiches Hintergrundwissen um die Vorgänge in der Werbe-/Marketing-Branche und deren Ideologien liefern würde.
    Das pustet dann jegliche Naivität und Unbefangenheit den Werbe-Heinis gegenüber in die Büsche.
    Ich wünsche bei deinem Roundup über die Inetsites viel Spass...
    Gruss wazi



  9. #9
    DSL-Junky
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    Vielen Dank für die höchst informativen Webtipps. Wenn ich nicht grad Maschinenbau studieren würde, hätte ich schon ein sehr gutes Thema für Diplomarbeit. Professionelle Marketingabteilungen sind ja fast sowas wie Geheimdienste. Na ein Glück, dass ich schon sehr früh gelernt habe, es den "Spionen" so schwer wie möglich zu machen.
    So Umfragen find ich schon mal lustig. Mittlerweile hab ich schon eine gewisse Professionalität darin entwickelt, Falschinformationen zu streuen. In den Datenbanken der Marketingstrategen dürfte ich über ca. 100 Kinder verfügen, ein Jahreseinkommen von 20 bis 30 Milliarden Euro haben, um die 80 Handymodelle besitzen, einen gegantischen Fuhrpark unterhalten, den Kleidungsbestand einer großen C&A Filliale übertreffen, mich für alles interressieren, was irgendwie von Menschenhand zu tun möglich ist und jeden Tag per Charterflug um die Erde fliegen. Na DAS Persönlichkeitsprofil zu mir möcht ich mal zu gerne sehen.
    Übrigens: Was zum Thema des Threats... Für arg Genervte empfiehlt sich ein simpler Anrufbeantworter. Den immer eingeschaltet lassen und so einstellen, dass Anrufe schon nach wenig Klingeln angenommen werden. Anrufer, die wirklich was wollen, gewöhnen sich ganz schnell daran, dass erst mal kurz der AB anspringt und man erst nach nem "Hallo, ich bins" das Gespräch übernimmt. Aber auf NKLer und andere Klinkenputzer hat so ein AB absolut abschreckende Wirkung.
    Nützlicher Nebeneffekt ist, dass unseriöse Elemente keinen Anhaltspunkt haben, ob wer Zuhause ist oder nicht.
    Gruß, Holger



  10. #10
    wazi
    Gast

    Standard RE:Objektiver Insider Bericht über ein Call Center

    >>>>>Übrigens: Was zum Thema des Threats... Für arg Genervte empfiehlt sich ein simpler Anrufbeantworter. Den immer eingeschaltet lassen und so einstellen, dass Anrufe schon nach wenig Klingeln angenommen werden. Anrufer, die wirklich was wollen, gewöhnen sich ganz schnell daran, dass erst mal kurz der AB anspringt und man erst nach nem "Hallo, ich bins" das Gespräch übernimmt. Aber auf NKLer und andere Klinkenputzer hat so ein AB absolut abschreckende Wirkung.
    Nützlicher Nebeneffekt ist, dass unseriöse Elemente keinen Anhaltspunkt haben, ob wer Zuhause ist oder nicht.<<<<<
    In meiner "AB-Firewall" sind im Lafe der Zeit schon einige Telefon-Werbebanausen "verhungert". Das funktioniert grandios und bildet meine 2. Abwehrlinie. Deine Idee ist goldrichtig.
    Die 1.Linie ist eine Datenübermittlungssperre nach Bundesdatenschutzgesetz, das dir deren kostenfreie Einrichtung beim Einwohnermeldeamt, Telefon- und Internetprovider und allen sonstigen relevanten Institutionen erlaubt. Also auch keine Einträge in allgemeine Verzeichnisse (Telefonauskunft, etc.) Ich bin "stealth", sozusagen nicht vorhanden.
    Ansonsten ist nach Paragraf 28 und 29 des BDSG die Datenübermittlung an ALLE Anfragenden erlaubt die EIN BERECHTIGTES INTERESSE GLAUBHAFT machen. Dazu gehört auch Werbung, Marktforschung und Marketing. Erst wenn du der Übermittlung EXPLIZIT widersprichst, ist nach BDSG, ausser in strafrechtlicher Hinsicht, alles blockiert.
    Nachlesbar unter http://bundesrecht.juris.de/bundesre...990/index.html
    Durch diese Massnahmen habe ich jetzt seit Jahren fast totale Ruhe. Selten verirrt sich nochmal ein Telefon-Banause mit seinen sinnbefreiten Werbe-Orgien zu mir.
    Für den wird`s dann ruckzuck zappenduster....
    Gruss wazi


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